Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Moderator: StefanK
- Christoph Gerber
- Beiträge: 1013
- Registriert: 24. Okt 2011, 14:44
- Wohnort: Heidelberg
Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Es ist wieder soweit!
Nach Monaten, in denen es mir sehr schwer gefallen ist, Venus am Taghimmel zu finden (und mit bloßem Auge zu sehen), hat sich die Situation fast schlagartig gebessert. Während es bis Ende Juli fast immer ein Glücksspiel war, die Venus am richtigen Ort zu suchen, habe ich sie am 2.8. unterwegs (noch mit Hilfe eines Kondensstreifens) freiäugig orten können. In den letzten drei Tagen (zugegeben: bei "sauberem" Himmel) habe ich sie Nachmittags wiederholt schnell und ohne Hilfsmittel auffinden können – eben sogar zwischen Cirren.
Offenbar hat sie mit nun -4.3 mag eine Helligkeit erreicht, die ausreicht, um sie freiäugig auffinden zu können. Freilich hilft auch ihre etwa maximale Sonnenelongation von 45°, die für einen Halobeobachter (gewissermaßen 2xNebensonnen-Entfernung) sehr leicht abzuschätzen ist. Und wenn man weiß, wie die Ekliptik (am Nachmittag) orientiert ist, dann reichen (mir zumindest) diese beiden Anhaltspunkte.
Venus wird Mitte September mit -4.8 mag ihre größte Helligkeit erreichen und dann in 40° Elongation stehen. Bis dahin sollte sie freisichtig gut zu sehen sein – jetzt ist eine günstige Zeit, nach ihr zu suchen. Allerdings steht sie jeden Tag etwas weiter südlich. Mitte September erreicht ihre Kulminationshöhe nur noch 23°, die extinktionsbedingte Helligkeit von dann nur noch -4.3 mag lässt allerdings hoffen (die zunehmde Extinktion wird durch die Helligkeitszunahme in etwa ausgeglichen). Danach wird es eine echte Herausforderung (immer tiefer stehend und schwächer werdend...)
Am Morgen des 16.8. wird der Mond etwa 2° südlich der Venus vorbeiziehen. An dem Tag bietet sich die günstigste Gelegenheit, Venus am Tage aufzusuchen und mit bloßem Auge zu sehen – und vielleicht auch, die folgenden Tage und Wochen zu nutzen, um (erste) Erfahrungen zu sammeln, die Venus am Taghimmel zu orten...? (als Aufsuchhilfe empfehle ich das Programm stellarium)
Gruß aus HD,
Christoph
Nach Monaten, in denen es mir sehr schwer gefallen ist, Venus am Taghimmel zu finden (und mit bloßem Auge zu sehen), hat sich die Situation fast schlagartig gebessert. Während es bis Ende Juli fast immer ein Glücksspiel war, die Venus am richtigen Ort zu suchen, habe ich sie am 2.8. unterwegs (noch mit Hilfe eines Kondensstreifens) freiäugig orten können. In den letzten drei Tagen (zugegeben: bei "sauberem" Himmel) habe ich sie Nachmittags wiederholt schnell und ohne Hilfsmittel auffinden können – eben sogar zwischen Cirren.
Offenbar hat sie mit nun -4.3 mag eine Helligkeit erreicht, die ausreicht, um sie freiäugig auffinden zu können. Freilich hilft auch ihre etwa maximale Sonnenelongation von 45°, die für einen Halobeobachter (gewissermaßen 2xNebensonnen-Entfernung) sehr leicht abzuschätzen ist. Und wenn man weiß, wie die Ekliptik (am Nachmittag) orientiert ist, dann reichen (mir zumindest) diese beiden Anhaltspunkte.
Venus wird Mitte September mit -4.8 mag ihre größte Helligkeit erreichen und dann in 40° Elongation stehen. Bis dahin sollte sie freisichtig gut zu sehen sein – jetzt ist eine günstige Zeit, nach ihr zu suchen. Allerdings steht sie jeden Tag etwas weiter südlich. Mitte September erreicht ihre Kulminationshöhe nur noch 23°, die extinktionsbedingte Helligkeit von dann nur noch -4.3 mag lässt allerdings hoffen (die zunehmde Extinktion wird durch die Helligkeitszunahme in etwa ausgeglichen). Danach wird es eine echte Herausforderung (immer tiefer stehend und schwächer werdend...)
