Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Moderator: StefanK
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SieglindeFest
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Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Ist dieses Polarlicht ein Giant Blue Ray (GBR)?
-Michael Graf
-[falsch18:32:22] korrigiert auf 18:31:33 Ortszeit am 2026-01-20/21
-deutlich visuell bis hell, Farben in grün und rot mit bloßem Auge erkennbar (blau nicht visuell wahrnehmbar)
-25813 Husum, Dockkoog (Schleswig-Holstein)
Ich habe bisher nie die blauen Bereiche ganz oben am Polarlicht gesehen. Aufgenommen in 25813 Husum am Dockkoog. Der Blick geht in Richtung Schobüll und Nordstrander Damm, also ziemlich genau nach Norden.
Timelapse 30 Aufnahmen mit gleichen Einstellungen Link YouTube https://youtu.be/fwYjfF5sDNs
A7S2 mit Sigma 14-24 2.8 ART ISO 1600 Belichtung 6 Sekunden
-Michael Graf
-[falsch18:32:22] korrigiert auf 18:31:33 Ortszeit am 2026-01-20/21
-deutlich visuell bis hell, Farben in grün und rot mit bloßem Auge erkennbar (blau nicht visuell wahrnehmbar)
-25813 Husum, Dockkoog (Schleswig-Holstein)
Ich habe bisher nie die blauen Bereiche ganz oben am Polarlicht gesehen. Aufgenommen in 25813 Husum am Dockkoog. Der Blick geht in Richtung Schobüll und Nordstrander Damm, also ziemlich genau nach Norden.
Timelapse 30 Aufnahmen mit gleichen Einstellungen Link YouTube https://youtu.be/fwYjfF5sDNs
A7S2 mit Sigma 14-24 2.8 ART ISO 1600 Belichtung 6 Sekunden
Zuletzt geändert von SieglindeFest am 31. Jan 2026, 11:40, insgesamt 3-mal geändert.
A7S2 und A7R3
- Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Um diese Uhrzeit kurz nach Sonnenuntergang wird der obere Bereich noch von der Sonne beschienen, davon kommt die blaue Farbe. Giant Blue Rays sind ausschließlich blau. Das lässt sich zweifelsfrei feststellen, wenn die RGB-Kanäle getrennt und verglichen werden. Es sollten dort, wo der GBR vermutet wird, nur im blauen Kanal Strukturen die zum Strahl gehören zu erkennen sein, nicht aber in rot und grün.
GBRs befinden sich in der Regel hinter der 'normalen' Aurora und haben oft einen anderen Winkel als die Strahlen der 'normalen' Aurora. Soweit ich weiß sind sie auch eher ein Phänomen, das nach Mitternacht auftritt, aber da bin ich mir nicht sicher.
GBRs befinden sich in der Regel hinter der 'normalen' Aurora und haben oft einen anderen Winkel als die Strahlen der 'normalen' Aurora. Soweit ich weiß sind sie auch eher ein Phänomen, das nach Mitternacht auftritt, aber da bin ich mir nicht sicher.
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SieglindeFest
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Der Sonnenuntergang war an diesem Tag und Ort um 16:35 Ortszeit, also immerhin 2 Stunden zuvor. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die angeregten und Licht emittierenden Moleküle von der Sonne beschienen eine Erscheinung erzeugen, die genau an den oberen Enden der roten Farben ansetzt, zumal sich diese Moleküle überall in der Atmosphäre befinden und von der Sonne beschienen werden würden (jedenfalls in Richtung der untergegangen Sonne).
Auf der Seite
https://www.meteoros.de/themen/polarlic ... polarlicht
ist ein Foto von Michael Theusner abgebildet, auf dem blaue Bereiche an die roten anschließen unter den roten dann wieder grüne, und da geht es um GBR.
Sicherlich verstehe ich in diesem speziellen Themenbereich nicht besonders viel, oder/und ich habe deine Antwort nicht verstanden, Marko.
Ich habe ein Foto (unkomprimiertes RAW) mal etwas stärker nachbelichtet, mehr als ich das sonst tue. Lightroom meldet keine ausgefressenen Lichter, aber noch abgesoffene Tiefen. Format ist jpeg in 1920 Breite, aber begrenzt auf 300 Kb. Der besonders helle rote Fleck war auch visuell ziemlich hell. Blau gibt es nur auf den Fotos, der Weißabgleich sitzt richtig.
(Es waren allerhand weitere Menschen unterwegs, die meisten hatten ihr Smartphone vor sich hergetragen und als Restlichtverstärker benutzt. Ich durfte da mal hinsehen, und da war kein Blau, auch nicht auf den Fotos. Allerdings funktioniert die "SmartPhone-Technik" auch ganz anders, als die Vollformat Kamera. Nachtmodus meint eine Serie von Fotos die addiert werden, vorher schaut die Elektronik nach, ob die Fotos Deckungsgleich sind und korrigiert eventuelle Fehler nach Gusto. Was die Elektronik da so tut, entzieht sich den benutzenden Menschen völlig. Deshalb sind die Fotos auch überall hell und man meint, man könne auch bei Tag Polarlichter beobachten... Die Smart-Polarlicht-Fans sehen dann auf ihre Bildschirme und es ist aus mit der Adaption der Augen an die Dunkelheit. Was unter dem Strich dabei heraus kommt, sind Menschen, die nach dem Blick auf Fotos enttäuscht sind, wenn sie Polarlichter ausschließlich visuell beobachten. Dies ist allerdings auch bei meinen Fotos so, aber anders
Nur am 24-10-10/11 war dies nicht so. Das Polarlicht vor meiner Haustür war sehr hell, mit Schattenwurf und mit kräftigen Farben. Kamera unnötig. Blau gab es nicht, auch nicht mit Kamera)
Michael
Auf der Seite
https://www.meteoros.de/themen/polarlic ... polarlicht
ist ein Foto von Michael Theusner abgebildet, auf dem blaue Bereiche an die roten anschließen unter den roten dann wieder grüne, und da geht es um GBR.
