FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

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Wolfgang Speckert
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Wolfgang Speckert » 1. Feb 2026, 04:10

Thorsten Gaulke hat geschrieben: 31. Jan 2026, 21:58 Moin Henning...

Du bist aber auch 300-400km nördlich von mir... Heißt, die Teile müssten ja bei mir viel weiter Richtung Horizont gewesen sein - Wenn sie nicht sogar im Dunst abgesoffen sind... ;-)
Hallo Thorsten,

der Polarstern ist nicht ganz die richtige Richtung für Dich. Großer Wagen (großer Bär) ist besser.
Aber die Zeit kommt hin, dass 18:34:48 plusminus wenige Sekunden die beste Sichtbarkeit gewesen ist.

Die Blickrichtung für Dich lässt sich sehr gut triangulieren aus den Daten, die ich schon so behandelt habe:

22,72° Ost
Die Höhe des Hauptblobs habe ich aus Tröndel mit einem (nichtsphärischen) Dreieck auf etwa 115 km über den fraglichen Punkt in Dänemark angenähert. Von Dir aus müsste vermutlich das dann so grob etwa 15° überm Horizont sein.
Für die Richtung ist ein sehr guter Anhaltspunkt der Stern Chi Ursae unterhalb des Großen Wagens.
Und von diesem ein bisschen höher und leicht links versetzt.

Nochmal die Übersicht:

Mein geschätzter Grünblob: 22°43' horiz. (genau), 15°03' vertikal (grob angenähert)
Chi Ursae (Alkaphrah): 23°06'51" (genau), 13°37'56" (genau)

(aus Tröndel lässt sich der obere Blob gut anpeilen:
Stern VZ Camelopardalis: 13°11'17",54°58'58,8"; mit Drift Westkomponente knapp 0,1° pro Sekunde, der Blob)

Du kannst ja z.B. im Stellarium in die Region näher ranzommen und schauen, welcher Stern da noch besser diese Koordinaten matcht, um Dich auf Deinen Bildern zu orientieren, sofern Du da noch weitere Sterne erkennen solltest.

Lass uns gerne wissen, wenn Du einen Grünschimmer oder einen grünen Punkt oder gar Beam gefunden hast! :)

Wolfgang

Edit 13:36 : Der angenäherte Höhenwinkel beinhaltet systematische Annäherungsfehler. Vermutlich liegt die tatsächliche Höhe eher darüber als darunter. Also: auch in der "Luftsäule" obendrüber über den 15° schauen, ob was zu erkennen ist.
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Geseke_20260120_183451.jpg
Zuletzt geändert von Wolfgang Speckert am 1. Feb 2026, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Jørgen K
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Jørgen K » 1. Feb 2026, 09:35

Moin zusammen,

bis zum Zeitpunkt dieses Threads für mich noch nicht notiert (da die Bilder noch auf ihre Entwicklung warten), habe ich auch rund um ca. 18:34 MEZ die besagten Fragmente einfangen können - in nur einer Aufnahme. Der Kamera-Zeitstempel liegt bei 18:34:33 MEZ, auch hier ist eine Abweichung im Sekundenbereich zu berücksichtigen. Mein Standort war dabei in etwa 52.34°N, 8.71°O:

20.01.2026, ca. 18:34:33 MEZ (24mm, KB)
20.01.2026, ca. 18:34:33 MEZ (24mm, KB)

Und einmal kontrastverstärkt:

20.01.2026, ca. 18:34:33 MEZ (24mm, KB)
20.01.2026, ca. 18:34:33 MEZ (24mm, KB)

Faktisch befindet sich die Erscheinung in etwa auf 20° Höhe. Das sollte jetzt auch ein guter Anhaltspunkt für das ca. 80km entfernte Geseke sein?

Gruß
Jørgen
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Wolfgang Speckert
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Wolfgang Speckert » 1. Feb 2026, 13:33

Ja, Jørgen, ein prima Anhaltspunkt.

