Eiskristall-Excentrics, Stereobilder, Ende Dezember 2008

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Reinhard Nitze
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Eiskristall-Excentrics, Stereobilder, Ende Dezember 2008

Beitrag von Reinhard Nitze » 3. Jan 2009, 11:04

Hallo!

Bedingt durch die für norddeutsche Verhältnisse ungewohnt lange Frostperiode ließen sich in letzter Zeit ein paar Reifhalos beobachten, die Bilder davon sind aber nichts besonderes, weshalb ich auf ein Einstellen verzichte. Als Nebenprodukt ergaben sich aber ein paar Bilder von Kristallgebilden, welche ich Euch nicht vorenthalten will. Sie sind zum Teil recht ungewöhnlich.

Ein Teil der Kristalle sind die typischen Reifbildungen. Sie sind nicht sooo außergewöhnlich, aber nett anzusehen. Der andere Teil jedoch basiert auf Frosthebung. Die hier dargestellten Kristalle sind recht ungewöhnlich, da sie zum Teil kräftig verbogen sind (Excentrics)


Anmerkung:
Excentrics- Ein Begriff, welcher eigentlich aus der Höhlenforschung kommt. Damit sind eigentlich Tropfsteine gemeint, welche nicht "vorschriftsmäßig" von oben nach unten, bzw von unten nach oben gewachsen sind, sondern sich zur Seite oder verbogen entwickelt haben.

Die Bilder sind Stereobilder und können mit der Schieltechnik räumlich gesehen werden:

Lange Rede, kurzer Sinn, hier die Bilder:

Bild 1:
Von Frosthebung angehobene Blätter, Reifbildung:

Bild

Bild 2:
Reifbildung an Grashalmen:

Bild

Bild 3:
Reifbildung auf einem Blatt:

Bild

Bild 4:
Reifbildung unter Blättern, etwas Frosthebung:

Bild

Bild 5:
Excentrics, aus Frosthebung hervorgegangen:

Bild

Bild 6:
Durch Frosthebung angehobenes Eisblumengitter, Excentrics

Bild

Bild 7:
Frosthebung, Excentrics

Bild

Vielleicht gefallen die Bilder auch ohne farbige Erscheinungen.

Viele Grüße und noch ein frohes neues Jahr, Reinhard!

uwe radtke
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Beitrag von uwe radtke » 3. Jan 2009, 13:00

HalloReinhard,

Also mir gefallen die Bilder sehr gut!
Hab aber ne Frage dazu: Hab gerade auch schon im Netz recherchiert, aber nichts vernünftiges ausser "Parallelblick" gefunden. Also, das sind ja Stereobilder. Auf ner Seite wird beschrieben mit dem linken Auge das linke Bild und mit dem rechten das rechte. Klappt bei mir aber irgednwie nicht so gut. Könntest du mir kurz erklären, wie du das immer machst bei so Stereobildern, damit es auch wirklich räumlich gesehen werden kann?

Viele Grüße Uwe

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Reinhard Nitze
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Instruktion

Beitrag von Reinhard Nitze » 3. Jan 2009, 17:13

Hallo Uwe!

Hier eine kleine Instruktion.

Vergiss am Besten die ganze Theorie, am einfachsten geht es mit einem kleinen Testbild.

Zunächst 2 gelbe Kreise als kleines Trainingsbild.

Instruktion:

Gesichtsabstand zum Monitor ca 20cm

Nun beide Kreise in Ruhe betrachten. Wenn du jetzt die Augen in Richtung Nasenspitze ausrichtest, entstehen 2 zusätzliche erschielte Kreise.

Wenn du die Augen ein wenig bewegst, siehst du, wie sich die erschielten Kreise je nach Stellung der Augen bewegen. Die Kunst ist nun, so zu schielen, das beide erschielten Kreise übereinander liegen. Wenn die Kreise unterschiedlich hoch erscheinen, musst du den Kopf ein bisschen nach rechts bzw nach links drehen. Der Erfolg ist eingetreten, wenn du sozusagen 3 Kreise siehst.