Sicherlich verstehe ich in diesem speziellen Themenbereich nicht besonders viel, oder/und ich habe deine Antwort nicht verstanden, Marko.
Ich habe ein Foto (unkomprimiertes RAW) mal etwas stärker nachbelichtet, mehr als ich das sonst tue. Lightroom meldet keine ausgefressenen Lichter, aber noch abgesoffene Tiefen. Format ist jpeg in 1920 Breite, aber begrenzt auf 300 Kb. Der besonders helle rote Fleck war auch visuell ziemlich hell. Blau gibt es nur auf den Fotos, der Weißabgleich sitzt richtig.
(Es waren allerhand weitere Menschen unterwegs, die meisten hatten ihr Smartphone vor sich hergetragen und als Restlichtverstärker benutzt. Ich durfte da mal hinsehen, und da war kein Blau, auch nicht auf den Fotos. Allerdings funktioniert die "SmartPhone-Technik" auch ganz anders, als die Vollformat Kamera. Nachtmodus meint eine Serie von Fotos die addiert werden, vorher schaut die Elektronik nach, ob die Fotos Deckungsgleich sind und korrigiert eventuelle Fehler nach Gusto. Was die Elektronik da so tut, entzieht sich den benutzenden Menschen völlig. Deshalb sind die Fotos auch überall hell und man meint, man könne auch bei Tag Polarlichter beobachten... Die Smart-Polarlicht-Fans sehen dann auf ihre Bildschirme und es ist aus mit der Adaption der Augen an die Dunkelheit. Was unter dem Strich dabei heraus kommt, sind Menschen, die nach dem Blick auf Fotos enttäuscht sind, wenn sie Polarlichter ausschließlich visuell beobachten. Dies ist allerdings auch bei meinen Fotos so, aber anders
Nur am 24-10-10/11 war dies nicht so. Das Polarlicht vor meiner Haustür war sehr hell, mit Schattenwurf und mit kräftigen Farben. Kamera unnötig. Blau gab es nicht, auch nicht mit Kamera)
Michael
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- Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Die Strahlen emittieren auch rot. Das tun GBRs nicht, wenn ich mich nicht irre. Wie diese Strahlen einzuordnen sind, weiß ich nicht. Am besten, du konsultierst die https://www.facebook.com/groups/giantbluerayaurora/ facebook-Gruppe. Dort findest du Expertise zu blauer Aurora und viele GBR-Beispiele.
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- Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Diese Grafik stammt von dort. Giant Blue Rays sind eine sehr spezielle Form blauer Aurora.
Daneben wird unterschieden nach
- Giant Blue Rays (GBR)
- Tall Blue Rays (TBR)
- Ghost Rays (GR)
- Blue Top Rays (BTR)
- Inline Blue Rays (IBR)
++
Änderung: Rechtschreibkorrektur
Daneben wird unterschieden nach
- Giant Blue Rays (GBR)
- Tall Blue Rays (TBR)
- Ghost Rays (GR)
- Blue Top Rays (BTR)
- Inline Blue Rays (IBR)
++
Änderung: Rechtschreibkorrektur
Zuletzt geändert von Marko Rummelsburg am 26. Jan 2026, 20:20, insgesamt 1-mal geändert.
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SieglindeFest
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Danke Marko,
ich werde mir das mal besser erlesen/durchsehen. Facebook habe ich allerdings nicht und das bleibt wohl auch so. Ich verstehe dann aber das Foto zu den besonderen Polarlichtern (Theusner) nicht, aber vielleicht kommt das ja noch.
Es kann sein, dass Lightroom das Rot auch etwas in das Blau "verbiegt". Ich arbeite gerade mit Affinity und Capture One und vergleiche die Ergebnisse.
ich werde mir das mal besser erlesen/durchsehen. Facebook habe ich allerdings nicht und das bleibt wohl auch so. Ich verstehe dann aber das Foto zu den besonderen Polarlichtern (Theusner) nicht, aber vielleicht kommt das ja noch.
Es kann sein, dass Lightroom das Rot auch etwas in das Blau "verbiegt". Ich arbeite gerade mit Affinity und Capture One und vergleiche die Ergebnisse.
A7S2 und A7R3
- Marko Rummelsburg
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Mit Affinity kannst du Farbkanäle trennen und Dir die Strahlen in Rot, Grün und Blau einzeln anschauen.
Hier mal ein paar Beiträge von Michael dazu
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p247358
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p244867
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p244840
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=61591
Das besondere an GBRs ist, dass sie so riesig sind und so isoliert auftreten.
+
Das sagt das Aurora Handbuch zu blauer Aurora:
Blue auroral light, which is called blue because of its position on the colour spectrum, is produced by ionised nitrogen molecules (N2+). It occurs at similar altitudes as the green light but is much fainter, often seen at the edges of fast-moving aurora, where green light fades into blue.
A special conditions for blue light can occur when the upper part of the auroral curtain is lit by sunlight. In this case, the incoming electrons push nitrogen higher in the ionosphere, placing it at altitudes typical for red emissions. The illuminated nitrogen then re-emits the blue part of the sunlight spectrum through a process called resonance scattering, resulting in what is known as “sunlit aurora”. This phenomenon can be observed shortly after sunset and just before sunrise when solar illumination is present.
