Nö, Quellen hab ich da nicht.
Hab mir selbst Gedanken drum gemacht. Aber zu meinem Hirn kann ich derzeit noch nicht verlinken.
Ich habe drei Werkzeuge:
Stellarium
https://stellarium-web.org/
Google Earth, runtergeladen
Taschenrechner
Inzwischen noch einen Dreiecksrechner online, geht schneller; könnte man aber auch in Excel noch charmanter selber umsetzen, z.B. für einen geplant häufigeren Einsatz.
Mit Google Earth kannst Du Orte kennzeichnen (Stecknadel).
Mit Google Earth kannst Du Linien zeichnen (Lineal-Werkzeug), Entfernungen messen, Richtungen messen (zweistelliger Nachkommabereich, Nord 0°, Ost 90° etc.)
Google Earth erledigt für Dich die sphärische Geometrie. Es beherrscht auch die Orthodrome, d.h. die kürzeste Verbindung zweier Orte.
Denn die Kugelgeometrie ist schwieriger als die zweidimensionale, zwar kein Hexenwerk, aber umständlich.
Verbindest Du 2 Orte z.B. auf dem 50. Breitengrad, so folgt die kürzeste Verbindung nicht dem 50. Breitengrad, sondern weicht nördlich ab, auf der N-Halbkugel. Oder anders ausgedrückt: schaust Du exakt nach Westen, schaust Du auch immer ein wenig in Richtung Süden, bei uns auf der Nordhalbkugel.
Das alles berücksichtigt Google Earth.
Und Google Earth hilft Dir, eine Erscheinung (einen grünen Blob z.B.) zu lokalisieren, wenn Du zwei Fotos von unterschiedlichen Stellen hast.
Was hab ich gemacht?
Ich hab Stellarium genommen, zunächst den ungefähren Beobachtungsort gewählt, die ungefähre sekundengenaue Uhrzeit genommen und erst einmal mit dem Glücksfall versucht, die möglichst genaue Uhrzeit rauszubekommen. Glücksfall war Satellitenspur. Somit war bald klar: eine weitere Beschäftigung macht Sinn.
Egal, ob Satellit, Begrenzung roter Vorhang oder grüner Blob:
Du guckst, dass Du die Sterne auf den Fotos bei Stellarium wiederfindest.
Davor würde ich noch versuchen, den jeweiligen Beobachtungs-Standpunkt möglichst genau zu finden, bei Dir halt auf/an dem Deich.
Bei Stellarium kann man tatsächlich auch Wohnplatznamen (kleine Weiler) eingeben und auswählen.
Wichtig: Datum, Uhrzeit wählen und auf Pause drücken.
Dann Blick auf Stellarium möglichst fotogetreu einrichten (hin- und herziehen/zoomen), damit die Orientierung an den Sternen gelingt.
Hast Du Dich genügend in die Sternstruktur Deines Zielobjekts reingeguckt, dann kannst Du da auch näher reinzoomen, um bessere Details angezeigt zu kriegen. Leider muss man erst reinzoomen, um manche Sterne anklicken zu können.
Und der Klick auf den Stern verrät Dir seine Blickrichtung (und Blickhöhe), bei mir hakt Stellarium manchmal, dann muss ich einen Moment warten, bis die Daten geladen sind. Unter der Angabe "Az./Alt." kriegst Du Blickrichtung und Höhenwinkel angegeben, in Grad, Bogenminuten, Bogensekunden.
Blickrichtung in dezimal umrechnen und merken.
Bei Google Earth den Beobachtungs-Standpunkt markieren,
und von Nadelspitze dort mit dem Lineal-Werkzeug möglichst genau in die betreffende Richtung eine Linie zeichnen, die genügend 100-Kilometer-Einheiten lang ist.
Das für jeden Standort, jedes interessante Objekt wiederholen.
Ab zwei Standorten und demselben Objekt zur selben Zeit kannst Du lokalisieren,
wo das Objekt im Zenit am Himmel stand.
