Versuch einer ersten Analyse (+ Ausblick) *LINK*

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Ulrich Rieth

Versuch einer ersten Analyse (+ Ausblick) *LINK*

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 09:33

Hallo Forum! Und herzlich Willkommen allen Neuen!

Nachdem der Endorphin Spiegel so langsam wieder in Bereiche kommt, wo das Gehirn funktioniert und man auch wieder halbwegs gut die Tastatur einer Computers bedienen kann, möchte ich eine erste, vorläufige Analyse wagen.

1.) Das, was wir gestern erleben durften, stellt ALLES bisher in Deutschland gesehene in den Schatten. Ich persönlich kann mir kaum vorstellen, dass es so ein weites Südwärtswandern der Aurora Zone in den kommenden 10-20 Jahren wieder geben wird. Zeitweise dürfte die äußerste südliche Kante des Polarlichtovals im Grenzgebiet zwischen Deutschland und Österreich gelegen haben, was einer geomagnetischen Breite von ca. 43 Grad entspricht.

2.)Die gestern (und auch vorgestern) in Deutschland gemessenen Schwankungen im Erdmagnetfeld sind normalerweise typisch für hohe Breiten, also Nordskandinavien.

3.) Die Wahrscheinlichkeit gleich zwei absolut erdgerichtete coronale Massenauswürfe innerhalb von 24 Stunden erleben zu dürfen, liegt wohl nur ganz knapp unter der für einen 6er im Lotto. (Also, lasst jetzt mal das Spielen sein, es lohnt nicht mehr :-) )

4.) Noch etwas zur Beobachtung. Gestern konnte man nach den jeweiligen Substürmen (den starken ausbruchsartigen Phasen der Aurora) sehr schön die Unterschiede in der physikalischen Natur der beiden Aurora Farben erkennen. Wenn man aufgepasst hat, war nämlich deutlich zu sehen, dass die grünen Farben im Zenit sehr schnell verschwanden, während das rote dann teilweise erst zum Vorschein kam (Grün hat es vorher schlichtweg überstrahlt) und dann noch viele Minuten lang sichtbar blieb. Diese Beobachtug lässt sich sehr schön mit den Lebensdauern der beteiligten angeregten Atome erklären. Ganz einfach gesagt, Rot hält wesentlich länger als Grün, weil Rot in viel größeren Höhen entsteht (grün 100km, rot 400-600km). Dort können die angeregten Atome praktisch nicht durch Stöße sondern nur durch Lichtemission ihre Anregungsenergie los werden.
Aber das reicht erstmal zur Physik. :-) Immerhin kann man aber bei so schönen Erlebnissen auch noch was lernen.

5.) Was mir noch aufgefallen ist, war die massive Art der Erscheinung des Polarlichts. Im April 2001 zum Beispiel waren die Vorhänge viel feiner strukturiert. Letzte Nacht habe ich praktisch nur sehr wuchtig erscheinende Strahlen sehen können, aber keine Nadel-feinen Strahlen, die den Vorhängen ein Art Eleganz verliehen hätten. Ich würde das einfach mal auf die extremen Sonnenwindgeschwindigkeiten von deutich über 1200km/s zurückführen, die das Polarlicht einfach nur aufs massivste und gewaltigste angetrieben haben.

Ok, soweit erstmal meine Zusammenfassung. Und jetzt zum Ausblick.

Im Prinzip sind die Sonnenwind-Werte, vor allem die Geschwindigkeit, noch so hoch, dass es auch in der kommenden Nacht nochmals ein Polarlicht in Mitteleuropa geben wird.
Allerdings ist bei weitem nicht mehr die Intensität der letzten Nacht zu erwarten.
Ich würde vermuten, dass es für eine dauerhafte, aber viel schwächere Horizontaufhellung (ruhiger grüner Polarlicht-Bogen) auf alle Fälle noch reicht. Hin und wieder können ein paar weiß erscheinende (in Wirklichkeit eher rote) Strahlen auftreten.
Gefördert würde diese Möglichkeit durch ein südwärts ausgerichtetes interplanetares Magnetfeld (Bz am ACE negativ). Dies ist heute Abend sicherlich auch nochmal möglich.
Insgesamt würde ich aber heute keine großen Touren mehr machen. Wer klaren Himmel hat und morgen nichts arbeiten muss (ist ja Samstag), der kann sich ja bei einer netten Astronacht ab und zu einen Kontrollblick nach Norden gönnen. Aber großartiges erwarten, würde ich auf keinen Fall mehr.
Ok, soviel erstmal von mir.
In einem gleich folgenden posting möchte ich noch kurz die Beobachtungsmeldung an zwei zentrale Sammelstellen beschreiben, denn das gestrige Ereignis sollte wirklich für die Nachwelt festgehalten werden.
Viele Grüße

