Hallo zusammen,
morgen bietet sich die selten günstige Gelegenheit, Jupiter tagsüber mit Hilfe des Mondes beobachten zu können. Die nächste Annäherung findet gegen 7:00 MESZ statt, der Jupiter steht dann etwa 0.4° unterhalb des Mondes (Monddurchmesser 0.5°). Ich habe vier screenshots aus stellarium beigefügt, die die relativen Positionen von Jupiter zum Mond zeigen. Ab etwa 9:00 MESZ dürfte es schwierig werden, Jupiter zu verfolgen. Bis 8:00 Uhr sollte er gut mit einem Fernglas auffindbar sein, und er sollte u.U. auch mit bloßem Auge erkennbar sein.
Heute ist der Himmel (hier) überraschend klar, und wenn es morgen so bleiben sollte, wären es fast ideale Beobachtungsumstände.
Beobachtungsanreize: Wie lange kann Jupiter nach Sonnenaufgang mit bloßem Auge verfolgt werden? Ist er z.Z. der engsten Annäherung an den Mond (noch) mit bloßem Auge zu sehen? Wie sieht es mit Beobachtungen im Fernglas aus? Wer hat positive/negative Beobachtungen gemacht?
Allen, die es versuchen, wünsche ich Erfolg und ein besonderes Erlebnis!
viele Grüße aus HD,
Christoph
14.6.2023 7 Uhr: Mond bei Jupiter (am Tage)
Moderator: StefanK
- Christoph Gerber
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Re: 14.6.2023 7 Uhr: Mond bei Jupiter (am Tage)
Hier mein Beobachtungs-/Erfahrungsbericht (Zeiten in MESZ = UTC+2h):
04:40 in der hellen Dämmerung ein sehr schönes Paar, v.a. gegen die dunkle Silhouette des Berges. Jupiter etwa 1,5 Monddurchmesser links unterhalb vom Mond.
05:20 (etwa Sonnenaufgang) Jupiter noch gut sichtbar
05:50 Jupiter schon recht schwer mit BA, aber immerhin noch sichtbar (30 min nach Sonnenaufgang)
07:40–07:55 Jupiter etwa 3–4x erhascht; etwas überraschend, da der Himmel nicht so klar und milchig-weiß statt satt-blau war. Jupiter etwa 1 Mond-Dm unterhalb und 2/3 rechts vom Mond
09:00–09:15 Himmel etwas klarer als vorhin; Jupiter 1–2x erhascht, aber keine wirkliche Sichtung
09:30–09:45 Himmel deutlich klarer, aber es reicht nicht: nur unsichere „Sichtungen“
10:15 Mond und Jupiter im Meridian – letzter Versuch: nur noch unsichere Sichtungen, da sich die Schätzung des Abstandes von der Mondsichel äußerst schwer gestaltete, ja eigentlich unmöglich war. Es fehlten wohl feine Cirren, die Orientierung geboten hätten...
Mit 12x60 war Jupiter stets recht leicht aufzufinden. Interessant war die Flächenhelligkeit des Jupiter: sie lag im mittleren Bereich der des Mondes: also geringer als als die hellsten Bereiche, aber deutlich heller als die Terminator-nahen Bereiche, die ja in dieser Phase mehrheitlich im den dunklen „Meeren“ liegen).
Jupiter ebenso problemlos jederzeit auf Fotos (200mm-Tele) erfasst.
Ein Nebenprodukt der Beobachtung waren (im Zeitraum 9:30–9:45) die vielen hochfliegenden Vögel, die etwa 2’ groß erschienen: sie waren nur in einem Feld von etwa 4–5° um die Blickfeldmitte zu sehen: sie flogen rein und waren auf einmal da – und dann waren sie wieder weg. Aus der Meteorbeobachtung weiß ich, dass ich sehr schwache Meteore praktisch nur dann sehe, wenn ich gerade direkt in die Richtung geblickt habe. Die Vögel haben mir nun gezeigt, dass dieser Bereich tatsächlich nicht größer als 4°, maximal 5° ist.
Gruß aus HD,
Christoph
PS: ab 10:30 zunehmende Cu-Bildung. Gegen 12:50 erfolglos nach Jupiter gesucht – vermutlich in falschem Winkel vom Mond? Um 13:30 noch eine letzte Gelegenheit, kurz vor dem Verschwinden hinter dem Wald am Hang (Jupiter 2 3/4 ° direkt unterhalb der Mondsichel): dank stellarium konnte ich ihn mit 12x60 nochmals finden, bevor er von Wolken verschluckt wurde. Keine Sichtung mit BA - dazu veränderten sich die Wolken (tiefe Cumuli) zu schnell...
04:40 in der hellen Dämmerung ein sehr schönes Paar, v.a. gegen die dunkle Silhouette des Berges. Jupiter etwa 1,5 Monddurchmesser links unterhalb vom Mond.
05:20 (etwa Sonnenaufgang) Jupiter noch gut sichtbar
05:50 Jupiter schon recht schwer mit BA, aber immerhin noch sichtbar (30 min nach Sonnenaufgang)
07:40–07:55 Jupiter etwa 3–4x erhascht; etwas überraschend, da der Himmel nicht so klar und milchig-weiß statt satt-blau war. Jupiter etwa 1 Mond-Dm unterhalb und 2/3 rechts vom Mond
09:00–09:15 Himmel etwas klarer als vorhin; Jupiter 1–2x erhascht, aber keine wirkliche Sichtung
09:30–09:45 Himmel deutlich klarer, aber es reicht nicht: nur unsichere „Sichtungen“
10:15 Mond und Jupiter im Meridian – letzter Versuch: nur noch unsichere Sichtungen, da sich die Schätzung des Abstandes von der Mondsichel äußerst schwer gestaltete, ja eigentlich unmöglich war. Es fehlten wohl feine Cirren, die Orientierung geboten hätten...
Mit 12x60 war Jupiter stets recht leicht aufzufinden. Interessant war die Flächenhelligkeit des Jupiter: sie lag im mittleren Bereich der des Mondes: also geringer als als die hellsten Bereiche, aber deutlich heller als die Terminator-nahen Bereiche, die ja in dieser Phase mehrheitlich im den dunklen „Meeren“ liegen).
Jupiter ebenso problemlos jederzeit auf Fotos (200mm-Tele) erfasst.
Ein Nebenprodukt der Beobachtung waren (im Zeitraum 9:30–9:45) die vielen hochfliegenden Vögel, die etwa 2’ groß erschienen: sie waren nur in einem Feld von etwa 4–5° um die Blickfeldmitte zu sehen: sie flogen rein und waren auf einmal da – und dann waren sie wieder weg. Aus der Meteorbeobachtung weiß ich, dass ich sehr schwache Meteore praktisch nur dann sehe, wenn ich gerade direkt in die Richtung geblickt habe. Die Vögel haben mir nun gezeigt, dass dieser Bereich tatsächlich nicht größer als 4°, maximal 5° ist.
Gruß aus HD,
Christoph
PS: ab 10:30 zunehmende Cu-Bildung. Gegen 12:50 erfolglos nach Jupiter gesucht – vermutlich in falschem Winkel vom Mond? Um 13:30 noch eine letzte Gelegenheit, kurz vor dem Verschwinden hinter dem Wald am Hang (Jupiter 2 3/4 ° direkt unterhalb der Mondsichel): dank stellarium konnte ich ihn mit 12x60 nochmals finden, bevor er von Wolken verschluckt wurde. Keine Sichtung mit BA - dazu veränderten sich die Wolken (tiefe Cumuli) zu schnell...
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