"Das blaue Polarlicht, das aufgrund seiner Position im Farbspektrum als blau bezeichnet wird, entsteht durch ionisierte Stickstoffmoleküle (N2+). Es tritt in ähnlichen Höhen wie das grüne Licht auf, ist jedoch viel schwächer und oft an den Rändern schnell bewegter Polarlichter zu sehen, wo das grüne Licht in Blau übergeht.
Eine besondere Bedingung für blaues Licht kann auftreten, wenn der obere Teil des Polarlichtvorhangs vom Sonnenlicht beleuchtet wird. In diesem Fall drücken die einströmenden Elektronen den Stickstoff höher in die Ionosphäre und bringen ihn in Höhen, die typisch für rote Emissionen sind. Der beleuchtete Stickstoff strahlt dann den blauen Teil des Sonnenlichtspektrums durch einen Prozess namens Resonanzstreuung wieder ab, was zu einer sogenannten „sonnenbeschienenen Aurora” führt. Dieses Phänomen kann kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang beobachtet werden, wenn Sonnenlicht vorhanden ist."
https://kherli.github.io/Aurora-Field-G ... /main.html
+
Also demnach doch keine eigenen Emissionen in blau sondern ein komplexes Farbgemisch. Aber das sind bisher alles nur Annahmen.
Hier mal ein paar Beiträge von Michael dazu
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p247358
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p244867
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php ... BR#p244840
https://forum.meteoros.de/viewtopic.php?f=1&t=61591
Das besondere an GBRs ist, dass sie so riesig sind und so isoliert auftreten.
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Das sagt das Aurora Handbuch zu blauer Aurora:
Blue auroral light, which is called blue because of its position on the colour spectrum, is produced by ionised nitrogen molecules (N2+). It occurs at similar altitudes as the green light but is much fainter, often seen at the edges of fast-moving aurora, where green light fades into blue.
A special conditions for blue light can occur when the upper part of the auroral curtain is lit by sunlight. In this case, the incoming electrons push nitrogen higher in the ionosphere, placing it at altitudes typical for red emissions. The illuminated nitrogen then re-emits the blue part of the sunlight spectrum through a process called resonance scattering, resulting in what is known as “sunlit aurora”. This phenomenon can be observed shortly after sunset and just before sunrise when solar illumination is present.
"Das blaue Polarlicht, das aufgrund seiner Position im Farbspektrum als blau bezeichnet wird, entsteht durch ionisierte Stickstoffmoleküle (N2+). Es tritt in ähnlichen Höhen wie das grüne Licht auf, ist jedoch viel schwächer und oft an den Rändern schnell bewegter Polarlichter zu sehen, wo das grüne Licht in Blau übergeht.
Eine besondere Bedingung für blaues Licht kann auftreten, wenn der obere Teil des Polarlichtvorhangs vom Sonnenlicht beleuchtet wird. In diesem Fall drücken die einströmenden Elektronen den Stickstoff höher in die Ionosphäre und bringen ihn in Höhen, die typisch für rote Emissionen sind. Der beleuchtete Stickstoff strahlt dann den blauen Teil des Sonnenlichtspektrums durch einen Prozess namens Resonanzstreuung wieder ab, was zu einer sogenannten „sonnenbeschienenen Aurora” führt. Dieses Phänomen kann kurz nach Sonnenuntergang und kurz vor Sonnenaufgang beobachtet werden, wenn Sonnenlicht vorhanden ist."
https://kherli.github.io/Aurora-Field-G ... /main.html
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Also demnach doch keine eigenen Emissionen in blau sondern ein komplexes Farbgemisch. Aber das sind bisher alles nur Annahmen.
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Wolfgang Speckert
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Laut der von Dir zitierten Grafik hat Sieglinde auf ihrer Aufnahme BTRs aufgenommen (Blue Top Rays),
also rote Strahler, die oben mit einem gewissen Anteil blauer Emissionen anfangen. In einem Übergangsbereich etwas tiefer in der Atmosphäre vermischen sie sich mit roten Emissionen.
also rote Strahler, die oben mit einem gewissen Anteil blauer Emissionen anfangen. In einem Übergangsbereich etwas tiefer in der Atmosphäre vermischen sie sich mit roten Emissionen.
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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Das Blau über den Rosa-Beamern ist zur besagten Zeit in meinen Aufnahmen (Nikon bei F1.4 / ISO 1600 / 4s) nicht zu sehen. Mein Weißabgleich stand auf 4750 Kelvin.
Die Fotos eines Freundes, der neben mir stand und mit einer Sony geschossen hat, zeigen aber die blauen Bereiche. Ich hab ihn mal gebeten mir eine RAW-Datei zur Verfügung zu stellen, damit ich der Sache auf den Grund gehen kann.
Was den GBR angeht: dieser ist normalerweise sehr schwer in Fotos sichtbar zu machen und erfordert ein paar Klimmzüge in der Bearbeitung. Zudem ist der Erfahrung nach nur eine Säule und nicht eine Reihe von blauen Säulen zu sehen. Daher würde ich bei F2.8 und 6s meinen, dass es sich bei den blauen Bereichen um Artefakte der Sony oder einen anderen Weißabgleich handelt.
VG, Carl
Die Fotos eines Freundes, der neben mir stand und mit einer Sony geschossen hat, zeigen aber die blauen Bereiche. Ich hab ihn mal gebeten mir eine RAW-Datei zur Verfügung zu stellen, damit ich der Sache auf den Grund gehen kann.
