Hallo zusammen,
heute früh endlich mal wieder Merkur zu Gesicht bekommen – tief im SO, 12° links unterhalb der Venus. Wohl gerade noch rechtzeitig, da sich ab heute Hochnebel breit machen wird (er rückt allmählich von Osten an).
Was mich aber wirklich erstaunt hat, war die Helligkeit von Delta Sco (Dschubba). Er rivalisierte in der Dämmerung mit Antares, als ob er ein Stern erster Größe wäre. Der Versuch einer Schätzung mit Alpha Oph (Rash al Hague) und mit Berücksichtigung der Extinktion (nach stellarium) komme ich auf mindestens +1.5 mag für Delta, was ihn tatsächlich in die erste Größenklasse heben würde (der unterschiedliche Dämmerungshintergrund ist dabei noch unberücksichtigt). Antares wird mit +1.05 geführt, ist aber variabel; Farbkorrektur schwächt ihn für das Auge nochmals um 0.4 mag. Laut Daten der AAVSO lag die Helligkeit von Dschubba seit Anfang 2022 bei +1.7 mag; die letzten V-Messungen stammen noch vom Juli 2023. Ich bin gespannt auf die neuen Schätzungen/Messungen, wenn er günstiger am dunklen Himmel stehen wird. Lange Zeit war Delta Sco schwächer als der benachbarte Beta, aber das hatte sich mit dem Beginn des Helligkeitswechsels Ende der 1990er geändert. Dass Delta deutlich heller ist als Beta, daran habe ich mich längst gewöhnt. Aber ihn heute so hell zu sehen, das hat mich wirklich überrascht.
In Zukunft könnte das Paar Antares/Dschubba genau so interessant werden wie Betelgeuze/Rigel, zumal die Farben der beiden roten Riesen bzw. der beiden blauen Riesen nahezu identisch sind. Und sie stehen sich am Himmel nahezu genau gegenüber.
Gruß aus HD,
Christoph
Merkur und Delta Sco
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