nach einem hier ausgesprochen haloarmen September gab es kurz vor Monatsende an zwei aufeinander folgenden Tagen mehrere seltene Halos zu sehen, heute früh reichte es sogar für ein Halophänomen.
Der gestrige Tag (28.09.) begann mit einem schönen Morgenrot

Die vielen Cirren ließen Hoffnung auf Halos aufkommen, und die wurde auch nicht enttäuscht. Den Tag nutzten wir für einen Ausflug nach Hamm, der sich als halomäßiger Treffer erwies.
Zunächst waren wir am Tuttenbrocker See bei Beckum, wo sich bereits um kurz nach 12 Uhr MEZ ein schwacher 22°-Ring zeigte. Für wenige Minuten gab es auch eine helle linke Nebensonne.
Besonders interessant wurde es, als um 12.30 Uhr gegenüber der Sonne ein schwach sichtbares Stück vom Horizontalkreis erschien. Dieses verlängerte sich noch und reichte dann von etwa 90° rechts der Sonne bis in den Gegensonnenbereich. Und darin war auch noch die rechte 120°-Nebensonne zu sehen:

Gegen 12.45 Uhr verschwanden zunächst mal alle Halos, und wir fuhren zum Maximilianpark nach Hamm. Dort angekommen sah ich gleich einen vollständigen Horizontalkreis. Nur das Stück zwischen den Nebensonnen fehlte, innerhalb des 22°-Ringes kann man in diesem Fall nicht sagen, denn der war seltsamerweise überhaupt nicht zu sehen.
Und außerdem waren da beide 120°-Nebensonnen, die linke für wenige Minuten mit einer eindrucksvollen Helligkeit (Stufe 2!)

Aber auch die rechte war nicht schlecht:

Bei der rechten Nebensonne sah man besonders gut, wie der Schweif direkt in den Horizontalkreis überging:

Aber auch die linke war ziemlich hell:

Diese Erscheinungen waren fast eine Stunde lang zu sehen, es kamen aber keine weiteren hinzu. Daher reichte es trotz kompletten Horizontalkreises und beider 120°-Nebensonnen nicht für ein Halophänomen.
Auf der Rückfahrt hingen über der A2 beide Nebensonnen in beeindruckender Größe. Sie blieben noch bis Dortmund sichtbar.
Heute früh (29.09.) ging das Halotheater dann in die zweite Runde. Um 9 Uhr MEZ bemerkte ich zunächst eine extrem helle rechte Nebensonne:

Im Laufe der folgenden Minuten erschien auch noch die andere Nebensonne, wenn auch nicht ganz so hell wie die linke. Dazu kam noch der obere Teil des Umschriebenen Halos und der ZZB. Dieser wirkte eigenartig gerade.
Da ich nach so hoch oben nicht mehr fotografieren konnte, ohne aus dem Fenster zu fallen, mußte ich also raus auf die Wiese vor dem Haus. Dort erkannte ich, warum der ZZB so gerade aussah:

Weil es nämlich kein ZZB war, sondern der obere Teil des Supralateralbogens.
Nun hatte ich wieder 4 Erscheinungen, 22°-Ring, beide Nebensonnen, Umschriebenen Halo und Supralateralbogen. Fehlte mal wieder nur noch eine...
Die kam dann aber ein paar Minuten später noch dazu, und zwar in Form eines allerdings nur schwach sichtbaren Parrybogens:


Ein richtig schönes "Chinesenauge", wie ich es so schon lange nicht mehr gesehen hatte:

Insgesamt dauerte der Spaß eine halbe Stunde, nach 9.30 Uhr MEZ zog der Cirrostratus nach Osten ab und nahm die Halos mit sich fort.
Grüße
Peter

