Hallo Polarlicht-Freunde!
Ich komme soeben von einem Ausflug zurück.
Schon am Tage (10.11.04) fiel mir auf der Uni in Potsdam auf,
dass die Wolken auflockern. Na super!
Musste zwar noch nach Berlin nach Hause,
habe mich dort aber umgehend auf eine Polar-(Licht-)nacht
vorbereitet und bin dann mit dem Regionalexpress nach Chorin
60km nordöstlich von Berlin, in der südlichen Uckermark, gefahren.
Als ich um 21 Uhr Küchenzeit dort an kam und einen guten Kilometer
vom Bahnhof in die Dunkelheit gen Wald wanderte, fiel mir
noch vor der Dunkeladaption der Augen der Lichtschein
einer Stadt auf, natürlich genau im Norden links vom Grossen Wagen.
Habe mich darüber schon ein bisschen geärgert. War zwar schon
oft in jenem Choriner Wald wandern, aber noch nie vorher im
Dunkeln da.
Nach dem Suchen des schönsten Vordergrund-Baumes für eventuelle
Fotos musterte ich den - übrigens völlig klaren, nur am Horizont
leicht dunstigen - Himmel rechts und links des Lichtkegels, baute schon
mal das Stativ auf und genoss die zu Hause in der Pack-Hektik schnell
gekochten Pellkartoffeln...
Irgendwann, es mag so eine dreiviertel Stunde nach Ankunft gewesen
sein, bemerkte ich, dass das "Störlicht" jener Stadt im Norden
einfach verschwunden ist.
Denke, dass da in Wirklichkeit Polarlicht leuchtete, nd zwar das fetteste
welches der Abend zu bieten hatte...
Dann tauchten hier und da Lichtflecke auf und verschwanden wieder,
ein Beamer nahe der Leier für vielleicht 10 Sekunden, dann wieder
hellerer Nordhimmel mit einer deutlich davor dunkel kontrastierenden
kleinen Wolke.
Es war das dritte Polarlicht in meinem Leben (I Okt1991, II Mai1994 ) und
solch eine Geschwindigkeit und Dynamik der Erscheinung kannte ich
bis heute noch nicht.
Habe es leider nie wirklich geschafft, das Stativ mit der Kamera
schnell genug auszurichten, da wars auch schon wieder vorbei,
vor dem Auslösen...
Alle Leuchterscheinungen schafften es nicht, die Zäpfchen im Auge
zu aktivieren, visuell keine Farben.
Vielleicht zeigt der Film ( E200 ) ja dann doch noch den einen oder anderen
Farbstreifen.
Weil ab ca. 23Uhr Küchenzeit nichts mehr passierte, bin ich mit dem
allerletzten Zug um Mitternacht nach Hause zurück gefahren,
so und jetzt muss ich aber ins Bett.
Gute Nacht und Euch allen viel Glück mit dem Polarlicht!
Dennis
Berlin
PS: Der Funkwecker hatte da draussen keinen Empfang.
Kann es sein, das der Mögel-Dellinger-Effekt auch auf
die 77khz-Welle Auswirkungen hat? Dachte bis heute, das
ist bei der Frequenz reine Bodenwelle.
Polarlicht über Chorin/Uckermark am 10.August 2004 abends
Moderator: StefanK
-
Dennis_2
Polarlicht über Chorin/Uckermark am 10.August 2004 abends
Zuletzt geändert von Dennis_2 am 28. Nov 2004, 02:35, insgesamt 1-mal geändert.
- Thorsten Schipmann
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Re: Polarlicht über Chorin/Uckermark
Hallo Dennis,Dennis_2 hat geschrieben: PS: Der Funkwecker hatte da draussen keinen Empfang.
Kann es sein, das der Mögel-Dellinger-Effekt auch auf
die 77khz-Welle Auswirkungen hat? Dachte bis heute, das
ist bei der Frequenz reine Bodenwelle.
DCF77 sendet auf 77,5kHz. Bei dieser Frequenz ist tatsächlich nur die Bodenwelle von Bedeutung.
Der Mögel-Dellinger-Effekt hat darauf keinen Einfluß, er wirkt auch nur auf der Tagseite der Erde und wird durch die direkte Einwirkung der solaren Röntgenstrahlung unmittelbar nach einem starken Flare verursacht.
Diese bewirkt eine verstärkte Ionisierung der niedrigen D-Schicht der Ionosphäre, die die Kurzwellen auf ihrem Weg zu den höheren Schichten (die als Reflektor dienen) dämpft. Die Dämpfung ist dabei Frequenzabhängig, die niedrigeren Kurzwellenfrequenzen (z.B. 80m Band)
werden stärker bedämpft, als die höheren Frequenzen (10m-Band).
Dein Funkwecker ist möglicherweise durch Oberwellen niederfrequenter Magnerfelder gestört worden, wie ich es schon in der Nähe von Bahnanlagen mit elektrischer Oberleitung beobachten konnte.
Genau nachvollziehbar ist das für mich jetzt allerdings nicht.
Ansonsten heitßt es jetzt auf die Fotos zu warten...
solltest Du was eingefangen haben, meinen Glückwunsch.
Gruß,
Thorsten
-
Dennis_2
2 Fotos vom 10.11.04 bei Chorin
Hallo
Hier gibt es 2 Fotos des PL vom 10.11. zu sehen:
http://www.fotos.web.de/dennis.hennig
Beide Fotos entstanden auf
Kodak E200 Diamaterial (Kleinbild)
Belichtungszeit je 40sec
Optik Flektogon 2,4/35mm @2,4
Das Leuchten war leider nicht nur an der Grenze
des Sichtbaren, sondern auch an der Grenze dessen,
was der Film noch gerade eben registrieren konnte.
