Perseiden 2026

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Jørgen K
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Jørgen K » 21. Aug 2026, 16:08

Carl Herzog hat geschrieben: 18. Aug 2026, 16:39 Hier eine Collage der Nacht vom 13. auf den 14. August (also eine Nacht nach dem Perseidenmaximum), mit 109 Perseiden in etwas weniger als 5 Stunden Aufnahmedauer, inkl. Airglow:


2026-08-13to14-Perseiden-Radiant-Rheingau.jpg


Beobachtungsort war im Rheingau im Südwesten Hessens, Blickwinkel ca. 100° x 150°.

VG, Carl
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Carl Herzog
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Carl Herzog » 23. Aug 2026, 19:30

Danke :)

Wenn man die Anzahl Perseiden im Bild durch 5 (Stunden) teilt, und das Ergebnis mal 2 nimmt (da das Bild ungefähr den halben Himmel zeigt), kommt man witzigerweise auf eine ähnliche "ZHR" wie die unter https://www.imo.net/members/imo_live_sh ... &year=2026 für die Nacht vom 13/14.08 dargestellte.

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Laura Kranich
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Laura Kranich » 30. Aug 2026, 18:37

Moin zusammen,

ich war zum Perseidenmaximum in meiner alten Heimat, im Nordschwarzwald und bin in der zweiten Nachthälfte auf meinen alten Hausberg den Skihang hochgekraxelt, der ein wenig über 1000 Meter hoch ist. Die Luft war extrem trocken, da sie laut Rückwärtstrajektorie direkt vom Nordpol und aus ca. 4000 m Höhe kam und dank der Inversion war sie nachts gerade auf den Gipfeln am trockensten, sodass die Augen teils tränten, da zur Luftfeuchte von ca. 30% auch noch starker Wind dazukam. Zum Sternegucken war das aber sicherlich ideal, obwohl wohl auch etwas Waldbrandaerosol aus Kanada in der Luft war.

Diesmal habe ich mich an einem 360°-Panorama versucht, das ich mit den Perseidenaufnahmen aus zwei Kameras im Zeitraffermodus "befüllt" habe, d.h. dort eingefügt habe, wo sie auch herunterkamen - relativ zum Sternenhimmel. Die Sammelzeit betrug ungefähr 3 Stunden - dafür ist die Ausbeute schon ziemlich gut.
Am Folgetag konnte ich auch noch ein paar beeindruckende Perseiden sehen, davon eine wirklich sehr helle und lange über dem Karlsruher Schloss während der abendlichen Schlosslichtspiele - wo man eigentlich kaum Sterne sieht.

HZR09077 Panorama_mitSchnuppen2_korr_comp.jpg

Das ganze 360°-Pano könnt ihr hier interaktiv betrachten (verfällt nach 90 Tagen).
Viele Grüße aus Berlin,
Laura

http://www.lk-photo-film.de

Speul
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Speul » 31. Aug 2026, 19:30

Hallo Laura,
sind ja eine ganze Menge von Perseiden. Da du die ja reinkopiert hast aus den originalaufnahmen, kannst du mal schauen, ob in den Originaldaten auch punktförmige Perseiden genau im Radiant aufgenommen wurden. Zumindest kopiert hast du sie nicht, wenn denn überhaupt welche dabei waren, was aber bei der fülle durchaus denkbar/erwartbar ist.

Grüße
Ulrich

MarioK
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von MarioK » 1. Sep 2026, 07:48

Hallo Ulrich,

mein Kommentar dazu: das wird wohl darauf ankommen, was du als punktförmig ansiehst.
Mit einem 15mm-Objektiv in HD oder 4K könntest du "punktförmige" finden, die ich dir mit einem 35mm-Objektiv in 5,4K als kurze Meteorspur auflösen kann.