Ulrich

Christoph Gatzen

Re: Versuch einer ersten Analyse (+ Ausblick)

Beitrag von Christoph Gatzen » 31. Okt 2003, 09:53

Hallo Ulrich,

zunächst einmal vielen Dank für die tolle Polarlicht- Vorhersage, die Du und andere hier veröffentlich haben. Ich bin schon oft in die Nacht raus gefahren, ohne etwas zu sehen und hatte eine derart genaue Vorhersage (eintreffen der Schockfront, Ausprägung des PL) nicht unbedingt erwartet. Glückwunsch!

Was mir auffiel, war, dass die öffentliche Wahrnehmung des Ereignisses außerordentlich hoch war. Das Auftreten von zwei intensiven Polarlicht-Fällen über Deutschland hat dem Medienapparat offenbar genug Zeit gegeben, um zu reagieren. Um 00 Uhr wurde im Radio im Landkreis München im Wetterbericht auf das Polarlicht am Himmel hingewiesen, Jan berichtete mir, dass viele Leute gegen 22:30 Uhr in Dortmund die Autos verließen und staunend in den Himmel starrten :-)

Noch eine Frage: Ich habe das Polarlicht wieder sehr genossen, doch Rottöne kaum wahr genommen. Liegt an meiner Rotgrün-Schwäche, oder? Selbst relativ helle Bereiche des Himmels erschienen mir eher grau als rot, obwohl zur selben Zeit die Münchner über einen brennenden Himmel jubelten ;-)

Viele Grüße,
Christoph

Peter Broich

Schöner Bericht und morgen Feiertag Allerheiligen *NM*

Beitrag von Peter Broich » 31. Okt 2003, 09:57

Schöner Bericht und morgen Feiertag Allerheiligen *NM*

Thomas Sävert

Kann dem nur Zustimmen - Sammle Bilder... *LINK*

Beitrag von Thomas Sävert » 31. Okt 2003, 10:05

Hi Ulrich,

das war wirklich genial und auch extrem ungewöhnlich. Daher schließe ich mich natürlich Deinem Aufruf an, die Sammlung an Links zu PL-Bildern ist jetzt schon recht groß - und das so kurz nach der PL-Nacht.

Ich finde es ja nicht nur wichtig, die Polarlichter zu melden (muss ich auch gleich noch nachholen), sondern auch einen Überblick über die Bilder zu ermöglichen. Hier im Forum blickt man wohl nicht mehr durch.

Gruß, Thomas Sävert

Jan Hoffmann

Re: Auch in Dortmund extremes Rot

Beitrag von Jan Hoffmann » 31. Okt 2003, 10:05

Hallo Christoph,

: Noch eine Frage: Ich habe das Polarlicht wieder sehr genossen, doch
: Rottöne kaum wahr genommen. Liegt an meiner Rotgrün-Schwäche,
: oder? Selbst relativ helle Bereiche des Himmels erschienen mir
: eher grau als rot, obwohl zur selben Zeit die Münchner über
: einen brennenden Himmel jubelten ;-)

ich kann Deine Frage nicht beantworten, aber zumindest kann ich aus zweiter Hand berichten, dass es auch in Dortmund sehr intensive Rottöne gegeben haben muss. Meine Mutter verglich es am Telefon mit Abendrot ("Das sieht hier aus wie beim Sonnenuntergang! Ganz purpurrot!"). Auch müssen die Strahlen teilweise rasch die Farbe gewechselt haben, es war auch von Gelb- und Blautönen die Rede. Aber das meiste war wohl grün und rot.

