Zurück vom Halotreffen

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Claudia Hinz
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Zurück vom Halotreffen

Beitrag von Claudia Hinz » 9. Jan 2011, 15:27

Hallöchen,

nach einem föhnigen Besuch auf dem Wendelstein mit 200km Fernsicht haben alle nach einem sehr erlebnisvollen und sonnigen Wochenende wieder die Heimreise angetreten. Es war wieder sehr schön, abwechslungsreich und die meisten haben gestern so viele Plättchen- und Säulchen-Halos sehen können, wie nie zuvor. Dazu später mehr ...

Hier erstmal das obligatorische Gruppenbild, welches Reinhard mit meiner Kamera gemacht hat, deshalb fehlt er leider (wieso haben wir eigentlich keinen Selbstauslöser genutzt?????).

Auch im nächsten Jahr gibts wieder ein Halotreffen vor Ort, aufgrund der Mondphasen haben wir uns auf das Wochenende 5.-8.01.2012 geeinigt (Do+So) und gleich 15 Plätze reserviert.

Bild
v.l. Andreas Zeiske, Elmar Schmidt, Daniel Eggert, ich, Christoph Gerber, Uwe Radke, Michael Großmann (unser Halonator), Georg Dittié, Reimund P., Gerald Berthold, Udo Hennig, Eik Beier, Günther Busch und Wolfgang Hinz.

Hoffe, ihr kommt alle gut heim. Hier war leider nur noch 'ne rechte Nebensonne...

LG Claudia
Zuletzt geändert von Claudia Hinz am 11. Jan 2011, 21:59, insgesamt 2-mal geändert.

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 9. Jan 2011, 18:47

Hallo alle,

ja, es war wieder ein klasse Treffen in freundschaftlicher und gut befeuchteter Atmosphäre, insbesondere mit den aufwendigen Regenbogen- und Halo-Experimenten von Michael Großmann und den wie immer lehrreichen Vorträgen und tollen Bildern.

Euch beiden, Claudia und Wolfgang, herzlichen Dank für die Organisation und Wanderung am Sudelfeld und vor allem für den tollen Morgen hoch droben auf Eurem Hausberg.

Bis bald

grüßt Elmar


PS: den UBB haben wir ja nun wohl eindeutig als erste Beobachter mal von hinten rechts gesehen, auch diese Frage stand einfach zu lange im Raum :-)

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 9. Jan 2011, 19:18

Wieso, wir schauen doch gerade nach den Wegeners und den Trickers Gegensonnenbögen und decken die Gegensonne und die 120°-Nebensonnen ab, weil die so hell blenden. Weißt Du das denn nicht mehr??? :lol:

Schön, daß Du wieder gut daheim gelandet bist. Hier noch immer Föhn und weder Regen noch Schnee ... wie schon das gesamte Wochenende ...

LG Claudia
Zuletzt geändert von Claudia Hinz am 9. Jan 2011, 19:41, insgesamt 2-mal geändert.

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 9. Jan 2011, 19:31

Hallo,

auch von mir nochmal ein dickes Lob an die Organisatoren für das klasse Wochenende. Ich hoffe auch dass alle Beteiligten wieder gut nach Hause gekommen sind (danke nochmal @Elmar fürs mitnehmen).
Besonders der heutige Tag auf dem Wendelstein war einfach nur genial !!! Super Fernsicht und lecker Tee in Claudias "Teestube".

Ich freu mich heut schon wieder auf Anfang nächstes Jahr ;)

Viele Grüße
Micha

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 9. Jan 2011, 21:03

Hallo!

Ja, es war wieder mal genial! Freu mich schon auf's nächste mal!

Sind nun nach 9 Stunden Fahrt auch wieder gut zu Hause angekommen. Das Wetter war unterwegs allerdings sehr bescheiden...

Viele Grüße, Reinhard!