Ich habe diesmal (im Sternenpark Westhavelland) in der Maximums- und der Folgenacht den PER-Radianten extra durchs Aufnahmefeld laufen lassen.
Zwar bin ich erst etwa mit der Hälfte der Sichtung der 5,3h 6s-Differenzbilder der Maximumsnacht durch (bisher insgesamt 420 Meteore), aber auch die Sichtung der 1min-Differenzbilder beider Nächte zeigte (eigentlich erwartbar) keine punktförmigen Perseiden.
Das kürzeste (siehe Bild) bisher ist etwa 0,15° lang. Mag sein, dass ich noch kürzere finde.
Originalbildgröße 5376x3024. Einkopiertes Feld in Originalauflösung. Meteorlänge ≈ 0,15°. <br />Helligkeit ≈ 7 mag (Umgebungssterne mit sehr unterschiedlichen Farbindices)
Originalbildgröße 5376x3024. Einkopiertes Feld in Originalauflösung. Meteorlänge ≈ 0,15°.
Helligkeit ≈ 7 mag (Umgebungssterne mit sehr unterschiedlichen Farbindices)

Die Aufnahmen mit ISO 102.400 (35mm, Blende 1.2, 30fps, 1/40s) zeigen (im 12-Frame-Maximumsbild = 0,3s Belichtung) zwar Sterne bis 9,5 mag.
So schwache PER werde ich sicher nicht finden, da sie im Pixelrauschen der 6s-Differenzbilder untergehen. +7,5..+8,0 ist die Grenze.
Mit höher steigendem Radianten werden die PER dann ja auch scheinbar schneller, wo mit sich die Helligkeit auf mehr Pixel verteilt.

Wenn ich aus der Berliner Lichtglocke filme, dann meist Richtung NNW -> kaum Radianten im Aufnahmefeld.
Richtung Süden hatte ich manchmal die Antihelionquelle oder die SDA und CAP im Feld.
Wegen deren niedrigen Höhen mit geringer Anzahl an Meteoren.
Aus Erfahrung von rund 35.000 Videometeoren kann ich dir sagen: die Wahrscheinlichkeit ganz punktförmige zu erwischen dürfte sehr gering sein.
Am ehesten könnte ich mir die noch bei den langsameren Geminiden vorstellen.

Häufig fast punktförmig sind dagegen Satellitenblitze (die auch heller!) oder Treffer von Myonen und deren Zerfallsteilchen auf dem Kamerachip (einzeln, Gruppen oder "Fragezeichen").

Noch zum Radianten. Der ist ja auch nicht punktförmig: CAMS.
Selbst bei vielen punktförmigen würdest du ja eine Punktwolke erhalten (was du wohl vermutlich sowieso weißt).

Viele Grüße
Mario

Speul
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Speul » 3. Sep 2026, 06:48

Hallo Mario,
mit dem punktförmig bzw. kurzen Bahnen hast du natürlich recht. Es wird immer eine Brennweite geben, wo man eine Bahn erkennen kann, ich meine also eher punktförmig im Rahmen der Auflösung des Objektives.
35000 Meteore ist schon mal eine Hausnummer, aber du schreibst ja selbst, dass du normalerweise keine Radianten im Bildfeld hast, da relativiert sich das natürlich wieder. Das Experiment bei den Per dieses Jahr ist da schon passender und mit einem fast-punktförmigen ja auch erfolgreich.
Warum du bei den Geminiden mehr erwartest, erschließt sich mir nicht, da die Geschwindigkeit ja bei direkt auf uns zukommenden Meteore unerheblich ist, da ja Winkelgeschwindigkeit gegen Null.
Die falsch positiven Satblitze oder cosmics dürften sich in Grenzen halten, die Wahrscheinlichkeit, dass sie gerade genau am Radiant erscheinen ist doch eher eine geringe.
Trotzdem macht es Sinn, sich mit dem Thema zu befassen, ich denke viele werden einfach übersehen, da ich ja nach Spuren suche oder auch von den Algorithmen nicht erfasst, da auch die Bewegung als ein Entscheidungskriterium haben.
Noch hoffe ich ja, dass Laura mal nachschaut!

Grüße
Ulrich

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Christoph Gerber
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von Christoph Gerber » 3. Sep 2026, 10:15

