Andreas Möller hat sich ja nach der "chilenischen" Mondfinsternis am 16. Mai* wieder aufgemacht, um diesmal im Westen der USA die zweite Totale Mondfinsternis des Jahres zu fotografieren. Das ist ihm in der Nacht des 7./8. Nov. auch gelungen; er wird hier sicher demnächst etwas darüber einstellen.
Ich konnte ihm zudem mein Photometer mitgeben, mit dem uns sein Kumpel Ken Green die Lichtkurve aufzeichnete. Da die Auffahrt zum Kitt Peak bei Tucson wegen des Waldbrands im Sommer immer noch gesperrt war, blieben sie kurz vor der Grenze zu Arizona in der kalifornischen Mojavewüste. Trotz der Höhe von nur 40 m herrschten nach Wolkenabzug während der gesamten Finsternis sehr gute Bedingungen, wie die folgenden auf Luftmasse 1 kalibrierten Meßdaten zeigen. Die grauen bzw. farbigen senkrechten Linien geben die sechs Kontaktzeiten an.
Man sieht mal wieder sehr schön den asymptotischen Oppositionseffekt mit einer in der frühen Halbschattenphase auf -13,09 mvis hochgehenden Helligkeit. Das Minimum der Lichtkurve wurde kurz nach der Finsternismitte mit -(2,31 +/- 0,02) mvis erreicht, eine Lineardynamik von 20 500. Damit war der verfinsterte Mond immer noch knapp doppelt so hell (-0,7 mvis) wie der nahebei stehende Mars, was so auch gemessen werden konnte.
Ich habe über den wolkenbedingt "wackligen" Messungen vor der Finsternis in der ersten Nachthälfte und dann über dem Schluß der Meßreihe jeweils gerade Asymptoten eingezeichnet. Darin zeigt sich, daß man zur Mondphotometrie an sich eine perfekt transparente Atmosphäre benötigt, weil es für den Mond zumeist keine Vergleichsobjekte gibt, und man ihn deshalb absolut messen muß.
Daß der Oppositionseffekt im Auslauf der Finsternis nur auf -12,89 mvis hin läuft, und dann scheinbar stärker einbricht, hat damit zu tun, daß der Vollmond in der Morgendämmerung (in der auch 3% bis über 40% Untergrund abgezogen werden mußten) nur noch 5 bis 3 Grad hoch stand, und deshalb durch 10 bis 15 Luftmassen gemessen wurde. Hier funkt dann atmosphärisches Aerosol dazwischen, das allein mit dem Ansatz einer Rayleigh-Atmosphäre nicht auskorrigierbar ist. (Nur in großer Höhe wie am Mauna Loa in Hawai'i konnte ich solche Daten mitunter einbeziehen.)
Trotz alledem sind das sehr schöne Ergebnisse. Gut gemacht, Jungs, AKM 4ever!
Gruß. Elmar
*Carsten Jonas hatte in Chile auch einige Daten für mich genommen, obwohl es in der Atacama damals seltenerweise viel mehr Wolkenstörungen gab. Das "Gold aus Kalifornien" motiviert mich nun, diese endlich auszuwerten. Vielleicht reicht es wenigstens für die Minimumshelligkeit.