Georg Dittie
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Beitrag von Georg Dittie » 9. Jan 2011, 21:23

Hal(l)o liebe Halofans,

bei völlig langweiliger Heimfahrt vom wunderbar sudeligen Halotreffen hab ich schon gebrannt darauf, was aus Claudias Beobachtungsplatz geworden ist: hier die vorläufigen Quick'n'dirty-ergebnisse mit 22 Grad-Halo, sozusagen gewöhnliches in ungewöhnlicher Perspektive !

Bild

Oops, wo sind wir denn da gelandet ? Ein Kleinplanet ? Ich hatte natürlich folgendes vor: ein klassisches Fisheyfoto mit 220°-Überweitwinkel, als Übung für kommende Super-Halos, damit Claudia nicht mehr so mit mir schimpfen muß ...

Bild

Das alles natürlich dann in Normal, Daheimgebliebene: so schaut der Platz aus, auf dem diese unglaublichen Halo- und Regenbogenfotos immer entstehen ...

Bild


Aufm nächsten AKM-Seminar bringe ich die Panos dann auch mal in normaler Auflösung mit, falls sich jemand ein Poster oder einen Bildschirmhintergrund bis Full-HD machen möchte.

Viele Grüße, euer völlig begeisterter Georg.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 9. Jan 2011, 21:47

Bin ja froh, daß ihr trotz Regen wieder gut daheim gelandet sein.

@Georg: Die Bilder sind ja genial!!! Darf ich die mal als Wendelsteinbild des Tages hernehmen? Bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Ansichten ...

LG Claudia

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Udo Hennig
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Beitrag von Udo Hennig » 9. Jan 2011, 22:31

Claudia & Wolfgang,

das war war mal wieder perfeckt organisiert. Trotz anderen Wetters als erwartet, steht dieses Halotrefen dem von Januar, 2010 in nichts nach.
Der Besuch deiner Wetterwarte war ganz einfach der Hammer. Und sie super Rundumsicht von 200km dazu, was will man mehr.

Georg: mir scheint du bist noch nicht genug ausgelastet um sölche Spielerein aus zu brüten. Aber hallo, wunderbar, Calaudia lechzt ja schon danach.

Freue mich jetzt schon auf 2012.

Grüße an alle, Udo.
Halofreak
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Ein langes Leben & viel Erfolg. von Mr. Spok.

uwe radtke
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Beitrag von uwe radtke » 9. Jan 2011, 23:58

Hallo,

also ich fand das Wochenende einfach nur Geil !! Ich habe im Jahr 2010 leider nicht so intensiv "beobachtet" als im Vorjahr 2009, weil ich an den Tagen, an denen ich beobachtet habe, nie einen Halo gesehen habe. Das Wochenende hat die Interresse wieder förmlich geweckt, sodass ich es kaum noch aushalten kann, meinen nächsten Halo zu sehen!
Auch der Besuch auf dem Observatorium auf dem Wendelstein war einfach nur beeindruckend... Noch nie habe ich in dieser Höhe eine so so schöne Fönwetterlage erlebendürfen... Danke an Claudia und Wolfgang, sowie an alle die, die sehr interressanten Vorträge gehalten haben und auch an alle die, die keine Vorträge gehalten haben, für die Superstimmung die wir dieses Jahr hatten !!
Freue mich shcon auf nächstes Jahr und kann es kaum noch erwarten, bis der nächste Halo am Himmel erscheint :D

LG Uwe

Georg Dittie
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Beitrag von Georg Dittie » 10. Jan 2011, 06:49

Claudia Hinz hat geschrieben:Darf ich die mal als Wendelsteinbild des Tages hernehmen? Bin immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Ansichten ...
Klar doch ! Ich hab sie auch in wesentlich höherer Auflösung. Ich schick dir besser mal eine DVD ...

