Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

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Jan Hattenbach
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Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Jan Hattenbach » 5. Jan 2014, 09:54

Hallo,

einen interessanten Beobachtungsaufruf hat Bernd Gährken gestartet, siehe hier.

Es ist wohl eine der besten Gelegenheiten, die Jupitermonde mit bloßem Auge zu sehen.

Viele Grüße,

Jan
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Jan Hattenbach
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Jan Hattenbach » 5. Jan 2014, 21:56

Also, ich schaffs nicht, da muss man wohl dunkleren Himmel haben (5mag kriege ich auch in Aachen hin, wenn der Himmel richtig klar ist). Das Foto entstand genau zum Oppositionszeitpunkt (Io, Europa, Ganymed, Kallisto, vlnr). Im 10x50 sind Monde und Stern (44 Gem) kein Problem. Ob sie jetzt heller sind als normal, kann ich nicht sagen...

Bild
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Christoph Gerber
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Christoph Gerber » 5. Jan 2014, 22:02

Die Situation ist zudem noch interessanter, da nicht nur der Oppositionseffekt mitspielt, sondern III (Gynamed) und IV (Callisto) weitab von Jupiter so nahe stehen, dass das bloße Auge sie wird nicht trennen können (wer das schafft, müsste auch den Jupiter als Scheibchen erkennen können!). Beider Licht wird also zusammenschmelzen und die Helligkeit (ohne Oppositionseffekt: III +5.1mag und IV +6.1mag lt. stellarium) nochmals um 0.4 mag auf eine Gesamthelligkeit von +4.7 mag erhöhen!

Viel Erfolg beim Beobachten!
Christoph

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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von wolfgang hamburg » 5. Jan 2014, 22:04

Moin moin,

alter Mann schafft es auch nicht, auch nicht mit Brille. Mit Fernglas(10x50) kein Problem, Knippse auf normalem Stativ(105mm(157mm KB)) sah es so:
Bild

Grüße wolfgang
PS: Sehr feucht hier, Tau schlägt nach wenigen Minuten zu!

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Astrid Beyer
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Astrid Beyer » 5. Jan 2014, 22:57

Mit bloßem Auge keine Chance, die Kamera schafft mehr :wink:
Nikon D5200, 270mm, ISO2000, f 7,1, 1/5s um 19:08 Uhr:
Bild

das zweite eine Stunde später:
ISO2000, f 8,0, 1/5s (20:15Uhr)
Bild

Gruß Astrid

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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Thorsten Schipmann » 6. Jan 2014, 00:29

Hab's probiert - keine Chance.
Mit dem primitivsten 8x30 Feldstecher klappts problemlos, aber mit bloßem Auge absolut keine Chance.

Bin ja gespannt, ob es irgendjemandem gelingt, halte es eher für unwahrscheinlich.

Gruß,
Thorsten

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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von MathiasFleischer » 6. Jan 2014, 00:35

Ahoi,

ich habs auch mal probiert, als ungeuebter wird das schonmal gar nix denk ich :)
Aber fuern Bildchen reichts doch:

Bild


ca. 22:45MEZ
Sigma SD14
M42 Auto-Beroflex 135mm F2.8
F5.6/2sec/ISO50
(200% crop)

MfG
Mathias

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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Sebastian Alberts » 6. Jan 2014, 08:46

Hallo zusammen,

nach laaaangem passiven Mitlesen, habe ich mich jetzt endlich entschlossen mich auch mal hier anzumelden.
Gestern Abend konnte ich mit meinem 300mm Objektiv folgende Aufnahme machen.

Viele Grüße aus Mönchengladbach
Sebastian

Bild
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Jan Hattenbach
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Jan Hattenbach » 6. Jan 2014, 08:51

Hallo Forum,

sieht so aus, als war das wohl schwieriger als gedacht. Ohne richtig dunklen Himmel und gutes Seeing hat man wohl keine Chance. Insgesamt sind mir bisher 15 negative Beobachtungen (Foren, Twitter, Blog) zu Ohren gekommen, und nur eine positive (hier im astronomie.de-Forum).

CS, Jan
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Christoph Gerber
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Christoph Gerber » 6. Jan 2014, 12:04

Jupitermonde (III+IV) mit bloßem Auge

Hier mein Bericht, der aufgrund der besonderen Erscheinung und der Schwierigkeit für die Beobachtung recht ausführlich ist.