Du liegst fast auf der gleichen Sichtstrecke wie von Thorsten aus, nur leicht links davon. D.h. von Thorsten aus müsste der Klecks ein klein bisschen nach rechts versetzt am Himmel stehen. Und wegen der größeren Entfernung leicht tiefer.

Du hast erfreulicherweise auch den Satellit Secor 1 r mit einer deutlichen Spur im Bild. Halt weiter rechts als die anderen, weil Du westlicher bist, und der Strich höher relativ zum Hintergrund, weil Du südlicher bist.
Und die Leuchtspur ergibt eine Belichtung von 18:34:44 - 18:34:51 MEZ*, und zwar ziemlich exakt auf den Sekundentakt genau. Also hast Du vermutlich eine Belichtungsdauer von 7 - 8 Sekunden.

*laut Sat-Darstellung bei Stellarium

Es scheint noch eine andere Satellitenspur zu geben. Daran könnte man noch einen weiteren Sekundencheck vornehmen.

Du hast auch schön die drei Leuchtzonen mit auf dem Bild, die ja bei anderen Bildern in diesem Sekundenbereich auch zu sehen waren. Meine Triangulation für Thorsten bezieht sich auf den hellsten Blob von den 3.

Falls ich noch dazu komme, werde ich vielleicht auch Deinen Blob / Deine Blobs mal vermessen.
Soviel dazu auf die Schnelle.

:wow: Danke für Dein Bild!
Ich finde es hochinteressant, das selbe Geschehen nahezu sekundengenau aus den verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten.
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Jörgen_20260120_183451.jpg

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Thorsten Gaulke
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Thorsten Gaulke » 1. Feb 2026, 14:11

Hallo zusammen... Danke für euer aller Hilfe...

Sowohl Annke Nord als auch Annke Ost haben sie NICHT drauf... Den Satelliten habe ich... Chi auch... Mit allem gearbeitet... Sättigung, Helligkeit, Wärme.... Grün angehoben, Kontrast verstärkt... Nein, keine Chance...! :-(

Danke euch...!
Zuletzt geändert von Thorsten Gaulke am 2. Feb 2026, 22:07, insgesamt 1-mal geändert.
Gruß Thorsten
circa N51°39' E008°31'
Erstes PL: 17.11.1989
Erste (bewusste) NLCs: 28.06.2007
Seit intensiverer Beobachtung - auch mit "Annke":
2026: N8 mit PL 4 | N8 mit NLCs 0
2025: 58 | 21
2024: 30 | 16
2023: 18 | 16
2022: 0 | 20

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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von SieglindeFest » 2. Feb 2026, 14:16

Wolfgang Speckert hat geschrieben: 1. Feb 2026, 03:39 Ooops, die Verwirrung ist groß...!

...

Aber, freilich habe ich überlesen, dass Deine Bilder, Michael / Sieglinde, 49 Sekunden früher entstanden sind. Nicht später!!!
Dann passt ja alles gar nicht mehr!

...
Ich hab das nochmal nachvollzogen:

Bisher ohne mögliche Zeitschieberei durch Selbstauslöser und Langzeitbelichtung. Das kommt später, weil ich noch einen Versuchsaufbau überlegen muss.

Der Unterschied zwischen dem Bild auf der Speicherkarte und den korrigierten Zeit beträgt die genannten 49 Sekunden. Beispiel:

EXIF Speicherkarte bei einem Bild ohne Selbstauslöser und 1/3 Sekunde Belichtung: 17:56:52
DATEN Lightroom nach Korrektur: 17:57:41

Jetzt habe ich diverse Uhren fotografiert, GPS vom Teleskop, Funkwecker, Android Uhr, AtomUhr-App. Das ist verwirrend! GPS, Funkwecker und AtomUhr sind sich einig über die Zeit. Die Android Uhr geht mehrere Sekunden falsch.

