Hallo zusammen,
mittlerweile das vierte Mal in Folge traten hier in der Nacht Halos am Mond auf. Los ging es erst aber am frühen Morgen, als sich die nächste Schleierbewölkung vor den Mond schob. Visuell war ganz schwach ein 22°-Ring zu erkennen. Deswegen gleich mal ein Stack aus 50 Bildern mit USM:
Und noch einmal mit RB und USM:
Aufnahmezeitpunkt war gegen 4:50 Uhr MESZ bei einer Mondhöhe von etwa 30°.
Danach verdichtete sich die Bewölkung sehr stark, sodass sowohl der 22er, als auch der Mond verschwanden. Kurz nach 6 Uhr änderte sich das nochmal und da traten dann auch die Nebenmonde zum Vorschein. Hier ebenfalls ein Stack aus 50 Bildern und USM:
Und einmal mit RB und USM:
Aufnahmezeitpunkt etwa um 6:05 Uhr MESZ bei einer Mondhöhe von etwa 20°. Insbesondere am linken Nebenmond ist auch ein Ansatz zum Horizontalkreis erkennbar.
Wenig später zeigte sich wohl auch noch ein Ansatz zum OBB und Parrybogen (Stack aus 20 Bildern mit RB und USM):
[Halo] 2023-09-29/30 am Mond
- Marcel Becker
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[Halo] 2023-09-29/30 am Mond
Viele Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet
Marcel
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Re: [Halo] 2023-09-29/30 am Mond
Noch ein Nachtrag:
mir ist zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas aufgefallen, wo ich eure Meinung mal dazu wissen möchte. Erst einmal ein Einzelbild von 6:23 Uhr MESZ und einer Mondhöhe von 18°: 22°-Ring diffus erkennbar, zu dem auch ein linker Nebenmond. Und jetzt ein Stack aus 20 Bildern und USM: Mit RB-Methode und USM wird es noch besser erkennbar, besonders wenn man die obigen Bilder vergleicht: Der 22°-Ring ist im oberen Bereich sehr breit, während er zu den Seiten wohl wieder dünner wird. Zu dem scheint unterhalb davon noch irgendein Ring vorhanden zu sein. Ich habe mal das ganze ausgemessen vom Mondmittelpunkt und habe den 22er als Referenz genommen. Ich komme dabei auf um die 15° und somit kann das wohl kein Halo sein. Die Frage also, was könnte das sein? Und warum ist der 22°-Ring oben so breit?
mir ist zu einem späteren Zeitpunkt noch etwas aufgefallen, wo ich eure Meinung mal dazu wissen möchte. Erst einmal ein Einzelbild von 6:23 Uhr MESZ und einer Mondhöhe von 18°: 22°-Ring diffus erkennbar, zu dem auch ein linker Nebenmond. Und jetzt ein Stack aus 20 Bildern und USM: Mit RB-Methode und USM wird es noch besser erkennbar, besonders wenn man die obigen Bilder vergleicht: Der 22°-Ring ist im oberen Bereich sehr breit, während er zu den Seiten wohl wieder dünner wird. Zu dem scheint unterhalb davon noch irgendein Ring vorhanden zu sein. Ich habe mal das ganze ausgemessen vom Mondmittelpunkt und habe den 22er als Referenz genommen. Ich komme dabei auf um die 15° und somit kann das wohl kein Halo sein. Die Frage also, was könnte das sein? Und warum ist der 22°-Ring oben so breit?
Viele Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet
Marcel
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Carl Herzog
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Re: [Halo] 2023-09-29/30 am Mond
Hallo Marcel,
das kann mehrere Gründe haben, warum der 22°-Ring oben dicker erscheint als unten. Bei einer Mondhöhe von 18° würde ich meinen, dass der Hauptgrund die stärkere Streuung der kürzeren Wellenlängen ist, so dass vor allem vom Blau immer weniger bei uns ankommt. Ich würde daher vermuten, dass dies nach unten hin zu einem Ausdünnen des Rings führt. Das dürfte dann vor allem bei der B-R Methode deutlich bemerkbar werden. Zudem schauen wir nach unten hin durch wesentlich mehr tiefere Wolken- und Dunstschichten hintdurch, was die Helligkeit der Halos dort mindert, was den visuellen Eindruck eines Ausdünnens evtl. zusätzlich verstärkt.
Einen ganz leichten Ring zwischen 9° und 18° sehe ich bei mir manchmal auch in den B-R Bilder, z.B. in der Gegend um 12° herum. Ich weiss allerdings nicht, wie man das interpretieren soll. Manchmal sehe ich in den Originalfotos, dass der Bereich nah an einem Ring - von Innen aus betrachtet - eine Verdunklung aufweist, und dabei dunkler blau erscheint als der Bereich weiter unten. Vor allem im Deinem USM-Farbfoto meine ich zwischen Sonne und 22°-Ring einen Kipppunkt von heller grünlich auf dunkler bläulich zu erkennen. Da könnte die B-R Methode dann einen Ring "hinzaubern", denn es so gar nicht gibt.