Habe ganz schön an der Gradationskurve biegen müssen,
damit was vom Leuchten zu sehen ist. Leider kommt so auch die
Randverdunkelung der Optik bei offener Blende schwer zum
Tragen... Naja ich war dabei und habe frische Luft geschnappt...
Nette Grüsse!
Dennis
PS: Ich werde beim nächsten Mal die Überschrift des
Threads mit Datum und Uhrzeit der Sichtung versehen.
Hier gibt es 2 Fotos des PL vom 10.11. zu sehen:
http://www.fotos.web.de/dennis.hennig
Beide Fotos entstanden auf
Kodak E200 Diamaterial (Kleinbild)
Belichtungszeit je 40sec
Optik Flektogon 2,4/35mm @2,4
Das Leuchten war leider nicht nur an der Grenze
des Sichtbaren, sondern auch an der Grenze dessen,
was der Film noch gerade eben registrieren konnte.
Habe ganz schön an der Gradationskurve biegen müssen,
damit was vom Leuchten zu sehen ist. Leider kommt so auch die
Randverdunkelung der Optik bei offener Blende schwer zum
Tragen... Naja ich war dabei und habe frische Luft geschnappt...
Nette Grüsse!
Dennis
PS: Ich werde beim nächsten Mal die Überschrift des
Threads mit Datum und Uhrzeit der Sichtung versehen.
-
Joachim/Berlin
Re: 2 Fotos vom 10.11.04 bei Chorin
Hallo Dennis,Dennis_2 hat geschrieben:Hier gibt es 2 Fotos des PL vom 10.11. zu sehen:
http://www.fotos.web.de/dennis.hennig
ich will dich ja nicht entmutigen. Aber ich sehe da kein Polarlicht. Auch der rötliche Schimmer unmittelbar über dem Horizont auf dem zweiten Bild ist IMHO keins. Sorry.
Grüße,
Joachim
-
Dennis_2
nichts zu sehen?
Hallo Joachim!
Auf diesen Kommentar habe ich gewartet!
Sehe auf den Fotos nämlich auch kaum, warum das
nun genau Polarlicht sein sollte.
Was mir bleibt ist das Wissen, dass diese Lichtflecken
visuell ziemlich schnell auftauchten, ihre Form veränderten
und wieder verschwanden.
Weiteres, visuell teilweise sehr deutliches, auf dem Foto mit
dem rötlichen Horizont aber auch schwach erkennbares Indiz
mag sein, dass die dünnen Wölkchen sich dunkel vor der
Leuchterscheinung abzeichnen.
Der Lichtfleck auf dem anderen Foto links unterhalb
Gemini/Saturn ist (zumindest im original Dia) eindeutig grün.
Danke für den Kommentar!
Ich fühle mich nicht entmutigt...
Nette Grüsse
Dennis
Auf diesen Kommentar habe ich gewartet!
Sehe auf den Fotos nämlich auch kaum, warum das
nun genau Polarlicht sein sollte.
Was mir bleibt ist das Wissen, dass diese Lichtflecken
visuell ziemlich schnell auftauchten, ihre Form veränderten
und wieder verschwanden.
Weiteres, visuell teilweise sehr deutliches, auf dem Foto mit
dem rötlichen Horizont aber auch schwach erkennbares Indiz
mag sein, dass die dünnen Wölkchen sich dunkel vor der
Leuchterscheinung abzeichnen.
Der Lichtfleck auf dem anderen Foto links unterhalb
Gemini/Saturn ist (zumindest im original Dia) eindeutig grün.
Danke für den Kommentar!
Ich fühle mich nicht entmutigt...
Nette Grüsse
Dennis
-
Wolfgang Dzieran
- Beiträge: 1244
- Registriert: 11. Jan 2004, 19:37
- Wohnort: Bad Lippspringe
- Kontaktdaten:
Schönes Motiv!
Hi Dennis,
auch ich kann da kein PL erkennen. Aber die Wahl des Standorts ist sicherlich gut! So ein Baum im Vordergrund kann dem Foto durchaus viel Tiefe und Dramatik geben.
Wenn Deine Belichtungszeit stimmt hätte man bei dem Kodakfilm sicherlich schon etwas mehr erkennen könen. Länger als 40 sekunden solltest Du nicht belichten, denn sonst werden die Sterne noch stärker verzerrt. bei hellerem Polarlicht hätten wahrscheinlich auch schon 20 Sekunden gereicht.
Ich drück Dir die Daumen, dass es beim nächstenEvent besser klappt!
Wolfgang
aus Bad Lippspringe
auch ich kann da kein PL erkennen. Aber die Wahl des Standorts ist sicherlich gut! So ein Baum im Vordergrund kann dem Foto durchaus viel Tiefe und Dramatik geben.
Wenn Deine Belichtungszeit stimmt hätte man bei dem Kodakfilm sicherlich schon etwas mehr erkennen könen. Länger als 40 sekunden solltest Du nicht belichten, denn sonst werden die Sterne noch stärker verzerrt. bei hellerem Polarlicht hätten wahrscheinlich auch schon 20 Sekunden gereicht.
Ich drück Dir die Daumen, dass es beim nächstenEvent besser klappt!
Wolfgang
aus Bad Lippspringe
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