@Alexander:
Warum das Funkeln beim Fotografieren nicht festzuhalten ist, ist mir schon klar: es sind sehr kleine und verglichen mit der Umgebung extrem helle Lichtquellen. Selbst wenn sie "rot" oder "blau" erscheinen, sind die anderen Farbkomponenten immer noch dermassen hell, dass im an die Durchschnittshelligkeit angepassten Bild nur eines übrigbleibt: ein weisses Pixel.
Warum aber wir Menschen doch das
farbige Funkeln sehen, hat vermutlich einen anderen Grund: die weitaus weichere Gradation unserer Sensoren. Selbst bei höchsten Helligkeitsspitzen bleibt das Farbempfinden erhalten, weil die Sensoren nicht in die Sättigung laufen.
Abhilfe beim Fotografieren:
1: Die Extrem-Peaks des Funkelns "aufbrechen" indem man den Autofocus abschaltet und manuell
defokussiert. Bei den alten "analogen" Nikon-SLRs hatte ich einen Knopf zum "Abblenden", dann konnte man das sehr schön einstellen. Bei meiner jetzigen digitalen Nikon gibt es sicher auch so einen Knopf, aber ich habe mich noch nicht gross darum gekümmert, welcher der 19

Druckknöpfchen (ohne Schalterchen, Drehrädchen etc.) er ist...
2: (nicht getestet)
extreme Unterbelichtung. Evtl. kann man den Funkelhalo besser erkennen, wenn man die Belichtung auf die Funkelspitzen auslegt und nicht auf die durchschnittliche Untergrundhelligkeit. Das Ergebnis würde zwar das Funkeln zeigen, aber nicht das natürliche Bild ("eigentliches" Bild wäre vermutlich fast schwarz).
3. Für Bilder im Internet: so extremer Weitwinkel wie möglich. Beim Skalieren wird nämlich das kostbare helle bunte Pixel auf seine Nachbarn verteilt...
Wenn man z.B. eine Kamera mit Bildformat 4000x3000 Pixel hat und für das Internet 1000x666 Pixel braucht, sollte der Reifhalo bei der Aufnahme also im inneren Viertel liegen, das man anschliessend per Software ausschneidet.
4. (getestet und für schlecht befunden)
Nachdem ich Schneedeckenhalobilder gesehen habe, die aus hunderten (!) Einzelbildern gestackt waren, habe ich am Donnerstag auch zwei 20er-Serien freihand geschossen. Ich war überzeugt, dass alleine meine Handschwankungen für Unterschiede in den Einzelbildern sorgen würden. Aber o Wunder: das war nicht der Fall. Davon abgesehen - das Stacking würde übereinanderliegende "Verschiedenbunt"-Punkte zu weiss mitteln - die o.e. Schneedeckenhalobilder waren auch recht weiss.
5. (noch zu testen)
Von der Situation her liegt ein klassisches HDR-Problem vor. Die DSLR-Sensoren sind
viel zu hart in der Gradationskurve. Es wären mal HDR-Extremkünstler gefordert, um - frei formuliert - die bunten Funkelspitzen auf ein "normales" Hintergrundbild zu überlagern.
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Ich bin heute von zwei Personen angesprochen worden, weil sie hier in Davos in den Wiesen dieses "überirdische Funkeln wie von Millionen Swarowski-Steinen" gesehen haben. Es hat sie bleibend beeindruckt. Den 22°-Ring haben sie aber nicht wahrgenommen; möglicherweise hatten sie aber bereits eine Sonnenhöhe >22°.
Bertram