Beobachtungszeit: 23:20–23:50 MEZ, Beobachtungsort: Heidelberg-Ziegelhausen, vom Balkon aus (noch kein Nebel im Neckartal)
Nachdem ich hier im Forum vom Aufruf erfahren hatte (Danke, Jan!), wollte ich nachsehen, ob der Himmel klar wäre, um für die Beobachtung zu meinem Beobachtungsplatz auf der Höhe zu gehen. Auf dem Balkon bemerkte ich dann, dass Jupiter gerade an der Dachkante erschien. Aber mit der Abdeckung von Jupiter durch die Dachkante hatte ich keinerlei Erfolg: sie war zu nahe. Folglich habe ich mich nicht auf die Sichtbarkeit einzelner Monde konzentriert, sondern auf die Sichtbarkeit des "Begleiters" aus Monden III und IV, deren Licht dem bloßem Auge verschmolzen als ein Objekt erscheinen sollte. In dieser Hinsicht hatte ich überraschenderweise sofort Erfolg, denn neben Jupiter stand tatsächlich ein schwacher Stern - sichtbar ganz ohne Jupiter verdecken zu müssen! Ich hielt es zunächst für ein Artefakt des Brillenglases bzw. des Auges, aber verschiedene Blickwinkel zeigten den "Stern" konstant in der selben Richtung. Einen "Brillenfehler" (bzw. Augenfehler) konnte ich so zumindest ausschliessen - auch Sirius zeigte keinen "Begleiter". Der Abstand entsprach in etwa dem des Sternpaares Theta 1&2 TAU in den Hyaden (6'). Die Richtung war entgegengesetzt zu Delta GEM (Wasat). Soweit die Lage, bevor ich zum Fernglas griff. Ein Blick durch das Fernglas bestätigte dann diese Beobachtungen (Abstand und Richtung; der Abstand Jupiter - III betrug tatsächlich 6') . Ich gehe nun davon aus, dass ich das kombinierte Licht von III und IV mit bloßem Auge gesehen habe.

Die Helligkeitsschätzung eines so schwachen Sternes neben einer so hellen Lichtquelle wie Jupiter ist mit größter Vorsicht zu bewerten. Durch Vergleiche mit anderen Sternen in GEM gelangte ich zu folgendem Ergebnis: Tau GEM etwas heller, 1 GEM schwächer. Daraus folgt eine Gesamthelligkeit von +4.7v. Es hat mich schon überrascht, dass dies genau die Summenhelligkeit war, die ich vorab errechnet hatte! (s. oben) - also offenbar kein erkennbarer Oppositionseffekt? Es ist Vorsicht geboten, denn +4.7 so nahe neben Jupiter könnte durchaus auch schwächer als tatsächlich erscheinen (Überstrahlung!), so dass die beobachteten +4.7 eventuell tatsächlich heller waren.
Jetzt gilt es, den Beitrag des Oppositionseffektes zu bestimmen. Die nächsten Gelegenheiten zur Schätzung von Summenhelligkeiten sind folgende (III in Elongation und IV nahebei, Abstand vom Jupiter etwa 6'): am Morgen des 27.1. in einer sehr ähnlichen Konstellation nach 3 weiteren Ganymed-Umläufen (allerdings nicht so hoch am Himmel) und am 30.1. Abends beim Dunkelwerden (östlich des Jupiters, Abstand III-IV größer werdend) sowie in der Nacht vom 20./21.2. (ebenfalls östlich vom Jupiter).

Helligkeitsberechnung (V und B-V aus Stellarium, wo V auf 0.05 gerundet ist):
Tau GEM: 4.40 V, B-V 1.26, abgeleitete v=4.65
1 GEM: 4.75 V, B-V 0.60, abgeleitete v= 4.90
Daraus ergibt sich die geschätzte Summenhelligkeit von III+IV auf ≈ 4.70-4.75v

Nachträge:
Aufgrund des Nebels später auf die Höhe gegangen, um die Beobachtung zu wiederholen (Beobachtungszeit: 1:05-2:00 MEZ). Jetzt war es schon viel schwieriger, den "Begleiter" zu sehen. Er war nur noch sporadisch zu sehen, und nicht mehr als "ständiger Begleiter" wie vorhin, als er nahezu "unübersehbar" war. Auffällig war, dass ich ihn am häufigsten im Moment des Hinsehens erfasste, und zwar sehr deutlich, aber sobald ich genauer hinschaute, war meistens nichts (Eindeutiges) mehr zu erkennen. Um 2:00 MEZ betrug der Abstand von III und IV bereits über 1.5', so daß sie vermutlich schon zu weit auseinander waren, um für das Auge zu "verschmelzen" und so einen zusätzlichen Helligkeitszuwachs zu erzeugen.

Scheinbarer Jupiterdurchmesser: Zum ersten Mal habe ich die scheinbare Größe (Durchmesser) des Jupiter abgeschätzt. Für mein Auge hat er einen "Durchmesser" von etwa 3–4', er erscheint also (durch Überstrahlung) trotz punktförmiger Erscheinungsweise (Durchmesser 3/4') 4–5mal größer, als er tatsächlich ist.