Was den GBR angeht: dieser ist normalerweise sehr schwer in Fotos sichtbar zu machen und erfordert ein paar Klimmzüge in der Bearbeitung. Zudem ist der Erfahrung nach nur eine Säule und nicht eine Reihe von blauen Säulen zu sehen. Daher würde ich bei F2.8 und 6s meinen, dass es sich bei den blauen Bereichen um Artefakte der Sony oder einen anderen Weißabgleich handelt.
VG, Carl
- cookingtravelbug
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Hallo liebe Sieglinde!
Du hast da sehr wohl blaues Polarlicht erwischt, aber definitiv keinen GBR – der würde ganz anders aussehen. Auch ich habe Blau am oberen Ende des PL-Vorhanges (Canon EOS 90D) zu der Zeit festhalten können und auch aus dem hohen Norden ist auf Aufnahmen dieses frühen Abends Blau vorhanden – Adrien Mauduit (ein bekannter Polarlichtjäger aus Malangen nahe Tromsø) hat auch beschrieben, dass dieses blaue Polarlicht an dem Abend stark genug war, um sogar mit bloßem Auge gesehen zu werden (da müssen wir dann auch nicht allzu sehr streiten, was die Weißabgleiche unserer Kameras angeht).
Du hast geschrieben „Der Sonnenuntergang war an diesem Tag und Ort um 16:35 Ortszeit, also immerhin 2 Stunden zuvor. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die angeregten und Licht emittierenden Moleküle von der Sonne beschienen eine Erscheinung erzeugen, die genau an den oberen Enden der roten Farben ansetzt, zumal sich diese Moleküle überall in der Atmosphäre befinden und von der Sonne beschienen werden würden (jedenfalls in Richtung der untergegangen Sonne).“
1. Es war zwar Sonnenuntergang um 16:35 Uhr, aber die anschließende Dämmerungsphase hielt noch eine ganze Weile an, es ist ja nicht sofort stockdunkel. Ich hatte gegen 17:30 Uhr immer noch helle Streifen durch Dämmerung am Horizont ausmachen können. Eine Stunde später war es zwar dunkel bei uns, die Sonne stand aber noch nicht so tief unter dem Horizont, dass sie die Luftschichten hunderte Kilometer über uns nicht mehr erwischt hätte. Hier unten mal eine Skizze dazu, die das ganz gut verdeutlicht. Somit erwischt die Sonne auch wirklich nur noch die obersten Atmosphärenschichten, und nicht mehr alle gleichmäßig, was erklärt, warum dieses blaue PL so weit oben ansetzt.
2. Die Moleküle sind eben nicht gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt (sonst hätten wir auch kein getrenntes rotes und grünes PL, das beides von einatomigem Sauerstoff verursacht wird – die unterschiedliche Dichte in verschiedenen Höhen entscheidet hier, ob Sauerstoff die Möglichkeit hat, rot abzustrahlen oder nicht. Und wir hätten keine pinken Bänder unterhalb der grünen, wenn da nicht mehr Stickstoff vorhanden wäre). Eigentlich würde man in so großer Höhe, in der du das blaue PL fotografiert hast, kaum noch Stickstoff vorfinden. Es ist in Höhen bis 100 km dominant. Bei schweren geomagnetischen Stürmen gelangt er aber sehr wohl in deutliche höhere Atmosphärenschichten (Stichwort aurorale Ströme und Winde). So kann N2+, dessen Konzentration normalerweise oberhalb von 200 km schnell abnimmt, plötzlich mehrere hundert Kilometer (bis zu 500km, wenn ich mich recht entsinne) nach oben gehoben werden. Dort oben kollidiert dieses Ion auch mit Elektronen, aber das Leuchten ist im Allgemeinen zu schwach, wegen seiner geringen Dichte, um sichtbar zu sein. Wenn aber dort Sonnenlicht hingelangt, wie an einem frühen Abend nach Sonnenuntergang möglich, können dessen UV-Strahlen das ionisierte Stickstoffmolekül treffen und ebenfalls zum Leuchten anregen (Zitat „Die resonante Streuung von Sonnenlicht an N2⁺ in der Höhe der F-Region der Ionosphäre erscheint als wahrscheinlichste Erklärung [für blaues Polarlicht in dieser Höhe].“, E. Beaudoin et al, A rare observation from mid-latitude of a blue aurora , J. Space Weather Space Clim. 2025, DOI: https://doi.org/10.1051/swsc/2025012 Vielleicht nicht die beste Quelle hierzu, aber das erste Paper, was ich zu der Thematik auf die Schnelle gefunden habe, um zu zitieren). Das dabei entstehende Licht ist blau und eben nur nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang zu sehen.
Viele Grüße!
Du hast da sehr wohl blaues Polarlicht erwischt, aber definitiv keinen GBR – der würde ganz anders aussehen. Auch ich habe Blau am oberen Ende des PL-Vorhanges (Canon EOS 90D) zu der Zeit festhalten können und auch aus dem hohen Norden ist auf Aufnahmen dieses frühen Abends Blau vorhanden – Adrien Mauduit (ein bekannter Polarlichtjäger aus Malangen nahe Tromsø) hat auch beschrieben, dass dieses blaue Polarlicht an dem Abend stark genug war, um sogar mit bloßem Auge gesehen zu werden (da müssen wir dann auch nicht allzu sehr streiten, was die Weißabgleiche unserer Kameras angeht).
