Venusbedeckung

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Christian Fenn
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Venusbedeckung

Beitrag von Christian Fenn » 20. Jun 2020, 14:44

Puh, habe ich hier schon lange nichts mehr geschrieben. Nach einem leichten Tritt in den Hintern stelle ich euch zwei Fotos von der "Venusbedeckung" gestern ein. Bis kurz vorher hatte ich in Hammelburg akzeptable Sicht.
Venusbedeckung0676g.jpg
Venusbedeckung_q.jpg
Venusbedeckung0694q.jpg
Die Aufnahmen entstanden in meiner Gartensternwarte in Hammelburg mit einem RC-8" Teleskop mit etwa 1600mm Brennweite im Primärfokus über eine Canon EOS R. Ein wenig Glück gehörte bei den Wolken allerdings schon dazu. Mit bloßem Auge hat sich der Mond vom Himmel nicht wirklich abgehoben. Gefunden habe ich das Objekt nur mit Koordinanten. Dann war die Venus glücklicherweise hell genug um in Fokus gebracht zu werden. Den Tubus musste ich allerdings abschatten, da ich starkte Probleme mit Luftflimmern bekam. So nah an der Sonne hat man halt auch schnell Wärme in der Öffnung.

Grüße, Christian

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Elmar Schmidt
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Re: Venusbedeckung

Beitrag von Elmar Schmidt » 20. Jun 2020, 22:14

Hallo Christian,

klasse Fotos, und prima, daß das hier dokumentiert wurde. Der Mond sollte eigtl. mit -6,1 m absolut 5,2 mal heller als Venus gewesen sein, konnte sich aber mit der viel geringeren Flächenhelligkeit* schlechter am Tageshimmel durchsetzen.

Hier noch der Links zur Spaceweather-Galerie des Ereignisses https://spaceweathergallery.com/index.php?title=venus

Beste Grüße, Elmar


*hierzu kann man folgende Abschätzung machen. Die Mondsichel war linear um 35 und in der Fläche folglich fast 1250 mal größer als die der Venus. Da der Mond aber laut EasySky nur 5,2 mal heller war als Venus, muß seine Flächenhelligkeit etwa 240(!) mal kleiner gewesen sein. Davon ist ein Faktor von gut 1,9 auf den größeren Sonnenabstand des Erde-Mond-Systems zurückzuführen. Vom "bereinigten" Unterschied des Faktors 125 ist aber nur etwa ein weiterer Faktor 4,5 auf die Albedounterschiede zurückführbar (die Venusalbedo wird mit 75% angegeben, die mittlere des Mondes beträgt 17% und liegt damit nicht bei den Werten von Kohle, wie es manchmal fälschlich heißt). Den Rest in der Flächenhelligkeitsdiskrepanz mit einem Faktor von gut 25 machen die großen Schattenanteile in der atmosphärelos und zur Bedeckung sehr flach beleuchteten Mondtopographie aus, was es so in der Venuswolkenhülle nicht gibt.
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 21. Jun 2020, 11:56, insgesamt 5-mal geändert.

Wolfgang Hinz
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Re: Venusbedeckung

Beitrag von Wolfgang Hinz » 21. Jun 2020, 06:06

Danke Christian für die interessanten Bilder!
Die Tagesaufnahmen sind dir sehr gut gelungen!

Viele Grüße
Wolfgang

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Christoph Gerber
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Re: Venusbedeckung

Beitrag von Christoph Gerber » 21. Jun 2020, 10:57

Hier in Heidelberg hatten wir leider bedeckten Himmel, auch mit dichtem Cs. Zum Zeitpunkt, als die Venus hinter dem Mond verschwand, war ein fast vollständiger 22°-Ring zu sehen. Elongation der Venus: 22,7°. Bei wesentlich dünnerem Cs bzw. dünnen Ci wären Mond und Venus vermutlich durch den Haloring sichtbar gewesen. Für eine Lage "hinter" der Nebensonne hätte es aber nicht gereicht. Als um 12:05 Mond und Sonne gleichhoch waren, betrug ihre Höhe 59°30' – und in dieser Höhe verschwinden die Nebensonnen bzw. findet der Wechsel von "22°-NS" (dann bereits 45° von der Sonne entfernt!) zu 120°-Nebensonne statt: siehe Halo-Simulation.

Gruß, Christoph

Bernd Rafflenbeul
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Re: Venusbedeckung

Beitrag von Bernd Rafflenbeul » 22. Jun 2020, 11:23

Hier ein Videolink.

Ist von einem Mitglied unserer Sternwarte gemacht worden

https://www.youtube.com/watch?v=tD1LBtp20qs&t=3s

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