Am Morgen des 16.8. wird der Mond etwa 2° südlich der Venus vorbeiziehen. An dem Tag bietet sich die günstigste Gelegenheit, Venus am Tage aufzusuchen und mit bloßem Auge zu sehen – und vielleicht auch, die folgenden Tage und Wochen zu nutzen, um (erste) Erfahrungen zu sammeln, die Venus am Taghimmel zu orten...? (als Aufsuchhilfe empfehle ich das Programm stellarium)
Gruß aus HD,
Christoph
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Hallo Christoph, heute ist es mit tatsächlich auch gelungen Venus mal am Taghimmel (16:45 Uhr) mit bloßem Auge zu beobachten, es war eine schwere Geburt! 
Zuerst hatte ich mit der Augmented Reality Funktion von Mobile Observatory die ungefähre Position am Himmel angepeilt und danach habe ich sie in einem Fernglas (auf Stativ) eingestellt. Bis hierher war ja noch alles ganz entspannt. Bis ich Venus dann auch ohne Fernglas gefunden hatte dauerte es trotzdem noch gut 10 Minuten. Aber es funktioniert!
Danke für den Tipp und viele Grüße!
Zuerst hatte ich mit der Augmented Reality Funktion von Mobile Observatory die ungefähre Position am Himmel angepeilt und danach habe ich sie in einem Fernglas (auf Stativ) eingestellt. Bis hierher war ja noch alles ganz entspannt. Bis ich Venus dann auch ohne Fernglas gefunden hatte dauerte es trotzdem noch gut 10 Minuten. Aber es funktioniert!
Frank Fischer
- Christoph Gerber
- Beiträge: 1013
- Registriert: 24. Okt 2011, 14:44
- Wohnort: Heidelberg
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Venus nähert sich ihrer maximalen Helligkeit und ist für mich z.Z. ein relativ leichtes Objektt für das bloße Auge: Gestern fand ich bei mehreren Gelegenheiten (bei tiefblauem Himmel) Venus fast sofort; und eben (14:05 MEZ) konnte ich sie – nach Ortung mit 12x60 – sogar hinter dünnen Cirren (ehemaliger Konstensstreifen = KS-Cirre) sogar mit bloßem Auge erkennen!
Gruß aus HD,
Christoph
Gruß aus HD,
Christoph
- Christoph Gerber
- Beiträge: 1013
- Registriert: 24. Okt 2011, 14:44
- Wohnort: Heidelberg
Venusbedeckung am 14. September
Eher zufällig habe ich festgestellt, dass der Mond am Vormittag des 14. Septembers die Venus bedeckt: Beginn 11:30 (Höhe 3.1°!) und Ende 12:38 (Höhe 11.7°)(Daten für Heidelberg). Aufgrund der geringen Höhe wird die Beobachtung sehr schwer sein. Allerdings bieten die frühen Nachmittagsstunden eine sehr gute Gelegenheit, nach der Venus zu schauen. Natürlich hilft der Mond beim Aufsuchen mit dem bloßen Auge; gute Witterungsverhältnisse vorausgesetzt (v.a schöner blauer himmel!), dürfte Venus fürs freie Auge ein auffälliges Objekt sein. Aber auch mit dem Fernglas (und dem Fernrohr) dürfte es ein sehr interessanter Anblick sein, da Mond- und Venussichel etwa gleich dick sein werden (s. Simulation mit stellarium; leider entsprechen die Flächenhelligkeiten nicht den realen Verhältnissen: Venus erscheint viel heller am Himmel!)
Gruß aus HD,
Christoph
Christoph
- Elmar Schmidt
- Beiträge: 2391
- Registriert: 23. Feb 2010, 20:43
- Wohnort: Bad Schönborn (8o39'51"O 49o13'21"N 130 m ü.N.N.)
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Lieber Christoph,
diese Venusbedeckung ist im Westen gewiß anspruchsvoll; bei Karl in Schlägl findet sie aber schon zwischen 7 und 15 Grad Mondhöhe statt und entsprechend höher in Ungarn und weiter östlich.