Wenn Dir das gelungen ist, hast du es im Grunde genommen schon geschafft.

Bild

Nun kommt wahrscheinlich die Frage, was das nun mit den Stereobildern zu tun hat. Nun, ganz einfach:

Versuche dasselbe mit den gelben Kreisen in dem nächsten Bild...

Bild

Ich wünsche Dir viel Erfolg!

Viele Grüße, Reinhard

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Julien Buri
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Beitrag von Julien Buri » 3. Jan 2009, 22:08

Sehr schön!

Ich habe vergessen, dass es 2 Arten von Paralellblick gibt. Ich weiss nicht wie man es nennt, aber es geht nur auf die eine Art, die andere ist für viel kleinere Bilder.

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Christian Fenn
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Beitrag von Christian Fenn » 4. Jan 2009, 09:21

Genau genommen gibt es auch nur einen Parallelblick, das andere ist ja der Kreuzblick. Da er hier verdammt gut funktioniert: Reinhard, hast Du die Bilder links und rechts getauscht, um den Kreuzblick so sauber hin zu bekommen?

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 4. Jan 2009, 20:33

Hallo Christian!

Alle Bilder sind freihändig aufgenommen. Ich versuche schon bei der Aufnahme, die Bilderpaare möglichst in einer Höhe und verdrehungsfrei aufzunehmen. Dennoch müssen die Fotos noch nachbearbeitet werden. Ich benutze in diesem Fall "Photoshop". Die beiden Bilder werden über die "Ebenenfunktion" übereinandergelegt und in der "Höhe" ausgerichtet, gegebenenfalls werden auch Verdrehungen ausgeglichen und, sollte der Abstand der beiden Aufnahmen zum Aufnahmeobjekt etwas unterschiedlich ausgefallen sein, werden die Bilder (zur Not) auch noch skaliert. Wenn die Ausrichtung stimmt, schiebe ich die Bilder an ihre Position und mache ein "Testschielen". Stimmt das Ergebnis, wird das so entstandene Bild freigestellt und gespeichert. Sollten die Bilder vertauscht sein (kann passieren, ich weiß bei der Menge der Bilder oft nicht mehr, welches Bild zuerst aufgenommen wurde), tausche ich sie einfach. Soll das Bild mit einem "Attraktor" (gelber Punkt) versehen werden, suche ich mir einfach eine Stelle im linken Bild aus und setze ihn mit dem Pinsel einfach hinein. Dann fahre ich mit dem Pinsel in Etwa über derselben Stelle im rechten Bild, erschiele das Bild, synchronisiere innerhalb des Schielbildes das Pinselsymbol mit dem gelben Punkt des linken Bildes und setze den 2. Punkt.

Ich weiß nicht, ob das alles jetzt so schon verständlich ist. Genügt das so? - Wenn nicht, können wir uns darüber gern nochmal austauschen, im Moment sieht's bei mir zeitlich leider etwas ungünstig aus.

Viele Grüße, Reinhard!

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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 5. Jan 2009, 13:22

Suuuuuuuuper klasse die Bilder in Sterereo!
Das mit dem Kreuzblick ( :shock: ) funktioniert wirklich gut; allerdings werden bei mir die Bilder so richtig schön räumlich, wenn ich 43 cm vom Bildschirm weg bin (also meine Äuglein). In dieser Entfernung ist es etwas schwieriger, die Bilder übereinander zu legen, wenn es aber geschafft ist, wie gesagt, deutlich plastischer als bei 20 cm.
Wie das funktionieren soll mit dem "richtigen" Parallel-Sehen, weiß ich auch nicht so recht.