Grüße von einem immer noch sehr traurigen
Jan

P.S.: Postet weiter Bilder! Die sind alle so schön und ich habs ja nicht sehen können...

Christoph Gatzen

nicht traurig sein!

Beitrag von Christoph Gatzen » 31. Okt 2003, 10:18

Hi Jan,

als Winterfreak wirst Du in absehbarer Zeit sicher einen Urlaub in Skandinavien machen... und dort kannst Du ohne Stadtlicht Polarlichter beobachten. Das Polarlicht, dass ich in der zweiten Märzhälfte 2001 in Drevsjo gesehen habe, war noch deutlich heller als gestern über Bayern, und war zudem sehr veränderlich (vor allem im Zenit, wo ein regelrechtes Flackern auftrat).




Jan Hoffmann

Re: fällt aktuell noch sehr schwer

Beitrag von Jan Hoffmann » 31. Okt 2003, 10:36

Hi Christoph,

: als Winterfreak wirst Du in absehbarer Zeit sicher einen Urlaub in
: Skandinavien machen... und dort kannst Du ohne Stadtlicht
: Polarlichter beobachten. Das Polarlicht, dass ich in der zweiten
: Märzhälfte 2001 in Drevsjo gesehen habe, war noch deutlich
: heller als gestern über Bayern, und war zudem sehr veränderlich
: (vor allem im Zenit, wo ein regelrechtes Flackern auftrat).

ich weiß, ich werde irgendwann auch so ein Schauspiel sehen. ABER:

Ich weiß ja nicht, wie die Unterschiede zwischen Bayern und Dortmund sind, aber in dem unglaublichen Telefonat mit meiner Familie berichtet meine Mutter von "dauerndem Flackern, sich ständig verändernden intensiven Farben, insbesondere rot und grün, seltener gelb und blau, die immer wieder wechseln und ihre Position verändern". Und das MITTEN in Dortmund! Es muss sehr sehr hell gewesen sein.

In dem Zusammenhang frag ich mich, warum in Skandinavien fast nur grünes Polarlich beobachtet wird und nicht so schön buntes wie hier.

Wie ich schon ein paar Mal erwähnte: Meine ohnehin schon enorme Geduld in Bezug auf sowas und meine Verrücktheit, auch Strapazen dafür in Kauf zu nehmen wird in Zukunft noch größer sein. Wäre gestern in der Zukunft gewesen, wäre ich nach Bayern gefahren. Auch nach 700 km am Vorabend.

Traurigkeit vergeht...

Jan

Ulrich Rieth

Danke fürs Bildersammeln

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 11:27

Hallo Thomas!

Vielen Dank, dass Du diese Bilder-Sammlung machst.
Ich hätte mir gerne letzte nacht noch alle angeschaut, aber irgendwie war ich nicht mehr aufnahmefähig.
Außerdem waren die frisch auf die innere Platte gebrannten Eindrücke irgendwie noch viel besser.
Aber Dank Deiner Sammlung kann man dann in ein paar Wochen, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, auch mal sehen, wie es in den Phasen 2 und 3 wirklich war.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Danke fürs Bildersammeln

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 11:28

Hallo Thomas!

Vielen Dank, dass Du diese Bilder-Sammlung machst. (Hätte auch keine Zeit mehr dafür.)
Ich hätte mir gerne letzte nacht noch alle angeschaut, aber irgendwie war ich nicht mehr aufnahmefähig.
Außerdem waren die frisch auf die innere Platte gebrannten Eindrücke irgendwie noch viel besser.
Aber Dank Deiner Sammlung kann man dann in ein paar Wochen, wenn wieder Ruhe eingekehrt ist, auch mal sehen, wie es in den Phasen 2 und 3 wirklich war.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Öffentliche Wahrnehmung etc.

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 12:23

Hallo Christoph!