Hallo Ulrich,

jetzt verstehe ich dein Anliegen: Da die Meteore in der Regel automatisch selektiert werden, enftallen bei dieser Detektion alle nahezu punktförmigen in Radiantennähe, da sie sich 1. nicht entsprechend bewegen und 2. dementsprechend auch keine Winkelgeschwindigkeit besitzen. Bliebe also nur die "manuelle" Durchsicht der Aufzeichnungen. Und diese sollte sich, wie Mario bereits angemerkt hat, nicht nur auf den Radiantenpunkt konzentrieren, sondern auf die ganze Radianten-Umgebung (Stichwort: Punktwolke). Das erscheint mir ganz schön zeitaufwendig – wäre aber sicherlich lohnend... zumindest einmal exemplarisch durchgeführt, um ein belastbares Ergebnis zu erhalten. Die PER 2026 mit dem Max während der Nacht scheinen mir dafür lohnenswert, auch wenn ein Ergebnis aufgrund des nötigen Zeitaufwandes erst in Monaten vorliegen sollte.
Dabei stellt sich mir jetzt die Frage, ob solch eine Suche nach der "Nadel im Heuhaufen" nicht eine Möglichkeit für ein "crowd"-Projekt wäre: Die Einzelbilder werden Interessenten zugänglich gemacht, die sich die Mühe nehmen, einen bestimmten Zeitabschnitt zu durchforsten (vgl. dazu das "zooniverse"-Projekt). Das ganze dann evtl. doppelt, so dass am Ende die zweifach markierten als gesichert, die nur einmal vermuteten noch einmal gesondert überprüft werden müssten. Na ja, nur mal so als Möglichkeit in den Raum geworfen...

Gruß aus HD,
Christoph

MarioK
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Re: Perseiden 2026

Beitrag von MarioK » 3. Sep 2026, 19:31

Hallo Ulrich,

von den 7 Stunden an denen der PER-Radiant am 12/13. und 13./14. im Aufnahmefeld war, habe ich erst von 1 Stunde die 6s-Differenzbilder gesichtet.
Anzahl punktförmige Meteore: 0.
Sichtung der 1min-Differenzbilder der anderen 6 Stunden: kein punktförmiges Meteor, zumindet nicht heller als vielleicht 5mag.
Ob die 6s-Bilder noch was rausholen, wer weiß. Aber auf keinen Fall hellere!

Hier mal meine sehr vereinfachte Annahme:

- gesamter sichtbarer Himmel -> ~ 20.000 deg²
- Sichtfeld Beobachter 90°x120°(?), vereinfacht im Mittel 105° -> ~ 8.000 deg²
- Radius Radiant großzügig 3° -> ~ 7 deg² (punktförmiges Meteor 0,1° (1/5 Monddurchmesser) -> ~ 0,008 deg² !)
- Zenitrate 6,5 laut meteorflux und GMN diesmal 130-170/h im Maximum -> 150/h (ich hatte bisher 168/h als Höchstwert)
- Radiantenhöhe 30-65° -> Rate pur -> 150/1,4 = 107/h
- Anzahl in 7 Stunden = 750 PER
- bei Populationsindex 2,2 und mgr 5,0 statt 6,5 -> 1,5mag Differenz -> 1/3,26 -> 33/h
- 33/h auf 8.000 deg² -> 0,03/h auf 7 deg² = 0,2 Meteore in 7h

Das ist vermutlich zu vereinfacht (bitte gerne korrigieren!), es soll nur um die Dimension gehen.
Tatsächlich punktförmige dürften für einen einzelnen Beobachter extrem selten sein.
Wer Lust hat, kann ja mal ausrechnen, wieviel Kilometer ich mich hätte nach NNE begeben müssen, um das 0,15° lange Meteor tatsächlich als punktförmig zu sehen.
Eintrittsgeschwindigkeit 60km/s, Dauer = 7 Frames = 7/30s, Azimut=50°, Höhe=47°.

Bei den Geminiden war mein Gedanke, dass diese bei selber Entfernung zum Radianten eher noch als punktförmig durchgehen, weil sie langsamer sind.
Aber nach meiner Berechnung wären es dann wohl auch nur 0,05 Meteore pro Stunde. Also auch nichts.

Langsame Meteore werden von der automatischen Erfassung sicher übersehen, weil ein Satellitenausschluss eingebaut ist.

Bei sehr langsamen Meteoren mit Satellitengeschwindigkeit komme ich auch ins Grübeln. Von Vorteil ist da ein schwacher Schweif.
Den man sich aber beim wiederholten Ansehen im Film auch einbilden kann.
Deshalb filme ich normalerweise niedriger als diesmal bei zu den Perseiden. Die Satelliten sind dann weiter weg und langsamer.
Noch besser ist es, auf Sonnenstände von -50° zu warten :-)

Viele Grüße
Mario

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