Größte Fehlerquellen: Nadelspitze erreicht man rausgezoomt nicht genau, die zweistellige Richtung erwischt man nur mit Abweichungen von vielleicht +- 0,04°. Nunja, damit muss man leben. Oder man überlegt sich, wie man diese Fehler minimieren kann.
Die Behandlung Blickrichtung und geograf. Lokalisation ist abgeschlossen. (Schnittpunkte verraten die Lokalisation)
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Abschätzung Blickhöhe:
Kannst Du von den Sternen ablesen, die sich an/in/um Dein Objekt befinden.
Du misst die Entfernung Standpunkt - Lokalisation.
Schon kannst Du vom dichtesten Standpunkt eine ungefähre Höhe des Objekts berechnen:
Rechtwinkliges Dreieck: eine Seite bekannt, ein Winkel bekannt, 90°-Winkel bekannt, raus kommt die Höhe.
Das ist Näherung, weil mit einem planen Dreieck gerechnet wird. Diese Ungenauigkeit nehmen wir einfach hin.
Zweiten Standort genauso behandeln. Kommt andere Höhe des Objekt raus, weil anderer Standort.
Um die Sichthöhe vom dritten Standort rauszubekommen, habe ich so getan, als würden alle Standorte auf einer Linie liegen.
Den Höhenfehler hab ich runtergerechnet auf "pro Kilometer Entfernung", also habe ich auf die dritte Entfernung den Höhenfehler per Dreisatz bestimmt. Den habe ich von der Höhe des ersten Standorts abgezogen. Somit habe ich die "virtuelle Höhe" für Standort 3 (Thorsten oder Jörgen)) bestimmt und mit einem einfachen planen rechtw. Dreieck über die Höhe und Entfernung den Höhenwinkel ausgerechnet.
Also: ich habe da die sphärische Geometrie ausser Acht gelassen, Vereinfachungen vorgenommen, ein gewisses Fehlermaß mit berücksichtigt und kam zu einem ungefähren Ergebnis, das erstaunlich gut gepasst hat.
Man kann sich sicherlich noch andere einfache Hilfsmittel vorstellen, die Fehler noch weiter zu minimieren. Alleine die erste Höhe, die ich berechnet hatte, müsste sicherlich noch um ein paar Kilometer angehoben werden. Mit meiner Methode der ähnlichen Dreiecke mit virtuellem Höhenausgleich hat das allerdings nicht mehr hin, wenn ich das Fehlermaß für den Ort in Dänemark bestimmen will. Da würde nämlich auf eine Fehlerkorrektur von plus 78 Kilometer kommen, und das kann nicht sein.
Also: die Näherungen sind nur in einem bestimmten Bereich gültig. Ich vermute, spätestens ab eine Blickhöhe von <60° hätte sich da ein zu großer Fehler eingeschlichen, das das alles nicht mehr funktioniert hätte.
Auch vernachlässigt es, dass mit größerer Differenz der Längengrade da weitere Abweichungen entstehen, was die Höhenwinkel angeht. Ich vermute, dass eine Voraussage für Jörgen auf diese Weise nicht mehr funktioniert hätte, hätte ich mich auf die Bilder von Henning (Tröndel) und Dir (grob Husum) gestützt, weil Du schaust ja deutlich seitlich auf den Blob.
Trotz all dieser systematischen Fehler, die da mitmischen, empfehle ich, bei allen Berechnungen mit möglichst vielen Nachkommastellen zu arbeiten. Gerundete Werte sind genauso zufällig wie lange exakte Werte. Mit der Verwendung der exakten Werte verhinderst Du, dass sich auch hier nochmals weitere Fehler einschleichen. Also: lieber zwei Nachkommastellen mehr mitrumschleppen, als irgendwo eine zu wenig.
Ich hoffe auf viel Spaß bei der akribischen Auswertung von Bildern.
Gruß,
Wolfgang
P.S.: meine schnelle Dreiecksberechnung online:
https://www.mathepower.com/dreieck.php