Ergebnis danach ist:

Fotografierte Zeit ist 14:45:15,
EXIF ist 14:45:04

Da sind demnach noch 11 Sekunden Differenz, denn die AtomUhr ist schneller, der Knipskasten (nach Android Uhr eingestellt) geht nach. Inzwischen hätte ich nichts dagegen, dass mir jemand bei der Logik hilft, denn meine Birne platzt demnächst... Tatsächlich gibt es auch eine Diffenrenz zwischen AtomUhr-App und Androids Standard Uhr. Wie geschrieben: Alle anderen sind sich einig.

So, jetzt mal schauen, was bei Selbstauslöser ins EXIF geschrieben wird, Auslöser oder Verschluss. Dann kommt die Langzeitbelichtung und dann haben wir vielleicht fertig.

LG Michael Graf

So, jetzt weiter zu
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von SieglindeFest » 2. Feb 2026, 17:15

Mit Selbstauslöser passiert folgendes. In den EXIF Daten steht der Zeitpunkt des Auslösens, nicht der Zeitpunkt des Verschlusses. Da kommen in diesem Falle also 5 Sekunden oben drauf.
Bei Selbstauslöser plus Langzeitbelichtung also EXIF Zeitpunkt plus Selbstauslöser 5 Sekunden, ab 5 Sekunden öffnet der Verschluss und schließt dann nach in diesem Falle 6 Sekunden. Also muss ich die Zeiten demnach nochmal korrigieren... 11 Sekunden falsch gehende Uhr der Kamera plus 5 Sekunden Selbstauslöser (wegen Verwacklungsgefahr am Stativ hab ich den 5 Sekunden Selbstauslöser aktiviert gehabt).

LG Michael Graf
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von SieglindeFest » 2. Feb 2026, 18:14

Wolfgang Speckert hat geschrieben: 1. Feb 2026, 03:39 Ooops, die Verwirrung ist groß...!
...

Die Indizien passen immer noch, dass Dein Bild eher um 18:34:50 herum entstanden ist.

...
So, Uhr der Kamera stimmt jetzt sehr genau nach GPS und AtomUhr. Neuer Katalog zum testen in Lightroom und fragliches Foto mit den grünen Blobs neu eingelesen und die Angabe ist nach erster Korrektur 18:34:29 kommen 11 Sekunden dazu macht 18:34:40. Dazu kommen 5 Sekunden Selbstauslöser (also 18:34:45) plus irgendetwas (Unbekannte) für die 6 Sekunden Belichtung. Das war es jetzt hoffentlich und ich korrigiere in den Beiträgen noch die anderen Zeiten. Genauer wird es jetzt nicht mehr (hoffe ich)... Möglich ist ja auch noch, dass die Uhren in den anderen beteiligten Kameras nicht ganz genau gingen? Und möglich ist, dass ich die Blobs nicht genau getroffen habe, also nur am Ende der Belichtung noch etwas auf den Sensor kam?

2026-01-20/21 18:34:45 ab da 6 Sekunden Belichtung
Screenshot 2026-01-30 114421 Kopie.jpg
Wenn es übersichtlicher wird, kann ich meine laut denkenden Beiträge dazwischen auch löschen.

LG Michael Graf
Zuletzt geändert von SieglindeFest am 2. Feb 2026, 20:50, insgesamt 5-mal geändert.
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Wolfgang Speckert » 2. Feb 2026, 18:30

Nein, nein, bitte nichts löschen, das macht das Verständnis nachher nur noch mehr verwirrend.

Wie gesagt, das stärkste Indiz für die Aufnahme - dort wo es drauf ist - ist die Satellitenspur vom Secor 1 r, die viele von Euch mit im Bild haben. Zumindest gemäß der Darstellung im Stellarium lassen sich die Belichtungszeiten der verschiedenen Beobachter sehr genau eingrenzen. Und mit das wichtigste ist, dass Ihr alle im sehr engen Sekundenbereich (egal, wie die Uhrzeit nun nach Atomuhr exakt nominell heisst) das selbe aus unterschiedlichen Blickrichtungen aufgenommen habt.

