Reiche Beute in der letzten Nacht (10./11. Oktober) - TEIL 2

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Thorsten Gaulke
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Reiche Beute in der letzten Nacht (10./11. Oktober) - TEIL 2

Beitrag von Thorsten Gaulke » 11. Okt 2004, 17:38

Hallo Forum...


Gestern abend war für mich persönlich die "erste lange Nacht der Sterne" im Herbst 2004.

Klare Pluspunkte des gestrigen Abends: kein Mond und meist TOP SEEING.
Klarer Munuspunkt: heute morgen um 7 klingelte der Wecker...

Also, los gehts...

...gegen 19 Uhr 30 baute ich meinen Synta Newton 150/750 auf dem Dachboden auf, öffnete das Fenster und ließ den Raum auskühlen.

Um 20 Uhr gings dann richtig los...Schütze gesucht und gefunden...leider versteckte er sich hinter Streulicht-beleuchteten Schleierwolken...

Karkoschka raus und auf die Suche nach...M8


M8 (Lagunennebel): Weder optisch noch fotografisch irgendetwas vom Nebel erkennbar...lediglich der kleine Sternhaufen mittig im Nebel blinkte hervor...

M20 (Trifidnebel): Wiederum visuell nichts sichtbar (ich arbeite ohne Filter...) - auf länger belichteten Aufnahmen andeutungsweise erkennbar...schön die Dunkelnebel innerhalb von M20...leider ist das Bild sehr verrauscht...und, wie gesagt, Schleiergewölk die Sicht etwas trübte...

M21 in direckter Nachbarschaft zu M20 war natürlich besser zu erkennen...

M24: Verbirgt sich in M24 Nordostteil etwa ein offener Sternhaufen oder gehört das Sternenkonglomerat zur Milchstraße ? Visuell durch den 150/750 sehr schön...Fotografisch ließen wiederum die Cirren zu wenig Licht durch.

M18 und M17 (Omeganebel) in einem "Abwasch"...Visuell war von M17 ein blauer Balken erkennbar, fotografisch wurde er langsam rot und zeigte Strukturen...
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M16: Auch der Adlernebel war visuell nicht erkennbar...der Sternenhaufen in der Mitte war schön sichtbar...fotografisch wiederum war etwas mehr Struktur erkennbar...
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M75 (sehr weit entfernter Kugelsternhaufen im Schütze)...Hier machte mir im wahrsten Sinne des Wortes ein Flugzeug einen Strich durch die Rechnung...wie an der Perlenschnur aufgereiht sind die Positionslichter nordwestlich von M75 erkennbar...
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NGC 6822 (Barnards Galaxie)...visuell nicht erreichbar (zu viele Schleierwolken...)

NGC 6818 hat eine größere Flächenhelligkeit...da dieses Objekt punktförmig erscheint, ist es auch leichter zu finden...blau schwebt es am Abendhimmel...hier reicht ein kleines Bild...[:)]
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M30: Dieser Kugelsternhaufen zeigt auf Fotos sehr schöne Sternenketten...visuell nicht so ergiebig...
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NGC7293 (Helixnebel): ...am gestrigen Abend visuell nicht sichtbar, fotografisch als recht große Scheibe erkennbar...aber sehr undeutlich...Objekt war wohl zu horizontnah und die Sicht war zu schlecht...

So, das waren die Objekte vom Dachboden aus...nun ging es in den Garten...es wurden Objekte "weiter oben" anvisiert, die durch das optimale Seeing oberhalb 20 Grad Süd viel einfacher zu sichten waren...

Als erstes Objekt vom Garten aus wurden die Plejaden anvisiert...Superklare Luft ließen die Sterne im 32mm Okular des 150/750 hell erleuchten...
Natürlich durfte auch M31 (der Andromedanebel) nicht fehlen...

Durch "256MB-Karte-voll" wurde ich kurz an den Computer gezwungen. Da las ich den Bericht von marianne über das Stephansquintett und über NGC 7331...