: ... und hatte eine
: derart genaue Vorhersage (eintreffen der Schockfront, Ausprägung
: des PL) nicht unbedingt erwartet. Glückwunsch!

Danke! Aber das muss ich nahtlos an die Profis aus Kanada weitergeben. Ich leite nur Daten an größere Beobachtergruppen weiter, vielleicht etwas aufbereitet.
Aber vorgestern und gestern war die Prognose nicht schwer.
Solche Ausbrüche fast im Zentrum der Sonnenscheibe fallen bei den etwas erfahreneren PL-Beobachtern hier im Forum schlichtweg unter die Kategorie "100%-Ereignis".
Die Eintreffwahrscheinlichkeit eines großen Polarlichts ist alleine aufgrund der Wucht dieser Massenauswürfe schon 100%. Bisher gab es noch keine Ausnahme von dieser Regel...zum Glück.

: Was mir auffiel, war, dass die öffentliche Wahrnehmung des
: Ereignisses außerordentlich hoch war. Das Auftreten von zwei
: intensiven Polarlicht-Fällen über Deutschland hat dem
: Medienapparat offenbar genug Zeit gegeben, um zu reagieren.

Und um extrem viel Müll oder zumindest gemischte Halbwahrheiten zu verbreiten.
Der am einfachsten zu vermeidende, aber am häufigsten aufgetretene Fehler war, dass man den Ausbruch auf der Sonne immer gleich dem geomagnetischen Sturm auf der Erde gesetzt hat. Man sprach zum Beispiel vom Ausbruch (des Polarlichts) von vorletzter Nacht und meinte eigentlich den Flare und CME, der 18 Stunden vorher stattgefunden hat und zwar auf der Sonne.
Dann mischte man immer nch einen kleinen Teil einer wissenschaftlichen Artikels zu einem Jahrtausend Ereignis im Jahre 1859 bei und fertig war das Sensationssüppchen.

: Um 00 Uhr wurde im Radio im Landkreis München im Wetterbericht
: auf das Polarlicht am Himmel hingewiesen, Jan berichtete mir,
: dass viele Leute gegen 22:30 Uhr in Dortmund die Autos verließen
: und staunend in den Himmel starrten :-)

Wow, das hatte ich am 06.April 2000 völlig anders erlebt.
Damals war die Hauptstraße an meinem Beobachtungort völlig rot, als das polarlicht wie gestern zum Schattenwurf führte. Aber dutzende Autos führen geradewegs weiter, obwohl sie diese riesen Strahlen und Vorhänge locker hätten sehen müssen.

: Noch eine Frage: Ich habe das Polarlicht wieder sehr genossen, doch
: Rottöne kaum wahr genommen. Liegt an meiner Rotgrün-Schwäche,
: oder? Selbst relativ helle Bereiche des Himmels erschienen mir
: eher grau als rot, obwohl zur selben Zeit die Münchner über
: einen brennenden Himmel jubelten ;-)

Das mit dem Rot ist für manche Menschen echt schwierig.
Zum einen ist die Empfindlichkeit des menschlichen Auges im Roten ohnehin deutlich geringer als im Grünen (weil die Evolution sich einfach dem Strahlungsmaximum der Sonne angepasst hat und das liegt im Gelben und Grünen).
Und zum Anderen ist dieses 630nm Licht auch noch an der extremen Grenze des Sehvermögens. Manche Menschen, ich zum Beispiel, sehen noch etwas weiter ins Rote, andere sind aber schon bei 630nm völlig unempfindlich.
Und wenn dann noch Rot-Grün-Schwäche hinzu kommt, wird es wirklich grau.
Ich hoffe, dass hilft etwas.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

etwas zu den Farben

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 12:29

Hallo Jan!

Das mit den Farben des Polarlichts ist eigentlich recht einfach.
Prinzipiell gibt es nur 3 Anregungen, die möglich sind.
Diese führen dann zu den folgenden Emissionen.
Grün - 557.7nm - atomarer Sauerstoff (100km)
Rot - 630nm - atomarer Sauerstoff (400-600km)
violett - größere Bande - molekularer Stickstoff (300km?) entsteht.
Aus diesen Grundfarben mischt sich jetzt im menschlichen Auge alles andere, was evtl. noch zu sehen war, zusammen.
Intensiv gelbe Strahlen zum Beispiel dadurch, dass rote Strahlen vor oder hinter einem schwächeren grünen Vorhang auftreten.
Soviel dazu.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

etwas zu den Farben

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 12:31

Hallo Jan!

