Es ist wieder soweit!
Nach Monaten, in denen es mir sehr schwer gefallen ist, Venus am Taghimmel zu finden (und mit bloßem Auge zu sehen), hat sich die Situation fast schlagartig gebessert. Während es bis Ende Juli fast immer ein Glücksspiel war, die Venus am richtigen Ort zu suchen, habe ich sie am 2.8. unterwegs (noch mit Hilfe eines Kondensstreifens) freiäugig orten können. In den letzten drei Tagen (zugegeben: bei "sauberem" Himmel) habe ich sie Nachmittags wiederholt schnell und ohne Hilfsmittel auffinden können – eben sogar zwischen Cirren.
Offenbar hat sie mit nun -4.3 mag eine Helligkeit erreicht, die ausreicht, um sie freiäugig auffinden zu können. Freilich hilft auch ihre etwa maximale Sonnenelongation von 45°, die für einen Halobeobachter (gewissermaßen 2xNebensonnen-Entfernung) sehr leicht abzuschätzen ist. Und wenn man weiß, wie die Ekliptik (am Nachmittag) orientiert ist, dann reichen (mir zumindest) diese beiden Anhaltspunkte.
Venus wird Mitte September mit -4.8 mag ihre größte Helligkeit erreichen und dann in 40° Elongation stehen. Bis dahin sollte sie freisichtig gut zu sehen sein – jetzt ist eine günstige Zeit, nach ihr zu suchen. Allerdings steht sie jeden Tag etwas weiter südlich. Mitte September erreicht ihre Kulminationshöhe nur noch 23°, die extinktionsbedingte Helligkeit von dann nur noch -4.3 mag lässt allerdings hoffen (die zunehmde Extinktion wird durch die Helligkeitszunahme in etwa ausgeglichen). Danach wird es eine echte Herausforderung (immer tiefer stehend und schwächer werdend...)
Am Morgen des 16.8. wird der Mond etwa 2° südlich der Venus vorbeiziehen. An dem Tag bietet sich die günstigste Gelegenheit, Venus am Tage aufzusuchen und mit bloßem Auge zu sehen – und vielleicht auch, die folgenden Tage und Wochen zu nutzen, um (erste) Erfahrungen zu sammeln, die Venus am Taghimmel zu orten...? (als Aufsuchhilfe empfehle ich das Programm stellarium)
Gruß aus HD,
Christoph
Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Moderator: StefanK
- Christoph Gerber
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Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Hallo Christoph, heute ist es mit tatsächlich auch gelungen Venus mal am Taghimmel (16:45 Uhr) mit bloßem Auge zu beobachten, es war eine schwere Geburt! 
Zuerst hatte ich mit der Augmented Reality Funktion von Mobile Observatory die ungefähre Position am Himmel angepeilt und danach habe ich sie in einem Fernglas (auf Stativ) eingestellt. Bis hierher war ja noch alles ganz entspannt. Bis ich Venus dann auch ohne Fernglas gefunden hatte dauerte es trotzdem noch gut 10 Minuten. Aber es funktioniert!
Danke für den Tipp und viele Grüße!
Zuerst hatte ich mit der Augmented Reality Funktion von Mobile Observatory die ungefähre Position am Himmel angepeilt und danach habe ich sie in einem Fernglas (auf Stativ) eingestellt. Bis hierher war ja noch alles ganz entspannt. Bis ich Venus dann auch ohne Fernglas gefunden hatte dauerte es trotzdem noch gut 10 Minuten. Aber es funktioniert!
Frank Fischer
- Christoph Gerber
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Re: Venus am Tageshimmel (Sommer 2026)
Venus nähert sich ihrer maximalen Helligkeit und ist für mich z.Z. ein relativ leichtes Objektt für das bloße Auge: Gestern fand ich bei mehreren Gelegenheiten (bei tiefblauem Himmel) Venus fast sofort; und eben (14:05 MEZ) konnte ich sie – nach Ortung mit 12x60 – sogar hinter dünnen Cirren (ehemaliger Konstensstreifen = KS-Cirre) sogar mit bloßem Auge erkennen!
Gruß aus HD,
Christoph
Gruß aus HD,
Christoph
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Venusbedeckung am 14. September
Eher zufällig habe ich festgestellt, dass der Mond am Vormittag des 14. Septembers die Venus bedeckt: Beginn 11:30 (Höhe 3.1°!) und Ende 12:38 (Höhe 11.7°)(Daten für Heidelberg). Aufgrund der geringen Höhe wird die Beobachtung sehr schwer sein. Allerdings bieten die frühen Nachmittagsstunden eine sehr gute Gelegenheit, nach der Venus zu schauen. Natürlich hilft der Mond beim Aufsuchen mit dem bloßen Auge; gute Witterungsverhältnisse vorausgesetzt (v.a schöner blauer himmel!), dürfte Venus fürs freie Auge ein auffälliges Objekt sein. Aber auch mit dem Fernglas (und dem Fernrohr) dürfte es ein sehr interessanter Anblick sein, da Mond- und Venussichel etwa gleich dick sein werden (s. Simulation mit stellarium; leider entsprechen die Flächenhelligkeiten nicht den realen Verhältnissen: Venus erscheint viel heller am Himmel!)
Gruß aus HD,
Christoph
Christoph
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