Seufz, hätt' ich die Kugelpano-Technik doch schon auf Pellworm gehabt :wink:

Eik Beier
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Beitrag von Eik Beier » 10. Jan 2011, 21:07

Hallo zusammen,

die Rückfahrt war schon ein wenig deprimierend. An der Raststätte nördlich von München gab es noch einen wunderbaren Panoramablick auf die Alpen. Aber pünktlich an der Staatsgrenze zu Sachsen wurde es dunkel (na gut: Tageszeitbedingt) und regnerisch. Angekommen bin ich trotzdem und anschließend ins Bett gefallen.

Sicherlich war der Besuch auf dem Wendelstein etwas besonderes. Aber der Höhepunkt für mich waren dieses Jahr die beiden Experimente vom Michael (weil es das erste noch nicht gab und das zweite völlig verrückt war).

Da kann ich nur noch mal sagen: Chapeau und vielen Dank für dieses große Kino!

Auch an Claudia und Wolfgang geht mein herzlicher Dank für die gelungene Organisation. Bilder folgen morgen.

Gruß
Eik.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 11. Jan 2011, 16:06

Dem kann ich mich nur anschließen. Da ich den Wendelstein schon kannte :wink:, war auch für mich unser Halonator mit dem Halomator das absolute Highlight. Und die Regenbogensimulation war einfach nur völlig verrückt (im positiven Sinne). Tausend Dank auch von mir!!!

Bilder folgen ...

LG Claudia

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Beitrag von Eik Beier » 11. Jan 2011, 19:44

Hallo zusammen,

hier nun die versprochenen Bilder:

Wendelstein von unten:
Bild

Spaziergänger:
Bild

Für Freunde des DSL auch animiert:
http://i313.photobucket.com/albums/ll37 ... 10108a.gif

Aureole um Sirius:
Bild

Claudias Arbeitsplatz:
Bild

Mit herrlichem Blick auf den Großvenediger:
Bild

Und ein Schnappschuss der Wendelsteinflugsaurier:
Bild

Gruß,
Eik.

Georg Dittie
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Beitrag von Georg Dittie » 11. Jan 2011, 20:25

Hallo liebe Leute,

Der Halomator war wirklich einer der absoluten Höhepunkte - für mich aber auch der mehr als spektakuläre Föhnblick in die Alpen!

Aufgrund einiger Anfragen, wie meine Panos entstanden sind: ich benutze dazu ein Stiching-Programm namens PTGui pro, das mit 149,- € allerdings nicht ganz billig, aber für die Leistung auch nicht teuer ist - außerdem darf man es erstmal als Shareware testen, obs einem gefällt.

Grundlage sind 16 Fotos mit meiner SONY A900 DSLR mit meinem 23 Jahre alten 16mm Fiheye, genau dem, mit dem das bekannte Pellworm-Halo aufgenommen wurde (Das Glück des Ahnungslosen ...) Zwei zu meinen Füßen, 6 Fotos um 30 Grad nach unten geneigt, 6 um ca 30 Grad nach oben geneigt und zwei um den Zenit rum.

Das alles aus der freien Hand, wobei ich mich bemüht habe, so einigermaßen das Objektiv am selben Ort zu halten - eigentlich muß man dazu einen speziellen Panoramakopf fürs Stativ benutzen, wenns garantiert passen soll. Aber PTGui pro ist dermaßen gut, daß trotz Parallaxe die 16 Bilder ziemlich genau zusammenpassen (Wer ganz genau hinguckt: An der Holztreppe hats nicht ganz so genau gepaßt)

Das Ergebnis ist eine Art kompletter Weltkarte, die vom Nadir zum Zenit und quer einmal ringsrum reicht. Damit kann man dann alles anfangen, indem man nur noch Koordinaten transformiert.

Das unterste Pano ist einfach die Plattkarte auf die winkeltreue Mercator-Projektion umrechnet. Weil die Pole in dieser Projektion nicht darstellbar sind, ist das Pano beschnitten, die obersten und untersten 20 Grad fehlen. Dafür paßt das Seitenverhältnis von 16:9 als Hintergrundbild für große Full-HD-Monitore.

