Hallo Zusammen,
zuerst einmal vielen Dank für die lobenden Worte, es freut mich sehr, dass die Vorführungen so gut ankamen.
Über den Versuch mit den Regenbögen höherer Ordnung möchte ich nachfolgend noch einige Bilder vom Sudelfeldwochenende zeigen. Genaueres findet ihr ja in dem schon bekannten Beitrag.
http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=8129
Zu der Geschichte mit dem "Halomator"; so wie ich ihn nenne, kam es eigentlich nur, weil mir als Laie nie so ganz klar war, wie die bunten Kreise und Bögen am Himmel zustande kommen. Erläuterungen im Internet gibt es zwar viele, aber so ganz verstanden hab ich das nie !
Ich gehöre leider nicht zu den Menschen die etwas auf Anhieb verstehen, deshalb ziehe ich meinen Hut vor allen, die das können.
Mein erster Tatendrang bestand darin, solche Kristalle in die Hand nehmen zu können. Deshalb ließ ich mir von einer Firma in meiner Nähe, "Eiskristalle" aus Plexiglas anfertigen.
"Wie soll da jetzt ein Halo entstehen ?" war mein Gedanke. Ich hielt den Kristall vor eine Lampe und an der Wand waren dann zwei schwache Flecken zu sehen; die Nebensonnen, allerdings sehr schwach.
Irgendwas schien da noch nicht so ganz zu passen. Das der Brechungindex von Plexiglas ein ganz anderer ist im Vergleich zu Wasser/Eis, war mir klar, somit auch andere Winkel, denn 22° waren das an der Wand nicht!
Nach einigen Überlegungen war mir mein Problem klar...
Im Vergleich zu einem Wassertropfen, der bedingt durch seine Kugelform einen vollständigen Regenbogen erzeugen kann, ist ein einzelner Kristall nicht in der Lage, einen vollständigen Halo zu erzeugen, sondern nur einen Teil davon.
Also brachte ich das Plättchenkristall zum rotieren, um eine Vielzahl von Kristallen mit unteschiedlicher Orientierungen der Seitenflächen zu simulieren.
Das Ergebniss beeindruckte mich sehr!
An der Wand waren beide Nebensonnen mit Schweif und der Horizontalkreis zu sehen.
Bei entsprechender Neigung der Taschenlampe wurden auch die Untersonne und die Unternebensonnne sichtbar.
Für das Säulenkristall ging ich noch einen Schritt weiter und baute mir einen Vorrichtung um den Kristall in zwei Achsen rotieren zu lassen. Einmal um seine Hauptachse, wie schon das Plättchen zuvor, als auch um die Horizontebene......die Geburt des oberen und unteren Berührungsbogen!!
An dieser Stelle bedanke ich mich auch sehr bei Michael Vollmer, der mich erst durch sein Buch "Lichtspiele in der Luft" auf den "Weg" gebracht hat....
Bei den unterschiedlichen Ausrichtungen konnte ich folgende Haloerscheinungen sichtbar machen.....
- Nebensonnen
- Untersonne
- Unternebensonne
- Horizontalkreis
- Oberer und unterer Berührungsbogen
- Oberer und unterer konvexer und konkaver Parrybogen
- Sonnenbogen
Ich werde noch eine dementsprechende Halterung für Lampe und "Halomator" konstruieren, um unterschiedliche Sonnenhöhenzu erzeugen.
Eine Lowitzbogenvorrichtung ist auch geplant

Leider lassen sich die Haloarten mit einem Brechungswinkel unter 90° (ZZB, ZHB, etc.) nicht erzeugen, da an den senkrecht stehenden Flächen eine Totalreflexion stattfindet, hervorgerufen durch den höheren Brechungsindex von Plexiglas.
Genauere Ausführungen über die Lichtwege erspar ich Euch jetzt aber, der Beitrag ist so schon lange genug
FAZIT: Mit etwas Geduld und einigen Überlegungen läßt sich die Enstehung von Halos auf diese Art eindrucksvoll vermitteln.
"Versuchsaufbau" zu Darstellung Regenbögen höherer Ordnung
Und hier die Halos......
Nebensonne mit Horizontalkreis
Untersonne und Unternebensonne (die Projektion an der Wand stellt natürlich den Beobachter dar, der in der Realität nach unten auf den Kristall schauen würde)
Oberer und unterer konvexer Parrybogen, Sonnenbogen und Horizontalkreis
Oberer Berührungsbogen, konvexer Parrybogen und Sonnenbogen
Der "Erzeuger", mein "Halomator"
Nebensonnen und Horizontalkreis
Nebensonnen, Untersonne und Unternebensonnen
Konvexer und konkaver Parrybogen
Danke für das Bildmaterial an Claudia, Eik, Reinhard und Gerald. Ich hatte leider keine Zeit zum Bilder machen
Viele Grüße
Micha