Schnuppen-Gucken 28.7. 22:29h - 23.19h UT

Forum zur Diskussion von Meteor- und Feuerkugelsichtungen, sowie zur Besprechung von Meteorströmen.

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Dennis Hennig
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Schnuppen-Gucken 28.7. 22:29h - 23.19h UT

Beitrag von Dennis Hennig » 30. Jul 2008, 00:07

Hallo!


Ich war in der Nacht vom Montag 28.7. auf Dienstag 29.7.8 draussen und freute mich sehr, dass es DEN sternenübersäten Himmel noch gibt, da weit draussen :wink: :D

Bedingungen: völlig wolkenlos und trockene Luft, Milchstrasse sehr deutlich, Nördlicher Kohlensack im Schwan wirkte gar "dreidimensional". Aufgehender schmaler abnehmender Mond, etwas Restlicht aus Berlin (Stadtzentrum 54km entfernt), zirpende Grillen..., voll dunkeladaptierte Augen, gut 20 Jahre gelegentliche Beobachtungserfahrung

Beobachtungsort: Wiese bei Chorin, 52.911904 N ; 13.875496 E
Beobachtungszeit: 22:39h UT bis 23:19h UT = 50min

Ergebnis:
6 Perseiden
9 nicht zugeordnete Meteore

Ich lag flach auf dem Rücken, hatte die Füsse nach Nord-Osten orientiert und blickte nach oben, um unfokussierten Weitwinkelblick bemüht. Sah dabei Schwan ("oben") und Cassiopeia ("unten") gleichzeitig.

Eine Frage beschäftigte mich dabei: Wie bestimmt(et) Ihr "echten Fans" eigentlich die ZHR aus visueller Beobachtung , ohne Bildaufzeichnungsgeräte mit definiertem Erfassungswinkel und mit ganz objektivierbarer Grenzgrösse? Mir persönlich fiel es zum Beispiel schwer, längere Zeit ein konstantes Gesichtsfeld zu halten: Lustig blitzende Satelliten, unbekannte Geräusche wilder Tiere am Waldrand..., auch eine - weil eindeutig theoretisch ausserhalb des Gesichtfeldes - im Ergebnis nicht mitgezählte - grüne Feuerkugel am Südhorizont lenkten mich ab.

Die Beobachtungen und Gedanken wollt ich gern mit Euch teilen...

Viele Schnuppen in den nächsten Tagen wünscht
Dennis aus Berlin

pierre bader
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Beitrag von pierre bader » 30. Jul 2008, 10:51

Hallo Dennis,
es freut mich von Dir zu hören, daß es Dir ein Genuß war Meteore zu beobachten. Auch für mich ist es als langjähriger Beobachter immer wieder ein Erlebnis Meteore zu beobachten und in der Abgeschiedenheit der Natur Energie zu tanken. Dabei ist es mir egal welche Jahreszeit es ist und welcher Meteorstrom gerade aktiv ist.
Um nähere Informationen zu bekommen, damit Deine Beobachtungen einen wissenschaftlichen Zweck dienen, empfehle ich Dir den Besuch unserer homepage www.Meteoros.de. Unter der Rubrik "über uns" findest Du rot geschrieben "Materialien"- bitte anklicken, darin findest Du ganz unten wieder in rot "Beobachtungsanleitung" und "Imagebroschüre".
dort ist alles an Anleitung, was Du zu einer Meteorbeobachtung
benötigst. Solltest Du weitere Fragen haben, kannst Du Dich hier wieder melden, wir werden Dir auf alle Fälle antworten.
Ich hoffe ich konnte Dir helfen und würde mich freuen weiter über Deine Beobachtungsergebnisse zu hören oder zu lesen, denn wir beobachten auch und haben somit die Möglichkeit Beobachtungsergebnisse zu vergleichen. Es wäre auch nicht schlecht, Deine Meobachtungsergebnisse in unserer Zeitschrift Meteoros zu präsentieren.
Weiter viel Spaß beim Beobachten wünscht Dir Pierre Bader.

jrendtel
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knappe Hinweise

Beitrag von jrendtel » 2. Aug 2008, 10:03

Hallo,

wer nicht erst ein Handbuch lesen will um loszulegen, sollte bei einer
Zählung beachten, dass natürlich die Start/Endzeit (mit eindeutiger
Angabe ob UT/MET/MESZ - am besten gleich UT), die tatsächliche
Beobachtungszeit (abzgl. Pausen und Unterbrechungen z.B. wegen
"wilder Tiere" ;-) und die Beobachtungsbedingungen angegeben
werden müssen. Die wichtigste Angabe dazu ist die Reichweite, d.h.
welche (schwächste) Sterne kann ich noch erkennen. Das erlaubt es
nämlich, dann die Zählungen zu kalibrieren und die ZHR auszurechnen.
Eine erprobte Methode der Bestimmung der Grenzhelligkeit ist das
Auszählen von Sternen in bestimmten Feldern am Himmel. Das ist
meist etwas unvoreingenommener als das Aufsuchen von schwachen
Sternen mit bekannter Helligkeit. Die Felder sind in den von Pierre
genannten Materialien zu finden oder auch unter
http://www.imo.net/visual/major/observation/lm
(mit englischem Begleittext - aber Karten und Tabellen sind
wohl eindeutig).

Viel Spaß beim weiteren Beobachten!
Jürgen

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Dennis Hennig
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Danke!

Beitrag von Dennis Hennig » 5. Aug 2008, 23:46

Hallo Jürgen, Hallo Pierre!

Ich danke Euch beiden für die fundierten Anregungen!

Die "Anleitung zur visuellen Meteorbeobachtung" murmelt gerade Blatt für Blatt aus dem Drucker und ich freu mich auf die Lektüre.

Vielleicht hab ich demnächst Lust. auch "wissenschaftlich verwertbare" Daten zu "erzeugen", mit frisch Grenzgrössen-kalibrierten Augen ;)

Ich melde mich bei Fragen.

Freundlichen Gruss
Dennis aus Berlin

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