P.S.: Michael / Sieglinde: Mir persönlich am liebsten wäre, wenn Du eine Korrekturtabelle für die Bilder erstellen würdest. Und die alten unkorrigierten Zeiten an Ort und Stelle stehen lassen würdest.
Vielleicht macht es zwar mehr Sinn für spätere Zugriffe auf diese Bilder, wenn an Ort und stelle die möglichst korrekte Zeit abzulesen wäre. In diesem Fall wäre ich Dir dankbar, wenn die möglichst erste publizierte Zeit da noch daneben stehen bliebe, z.B. als Klammerzusatz: (vormals hh:mm:ss)
Zuletzt geändert von Wolfgang Speckert am 2. Feb 2026, 18:58, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Wolfgang Speckert » 2. Feb 2026, 18:41

Ich habe übrigens mal mit der gleichen Methode, wie ich Thorsten den Höhenwinkel vorausgesagt habe, mit einfachen rechtwinkligen unsphärischen Dreiecken den Höhenwinkel für Jørgen vorausgesagt.

Das Ergebnis meiner Voraussage wich nur um 0,214 Höhengrad ab, wie ich dann anschließend aus dem Bild von Jørgen entnommen habe. Den Hauptblob habe ich da anvisiert. Und der hat ja vermutlich (nicht nachgemessen) eine größere vertikale Ausdehnung als 0,214°.

Die ermittelte Blickrichtung (ja auch nur Augenmaß für Mitte und einem verfügbaren Stern / Sterngebilde entnommen) von Jörgens Bild für den hellsten Hauptblob verfehlt um knapp 10 km östlich meine Lokalisation, die ich via Henning / Isa vorgenommen hatte. Aber auch da mischen ggf. sekunden-, blendenbedingte und mit Sicherheit auch nur mit Augenmaß ermittelte Anhaltspunkte bei den Fehlern mit.

Anhand des Bildes von Jørgen habe ich nun mal versucht, die räumliche Ost-West-Ausdehnung des grünen Dreier-Gebildes abzuschätzen, so kann ich annähernd (ohne genau nachgemessen zu haben) das auf etwa 20-25 Kilometer einordnen, ggf. inclusive der Westverdriftung innerhalb der relevanten Sekunden ('relevant' bezogen auf das Fotomaterial).

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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Jørgen K » 2. Feb 2026, 20:16

Wolfgang Speckert hat geschrieben: 1. Feb 2026, 13:33 Ja, Jørgen, ein prima Anhaltspunkt.

Du liegst fast auf der gleichen Sichtstrecke wie von Thorsten aus, nur leicht links davon. D.h. von Thorsten aus müsste der Klecks ein klein bisschen nach rechts versetzt am Himmel stehen. Und wegen der größeren Entfernung leicht tiefer.

Du hast erfreulicherweise auch den Satellit Secor 1 r mit einer deutlichen Spur im Bild. Halt weiter rechts als die anderen, weil Du westlicher bist, und der Strich höher relativ zum Hintergrund, weil Du südlicher bist.
Und die Leuchtspur ergibt eine Belichtung von 18:34:44 - 18:34:51 MEZ*, und zwar ziemlich exakt auf den Sekundentakt genau. Also hast Du vermutlich eine Belichtungsdauer von 7 - 8 Sekunden.

*laut Sat-Darstellung bei Stellarium

Es scheint noch eine andere Satellitenspur zu geben. Daran könnte man noch einen weiteren Sekundencheck vornehmen.

Du hast auch schön die drei Leuchtzonen mit auf dem Bild, die ja bei anderen Bildern in diesem Sekundenbereich auch zu sehen waren. Meine Triangulation für Thorsten bezieht sich auf den hellsten Blob von den 3.

