Feuerring über der Nordsee am 23.05.2010 - Erklärung?

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Stephan Heinsius
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Feuerring über der Nordsee am 23.05.2010 - Erklärung?

Beitrag von Stephan Heinsius » 6. Jun 2010, 11:49

Hallo zusammen,

hat jemand eine schlüssige Erklärung für den Feuerring, den ich am 23. Mai 2010 über der Nordsee festgehalten habe? Gibt es Fatamorgana-Sichtungen, die Dinge zeigen, die so tief unter dem Horizont liegen?

5 Minuten nach Sonnenuntergang ist die Sonne noch am Horizont am Strand von Middelkerke (Belgien) sichtbar. Die Licht der Sonne formt sich in einen Feuerring über dem Wasser.

Spekulieren kann ich über die Gründe. Ist die Verteilung unterschiedlicher Lufttemperaturen gerade so, dass an Anfang und Ende des Sonnenlichtes der Ring zusammenfließt, während das Licht in der Mitte getrennt erscheint? Oder ist es die englische Küste in ca. 130km Entfernung, die bei 10 Meter Beobachtungshöhe weit unter dem mathematischen Horizont liegt, so wie die bereits untergegangene Sonne selbst?

Aufgenommen mit einem Walimex Zoom bei 650mm und f8 mit einer Canon EOS450D bei ISO100, 1/60s belichtet.

Viele Grüße,
Stephan Heinsius.

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 6. Jun 2010, 18:41

Hallo,

ich denke, es ist die Sonne selbst, die nach oben an den Horizont gespiegelt wird. Das ist wohl an Küstenstreifen recht häufig zu beobachten. An den Schiffen sieht man auch die Luftspiegelungseffekte.

Klasse Bild übrigens, danke fürs Einstellen!

LG Claudia

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 6. Jun 2010, 22:50

kurios:
wieso sieht das rechte Schiff genauso aus wie das linke, aber kleiner und näher :shock:
Oder ist das Zufall - aber zwei Schwesterschiffe können es wegen der Grösse ja kaum sein??

Bertram

trotzdem - sagenhaftes Bild!

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Andreas Wiegele
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Beitrag von Andreas Wiegele » 7. Jun 2010, 13:40

Hallo,

hypothetisch:
Liegen zwei Schichtungen übereinander, bei denen die untere das Licht nach oben und die obere das Licht nach unten bricht, könnte das (Sonnen-)Licht quasi wie in einem Glasfaserkabel entlang der Erdoberfläche geführt werden. Keine Ahnung, wie das Licht hinein kommen sollte oder wie weit es so noch sichtbar geführt werden könnte.

Die Schatten in der flachen Scheibe halte ich für Strukturen in der Nähe, die mit dem eigentlichen Effekt nichts zu tun haben. Ich sehe also keinen Ring sondern nur eine Scheibe.


Grüße, Andreas

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 7. Jun 2010, 21:16

Mit Verlaub, Bertram, die beiden(?) Schiffe sehen doch gar nicht gleich aus.

Das linke hat etwa mittschiffs einen Mast ähnlichen Aufbau (sofern es überhaupt nur 1 Schiff ist - könnten ja auch zwei teilweise überlappte Schiffsrümpfe sein). Sieht aus wie ein größerer Tanker.

Das rechte Schiff dagegen ist wohl nicht nur weiter "vorne" (also näher an der Kamera), sondern auch kleiner und flacher. Sieht mir aus wie ein Binnenschiff.

Zur Ausgangsfrage:

hier sinniere ich die ganze Zeit, wieso Stephan seinen Betreff mit "Feuerring" beginnt. Ich erkenne da einfach keinen Ring. Sorry vielmals. ;-)

Nach m.M. ist es ganz eindeutig eine Hochspiegelung der ja nur wenige Minuten zuvor "versunkenen" Abendsonne. Die dunklen Flecken u. Striche zeugen vielleicht von flachen Seenebelbänken weit draußen vor der Küste.

VG, Bernt

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 7. Jun 2010, 21:20

hi Bernt,
wahrscheinlich hast Du recht. Ich fand sie nur ausserordentlich ähnlich. Aber ich bin wohl wirklich eher alles andere als ein guter Schiffsbeobachter. Sehen heute vielleicht alle genauso gleich aus wie die Hochleistungssegelflugzeuge, die auch kaum unterscheidbar sind.

Grüsse

B.

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 7. Jun 2010, 21:32

Waaahaas?
Und das, obwohl Du Schweizer bist ...?!?

Immerhin gab es Zeiten, da hielt die Schweiz die größte Tankerflotte der Welt (oder besser gesagt, in der Schweiz ansässige Reeder) ... :-))

Das war vor knapp 10 Jahren; ob es heute auch noch so ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Habe damals einige Jahre lang fotojournalistisch für ein schweizerisches Nautikmagazin gearbeitet ... da hatten wir das mal recherchiert.

Also bitte, Bertram, so dürfen wir dann doch wohl etwas mehr Schifffahrt-Beobachtungs-Enthusiasmus erwarten.
*pruuuust*

VG, Bernt

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Bertram Radelow
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Beitrag von Bertram Radelow » 7. Jun 2010, 21:38

ot:
Im Moment haben wir nur eine Firma neu in unseren Aktienindex aufgenommen, die hatte mal eine Ölbohrplattform... im Golf von Mexiko...
B.

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Stephan Heinsius
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Noch eine Aufnahme

Beitrag von Stephan Heinsius » 11. Jun 2010, 20:51

Hallo,

vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Das Schiff links ist ein einziges Schiff, es bewegte sich in die Sonnenstrahlen hinein, wie im Vergleich mit meiner letzten Aufnahme der Reihe zu sehen. Man sieht wie das Schiff in die Zone gefahren ist, in der das Sonnenlicht als offener Ring, oder zusammenlaufendes Doppelbild, sich befindet. Das Schiff selbst zerläuft wie die Sonne, so gibt es auch Sonnenlicht über und zwischen (!) dem Schiff...

Die Analogie mit der Glasfaser erscheint mir nicht ganz abwegig, und zwar wenn es eine Schicht gibt, in der das Sonnenlicht von unten reflektiert wird und eine, in der das Sonnenlicht von oben reflektiert wird. Bei letzterer würde das Sonnenlicht bereits einmal von der anderen Schicht von unten reflektiert worden sein, sonst käme es nicht so hoch, um von oben reflektiert zu werden.

Vielleicht ist das die Erklärung?

Interessant dabei ist, dass man durch das bewegliche Schiff sieht, dass anscheinend dort wo es auf der ersten Aufnahme war kein Doppelbild entsteht, dort wo die Sonne ist aber schon. Da war wohl eine Menge Glück dabei, dass die Sonne gerade dort unterging wo es die entsprechenden Luftschichten gab...

Viele Grüße,
Stephan Heinsius.

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