Was lange währt..
Eine richtige Auswertung bin ich ja immer noch schuldig geblieben, worauf mich nicht zuletzt der liebe Herr Gerber immer wieder hinwies.

Nun habe ich eh im Datendschungel herumgewühlt und drei Rechner vor meiner Nase (d.h. PC, Handy und GTR), da kann ich ja nun endlich mal eine kleine Analyse nachreichen.

Also habe ich wieder die Sternfelder mit Stellarium ausgewertet, mit der Trigonometrie die Distanz berechnet und mit TPE die Peilung vorgenommen.
Fazit: Die Sprites waren doch etwas weiter weg als ich dachte, nämlich etwa 250 km von mir bzw. ca. 120 km vor der Küste der schönen Insel Sylt. Einen genaueren Ort kann man da aber leider nicht nennen. Nur die ungefähren Koordinaten: 55.0 °N, 6.4°E. Von mir aus auch Doggerland, Rungholt etc...
Ich habe mir exemplarisch zwei Stück hergenommen, einmal den von 1:03 MESZ und den von 1:35, beide waren ca. 248 km entfernt (die übrigen hatten auch alle etwa dieselbe Höhe), hatten nur leicht unterschiedliche Azimute (der wanderte mit der Zeit mehr nach Norden) und Größe sowie Helligkeit. Dazu die Blitzkarten mit ungefährer Sichtlinie. Meine Vermutung von damals, dass die auslösenden/zugehörigen troposphärischen Blitze von mir aus gesehen weiter hinten gelegen waren, war also völlig korrekt, aber viel weiter "hinten" noch als ich dachte, immerhin ca. 50 km hinter der noch etwas aktiveren Gewitterfront.
Und was die "optimale" Distanz wieder angeht, war wohl der Abstand von ca. 200 km zum Gewitter nicht verkehrt (obwohl in dem Fall nicht bewusst gewählt), denn näher dran hätten zunehmend Zirren die Sicht versperrt (man erkennt im zeitlichen Verlauf der Bilder wie sie auf mich zu zogen). Der südliche Teil der Linie wäre sicherlich etwas später auch noch interessant geworden, wobei der Mond allmählich näher ans Blickfeld rückte und vor allem auch die Morgendämmerung schon wieder fortschritt.