Du hast geschrieben „Der Sonnenuntergang war an diesem Tag und Ort um 16:35 Ortszeit, also immerhin 2 Stunden zuvor. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die angeregten und Licht emittierenden Moleküle von der Sonne beschienen eine Erscheinung erzeugen, die genau an den oberen Enden der roten Farben ansetzt, zumal sich diese Moleküle überall in der Atmosphäre befinden und von der Sonne beschienen werden würden (jedenfalls in Richtung der untergegangen Sonne).“
1. Es war zwar Sonnenuntergang um 16:35 Uhr, aber die anschließende Dämmerungsphase hielt noch eine ganze Weile an, es ist ja nicht sofort stockdunkel. Ich hatte gegen 17:30 Uhr immer noch helle Streifen durch Dämmerung am Horizont ausmachen können. Eine Stunde später war es zwar dunkel bei uns, die Sonne stand aber noch nicht so tief unter dem Horizont, dass sie die Luftschichten hunderte Kilometer über uns nicht mehr erwischt hätte. Hier unten mal eine Skizze dazu, die das ganz gut verdeutlicht. Somit erwischt die Sonne auch wirklich nur noch die obersten Atmosphärenschichten, und nicht mehr alle gleichmäßig, was erklärt, warum dieses blaue PL so weit oben ansetzt.
2. Die Moleküle sind eben nicht gleichmäßig in der Atmosphäre verteilt (sonst hätten wir auch kein getrenntes rotes und grünes PL, das beides von einatomigem Sauerstoff verursacht wird – die unterschiedliche Dichte in verschiedenen Höhen entscheidet hier, ob Sauerstoff die Möglichkeit hat, rot abzustrahlen oder nicht. Und wir hätten keine pinken Bänder unterhalb der grünen, wenn da nicht mehr Stickstoff vorhanden wäre). Eigentlich würde man in so großer Höhe, in der du das blaue PL fotografiert hast, kaum noch Stickstoff vorfinden. Es ist in Höhen bis 100 km dominant. Bei schweren geomagnetischen Stürmen gelangt er aber sehr wohl in deutliche höhere Atmosphärenschichten (Stichwort aurorale Ströme und Winde). So kann N2+, dessen Konzentration normalerweise oberhalb von 200 km schnell abnimmt, plötzlich mehrere hundert Kilometer (bis zu 500km, wenn ich mich recht entsinne) nach oben gehoben werden. Dort oben kollidiert dieses Ion auch mit Elektronen, aber das Leuchten ist im Allgemeinen zu schwach, wegen seiner geringen Dichte, um sichtbar zu sein. Wenn aber dort Sonnenlicht hingelangt, wie an einem frühen Abend nach Sonnenuntergang möglich, können dessen UV-Strahlen das ionisierte Stickstoffmolekül treffen und ebenfalls zum Leuchten anregen (Zitat „Die resonante Streuung von Sonnenlicht an N2⁺ in der Höhe der F-Region der Ionosphäre erscheint als wahrscheinlichste Erklärung [für blaues Polarlicht in dieser Höhe].“, E. Beaudoin et al, A rare observation from mid-latitude of a blue aurora , J. Space Weather Space Clim. 2025, DOI: https://doi.org/10.1051/swsc/2025012 Vielleicht nicht die beste Quelle hierzu, aber das erste Paper, was ich zu der Thematik auf die Schnelle gefunden habe, um zu zitieren). Das dabei entstehende Licht ist blau und eben nur nach Sonnenuntergang oder vor Sonnenaufgang zu sehen.
Viele Grüße!
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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Hallo cookingtravelbug,
die Fragestellung mit dem Weißbabgleich spielt m.E. schon eine relevante Rolle. Denn das aufgehellte Foto von SieglindeFest zeigt einen intensiven blauen Himmelshintergrund (ganz oben im zweiten Bild). Dies kann ich bei mir nur erreichen, wenn ich den Weißabgleich unnatürlich stark ins Blaue ziehe. Dann geht der Übergangsbereich am oberen Ende der roten Beamer natürlich schon irgendwann von Rot, über Violett und Rosa zu Blau über. Hier ist allerdings zu hinterfragen, inwieweit dies noch der Wirklichkeit entspricht.
Übrigens ergibt sich das Problem auch, wenn man Polarlichter bei aufgehellten Dämmerungshimmel fotografiert. Dann vermischt sich der blaue Himmelshintergrund stark mit den Polarlichter und wirkt zunehmend bläulich. Dies wird oft mit der Anregung durch UV-Licht erklärt. Ich würde aber meinen, dass in der Mehrzahl der Fälle die farbliche Überlagerung der Polarlichter mit dem Himmelshintergrund des Dämmerungshimmels dominanter ist als der Effekt der UV-Lichts.
VG, Carl
die Fragestellung mit dem Weißbabgleich spielt m.E. schon eine relevante Rolle. Denn das aufgehellte Foto von SieglindeFest zeigt einen intensiven blauen Himmelshintergrund (ganz oben im zweiten Bild). Dies kann ich bei mir nur erreichen, wenn ich den Weißabgleich unnatürlich stark ins Blaue ziehe. Dann geht der Übergangsbereich am oberen Ende der roten Beamer natürlich schon irgendwann von Rot, über Violett und Rosa zu Blau über. Hier ist allerdings zu hinterfragen, inwieweit dies noch der Wirklichkeit entspricht.
Übrigens ergibt sich das Problem auch, wenn man Polarlichter bei aufgehellten Dämmerungshimmel fotografiert. Dann vermischt sich der blaue Himmelshintergrund stark mit den Polarlichter und wirkt zunehmend bläulich. Dies wird oft mit der Anregung durch UV-Licht erklärt. Ich würde aber meinen, dass in der Mehrzahl der Fälle die farbliche Überlagerung der Polarlichter mit dem Himmelshintergrund des Dämmerungshimmels dominanter ist als der Effekt der UV-Lichts.
VG, Carl
- Marcel Becker
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- Wohnort: Kirchhain (50,8°N, 8,92°E)
Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Hallo zusammen,
komme jetzt erst dazu, die Bilder zu zeigen. Ich kann von diesem Abend definitiv blaues Polarlicht bestätigen, ob das jetzt auch GBRs sind, sei erst einmal dahin gestellt.