Falls ich noch dazu komme, werde ich vielleicht auch Deinen Blob / Deine Blobs mal vermessen.
Soviel dazu auf die Schnelle.

:wow: Danke für Dein Bild!
Ich finde es hochinteressant, das selbe Geschehen nahezu sekundengenau aus den verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten.
Hallo Wolfgang, danke auch für deine Analyse der Aufnahme! In Anbetracht von realen 6 Sekunden Belichtungszeit, bist du verdammt nah dran. :)

Zwischendurch verfolge ich das Thema (hier) interessiert weiter, aber leider fehlt mir für einen tieferen Einstieg aktuell die Zeit...

VG
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von SieglindeFest » 2. Feb 2026, 21:12

Wolfgang Speckert hat geschrieben: 2. Feb 2026, 18:30 Nein, nein, bitte nichts löschen, das macht das Verständnis nachher nur noch mehr verwirrend.

Wie gesagt, das stärkste Indiz für die Aufnahme - dort wo es drauf ist - ist die Satellitenspur vom Secor 1 r, die viele von Euch mit im Bild haben. Zumindest gemäß der Darstellung im Stellarium lassen sich die Belichtungszeiten der verschiedenen Beobachter sehr genau eingrenzen. Und mit das wichtigste ist, dass Ihr alle im sehr engen Sekundenbereich (egal, wie die Uhrzeit nun nach Atomuhr exakt nominell heisst) das selbe aus unterschiedlichen Blickrichtungen aufgenommen habt.

P.S.: Michael / Sieglinde: Mir persönlich am liebsten wäre, wenn Du eine Korrekturtabelle für die Bilder erstellen würdest. Und die alten unkorrigierten Zeiten an Ort und Stelle stehen lassen würdest.
Vielleicht macht es zwar mehr Sinn für spätere Zugriffe auf diese Bilder, wenn an Ort und stelle die möglichst korrekte Zeit abzulesen wäre. In diesem Fall wäre ich Dir dankbar, wenn die möglichst erste publizierte Zeit da noch daneben stehen bliebe, z.B. als Klammerzusatz: (vormals hh:mm:ss)
Nee, verstanden, ich lösche da nichts aus der Verwirrung.

Und diese Tabelle soll wer bekommen? Ich habe bei der ersten nicht hinreichenden Korrektur der Kamera-Uhr die ursprünglichen Zeiten bereits stehengelassen. Mein Vorschlag wäre, dass dies so bleibt und ich die Zeiten transparent als weitere Korrektur abbilde. Also in [ Klammer ursprünglich, in ( die erste Korrektur von 49 zurück und in Fett die richtige Zeit plus 11 plus 5 Selbstauslöser, also öffnen des Verschluss.

Ich finde das hier sehr interessant und ich werde vor weiteren Fotos von Polarlichtern von jetzt an sehr aufpassen. Die Tatsache, dass die Zeit im EXIF die Betätigung des Auslösers ist und nicht der Beginn der Belichtung, ist mir bisher verborgen geblieben. Bei Sony ist das so und man müsste wohl wissen, wie die anderen Hersteller das so handhaben.

Ich bin sehr interessiert daran, die geometrische Auswertung zu erlernen. Ich durfte über drei Semester die darstellende Geometrie studieren, also mache ich mir Hoffnung, das zu verstehen. Hast du Quellen für mich, wie das Geht?

Bevor sich hier kein Wunsch genau abzeichnet, lass ich das erst mal so und du hast jetzt die vermutlich halbwegs richtige Zeit für den grünen Blob mit

2026-01-20/21 18:34:45

VG Michael Graf
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Re: FAEs (Fragmented Aurora-like Emissions)

Beitrag von Wolfgang Speckert » 3. Feb 2026, 13:17

Nö, Quellen hab ich da nicht.
Hab mir selbst Gedanken drum gemacht. Aber zu meinem Hirn kann ich derzeit noch nicht verlinken.