Das mit den Farben des Polarlichts ist eigentlich recht einfach.
Prinzipiell gibt es nur 3 Anregungen, die möglich sind.
Diese führen dann zu den folgenden Emissionen.
Grün - 557.7nm - atomarer Sauerstoff (100km)
Rot - 630nm - atomarer Sauerstoff (400-600km)
violett - größere Bande - molekularer Stickstoff (300km?) entsteht.
Aus diesen Grundfarben mischt sich jetzt im menschlichen Auge alles andere, was evtl. noch zu sehen war, zusammen.
Intensiv gelbe Strahlen zum Beispiel dadurch, dass rote Strahlen vor oder hinter einem schwächeren grünen Vorhang auftreten.
Soviel dazu.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Etwas zu den Farben

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 12:32

Hallo Jan!

Das mit den Farben des Polarlichts ist eigentlich recht einfach.
Prinzipiell gibt es nur 3 Anregungen, die möglich sind.
Diese führen dann zu den folgenden Emissionen.
Grün - 557.7nm - atomarer Sauerstoff (100km)
Rot - 630nm - atomarer Sauerstoff (400-600km)
violett - größere Bande - molekularer Stickstoff (300km?) entsteht.
Aus diesen Grundfarben mischt sich jetzt im menschlichen Auge alles andere, was evtl. noch zu sehen war, zusammen.
Intensiv gelbe Strahlen zum Beispiel dadurch, dass rote Strahlen vor oder hinter einem schwächeren grünen Vorhang auftreten.
Soviel dazu.
Gruß

Ulrich

Ulrich Rieth

Etwas zu den PL-Farben

Beitrag von Ulrich Rieth » 31. Okt 2003, 12:32

Hallo Jan!

Das mit den Farben des Polarlichts ist eigentlich recht einfach.
Prinzipiell gibt es nur 3 Anregungen, die möglich sind.
Diese führen dann zu den folgenden Emissionen.
Grün - 557.7nm - atomarer Sauerstoff (100km)
Rot - 630nm - atomarer Sauerstoff (400-600km)
violett - größere Bande - molekularer Stickstoff (300km?) entsteht.
Aus diesen Grundfarben mischt sich jetzt im menschlichen Auge alles andere, was evtl. noch zu sehen war, zusammen.
Intensiv gelbe Strahlen zum Beispiel dadurch, dass rote Strahlen vor oder hinter einem schwächeren grünen Vorhang auftreten.
Soviel dazu.
Gruß

Ulrich

Hubi

Studie Rot/Grün-Schwäche und PL: n=1?

Beitrag von Hubi » 31. Okt 2003, 12:49

Hallo Christoph,

sehr interessant deine Anmerkung, dass du wegen deiner Rot/Grün-Schwäche das Rot anscheinend weniger farbig sondern eher als eine Helligkeitsabstufung wahrgenommen hast!

Siehe dazu die Postings von Torsten (2h46min) und mir (2h16min) heute Nacht. Damit du die gleich hier lesen kannst und in dieser Masse an Postings nicht erst suchen musst, hier reinkopiert:
-------------------------

ernsthafte Frage: was sehen denn...

Geschrieben von: Hubi
Datum: Freitag, 31.10.2003, 02:16 Uhr

...Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche noch vom Polarlicht? Ist deren Sinneseindruck vergleichbar mit dem von den S/W-all-Sky-Kameras (z.B. http://dkcmzc.chemie.uni-mainz.de/~riet ... l/SGO.HTML)?

Weiss das jemand oder hat gar selbst Erfahrung?

Ich hoffe, dass sie trotzdem Spass daran haben PLs zu jagen und zu erfahren!!!

Danke im voraus!

----
Re: ernsthafte Frage: was sehen denn...