Das erste Bild stammte von 18:37 MEZ, kurz nach dem ersten Substurm (den ich knapp verpasst hatte). Da kann man schon deutlich blaues Polarlicht sehen. Das würde in etwa mit der Zeit von weiter oben passen: Ich habe mal mit Hilfe eines Filters (Staub und Kratzer entfernen) die Sterne abgeschwächt, sodass die Polarlichtstrahlen noch besser hervorkommen: Und einmal nur der blaue Kanal: Das blaue Polarlicht gab es dann nochmals beim Substurm gegen 20 Uhr MEZ deutlich, man kann sogar gut erkennen, wo die Sonne hineinscheint. Hier das Bild, wo die Sterne bereits abgeschwächt sind: Und nur der blaue Kanal: Da scheinen wohl einzelne Strahlen dabei zu sein, die wohl sehr hoch reichen. Wie hoch, könnte man mit Hilfe von Triangulation bestimmen. Vielleicht hat ja noch jemand ein paar Bilder von dem Abend (wovon ich mal sehr stark von ausgehe
).
Nach der Grafik, welche Marko hier gepostet hat (vielen Dank dafür, kannte ich so vorher nicht, man lernt halt nie aus), waren es wohl ausschließlich Blue Top Rays (BTRs).
Noch eine kleine Info: die Bilder sind mit einer Canon Eos R8 mit 16 mm aufgenommen worden, ISO 6400, f2.8 und 4 sec. Weißabgleich waren 4500 K.
komme jetzt erst dazu, die Bilder zu zeigen. Ich kann von diesem Abend definitiv blaues Polarlicht bestätigen, ob das jetzt auch GBRs sind, sei erst einmal dahin gestellt.
Das erste Bild stammte von 18:37 MEZ, kurz nach dem ersten Substurm (den ich knapp verpasst hatte). Da kann man schon deutlich blaues Polarlicht sehen. Das würde in etwa mit der Zeit von weiter oben passen: Ich habe mal mit Hilfe eines Filters (Staub und Kratzer entfernen) die Sterne abgeschwächt, sodass die Polarlichtstrahlen noch besser hervorkommen: Und einmal nur der blaue Kanal: Das blaue Polarlicht gab es dann nochmals beim Substurm gegen 20 Uhr MEZ deutlich, man kann sogar gut erkennen, wo die Sonne hineinscheint. Hier das Bild, wo die Sterne bereits abgeschwächt sind: Und nur der blaue Kanal: Da scheinen wohl einzelne Strahlen dabei zu sein, die wohl sehr hoch reichen. Wie hoch, könnte man mit Hilfe von Triangulation bestimmen. Vielleicht hat ja noch jemand ein paar Bilder von dem Abend (wovon ich mal sehr stark von ausgehe
Nach der Grafik, welche Marko hier gepostet hat (vielen Dank dafür, kannte ich so vorher nicht, man lernt halt nie aus), waren es wohl ausschließlich Blue Top Rays (BTRs).
Noch eine kleine Info: die Bilder sind mit einer Canon Eos R8 mit 16 mm aufgenommen worden, ISO 6400, f2.8 und 4 sec. Weißabgleich waren 4500 K.
Viele Grüße aus Mittelhessen
Marcel
Marcel
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Carl Herzog
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- Registriert: 19. Mär 2023, 13:51
Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Ich habe nun das Bild vom meinem Kollegen erhalten. Er hat leider nur in JPG aufgenommen und der Weißabgleich stand auf Automatik. Wegen der Kombi (JPG und AWB) erübrigt sich die weitere Untersuchung, zumal der automatische Weißabgleich bei starken einfarbigen Lichtquellen bzw. im Dunkeln sowieso nie richtig arbeitet.
In den EXIF-Daten vom Bild von Michael Graf steht leider ebenfalls Auto White Balance. Vielleicht gibt es aber eine RAW-Aufnahme.
@Marcel: Der blaue Kanal einer Digitalkamera erfaßt auch einen relevanten Anteil der grünen Farbe. Die Empfindlichkeit der blauen und grünen Sensoren überlappt sich vor allem im Bereich von ca. 475 und 525 nm. Insofern gibt der Blaukanal nur bedingt Auskunft über das Vorhandensein blauer Wellenlängen. In den oberen Ecken Deines Bildes sieht man auch einen violleten Farbton - also Blau und Rot. Der kommt typischerweise von den dunkleren (da vignettierten) Ecken und der stärkeren Aufhellung dieser Bereiche, bei dem (in vielen Kameras/Sensoren) eine Verfärbung ins Violette stattfindet. Diese Verfärbung kann man per Bias oder Dark Frames ausgleichen.
In den EXIF-Daten vom Bild von Michael Graf steht leider ebenfalls Auto White Balance. Vielleicht gibt es aber eine RAW-Aufnahme.
@Marcel: Der blaue Kanal einer Digitalkamera erfaßt auch einen relevanten Anteil der grünen Farbe. Die Empfindlichkeit der blauen und grünen Sensoren überlappt sich vor allem im Bereich von ca. 475 und 525 nm. Insofern gibt der Blaukanal nur bedingt Auskunft über das Vorhandensein blauer Wellenlängen. In den oberen Ecken Deines Bildes sieht man auch einen violleten Farbton - also Blau und Rot. Der kommt typischerweise von den dunkleren (da vignettierten) Ecken und der stärkeren Aufhellung dieser Bereiche, bei dem (in vielen Kameras/Sensoren) eine Verfärbung ins Violette stattfindet. Diese Verfärbung kann man per Bias oder Dark Frames ausgleichen.