Also ran...NGC 7331: Als verschwommener Fleck im Fernrohr erkennbar...fotografisch besser...
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...auch das Stephansquintett wurde in Angriff genommen, nun aber mit dem Orion 250/1200.......Visuell erahnbar, fotografisch schon deutlich zu sehen...leider ließ die Vergrößerung des Teleskopes (Fokalfotografie) zu wünschen übrig...
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M15: Auch der angeblich schönste Kugelsternhaufen des Herbsthimmels, M15, durfte nicht fehlen...fotografisch ein schöner Genuss...
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Danach ging die Reise in den Perseus...

NGC 1023: Unspektakulär im Teleskop...fotografisch ähnlich mit NGC 7331...
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Dann kam das "offene-Sternhaufen-Hopping..."

M34, M38, M36 und M37...allesamt im 8+50 Sucher gut auffindbar. Der Fuhrmann ist eine wahre Prachtstraße, was offene Sternhaufen angeht...

Zwischendrin lag noch NGC1931, ein kleiner Gasnebel im Fuhrmann...
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Zum Schluss stand dann noch der "Eröffnungs-Messier" auf dem Programm...M1...horizontnah, aber erkennbar...
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Tja, abbauen, Heia gehen...es war mittlerweile viertel vor 2 Uhr....Einen zum Schluß so klaren Himmel habe ich in Detmold lange nicht mehr gesehen...Oh man, ich freue mich schon auf meinen ersten Messier-Marathon im März 2005...Wichtig ist, dass man irgendwann lernt, die Objekte ohne Karte zu finden....Aber es gibt sooooo viel da oben zu sehen....das wird echt schwierig.....

...außerdem muss ich auch erst mal jedes "neue" Objekt sichten, beobachten....verschiedene Okulare benutzen...und mir die Schönheiten mancher dEEP-sKY-Objekte regelrecht "reinziehen"........

Gruß und CS Thorsten
Gruß Thorsten
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Erste (bewusste) NLCs: 28.06.2007
Seit intensiverer Beobachtung - auch mit "Annke":
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Wolfgang Dzieran
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Auch in Bali reiche Beute

Beitrag von Wolfgang Dzieran » 11. Okt 2004, 20:53

Hallo Thorsten,

auch in Bad Lipsppringe gab es gestern abend tolle Sicht auf den Nahcthimmel. In meinem Garten mitten in der Stadt habe ich gewöhnlichj Grenzgröße 4,5 mag, diesmal war es mindestens 5,5 mag. Die Milchstraße war wunderschön zu sehen. Ich habe allerdings nicht fotografiert sondern bin einfach nur mit meinem Scope (Celestron C8) am Himmel spazieren gegangen. Diese Nacht war einfach ein Genuß.

Leider klingelt mein Wecker schon um 5.45 Uhr, deshalb war ich auch nicht so lange draußen wie Du, und meine Beobachtungsliste ist etwas kürzer als Deine. Einige Objekte haben wir aber tatsächlich beide gesehen.

Hier meine Liste (wenn ich nicht den einen oder anderen schon vergessen habe): Albireo, Kleiderbügel, M56 zum Einstieg und zur Gerätejustage, dann Kugelsternhaufen und andere Messiers M75, M72, M73, M30, im Steinbock auch gleich noch Uranus und Neptun besucht, dann noch ein paar "Prachtexemplare" wie M2, M31, M32, M110, M33, h und chi, Plejaden,.... den Helixnebel habe ich auch nicht gesehen. Entweder war er schon zu tief oder ich habe doch nicht ganz an der richtigen Stelle gesucht.

So eine Nacht kommt so schnell nicht wieder. Heute hat es mit dem beobachten leider nicht geklappt, denn auf unser Sternwarte lief der Vortrag "Keine Hysterie mit der Relativitätstheorie". Michael Otte hat das Thema einfach wieder klasse erklärt!

Morgen muß ich noch früher raus als heute, da geht der Wecker schon um 4:45 Uhr. deshalb jetzt:

Gute Nacht!

Wolfgang
aus Bad Lipsppringe

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