Himmelszustand: der Himmel klarte gegen Sonnenuntergang auf, dann zog er wieder zu. Am späten Abend war er jedoch überraschend wieder aufgeklart. Bei der ersten Beobachtung war ich so mit dem Phänomen selbst beschäftigt, daß ich keine FST (Grenzgröße) bestimmt habe (bis der Nebel aufkam). Auf der Höhe war es sehr klar, so dass ich den Anblick des Winterhimmels genossen habe. Das Milchstraßenband war sogar in MON-CMA-PUP (im Süden) deutlich zu erkennen - ich kann mich nicht erinnern, diesen Teil jemals von hier aus gesehen zu haben! Von den Plejaden konnte ich 8 Sterne erkennen (Asterope mit 5.75 jedoch nicht mehr), auch M34 (bei Algol, der sich im Minimum befand!) war gut zu erkennen. Auch R LEO, der sein Maximum hinter sich hat, war noch erkennbar (lt. AAVSO-Beobachtungen hat er z.Z. eine Helligkeit von 5.8).


Fazit:
Die Erscheinung hatte offenbar vorübergehenden Charakter, war also zeitlich begrenzt: einige Stunden später war sie vermutlich gar nicht mehr zu sehen. Da III+IV jedoch immer wieder nebeneinander stehen (wenn auch recht selten günstig zu beobachten), verwundert es doch, dass über die Sichtbarkeit dieses Jupiter-"Begleiters" mit bloßem Auge bisher offenbar keinerlei Berichte vorliegen. Bei Sichtungen der Jupitermonde mit bloßem Auge geht es immer nur um die einzelnen Monde, nie um um das "verschmolzene" und damit hellere Mondpaar III+IV. Dies würde für einen evtl. nicht unerheblichen Helligkeitsbeitrag durch den Oppositionseffekt sprechen.


Christoph

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Michael Großmann
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Michael Großmann » 6. Jan 2014, 13:04

Hallo Zusammen,

hier sind meine "5 Cent" zu diesem Ereignis. Aufgenommen in Kämpfelbach mit einer EOS 60d; F/9; f/300mm; t= 1,3 sec bei ISO 1000

Bild

Viele Grüße,
Micha

Wolfgang Dzieran
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Re: Jupitermonde mit bloßem Auge (5.1.2014)

Beitrag von Wolfgang Dzieran » 7. Jan 2014, 12:44

Hallo,

zunächst einmal vielen Dank für die schönen Fotos von Euch.

Auch bei mir hat es - wie bei den meisten auch - nicht mit dem bloßen Auge geklappt.

Ich bin zur Zeit auf der Nordseeinsel Föhr. Das Wetter ist hier nicht sehr beobachtungsfreundlich. Um 22 Uhr war der Himmel völlig zugezogen. Als ich um ca. 20:20 Uhr anfing mit dem Beobachten zogen schon immer wieder einzelne Wolken durch.

Mit einem Fernglas (8x42) waren zu diesem Zeitpunkt die Jupitermonde einfach zu erkennen. Allerdings sah ich nur "drei", denn Io und Europa standen zu diesem Zeitpunkt noch zu dicht beieinander, um sie im freihändig gehaltenen Glas eindeutig trennen zu können.

Hier kam erschwerend noch der Wind hinzu, Windstärke 4-5 aus SW. Meine Versuche, die Monde mit bloßem Auge zu erkennen, schlugen jedoch fehl. Denn wo Hauskanten sind, sind leider auch Straßenlaternen oder erleuchtete Fenster nicht weit. So lag die visuelle Grenzgröße hier im Ort bei ca. 3-4 mag, sicherlich nicht ausreichend.

Außerhalb des Ortes fehlten mir leider dann die Abschattungsmöglichkeiten. Grenzgröße hier vielleicht bei 5mag, aber leider wurden es auch der Wolken schnell immer mehr. Versuche mit der "Kante" des Autodaches scheiterten ebenfalls.

Andere Beobachter hatten jedoch mehr Glück. Bernd und mir wurde doch von einigen geglückten Beobachtungen berichtet. Vom ersten Eindruck her müssen dazu jedoch mehrere Umstände zusammen kommen. 1) ein wirklich dunkler Himmel, 2) gute Augen und 3) einige astronomische Beobachtungserfahrung.

Wer keinen Erfolg hat, braucht sich deshalb also nicht besonders ärgern und kann sich damit trösten, dass die große Mehrheit der Beobachter ebenfalls es nicht geschafft hat, Jupitermonde mit dem bloßem Auge zu sehen.

Eine ausführliche Würdigung aller positiven und negativen Beobachtungsberichte wird noch etwas dauern. Doch hier schon einmal ein herzliches Dankeschön an alle, die an dieser kleinen Aktion teilgenommen haben!

Klaren Himmel!

Wolfgang
aus Bad Lippspringe

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