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SieglindeFest
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Selbstverständlich gibt es RAW´s. Alle Fotos sind als RAW entstanden. Nach dem besonders hellem Zeitpunkt um 18:32 herum habe ich noch weitere längere Serien aufgenommen. Wer möchte, kann gerne RAW´s bekommen. Ich habe 4500 und 4750 K ausprobiert und da bleibt ebenso Blau am oberen Ende, marginal weniger. Artefakte sind das nicht, denke ich, das ist eine anerkannt gute Kamera für wenig Licht (hab ich noch nicht so lange). Auch im Sucher der Kamera und auf dem Display ist es Blau, also ohne RAW-Entwickler. Bei einem Bild hab ich am "Dunst reduzieren" Regler im Lightroom gezupft und so weit ich weiß, verbietet sich dies weil da Tonemapping im Spiel ist. Ohne Zupfen ist es auch blaue Farbe, nur etwas weniger.Carl Herzog hat geschrieben: ↑26. Jan 2026, 19:37
In den EXIF-Daten vom Bild von Michael Graf steht leider ebenfalls Auto White Balance. Vielleicht gibt es aber eine RAW-Aufnahme.
In letzter Zeit habe ich, im Gegensatz zu den 60 Jahren zuvor, sehr viele Polarlichter gesehen, ein extrem helles mit Schattenwurf war dabei. Blau gab es bisher nirgends und dann macht man sich auf die Suche, was das sein mag. Wie die korrekte Bezeichnung für die blauen Bereiche ist, weiß ich natürlich nicht und es ist reines Interesse, wenn ich hier ohne Expertise einen Verdacht äußere (der dann auch falsch sein mag). Ich hatte ein Beispielfoto gefunden und dann diesen Verdacht gehabt. Jetzt finde ich interessant, wie die Diskussion läuft.
Das besondere an diesem Polarlicht am 2026-01-20/21 war ein im Blickfeld herausragend heller Fleck, der kurze Zeit etwas hin und her waberte. Die halbwegs an die Dunkelheit adaptierten Augen nahmen dies als Weiß wahr, obgleich links und rechts die Farben blieben. Ich hatte vermutet, dass der besonders helle Fleck im 6 Sekunden belichteten Bild bei 1600 ISO ausfrisst, aber das war (knapp) nicht der Fall. 1600 ISO ist nicht viel, die A7S2 rauscht da nicht. Dies war ziemlich genau um 18:32 Ortszeit. Die zweite Besonderheit war das intensive Blau bei der Kontrolle der belichteten Bilder im Sucher, auch genau bei diesen Bildern um 18:32. Bei Einstellung der Schärfe per Lupe war kurz vorher schon blaue Farbe im OLED-Sucher und dem Display zu sehen (das Display der A7S2 taugt allerdings unangenehm wenig).
-Die Bilder vor 18:25 sind ohne jegliches Blau, grüne und rote Farbe eben. Sehr interessante Formen der grünen Basis sind dabei.
-Auf den späteren Bildern ab 18:38 ist blaue Farbe zu sehen, aber stetig abnehmend.
Viele Grüße
Michael Graf
A7S2 und A7R3
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SieglindeFest
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Das verstehe ich nicht. Bei welchem Foto siehst du intensiven blauen Himmelshintergrund?Carl Herzog hat geschrieben: ↑26. Jan 2026, 16:00 Hallo cookingtravelbug,
die Fragestellung mit dem Weißbabgleich spielt m.E. schon eine relevante Rolle. Denn das aufgehellte Foto von SieglindeFest zeigt einen intensiven blauen Himmelshintergrund (ganz oben im zweiten Bild). Dies kann ich bei mir nur erreichen, wenn ich den Weißabgleich unnatürlich stark ins Blaue ziehe. Dann geht der Übergangsbereich am oberen Ende der roten Beamer natürlich schon irgendwann von Rot, über Violett und Rosa zu Blau über. Hier ist allerdings zu hinterfragen, inwieweit dies noch der Wirklichkeit entspricht.
VG, Carl
Liebe Grüße von Michael Graf
A7S2 und A7R3
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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Hallo Michael,
am Besten ich stelle mal eine Serie bereit für einen Vergleich. Standort ist in Südhessen (50.2°N). Habe die Uhrzeit und den jeweiligen Sonnenstand in dem Fotos notiert. Alles bei Vollformat 14mm F1.4 2.5s ISO 1600 4750K. Bearbeitung: Vignettierungskorrektur, Belichtung um 0,8 EV angehoben. Sonst nichts, damit keine Verfremdung entsteht. Kommt in zwei Posts wegen der Forumbeschränkung.
Teil 1:
am Besten ich stelle mal eine Serie bereit für einen Vergleich. Standort ist in Südhessen (50.2°N). Habe die Uhrzeit und den jeweiligen Sonnenstand in dem Fotos notiert. Alles bei Vollformat 14mm F1.4 2.5s ISO 1600 4750K. Bearbeitung: Vignettierungskorrektur, Belichtung um 0,8 EV angehoben. Sonst nichts, damit keine Verfremdung entsteht. Kommt in zwei Posts wegen der Forumbeschränkung.
Teil 1:
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Carl Herzog
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Carl Herzog
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Und hier eine Übersicht des Himmels mit voll aufgedrehter Sättigung, damit man den SAR-Bogen erkennt:
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SieglindeFest
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
Die Fotos vom 2026-01-20/21 habe ich neu in Capture One geladen. Was dabei heraus kommt ist weniger Blau, aber noch immer reichlich blaue Farbe. Lightroom hatte ich mit AWB der Kamera gefüttert und da war häufig eine 3xxx Kelvin zu sehen. Aber nicht immer, denn 4xxx Kelvin gab es auch...