Ich habe drei Werkzeuge:
Stellarium https://stellarium-web.org/
Google Earth, runtergeladen
Taschenrechner
Inzwischen noch einen Dreiecksrechner online, geht schneller; könnte man aber auch in Excel noch charmanter selber umsetzen, z.B. für einen geplant häufigeren Einsatz.

Mit Google Earth kannst Du Orte kennzeichnen (Stecknadel).
Mit Google Earth kannst Du Linien zeichnen (Lineal-Werkzeug), Entfernungen messen, Richtungen messen (zweistelliger Nachkommabereich, Nord 0°, Ost 90° etc.)

Google Earth erledigt für Dich die sphärische Geometrie. Es beherrscht auch die Orthodrome, d.h. die kürzeste Verbindung zweier Orte.
Denn die Kugelgeometrie ist schwieriger als die zweidimensionale, zwar kein Hexenwerk, aber umständlich.
Verbindest Du 2 Orte z.B. auf dem 50. Breitengrad, so folgt die kürzeste Verbindung nicht dem 50. Breitengrad, sondern weicht nördlich ab, auf der N-Halbkugel. Oder anders ausgedrückt: schaust Du exakt nach Westen, schaust Du auch immer ein wenig in Richtung Süden, bei uns auf der Nordhalbkugel.
Das alles berücksichtigt Google Earth.

Und Google Earth hilft Dir, eine Erscheinung (einen grünen Blob z.B.) zu lokalisieren, wenn Du zwei Fotos von unterschiedlichen Stellen hast.

Was hab ich gemacht?

Ich hab Stellarium genommen, zunächst den ungefähren Beobachtungsort gewählt, die ungefähre sekundengenaue Uhrzeit genommen und erst einmal mit dem Glücksfall versucht, die möglichst genaue Uhrzeit rauszubekommen. Glücksfall war Satellitenspur. Somit war bald klar: eine weitere Beschäftigung macht Sinn.

Egal, ob Satellit, Begrenzung roter Vorhang oder grüner Blob:
Du guckst, dass Du die Sterne auf den Fotos bei Stellarium wiederfindest.
Davor würde ich noch versuchen, den jeweiligen Beobachtungs-Standpunkt möglichst genau zu finden, bei Dir halt auf/an dem Deich.
Bei Stellarium kann man tatsächlich auch Wohnplatznamen (kleine Weiler) eingeben und auswählen.
Wichtig: Datum, Uhrzeit wählen und auf Pause drücken.
Dann Blick auf Stellarium möglichst fotogetreu einrichten (hin- und herziehen/zoomen), damit die Orientierung an den Sternen gelingt.
Hast Du Dich genügend in die Sternstruktur Deines Zielobjekts reingeguckt, dann kannst Du da auch näher reinzoomen, um bessere Details angezeigt zu kriegen. Leider muss man erst reinzoomen, um manche Sterne anklicken zu können.

Und der Klick auf den Stern verrät Dir seine Blickrichtung (und Blickhöhe), bei mir hakt Stellarium manchmal, dann muss ich einen Moment warten, bis die Daten geladen sind. Unter der Angabe "Az./Alt." kriegst Du Blickrichtung und Höhenwinkel angegeben, in Grad, Bogenminuten, Bogensekunden.

Blickrichtung in dezimal umrechnen und merken.
Bei Google Earth den Beobachtungs-Standpunkt markieren,
und von Nadelspitze dort mit dem Lineal-Werkzeug möglichst genau in die betreffende Richtung eine Linie zeichnen, die genügend 100-Kilometer-Einheiten lang ist.
Das für jeden Standort, jedes interessante Objekt wiederholen.

Ab zwei Standorten und demselben Objekt zur selben Zeit kannst Du lokalisieren,
wo das Objekt im Zenit am Himmel stand.