Nach dem Austritt am hellen Mondrand wird natürlich die Aufsuche enorm erleichtert, das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Apropos: hier das Foto eines gestern nur ca. 25,5 Stunden "alten" Mondes aus Paris:
https://spaceweather.com/archive.php?vi ... &year=2026
Christoph: die Permalinks bei Spaceweather funktionieren leider nicht konsistent und ändern sich nachträglich. Was auch nervt, ist die ständige Werbung von Tony Phillips für seine Schüler von "Earth to Sky Calculus"
Diese 1,1% schmale Sichel stand 15 min vor Sonnenaufgang, also um 7:05 MESZ, auch nur gut 6 Grad hoch. Die Helligkeit ist für so kleine Mondphasen auch in meinem Datensatz nicht belastbar gut bekannt, dürfte aber unter -5 mag gelegen sein (ohne Extinktion)!
Am 14. ist der Mond hingegen -7,8 mag hell; Venus liegt bei -4,5 mag.
Herzliche Grüße
Elmar
diese Venusbedeckung ist im Westen gewiß anspruchsvoll; bei Karl in Schlägl findet sie aber schon zwischen 7 und 15 Grad Mondhöhe statt und entsprechend höher in Ungarn und weiter östlich.
Nach dem Austritt am hellen Mondrand wird natürlich die Aufsuche enorm erleichtert, das sollte man sich nicht entgehen lassen.
Apropos: hier das Foto eines gestern nur ca. 25,5 Stunden "alten" Mondes aus Paris:
https://spaceweather.com/archive.php?vi ... &year=2026
Christoph: die Permalinks bei Spaceweather funktionieren leider nicht konsistent und ändern sich nachträglich. Was auch nervt, ist die ständige Werbung von Tony Phillips für seine Schüler von "Earth to Sky Calculus"
Diese 1,1% schmale Sichel stand 15 min vor Sonnenaufgang, also um 7:05 MESZ, auch nur gut 6 Grad hoch. Die Helligkeit ist für so kleine Mondphasen auch in meinem Datensatz nicht belastbar gut bekannt, dürfte aber unter -5 mag gelegen sein (ohne Extinktion)!
Am 14. ist der Mond hingegen -7,8 mag hell; Venus liegt bei -4,5 mag.
Herzliche Grüße
Elmar
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 11. Sep 2026, 21:24, insgesamt 4-mal geändert.
- Christoph Gerber
- Beiträge: 1013
- Registriert: 24. Okt 2011, 14:44
- Wohnort: Heidelberg
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Lieber Elmar,
danke für den Link – ich hatte auch schon überlegt, auf ihn im Forum hinzuweisen. SpaceWeather hatte es gestern (10.9.) drin (im Link Datum ändern!) – der direkte Link auf (beide!) Aufnahmen ist hier: https://spaceweathergallery2.com/indiv_ ... _id=236458
Gruß aus HD,
Christoph
danke für den Link – ich hatte auch schon überlegt, auf ihn im Forum hinzuweisen. SpaceWeather hatte es gestern (10.9.) drin (im Link Datum ändern!) – der direkte Link auf (beide!) Aufnahmen ist hier: https://spaceweathergallery2.com/indiv_ ... _id=236458
Gruß aus HD,
Christoph
- Christoph Gerber
- Beiträge: 1013
- Registriert: 24. Okt 2011, 14:44
- Wohnort: Heidelberg
Mondsichel bei der Venus (nach Bedeckung)
Ich habe soeben das Paar Mond-Venus gesichtet. Hier klart es etwas auf, und zwischen den Wolken war ich erfolgreich. Da beide noch recht tief stehen, haben ich diesmal wirklich die Venus zuerst gesichtet – ganz knapp über der Dachkante des Nachbarhauses und sehr deutlich und auffällig! Ich musste mich etwas strecken, um auch die Mondsichel zu sehen. Der Mond steht schon etwa 2 1/2 Sichellängen (also knapp über 1°) von der Venus entfernt. Schön anzusehendes Paar...
Gruß aus HD,
Christoph
Gruß aus HD,
Christoph
- Elmar Schmidt
- Beiträge: 2391
- Registriert: 23. Feb 2010, 20:43
- Wohnort: Bad Schönborn (8o39'51"O 49o13'21"N 130 m ü.N.N.)