Parameter für alle Fotos: 4000 Kelvin ohne Tonwertkorrektur, Belichtung visuell angepasst (Lichter 250 Tiefen 005 um und bei, am hardware kalibrierten Monitor BenQ 2700SW). Also gibt es im Vordergrund minimal Zeichnung und der Himmel ist nahezu Schwarz. Die 14 mm Brennweite reichen bis zum Zenith, hochkant darüber hinaus.
Keine weiteren Anpassungen, keine Tiefen/Lichter korrekturen, keine Schwarz- Weißpunktkorrekturen, keine Rauschreduzierung, nur das Standardprofil für die A7S2 und sonst nichts. Daher rauscht ein Foto auch beträchtlich (ISO 12800)
Benennung der Fotos mit Stunde-Minute-Sekunde ISO Belichtung (in der Form x Leerschlag s) Datum Dateiname
Es sind frühe Fotos dabei, als die Dämmerung noch etwas störte. Die Fotos um 18:32 Ortszeit herum sind gefühlt in völliger Dunkelheit entstanden. Der helle Spot in der linken und unteren Drittelung war beeindruckend und schnell hin und her wandernd.
Ich möchte noch auf das Foto [18-20-44] korrigiert auf 18:19:05 ... aufmerksam machen. Zu dieser Zeit gab es eine "grüne Scheibe", unspektakulär, und dann kamen die Strahlen, die durch die grüne Scheibe piekten und das Grün quasi nach unten stempelten. Wenn man den Regler "Klarheit" (ein Schärfungsinstrument) etwas zieht, wird dieser Effekt noch deutlicher. Danach wurden die Strahlen plötzlich stärker und traten visuell vor der grünen Scheibe auf, siehe [18-32-48] korrigiert auf 18:31:59
zwei Fotos kommen noch im nächsten Beitrag...
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:18:37 18-19-26 6405 s20260120-MGS00932
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:19:05 18-20-44 6405 s20260120-MGS00933
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:30:17 18-31-06 128001-3 s20260120-MGS00951
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:31:33 18-32-22 16006 s20260120-MGS00953
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:31:59 18-32-48 16006 s20260120-MGS00954
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:32:42 18-33-31 8006 s20260120-MGS00955
falls ich mich verrechnet habe: alle Aufnahmen entstanden 49 Sekunden früher als zunächst angegeben, korrigiert habe ich in Fett
Parameter für alle Fotos: 4000 Kelvin ohne Tonwertkorrektur, Belichtung visuell angepasst (Lichter 250 Tiefen 005 um und bei, am hardware kalibrierten Monitor BenQ 2700SW). Also gibt es im Vordergrund minimal Zeichnung und der Himmel ist nahezu Schwarz. Die 14 mm Brennweite reichen bis zum Zenith, hochkant darüber hinaus.
Keine weiteren Anpassungen, keine Tiefen/Lichter korrekturen, keine Schwarz- Weißpunktkorrekturen, keine Rauschreduzierung, nur das Standardprofil für die A7S2 und sonst nichts. Daher rauscht ein Foto auch beträchtlich (ISO 12800)
Benennung der Fotos mit Stunde-Minute-Sekunde ISO Belichtung (in der Form x Leerschlag s) Datum Dateiname
Es sind frühe Fotos dabei, als die Dämmerung noch etwas störte. Die Fotos um 18:32 Ortszeit herum sind gefühlt in völliger Dunkelheit entstanden. Der helle Spot in der linken und unteren Drittelung war beeindruckend und schnell hin und her wandernd.
Ich möchte noch auf das Foto [18-20-44] korrigiert auf 18:19:05 ... aufmerksam machen. Zu dieser Zeit gab es eine "grüne Scheibe", unspektakulär, und dann kamen die Strahlen, die durch die grüne Scheibe piekten und das Grün quasi nach unten stempelten. Wenn man den Regler "Klarheit" (ein Schärfungsinstrument) etwas zieht, wird dieser Effekt noch deutlicher. Danach wurden die Strahlen plötzlich stärker und traten visuell vor der grünen Scheibe auf, siehe [18-32-48] korrigiert auf 18:31:59
zwei Fotos kommen noch im nächsten Beitrag...
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:18:37 18-19-26 6405 s20260120-MGS00932
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:19:05 18-20-44 6405 s20260120-MGS00933
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:30:17 18-31-06 128001-3 s20260120-MGS00951
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:31:33 18-32-22 16006 s20260120-MGS00953
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:31:59 18-32-48 16006 s20260120-MGS00954
Aufnahme Zeit korrigiert auf 18:32:42 18-33-31 8006 s20260120-MGS00955
falls ich mich verrechnet habe: alle Aufnahmen entstanden 49 Sekunden früher als zunächst angegeben, korrigiert habe ich in Fett
Zuletzt geändert von SieglindeFest am 31. Jan 2026, 11:56, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Polarlicht 2026-01-20/21 Verdacht: Giant Blue Ray (GBR) ? 18:32 Ortszeit
die letzten zwei Fotos zum Beitrag davor
korrigiert auf 18:33:05 18-33-54 8006 s20260120-MGS00956
korrigiert auf 18:33:40 18-34-29 8006 s20260120-MGS00957
korrigiert auf 18:33:05 18-33-54 8006 s20260120-MGS00956
korrigiert auf 18:33:40 18-34-29 8006 s20260120-MGS00957
Zuletzt geändert von SieglindeFest am 31. Jan 2026, 11:58, insgesamt 1-mal geändert.
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