Geschrieben von: Torsten
Datum: Freitag, 31.10.2003, 02:46 Uhr

Antwort auf: ernsthafte Frage: was sehen denn... (Hubi)

Hi,

aus Erfahrung kann ich da nicht mitreden, ich denke, ich kann alle Farben sehen (und in meditativer Versenkung vielleicht noch ein paar mehr :-). Es ist ein Irrtum zu glauben, das Rot-Grün blinde Menschen scharz-weiß sehen. Sie sehen auch die Farben, aber anders; wie, wissen diese nur selber. Bei genau gleicher Farbtemperatur der Farben Rot und Grün können R/G-Blinde die Farben jedoch nicht unterscheiden. Ich glaube nicht, daß bei einem PL der "höheren" Dimension (also wie heute) die Farbtemperatur der Farben Rot und Grün gleich sind. Das heißt, auch ein R/G-Blinder sieht bei diesem PL oben eine andere Farbe (und wird diese auch als "Rot" bezeichnen) als unten (die er "Grün" nennen wird). Das mag etwas schwierig vorzustellen sein, aber ich denke es ist so. Bei den klassischen Rot-Grün-Testern der Augendoktoren handelt es sich um spezielle, in der Farbtemperatur (wer mit diesem Begriff nichts anfangen kann, möge mal im Internet schmökern) völlig gleich aufeinander abgestimmte Farbtöne. Die kann der R/G-Blinde dann tatsächlich nicht (oder nur schwer; R/G-Blindheit gibt es in verschiedenen Abstufungen) voneinander unterscheiden.
Hilft das?

Liebe Grüße

Torsten

: Hallo Ulrich,

: zunächst einmal vielen Dank für die tolle Polarlicht- Vorhersage,
: die Du und andere hier veröffentlich haben. Ich bin schon oft in
: die Nacht raus gefahren, ohne etwas zu sehen und hatte eine
: derart genaue Vorhersage (eintreffen der Schockfront, Ausprägung
: des PL) nicht unbedingt erwartet. Glückwunsch!

: Was mir auffiel, war, dass die öffentliche Wahrnehmung des
: Ereignisses außerordentlich hoch war. Das Auftreten von zwei
: intensiven Polarlicht-Fällen über Deutschland hat dem
: Medienapparat offenbar genug Zeit gegeben, um zu reagieren. Um
: 00 Uhr wurde im Radio im Landkreis München im Wetterbericht auf
: das Polarlicht am Himmel hingewiesen, Jan berichtete mir, dass
: viele Leute gegen 22:30 Uhr in Dortmund die Autos verließen und
: staunend in den Himmel starrten :-)

: Noch eine Frage: Ich habe das Polarlicht wieder sehr genossen, doch
: Rottöne kaum wahr genommen. Liegt an meiner Rotgrün-Schwäche,
: oder? Selbst relativ helle Bereiche des Himmels erschienen mir
: eher grau als rot, obwohl zur selben Zeit die Münchner über
: einen brennenden Himmel jubelten ;-)

: Viele Grüße,
: Christoph


Hubi

Studie Rot/Grün-Schwäche und PL: n=1?

Beitrag von Hubi » 31. Okt 2003, 12:49

Hallo Christoph,

sehr interessant deine Anmerkung, dass du wegen deiner Rot/Grün-Schwäche das Rot anscheinend weniger farbig sondern eher als eine Helligkeitsabstufung wahrgenommen hast!

Siehe dazu die Postings von Torsten (2h46min) und mir (2h16min) heute Nacht. Damit du die gleich hier lesen kannst und in dieser Masse an Postings nicht erst suchen musst, hier reinkopiert:
-------------------------

ernsthafte Frage: was sehen denn...

Geschrieben von: Hubi
Datum: Freitag, 31.10.2003, 02:16 Uhr

...Menschen mit einer Rot-Grün-Sehschwäche noch vom Polarlicht? Ist deren Sinneseindruck vergleichbar mit dem von den S/W-all-Sky-Kameras (z.B. http://dkcmzc.chemie.uni-mainz.de/~riet ... l/SGO.HTML)?

