Hallo zusammen,
"Appearance of Night-Shining Clouds Has Increase" ist der Titel eines aktutellen NASA-Beitrags:
http://www.nasa.gov/content/goddard/app ... -increased . Man hat Belege dafür gefunden, dass die Häufigkeit von NLCs in mittleren Breitengraden (40 - 50°N) von 2002 bis 2011 zugenommen hat. Eine solche Zunahme, die ein Marker für langfristige atmosphärische Veränderungen sein soll, ist schon des öfteren postuliert worden. Eine endgültige Aussage lässt sich auch jetzt nicht treffen, denn dafür ist die Zeitreihe zum einen zu kurz und zum anderen fällt sie, wie die Autoren des Artikels selber zu bedenken geben, zum größten Teil in eine Phase abnehmender Sonnenaktivität. Und weniger Sonnenaktivität führt - empirisch gut belegt - zu mehr und weiter nach Süden reichender Aktivität.
Auch ein neues NASA-Video ist ganz interessant https://www.youtube.com/watch?v=ok8KBj0PdyA .
Die "Telekonnection" zwischen winterlicher Stratosphäre an einem Pol und sommerlicher Mesophäre am anderen Pol über die globale meridionale Höhenströmung ist schon länger bekannt. Und dass eine überdurchschnittlich kalte Stratosphäre (gut ausgeprägter Polarwirbel) von besonders kalten Temperaturen in der Troposphäre begleitet ist, dürfte auch bekannt sein. Interssant ist hier allerdings, dass die extrem kalte Phase über Nordamerika im Januar nicht etwa wie man annehmen sollte von eine Zunahme der NLCs im Südpolargebiet, sondern von einer vorübergehenden Abnahme begleitet war. Eigentlich gilt doch: je kälter die Stratosphäre an einem Pol ist umso kälter ist die Mesopause-Region am anderen. Das erklärt ja auch, warum NLCs im Nordpolargebiet im Durchschnitt stärker ausgeprägt sind als im Südpolargebiet. Durch den stabilen polaren Vortex kühlt die Stratosphäre im Südwinter stärker ab als im Nordwinter (dadurch gibt es da unten auch mehr PSCs im Winter und in der Folge ein viel ausgeprägteres Ozonloch im Frühjahr).
Viele Grüße aus Bonn,
Stefan
Neues von der NASA zu Leuchtenden Nachtwolken
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