Hallo Carl und Christoph,
nach vielen Jahren der Befassung mit dem Ansehen hunderter von Fotos steht für mich fest, daß ein Großteil der ZHB an "Flugzeugcirren" entsteht. Daß es sich um solche handelt, sieht man denen oft nicht mehr an, weil sie schon viele Stunden verweht wurden. Im Zweifelsfall kann zumindest ich sie von "Löckchencirren" schlecht auseinander halten. Hier gibt es Berufenere wie Adrian Marin, die uns vielleicht Hinweise auf morphologische Kriterien für künstliche und natürliche Cirren geben könnten.
Ich erinnere mich aus den letzten 15 Jahren jedenfalls nur an wenige, deutliche ZHB in "unstreifigen", also homogenen hohen Wolken. Das letzte und nur zweite spektakuläre Exemplar gab es für mich am 8. Juni dieses Jahres wie oben verlinkt.
Nun ist es so, daß selbst Naturinteressierte vor 100 und mehr Jahren zumeist anderes zu tun hatten, als nach Halos zu suchen. Im historischen Schrifttum wie W.R. Corliss' "Rare Halos, Mirages, Anomalous Rainbows and Related Electromagnetic Phenomena: A Catalog of Geophysical Anomalies" (1984) vertreten sind ZHB nur etwa als von Seeleuten aus niederen Breiten berichtete "horizontale Regenbögen". Im Klassiker "Meteorologische Optik" (1922) von Pernter und Exner* findet sich m.W. nur ein ZHB, dort noch als UB zum 46-Grad-Ring bezeichnet, und der stammt aus Litauen von einem hohen Vollmond. Das ist doch schon seltsam für einen gar nicht soo seltenen Halo, wie unsere Untersuchungen zeigten.
Von daher ist in gewisser Weise sogar etwas dran an den "Chemtrails", weshalb ich in einem Off-Topic-Faden nach dem Umgang in der Kommunikation damit fragte. Daß der Flugverkehr über die Kondensstreifen wetterbeeinflussend ist, steht für mich außer Zweifel.
Viele Grüße
Elmar
*den habe ich mir gerade und endlich für gut 65 € gekauft; für den Corliss 1-500 € hinzulegen bin ich noch nicht bereit

(Unser Alex hat den aber.)