Die älteren Fotografie-Aficionados kriegen immer noch feuchte Augen: In den späten Achtzigern gab es mal eine Nikon-Werbekampagne, wo das eine öffentlich gezeigte Exemplar eines schier absurden 6mm-220°-Fisheyes bei sehr guten Fotofachgeschäften im Schaufenster lag und bei mir so einer Art Wallfahrt auslöste. Leider war auch der Preis dieses Extremobjektivs ebenso absurd.

Nun ist das eben nach gut 25 Jahren doch möglich, genau diese Perspektive zu erzeugen: Das runde Fisheyefoto ist der transformierte Ausschnitt aus der Weltkarte mit dem Mittelpunkt im Zenit, mit äquidistanter Polarprojektion und dem Rand bei 110° Zenitabstand.

Genau um dieses Bild geht es mir, denn zur Abbildung von Superhalos, die den gesamten Himmel ausfüllen (wie z.B. das McDonalds-Halo aus dem März 2010) ist genau diese allumfassende Fisheysicht sehr gut geeignet. Bei 220° ist vor allem die Umgebung als Kontext am Bildfeldrand noch mit enthalten.

Natürlich ist das ein synthetisches Bild, eben aus 16 Aufnahmen zusammengesetzt, aber dafür extrem viel hochauflösender als damals der ca 23 mm große Bildkreis auf chemischem Film.

PTGui lädt natürlich dank seiner sehr zahlreichen mathematischen Transformationsmöglichkeiten zum Spielen ein: was ist, wenn man wieder eine Polarprojektion nimmt, diesmal aber die Mitte auf den Nadir legt und statt der äquidistanten, am Rand schon sehr stark verzerrenden Projektion die stereografische nimmt? Diese stereografische Projektion ist in Polarkoordinaten das, was die Mercatorprojektion für rechtwinklige Koordinaten ist: winkeltreu, die Formen bleiben fast erhalten, während nur die Objektgröße zum Rand hin dramatisch zunimmt.

Es entsteht das Bild dieses Kleinplaneten, weil der Überweitwinkel in Querrichtung bis zu 300 ° beträgt und auch in Hochrichtung immerhin noch 220 Grad hat. In der Pano-Szene nennt man diese nadirständige stereografische Projektion mit übermäßigen Winkeln (größer 180°) "Little Planet"

Entdeckt hatte ich das schon im Sommerurlaub in Kärnten auf der E-Alm. Und dabei sind schon die dollsten Kleinplaneten "entdeckt" worden. Ich kann ja daraus mal ein schönes Kinderbuch für meine Tochter Clara machen ...


Viele Grüße, euer Georg

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 11. Jan 2011, 21:52

Vielen Dank für die interessanten Erläuterungen, lieber Georg. Werde das Programm mal testen, denn die Ergebnisse sind wirklich toll!

@Eik: Deine Bilder sind auch genial, vor allem die Animation :o)))))

Hier mal ein paar erste Bilder vom Drumherum. Bei den Regenbögen höherer Ordnung und dem Halomator soll mal Halonator Micha den Anfang machen...

Sonnenbad auf der JH-Terasse:
Bild

Der Halonator in Siegerpose:
Bild

Fichtengespenster
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Bild

Schneeengel:
Bild

Gerald neben dem Wendelstein
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Fallstreifen:
Bild

Gipfelstürmer:
Bild
Bild

Freundschaftliche Begegnung mit einem Außerirdischen:
Bild

Daniels echte Föhnfrisur:
Bild

LG Claudia

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 12. Jan 2011, 16:52

Hallo Leute,

sehr schöne Bilder! Ihr hattet ja diesmal richtig Sonne. Ich bin grad zurück aus Münster, wo ich gestern bei der Physikdidaktik-Gruppe von Hans-Joachim Schlichting als Kolloquiumsgast über Atmosphärenoptik referiert habe. Natürlich habe ich auch kräftig die Werbetrommel für den AKM gerührt. Die Geschichten vom Halotreffen werde ich mir demnächst mal von Eik persönlich berichten lassen.