Größte Fehlerquellen: Nadelspitze erreicht man rausgezoomt nicht genau, die zweistellige Richtung erwischt man nur mit Abweichungen von vielleicht +- 0,04°. Nunja, damit muss man leben. Oder man überlegt sich, wie man diese Fehler minimieren kann.

Die Behandlung Blickrichtung und geograf. Lokalisation ist abgeschlossen. (Schnittpunkte verraten die Lokalisation)

---

Abschätzung Blickhöhe:

Kannst Du von den Sternen ablesen, die sich an/in/um Dein Objekt befinden.
Du misst die Entfernung Standpunkt - Lokalisation.
Schon kannst Du vom dichtesten Standpunkt eine ungefähre Höhe des Objekts berechnen:
Rechtwinkliges Dreieck: eine Seite bekannt, ein Winkel bekannt, 90°-Winkel bekannt, raus kommt die Höhe.
Das ist Näherung, weil mit einem planen Dreieck gerechnet wird. Diese Ungenauigkeit nehmen wir einfach hin.

Zweiten Standort genauso behandeln. Kommt andere Höhe des Objekt raus, weil anderer Standort.

Um die Sichthöhe vom dritten Standort rauszubekommen, habe ich so getan, als würden alle Standorte auf einer Linie liegen.

Den Höhenfehler hab ich runtergerechnet auf "pro Kilometer Entfernung", also habe ich auf die dritte Entfernung den Höhenfehler per Dreisatz bestimmt. Den habe ich von der Höhe des ersten Standorts abgezogen. Somit habe ich die "virtuelle Höhe" für Standort 3 (Thorsten oder Jörgen)) bestimmt und mit einem einfachen planen rechtw. Dreieck über die Höhe und Entfernung den Höhenwinkel ausgerechnet.

Also: ich habe da die sphärische Geometrie ausser Acht gelassen, Vereinfachungen vorgenommen, ein gewisses Fehlermaß mit berücksichtigt und kam zu einem ungefähren Ergebnis, das erstaunlich gut gepasst hat.
Man kann sich sicherlich noch andere einfache Hilfsmittel vorstellen, die Fehler noch weiter zu minimieren. Alleine die erste Höhe, die ich berechnet hatte, müsste sicherlich noch um ein paar Kilometer angehoben werden. Mit meiner Methode der ähnlichen Dreiecke mit virtuellem Höhenausgleich hat das allerdings nicht mehr hin, wenn ich das Fehlermaß für den Ort in Dänemark bestimmen will. Da würde nämlich auf eine Fehlerkorrektur von plus 78 Kilometer kommen, und das kann nicht sein.
Also: die Näherungen sind nur in einem bestimmten Bereich gültig. Ich vermute, spätestens ab eine Blickhöhe von <60° hätte sich da ein zu großer Fehler eingeschlichen, das das alles nicht mehr funktioniert hätte.

Auch vernachlässigt es, dass mit größerer Differenz der Längengrade da weitere Abweichungen entstehen, was die Höhenwinkel angeht. Ich vermute, dass eine Voraussage für Jörgen auf diese Weise nicht mehr funktioniert hätte, hätte ich mich auf die Bilder von Henning (Tröndel) und Dir (grob Husum) gestützt, weil Du schaust ja deutlich seitlich auf den Blob.

Trotz all dieser systematischen Fehler, die da mitmischen, empfehle ich, bei allen Berechnungen mit möglichst vielen Nachkommastellen zu arbeiten. Gerundete Werte sind genauso zufällig wie lange exakte Werte. Mit der Verwendung der exakten Werte verhinderst Du, dass sich auch hier nochmals weitere Fehler einschleichen. Also: lieber zwei Nachkommastellen mehr mitrumschleppen, als irgendwo eine zu wenig.

Ich hoffe auf viel Spaß bei der akribischen Auswertung von Bildern. :D

Gruß,
Wolfgang

P.S.: meine schnelle Dreiecksberechnung online: https://www.mathepower.com/dreieck.php

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