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von Alexander Haußmann » 19. Aug 2013, 11:18
Hallo allerseits,
Entschuldigung für die späte Antwort, aber ich war einige Tage nicht im Netz.
@ Martin: Ja, das sind Cb, ich hab einige Blitze gesehen. Leider hat es nie geblitzt wenn der Verschluß offen war.
@ Peter: Danke für die Koordinaten! Wußte gar nicht, dass man da als Normalsterblicher rankommt. Dann sei UA mal nachträglich verziehen...
@ Matthias: Meine Erfahrung war, so dicht wie möglich ans Fenster ranzugehen und so senkrecht wie möglich durchzufotografieren. Trotzdem war erst mit Blenden über f/2.8 (also kleinerer Öffnung) etwas anzufangen. Womöglich besteht der direkte Zusammenhang aber mit der absoluten Öffnung, denn der Sonnenaufgang war mit meiner kleinen Russentonne (500 mm, f/8, abs. Öffnung also 62.5 mm) auch ziemlich matschig. Unabhängig davon kommt ja noch die Luftturbulenz durch die heißen Triebwerksgase dazu, aber da gibt es immer wieder bessere und schlechtere Momente.
Zum Polarlichfotografieren hab ich etwas rumprobiert: Mit dem Objektiv am Fenster aufsetzen und die Abdeckung bis ans Objektiv runterziehen für mehr Anhalt. Um alles drumrum die Nachtflug-Decke um die Reflexe der restlichen Kabinenbeleuchtung zu unterdrücken. Dann Luft angehalten und direkt an der Kamera ausgelöst (diese Hand hält gleichzeitig die Decke). Ich hab auch versucht, mein Tischstativ einzusetzen, aber Knie und Esstischchen taugen nicht gut als stabile Aufsetzpunkte. Man kann das Stativ aber als Deckenhalter benutzen.
Kamera war eine Pentax K-5 mit Sensorgröße 23,7 mm x 15,7 mm.
08.45 UTC: Pentax DA 18-55 mm, f=18 mm, f/3.5, 4s, ISO 3200
09.33 UTC: Pentax DA 10-17 mm, f=11 mm, f/3.5, 8s, ISO 3200
10.01 UTC: Pentacon auto 1.8/50 mm, f/2.8, 3s, ISO 3200
Bei dem Objektiv weiß man wenigstens, dass Unendlich am Anschlag ist und beim Anhalten ans Fenster verstellt sich nicht die Brennweite, da kein Zoom! Leider überzeugen mich die weitwinkligen Festbrennweiten aus der VEB-Ära nicht an der Pentax, weswegen ich auch keins davon mithatte.
10.12 UTC: Pentax DA 18-55 mm, f=18 mm, f/3.5, 8s, ISO 3200
Übrigens waren das meine allerersten Polarlichtfotos überhaupt, wenn man mal von einem violetten Schimmer beim Airglowereignis vom 15.07.2012 absieht... In Deutschland hab ich nur im Juli 2000 mal eins zufällig visuell beobachtet, bei späteren Versuchen leider immer Pech gehabt (oder verpaßt...). Bei einer Radtour durch Island 2003 haben wir öfters die grüne Aurora gesehen, aber da war ich nicht der Fotograf (Arbeitsteilung).
In Alaska ist das Polarlicht jedenfalls die bekannteste atmosphärische Erscheinung und war daher häufig unser Gesprächseinstieg mit Einheimischen, wenns um die Konferenz ging.
Viele Grüße,
Alex