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 5. Jan 2009, 22:49

Hallo Thorsten,

Beim Parallelblick müßtest Du Deine Augen auf eine größere Entfernung einstellen als die zum Bildschirm. Du müßtest also praktisch durch den Bildschirm durchgucken. Ist am Anfang etwas schwierig.
Versuche erst mal, die Wand hinter dem Bildschirm oder irgend etwas anderes weiter entferntes anzusehen und dann auf den Bildschirm zu schauen ohne die Augen dabei zu verstellen. Ist erst etwas schwierig, aber es geht.
Dann müßte zwischen den beiden Bildern ein drittes Bild erscheinen. Stelle Deine Augen nun auf dieses dritte "Geisterbild" ein, und ploing! wird es dreidimensional. :shock:
Kenne ich noch von diesen Magic-Eye-Büchern, bei denen dann in einem Wirrwarr aus Farben und Formen irgendwelche dreidimensionalen Bilder erschienen.

Grüße
Peter

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 6. Jan 2009, 09:48

Hallo Reinhard,

wirklich schöne Stereoaufnahmen! Ich bin letzten Herbst auch auf den "Geschmack" gekommen. Allerdings komme ich persönlich mit dem Parallelblick besser zurecht. Ich habe dann auch einige rot/cyan-Brillen für Vorführungen im kleinen Kreis beschafft - wer noch nie mit Stereobildern zu tun hatte, hat es meiner Erfahrung nach mit der Anaglyphentechnik am einfachsten.

Viele Grüße,
Alex

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 6. Jan 2009, 20:52

Hallo Alexander!

Erstellst Du auch selber Anaglyphen? - Ich muss mir auch mal solch eine Brille besorgen. Um Bilder räumlich zu sehen, ist das bestimmt die einfachste Methode. Hat aber den Nachteil, das diese nicht farbig gesehen werden können, jedenfalls nicht mit der Rot-Grün bzw. Rot-Cyan-Methode. Ich vermute, das sich Anaglyphen nach einer gewissen Nachbearbeitung aus diesen Stereobildern herstellen lasse könnten(?).

Viele Grüße, Reinhard!

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Daniel Ricke
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Beitrag von Daniel Ricke » 6. Jan 2009, 21:54

Moin Reinhard!

Such dir etwas aus :D
http://www.google.de/search?q=anaglyphmaker

Hatte mir vor längerer Zeit ein freeware-Programm für Mac runtergeladen. Ergebnis:funktioniert! :)

Viele Grüße und kalt`s Nächtle
Daniel
ja, wir sind Klasse! ;-)

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 7. Jan 2009, 09:30

Hallo Reinhard und Daniel,

auch mit einem normalen Bildbearbeitungsprogramm kann man Anaglyphen erstellen. Das linke und rechte Bild werden jeweils in die drei RGB-Kanäle aufgespalten, bei der Rot/Cyan-Methode verwendet man den roten Kanal des linken Bildes sowie den grünen und blauen des rechten Bildes weiter. Die werden dann per Ebenenfunktion zusammengefügt (ich mußte die allerdings vorher mit geeigneten schwarzen Flächen wieder zu einem roten und grünblauem RGB-Bild jeweils für sich kombinieren). Die gegenseitige Verschiebung bestimmt, was "vor" bzw. "hinter" dem Monitor gesehen wird (Scheinfenster). Die Farben leiden etwas (insbesondere Gelbtöne), bleiben aber erhalten (es ist ja im Endeffekt je ein Kanal für R, G und B enthalten, wenn auch unvermeidlicherweise ein Auge davon zwei abbekommt). Rot/Cyan-Brillen aus Karton bekommt man per Internetversand schon für weniger als 1 Euro pro Stück, ich habe damit bei Vorführungen vor "Untrainierten" gute Erfahrungen gemacht.

Viele Grüße,
Alex

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 13. Jan 2009, 21:29

Hallo Alexander und Daniel!

Noch mal vielen Dank für die Infos. Das mit den Anaglyphen werde ich mal ausprobieren, wenn ich denn irgendwann mal wieder Zeit und die nötige Brille habe...

Viele Grüße, Reinhard

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