Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.
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Karl Kaiser
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von Karl Kaiser » 25. Dez 2016, 18:09
Hallo,
eben habe ich bei
http://en.sat24.com/en die aktuelle Wolkenbewegung (Infrarot) angeschaut.
Anscheinend drehen sich jetzt in Europa Tiefdruckgebiete im Uhrzeigersinn!
Das Video verfällt bald!
Mit den zahlreichen Wolken im Zentrum der Antizyklone (etwa Ligurisches Meer) schaut das täuschend einem Tiefdruckgebiet ähnlich!
Ich wünsche euch noch einen gemütlichen Abend.
Beste Grüße aus Schlägl von
Karl
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PeterP.
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von PeterP. » 25. Dez 2016, 23:21
OHA, hoffentlich kriegen wir da nicht so ein rotes Auge wie auf dem Jupiter?
Und das über meinem Sommernest, nein, das kann nicht sein und wenn, werde ich da vor Ort derbe Gauloises als selbstgeschraubte gegen rauchen.
Euch allen ein gutes neues und gesundes Jahr.
Grüße Peter
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PeterP.
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von PeterP. » 25. Dez 2016, 23:42
Nachtrag:
Aus meinem Verständniss zur Meteorolgie entstehen Wirbel immer aufgrund der Zentrifugalkraft.
Hier sieht es mir so aus, als wenn ein normal rechtsdrehender Wirbel von anliegenden rechtsdrehenden Wirbeln aufgrund der höheren Masse den kleinen in der Mitte umdrehen lassen. Der dreht im Kern immer noch richtig rum, ist aber aufgrund der äusseren beeinflussung im gesamten linksgängig.
Das ist nicht sein Verdienst, die anderen Wirbel herum zwingen ihn dazu.
Bitte um Bestätigung
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Uwe E.
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von Uwe E. » 26. Dez 2016, 07:14
Hallo,
der Wolkenfilm mit dem "Dreh-Phänomen" ist mittlerweile nicht mehr zu sehen.
entstehen Wirbel immer aufgrund der Zentrifugalkraft.
kleine Anmerkung: Die Ursache der Verwirbelungen ist nicht die Zentrifugal-, sondern die Corioliskraft, die aufgrund der Erdrotation entsteht und die Luftbewegungen entsprechend ablenkt.
Grüße
Uwe
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Wolfgang S
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von Wolfgang S » 26. Dez 2016, 09:32
Karl hat ja bereits geschrieben das es sich um Hochdruckgebiete handelt, die wie ein Tief aussehen. In den Archiven kann man zurück schauen, danke für den Hinweis. Sieht wirklich wie ein Tief auf den Wolkenbildern aus und auf den Isobaren-Karten ist Hochdruck ausgewiesen.
Gruß
Wolfgang
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Karl Kaiser
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von Karl Kaiser » 26. Dez 2016, 10:54
Danke euch für eure Diskussionsbeiträge!
Beste Grüße aus Schlägl von
Karl
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PeterP.
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von PeterP. » 26. Dez 2016, 13:12
Danke für den Hinweis mit Zentrifugal/Corriolis.
Hätte ich hier im Forum natürlich exacter formulieren müssen.
Ich versuche immer zu vereinfachen, um den Kumpels beim Kneipengespräch die Sache für gelähmte Zungen und Ohren verstädndlich zu machen.
Gruß Peter
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Kevin Förster
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von Kevin Förster » 27. Dez 2016, 10:56
PeterP. hat geschrieben:Ich versuche immer zu vereinfachen, um den Kumpels beim Kneipengespräch die Sache für gelähmte Zungen und Ohren verstädndlich zu machen.
Vereinfachen ist ja schön und gut, man sollte trotzdem auf die fachliche Richtigkeit achten. Auch wenn beides Scheinkräft sind, sind Zentrifugal- und Corioliskraft zwei unterschiedliche Dinge. Während erstere in rotierenden Systemen immer auf einen Körper wirkt, spürt die Corioliskraft nur ein sich relativ zum rotierenden Bezugssystem bewegender Körper. Im obigen Falle wären das eben die Luftmassen bzw. Wolken, die sich relativ zur Erde bewegen.
VG Kevin
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Laura Kranich
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von Laura Kranich » 27. Dez 2016, 13:59
Also ich weiß ja nicht, welche Wetterkarten ihr euch angeschaut habt, aber an dieser Stelle befand sich laut DWD-Bodenanalyse 12h UTC tatsächlich zur besagten Zeit ein kleines Tiefdruckgebiet. Allerdings war es nur eine kleine lokale Störung (möglicherweise ein kleines "Hitzetief" am Südhang der Alpen?), ohne Frontensystem und eigentlich ohne jegliche klassische Tiefdruck-Struktur, wie hochreichender Bewölkung und es löste sich auch schnell wieder auf.
Insbesondere auf den letzten VIS-Bildern erkennt man, dass dort lediglich hohe Bewölkung vorhanden war (Infrarotbilder zeigen i.d.R. nur die Wolkenobergrenze, nicht aber die Mächtigkeit einer Wolke, wobei die erkennbare Struktur oft auch schon ganz gut Auskunft gibt), im Vergleich zum Tief vor Norwegen sieht man das besonders deutlich. Dort war im Kaltluftsektor bis in den Kern hochreichende Cumul(onimb)us-Bewölkung vorhanden, die auf dem Satbild ganz anders aussieht. In manchen Tiefs gibt es auch großräumig zusammenhängende hochreichende Bewölkung, ohne das Schachbrettmuster eines labilisierten Kaltluftsektors, aber auch solche Bewölkung kann man zumindest auf den VIS-Bildern recht gut von ausschließlich hoher Bewölkung unterscheiden. Ich finde auch, eine leichte Anmutung eines falschdrehenden Tiefs hat es (auf dem Infrarotbild) schon, aber beim genaueren Hinsehen hat es mit einem klassischen Tief nicht mehr viel gemein.
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Karl Kaiser
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von Karl Kaiser » 27. Dez 2016, 20:54
Ich habe jetzt noch eine kleine Animation des sich "verkehrt drehenden Tiefs" zusammengestellt.
Die Bilder habe ich von dieser Seite:
http://www.nrlmry.navy.mil/, -->
http://www.nrlmry.navy.mil/archdat/medi ... /ir_color/.
Die kleine Animation umfasst den Zeitraum von 2016 12 25 11:00 Uhr bis 2016 12 26 03:00 Uhr (jeweils zur vollen Stunde). Um die Datei in der Größe zu begrenzen, habe ich nur einen Ausschnitt des Bildes genommen.
Abrufbar unter:
https://www.dropbox.com/s/been58yq0t4cy ... r.gif?dl=0
In der Animation ist die Drehbewegung im Uhrzeigersinn bestens zu sehen. Ließe man die Animation verkehrt laufen, dann entspräche die Bewegung wirklich einem Tiefdruckgebiet!
Hallo Chris,
danke für deine interessante Analyse der aktuellen Wettersituation!
Ich wünsche euch noch einen schönen Abend.
Beste Grüße aus Schlägl von
Karl
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