Meteorbeobachtung zum Experimentieren

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jrendtel
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Meteorbeobachtung zum Experimentieren

Beitrag von jrendtel » 20. Sep 2015, 15:44

Radiant der DSX um 04.30 MEZ Ende September.
Radiant der DSX um 04.30 MEZ Ende September.
Hallo allerseits,
die mondfreien Perseiden sind vorbei und es gibt Möglichkeiten, sich in der Zeit bis zu den Geminiden mit etwas mehr Experimentellem zu befassen.
Eines kommt zugegebenermaßen knapp, aber nicht erst hinterher (wie so manches Mal). In der Nacht 20./21.9. könnte eventuell Aktivität von den kappa Cepheiden (751 KCE) beobachtbar sein. Damir Segon & Co hatten dies in einem Vortrag auf der IMC erwähnt und ein Beitrag für WGN ist in Arbeit... Die Daten: Radiant 318 +78,Geschwindigkeit 34 km/s. Vermutliche Zeit der Aktivität 21.9. 3-4h UT (5-7 MESZ). Wie genau das ist und was dahinter steckt, werden wir im angekündigten Beitrag erfahren. Wer also eine Wolkenlücke hat und auch davor (oder wie auch immer danach) beobachten kann, sollte das bitte tun und auch wissen lassen.
Als zweites möchte ich an das Projekt "Tagesströme" erinnern. Neben den Arietiden im Juni sind die Gegebenheiten bei den Sextantiden (221 DSX) "am günstigsten". Der Radiant liegt am 28.9. bei 152° +0°, 32 km/s (siehe Grafik für 52° Nord, 0430 MEZ).
Da der Radiant nur rund 30° westlich der Sonne steht, bleibt natürlich nur der dämmerungsnahe Zeitraum. Entsprechend
sind bei visuellen Beobachtungen kurze Intervalle (10-15 min) mit häufigen Grenzgrößen-Bestimmungen notwendig. Die Anzahl der
Strommeteore wird sehr gering sein, in den meisten Intervallen wahrscheinlich Null. Umso mehr sind alle Daten willkommen.
Interessanterweise wird der Strom in den Videodaten regelmäßig gefunden - so gering kann also die optisch sichtbare Rate
nicht sein. Am 28. ist zwar Vollmond, aber ein verfinsterter. So kann man vielleicht die MoFi mit einer nicht allzu langen
Meteorbeobachtung verbinden... Die 221 DSX sind noch bis Anfang Oktober aktiv. Und da man in die Dämmerung hinein beobachtet, ist die Aufhellung durch den Mond nicht so gravierend wie in einer dunklen Nacht. Das habe ich im Juni bei den Arietiden-Versuchen bemerkt.
Für beide Projekte gute Sicht und "spannende Unterhaltung"...
Jürgen

jrendtel
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Re: Meteorbeobachtung zum Experimentieren

Beitrag von jrendtel » 21. Sep 2015, 10:22

Prognose der KCE-Passage von Jeremie Vaubaillon (IMCCE)
Prognose der KCE-Passage von Jeremie Vaubaillon (IMCCE)
Hallo allerseits,

meinen Aufenthalt am Observatorium auf Teneriffa (28.3°N, 16.5°W) habe ich genutzt, und im Intervall der vorhergesagten kappa Cepheiden zu beobachten. Da für den Morgen eine Schlechtwetterfront angekündigt war und es auch wichtig ist, die "Ränder" mit zu erfassen, habe ich relativ zeitig begonnen. Die Wolken erschienen ab 5 UT und es sprühregnet z.Z. (10UT) auch noch. Der Himmel war sehr dunkel und transparent mit orografischen (praktisch ortsfesten) Wolken über Nord. Daher konnte ich leider nicht grob in die Richtung des Radianten blicken. Was doppelt ärgerlich war, denn nun erschienen potentielle Strommeteore weit ab vom Radianten (aufwändige Zuordnung mit Richtung und Winkelgeschwindigkeit) und der heftige Südwind blies mir ins Gesicht. Dennoch gibt es ein Ergebnis:
Periode UT Teff LM KCE andere Meteore
0025-0055 0.50 6.49 1 8
0055-0125 0.50 6.48 1 6
0125-0155 0.50 6.48 1 8
0155-0225 0.50 6.50 2 7
0225-0255 0.50 6.51 3 10
0255-0325 0.50 6.52 4 8
0325-0355 0.50 6.53 1 10
0355-0425 0.50 6.53 1 11
0425-0455 0.50 6.53 0 14
Dies ist nur ein kleiner Datensatz, der eine geringe aber doch gut nachweisbare Aktivität der KCE zeigt. In den Vornächten kamen keine Meteore aus der Richtung NW. Ob die Null im letzten Intervall tatsächlich das Ende des Durchganges zeigt oder nur durch den immer tiefer sinkenden Radianten erzeugt wird, müssen andere Daten zeigen.

Meine Vorab-Informationen basierten lediglich auf meiner Notiz auf der IMC, doch im Forum http://www.zvjezdarnica.com/forum habe ich noch einen Hinweis gefunden. Dort ist auch die Grafik von Jeremie Vaubaillon zum Durchgang der Erde gezeigt und eine von meiner gestrigen Mail abweichende Radiantenposition angegeben. Die Differenz in RA dürfte angesichts der sehr polnahen Position nur wenig Unterschied für die Zuordnung von Meteoren verursachen.

Radiantenangaben und Fluss-Daten wird es sicher auch von den vielen Videosystemen geben. Ich fand es fast so spannend woie vor langer Zeit nach den alpha-Monocerotiden Ausschau zu halten, die 1995 einen kurzen Ausbruch hatten, auch wenn die Rate hier kleiner blieb. Das Intervall mit den 4 KCE (0255-0325UT) bringt eine ZHR von schätzungsweise 8 - also kein "Outburst" aber doch gut erkennbar.

Viele Grüße
Jürgen

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