Gruß, Alex

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 12. Jan 2011, 19:39

Hallo Zusammen,

zuerst einmal vielen Dank für die lobenden Worte, es freut mich sehr, dass die Vorführungen so gut ankamen.

Über den Versuch mit den Regenbögen höherer Ordnung möchte ich nachfolgend noch einige Bilder vom Sudelfeldwochenende zeigen. Genaueres findet ihr ja in dem schon bekannten Beitrag.

http://www.meteoros.de/php/viewtopic.php?t=8129

Zu der Geschichte mit dem "Halomator"; so wie ich ihn nenne, kam es eigentlich nur, weil mir als Laie nie so ganz klar war, wie die bunten Kreise und Bögen am Himmel zustande kommen. Erläuterungen im Internet gibt es zwar viele, aber so ganz verstanden hab ich das nie !
Ich gehöre leider nicht zu den Menschen die etwas auf Anhieb verstehen, deshalb ziehe ich meinen Hut vor allen, die das können.

Mein erster Tatendrang bestand darin, solche Kristalle in die Hand nehmen zu können. Deshalb ließ ich mir von einer Firma in meiner Nähe, "Eiskristalle" aus Plexiglas anfertigen.

"Wie soll da jetzt ein Halo entstehen ?" war mein Gedanke. Ich hielt den Kristall vor eine Lampe und an der Wand waren dann zwei schwache Flecken zu sehen; die Nebensonnen, allerdings sehr schwach.
Irgendwas schien da noch nicht so ganz zu passen. Das der Brechungindex von Plexiglas ein ganz anderer ist im Vergleich zu Wasser/Eis, war mir klar, somit auch andere Winkel, denn 22° waren das an der Wand nicht!

Nach einigen Überlegungen war mir mein Problem klar...
Im Vergleich zu einem Wassertropfen, der bedingt durch seine Kugelform einen vollständigen Regenbogen erzeugen kann, ist ein einzelner Kristall nicht in der Lage, einen vollständigen Halo zu erzeugen, sondern nur einen Teil davon.

Also brachte ich das Plättchenkristall zum rotieren, um eine Vielzahl von Kristallen mit unteschiedlicher Orientierungen der Seitenflächen zu simulieren.
Das Ergebniss beeindruckte mich sehr!

An der Wand waren beide Nebensonnen mit Schweif und der Horizontalkreis zu sehen.
Bei entsprechender Neigung der Taschenlampe wurden auch die Untersonne und die Unternebensonnne sichtbar.

Für das Säulenkristall ging ich noch einen Schritt weiter und baute mir einen Vorrichtung um den Kristall in zwei Achsen rotieren zu lassen. Einmal um seine Hauptachse, wie schon das Plättchen zuvor, als auch um die Horizontebene......die Geburt des oberen und unteren Berührungsbogen!!

An dieser Stelle bedanke ich mich auch sehr bei Michael Vollmer, der mich erst durch sein Buch "Lichtspiele in der Luft" auf den "Weg" gebracht hat....

Bei den unterschiedlichen Ausrichtungen konnte ich folgende Haloerscheinungen sichtbar machen.....

- Nebensonnen
- Untersonne
- Unternebensonne
- Horizontalkreis
- Oberer und unterer Berührungsbogen
- Oberer und unterer konvexer und konkaver Parrybogen
- Sonnenbogen

Ich werde noch eine dementsprechende Halterung für Lampe und "Halomator" konstruieren, um unterschiedliche Sonnenhöhenzu erzeugen.

Eine Lowitzbogenvorrichtung ist auch geplant ;)
Leider lassen sich die Haloarten mit einem Brechungswinkel unter 90° (ZZB, ZHB, etc.) nicht erzeugen, da an den senkrecht stehenden Flächen eine Totalreflexion stattfindet, hervorgerufen durch den höheren Brechungsindex von Plexiglas.