Viele Grüße, Carl
das kann mehrere Gründe haben, warum der 22°-Ring oben dicker erscheint als unten. Bei einer Mondhöhe von 18° würde ich meinen, dass der Hauptgrund die stärkere Streuung der kürzeren Wellenlängen ist, so dass vor allem vom Blau immer weniger bei uns ankommt. Ich würde daher vermuten, dass dies nach unten hin zu einem Ausdünnen des Rings führt. Das dürfte dann vor allem bei der B-R Methode deutlich bemerkbar werden. Zudem schauen wir nach unten hin durch wesentlich mehr tiefere Wolken- und Dunstschichten hintdurch, was die Helligkeit der Halos dort mindert, was den visuellen Eindruck eines Ausdünnens evtl. zusätzlich verstärkt.
Einen ganz leichten Ring zwischen 9° und 18° sehe ich bei mir manchmal auch in den B-R Bilder, z.B. in der Gegend um 12° herum. Ich weiss allerdings nicht, wie man das interpretieren soll. Manchmal sehe ich in den Originalfotos, dass der Bereich nah an einem Ring - von Innen aus betrachtet - eine Verdunklung aufweist, und dabei dunkler blau erscheint als der Bereich weiter unten. Vor allem im Deinem USM-Farbfoto meine ich zwischen Sonne und 22°-Ring einen Kipppunkt von heller grünlich auf dunkler bläulich zu erkennen. Da könnte die B-R Methode dann einen Ring "hinzaubern", denn es so gar nicht gibt.
Viele Grüße, Carl
- Marcel Becker
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Re: [Halo] 2023-09-29/30 am Mond
Hallo Carl,
vielen Dank für deine Antwort. Stimmt, in der USM-Variante ist ein Farbübergang erkennbar, sodass ich auch mittlerweile denke, dass dadurch dieser "Ring" entstanden ist.
vielen Dank für deine Antwort. Stimmt, in der USM-Variante ist ein Farbübergang erkennbar, sodass ich auch mittlerweile denke, dass dadurch dieser "Ring" entstanden ist.
Viele Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet
Marcel
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Carl Herzog
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Re: [Halo] 2023-09-29/30 am Mond
Wie ich grad sehe ist Jupiter im Bild von 06:23 zu sehen. Damit kann man zusätzliche Abschätzungen vornehmen. Jupiter war zu dem Zeitpunkt fast extakt 28° vom Mond entfernt. Daraus ergibt sich folgendes Bild bei Betrachtung des B-R:
(a) Bis ca. 24° starke Aufhellung (außerhalb des 22°-Ringes)
(b) Bis ca. 21,7° deutliche Verdunklung
(c) Ab ca. 14,2° bis ca. 18,8° leicht dunkles Band
(a) könnten die 23°- und 24°-Ringe sein, (b) ist der 22°-Ring und (c) vielleicht einfach nur eine Streuung des Mondlichts im Dunst, die eine leicht andere Färbung als der Rest hat. Im B-R Bild sind keine scharfen Grenzen erkennbar, sondern breite diffuse Bänder, was dafür spricht, dass es sehr diesig war und das Mondlicht stärker als normal gestreut wurde. Da der Zeitpunkt mitten in der nautischen Dämmerung lag und nah am (visuell erkennbaren) Beginn der blauen Stunde, mag der Himmelshintergrund bereits recht blau gefärbt gewesen sein, während das gestreute Mondlicht im Vergleich dazu eher grünlich wirkte.
Viele Grüße, Carl
(a) Bis ca. 24° starke Aufhellung (außerhalb des 22°-Ringes)
(b) Bis ca. 21,7° deutliche Verdunklung
(c) Ab ca. 14,2° bis ca. 18,8° leicht dunkles Band
(a) könnten die 23°- und 24°-Ringe sein, (b) ist der 22°-Ring und (c) vielleicht einfach nur eine Streuung des Mondlichts im Dunst, die eine leicht andere Färbung als der Rest hat. Im B-R Bild sind keine scharfen Grenzen erkennbar, sondern breite diffuse Bänder, was dafür spricht, dass es sehr diesig war und das Mondlicht stärker als normal gestreut wurde. Da der Zeitpunkt mitten in der nautischen Dämmerung lag und nah am (visuell erkennbaren) Beginn der blauen Stunde, mag der Himmelshintergrund bereits recht blau gefärbt gewesen sein, während das gestreute Mondlicht im Vergleich dazu eher grünlich wirkte.
Viele Grüße, Carl
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