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Hallo Christoph & Alle,
die morgendliche Bedeckung war wegen Wolken hier nicht machbar,* und auch nachmittags klarte es erst nach 15:00 auf. Um 15:40 MESZ fand ich den Mond im 6,5x21 Pentax Papilio und sofort auch die Venus 1,5 Grad nordwestlich. Auch mit bloßem Auge war Venus (-4,49 mag mit Extinktion) danach gleich zu sehen.
Der Himmel war durch dünne Cirren recht aufgehellt (Leuchtdichte 5090 cd/m^2), woraus sich ein trotzdem unkritisches S/N von 0,90 ergab. (Das Mittel aus inzwischen 40 Tagsichtungen beträgt 0,59+/-0,27.) Ob ich die Venus bei der Wolkenstörung ohne den Mond gefunden hätte, bleibt offen.
Hier noch ein etwas kontrastverstärktes Foto der beiden etwa anderthalb Stunden später, da war der Abstand auf 2 Grad angewachsen:

Aufnahmedaten: 2026-09-14 17:16 MESZ Olympus PEN E-PM2 Zuiko 4-5,6/40-150 mm, f=150 mm (KB 300 mm), f/22, 1/250s ISO 200 (-1 EV)
Viele Grüße, Elmar
*hier aber der Austritt bei sogar nur 8 Grad Höhe in Frankreich; es kam aufs Wetter an:
https://apod.nasa.gov/apod/ap260915.html
https://spaceweathergallery2.com/full_i ... 406113.jpg
und in Israel konnten Ein- und Austritt mit bloßem Auge gesehen werden:
https://spaceweathergallery2.com/indiv_ ... _id=236525
Übrigens waren die Mond- und Venusphase nicht identisch; der Mond war zu 12% beleuchtet, die Venus zu 29%. Bahngeometrisch sind noch viel größere Unterschiede denkbar.
die morgendliche Bedeckung war wegen Wolken hier nicht machbar,* und auch nachmittags klarte es erst nach 15:00 auf. Um 15:40 MESZ fand ich den Mond im 6,5x21 Pentax Papilio und sofort auch die Venus 1,5 Grad nordwestlich. Auch mit bloßem Auge war Venus (-4,49 mag mit Extinktion) danach gleich zu sehen.
Der Himmel war durch dünne Cirren recht aufgehellt (Leuchtdichte 5090 cd/m^2), woraus sich ein trotzdem unkritisches S/N von 0,90 ergab. (Das Mittel aus inzwischen 40 Tagsichtungen beträgt 0,59+/-0,27.) Ob ich die Venus bei der Wolkenstörung ohne den Mond gefunden hätte, bleibt offen.
Hier noch ein etwas kontrastverstärktes Foto der beiden etwa anderthalb Stunden später, da war der Abstand auf 2 Grad angewachsen:

Aufnahmedaten: 2026-09-14 17:16 MESZ Olympus PEN E-PM2 Zuiko 4-5,6/40-150 mm, f=150 mm (KB 300 mm), f/22, 1/250s ISO 200 (-1 EV)
Viele Grüße, Elmar
*hier aber der Austritt bei sogar nur 8 Grad Höhe in Frankreich; es kam aufs Wetter an:
https://apod.nasa.gov/apod/ap260915.html
https://spaceweathergallery2.com/full_i ... 406113.jpg
und in Israel konnten Ein- und Austritt mit bloßem Auge gesehen werden:
https://spaceweathergallery2.com/indiv_ ... _id=236525
Übrigens waren die Mond- und Venusphase nicht identisch; der Mond war zu 12% beleuchtet, die Venus zu 29%. Bahngeometrisch sind noch viel größere Unterschiede denkbar.
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Servus,
gestern Abend gegen 20 Uhr kam zum Treffen von Mond und Venus auf den letzten Drücker noch ein 'Model' zum Vorschein...
.
gestern Abend gegen 20 Uhr kam zum Treffen von Mond und Venus auf den letzten Drücker noch ein 'Model' zum Vorschein...
.
-
Anja Verhöfen
- Beiträge: 521
- Registriert: 31. Jul 2011, 18:25
- Wohnort: Duisburg
Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Moin Werner,
Ein wunderschönes Stimmungsbild. Vielen Dank dafür.
Clear Skies,
Anja Verhöfen
Ein wunderschönes Stimmungsbild. Vielen Dank dafür.
Clear Skies,
Anja Verhöfen
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 42 Gäste