Genauere Ausführungen über die Lichtwege erspar ich Euch jetzt aber, der Beitrag ist so schon lange genug ;)

FAZIT: Mit etwas Geduld und einigen Überlegungen läßt sich die Enstehung von Halos auf diese Art eindrucksvoll vermitteln.

"Versuchsaufbau" zu Darstellung Regenbögen höherer Ordnung ;)
Bild

Bild

Bild

Und hier die Halos......

Nebensonne mit Horizontalkreis
Bild

Untersonne und Unternebensonne (die Projektion an der Wand stellt natürlich den Beobachter dar, der in der Realität nach unten auf den Kristall schauen würde)
Bild

Oberer und unterer konvexer Parrybogen, Sonnenbogen und Horizontalkreis
Bild

Oberer Berührungsbogen, konvexer Parrybogen und Sonnenbogen
Bild

Der "Erzeuger", mein "Halomator"
Bild

Nebensonnen und Horizontalkreis
Bild

Nebensonnen, Untersonne und Unternebensonnen
Bild

Konvexer und konkaver Parrybogen
Bild

Danke für das Bildmaterial an Claudia, Eik, Reinhard und Gerald. Ich hatte leider keine Zeit zum Bilder machen ;)

Viele Grüße
Micha

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 12. Jan 2011, 20:20

Hallo Micha,

danke für die Erklärung! Jetzt kann ich mir was unter dem "Halomator" vorstellen. Seit ich Sonntag nachmittag die ersten Beiträge hier gelesen hab, frag ich mich schon, was damit gemeint sein könnte. Sowas müßte man in Serie als Lehrmittel für Schulen herstellen, denn da wird ohne lange Theorie anschaulich klar, was passiert. Ob man bei Dauerfrost (nachts, draußen) auch ein poliertes Eisprisma draufsetzen könnte (wegen Brechungsindex)? Oder du verlagerst das Experiment unter Wasser...

Übrigens ist das ein ganz wichtiger Punkt:
Im Vergleich zu einem Wassertropfen, der bedingt durch seine Kugelform einen vollständigen Regenbogen erzeugen kann, ist ein einzelner Kristall nicht in der Lage, einen vollständigen Halo zu erzeugen, sondern nur einen Teil davon.
Letztlich ist das auch der Grund, warum es Interferenzbögen beim Regenbogen, aber nicht bei den Halos gibt.

Gruß, Alex.

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Beitrag von Elmar Schmidt » 12. Jan 2011, 21:07

Im Vergleich zu einem Wassertropfen, der bedingt durch seine Kugelform einen vollständigen Regenbogen erzeugen kann, ist ein einzelner Kristall nicht in der Lage, einen vollständigen Halo zu erzeugen, sondern nur einen Teil davon.
Was ist, wenn man einen Einzelkristall um zwei (oder drei) Achsen dreht oder taumeln läßt, müßten sich dann die vielen Nebensonnen nicht zum Ring schließen, wenngleich unterstützt durch die Augenträgheit?

Das Umgekehrte fand ich übrigens beim Halomaten spektakulär, wie nämlich bei langsamer Drehzahl des Säulenprismas die im Übergangsbereich sichtbaren beiden oberen (konvexen und konkaven) Parrybögen (um 90 Grad?) phasenversetzt abwechselnd aufleuchteten (wenn ich mich nicht getäuscht habe).

Gruß Elmar

@Eik: die Animation ist ja scharf! Wie aus der Augsburger Puppenkiste.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 16. Jan 2011, 11:38

Hallo,

Raimund Pourvoyeur hat noch einen tollen Film von der Präsentation des Halonators gemacht, so daß sich das jeder mal anschauen kann. Danke Raimund, find ich echt klasse geworden:

http://dl.dropbox.com/u/3038661/Halomator1.zip (160 MB)

LG Claudia

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