Simultane Minima zweier langperiodischer Bedeckungsveränderlicher

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Christoph Gerber
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Simultane Minima zweier langperiodischer Bedeckungsveränderlicher

Beitrag von Christoph Gerber » 21. Nov 2019, 22:35

Hallo miteinander,

ich war eben gerade draußen zum Beobachten: zwei langperiodische Bedeckunsveränderliche sind in diesen Tagen gleichzeitig im Minimum:
Zeta Auriga (Periode 2,7 Jahre) ist z.Z. +4.2 statt +3.9 hell. Ende der Bedeckung (Wiederanstieg der Helligkeit) ist etwa 29.11.–3.12.
Gamma Persei (Periode 14,5 Jahre!) ist z.Z. +3.4 statt +3.0 hell. Das Ende der Bedeckung findet am 27.–28.11. statt. Aufgrund der Periode sind die Bedeckungen nur alle 29 Jahre unter günstigen Bedingungen wie dieses Jahr zu beobachten!
Die Abschwächung ist zwar nicht groß, mit bloßem Auge aber durchaus erkennbar. Meine Schätzungen betreffen den aktuellen Zustand; die Normalhelligkeit habe ich stellarium entnommen und beruhen nicht auf eigenen Beobachtungen (das werde ich nach den Bedeckungen nachholen). Aber für fotografierende Astrofreunde dürfte diese Simultanbedeckung sehr reizvoll sein, da beide Sterne gemeinsam auf einem Bild erfasst werden können und so ein Vergleich Minimum–Normalhelligkeit beider Sterne auf nur zwei Aufnahmen jetzt leicht zu bewerkstelligen ist.

Gruß aus HD,
Christoph

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Christoph Gerber
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Re: Simultane Minima zweier langperiodischer Bedeckungsveränderlicher

Beitrag von Christoph Gerber » 30. Dez 2019, 19:33

Nachtrag

Am 23.11. konnte ich eine zweite Beobachtung anschließen, wobei die Helligkeiten mit denen der ersten identisch waren und damit ein recht zuverlässiges Bild der Minimalhelligkeit lieferten.

Gamma Persei: strahlte am 30.11. wieder in normaler Helligkeit, ab da stets knapp über +3.0mag (wie erwartet)

Zeta Auriga: hier ist der Fall nicht so klar. Er ist nicht heller als +4.1 mag geworden (letzte Beobachtung am 29.12.), so dass das Minimum im Grunde unauffällig war. Vom 4.–10.12. scheint die Helligkeit allmählich von 4.2 auf 4.1 angestiegen zu sein, aber Schätzungen mit bloßem Auge sollten nicht überbewertet werden. Es bestätigt sich damit die Erfahrung, dass die Bedeckungen von Zeta Auriga für das bloße Auge kaum wahrnehmbar sind.

Christoph

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