Weiss das jemand oder hat gar selbst Erfahrung?

Ich hoffe, dass sie trotzdem Spass daran haben PLs zu jagen und zu erfahren!!!

Danke im voraus!

----
Re: ernsthafte Frage: was sehen denn...

Geschrieben von: Torsten
Datum: Freitag, 31.10.2003, 02:46 Uhr

Antwort auf: ernsthafte Frage: was sehen denn... (Hubi)

Hi,

aus Erfahrung kann ich da nicht mitreden, ich denke, ich kann alle Farben sehen (und in meditativer Versenkung vielleicht noch ein paar mehr :-). Es ist ein Irrtum zu glauben, das Rot-Grün blinde Menschen scharz-weiß sehen. Sie sehen auch die Farben, aber anders; wie, wissen diese nur selber. Bei genau gleicher Farbtemperatur der Farben Rot und Grün können R/G-Blinde die Farben jedoch nicht unterscheiden. Ich glaube nicht, daß bei einem PL der "höheren" Dimension (also wie heute) die Farbtemperatur der Farben Rot und Grün gleich sind. Das heißt, auch ein R/G-Blinder sieht bei diesem PL oben eine andere Farbe (und wird diese auch als "Rot" bezeichnen) als unten (die er "Grün" nennen wird). Das mag etwas schwierig vorzustellen sein, aber ich denke es ist so. Bei den klassischen Rot-Grün-Testern der Augendoktoren handelt es sich um spezielle, in der Farbtemperatur (wer mit diesem Begriff nichts anfangen kann, möge mal im Internet schmökern) völlig gleich aufeinander abgestimmte Farbtöne. Die kann der R/G-Blinde dann tatsächlich nicht (oder nur schwer; R/G-Blindheit gibt es in verschiedenen Abstufungen) voneinander unterscheiden.
Hilft das?

Liebe Grüße

Torsten

: Hallo Ulrich,

: zunächst einmal vielen Dank für die tolle Polarlicht- Vorhersage,
: die Du und andere hier veröffentlich haben. Ich bin schon oft in
: die Nacht raus gefahren, ohne etwas zu sehen und hatte eine
: derart genaue Vorhersage (eintreffen der Schockfront, Ausprägung
: des PL) nicht unbedingt erwartet. Glückwunsch!

: Was mir auffiel, war, dass die öffentliche Wahrnehmung des
: Ereignisses außerordentlich hoch war. Das Auftreten von zwei
: intensiven Polarlicht-Fällen über Deutschland hat dem
: Medienapparat offenbar genug Zeit gegeben, um zu reagieren. Um
: 00 Uhr wurde im Radio im Landkreis München im Wetterbericht auf
: das Polarlicht am Himmel hingewiesen, Jan berichtete mir, dass
: viele Leute gegen 22:30 Uhr in Dortmund die Autos verließen und
: staunend in den Himmel starrten :-)

: Noch eine Frage: Ich habe das Polarlicht wieder sehr genossen, doch
: Rottöne kaum wahr genommen. Liegt an meiner Rotgrün-Schwäche,
: oder? Selbst relativ helle Bereiche des Himmels erschienen mir
: eher grau als rot, obwohl zur selben Zeit die Münchner über
: einen brennenden Himmel jubelten ;-)

: Viele Grüße,
: Christoph


Christoph Gatzen

Re: Studie Rot/Grün-Schwäche und PL: n=1?

Beitrag von Christoph Gatzen » 31. Okt 2003, 14:23

Danke für Eure Antworten! Ganz sicher bin ich mir noch nicht, ob ich rotes Polarlicht wahrnehmen kann, ich muss es wohl nochmals ausprobieren. Es kann sein, dass ich im entscheidenden Augenblick nicht beobachtet habe, da ich mich zwischendurch aufgewärmt hab (eben zwischen 22 und 22:30 Uhr, da habe ich nur sporadisch aus dem Fenster geschaut). Gibt es denn auch "graues PL"? Denn gegen 23 Uhr habe ich einen grauen Bereich gesehen, und mir vorgestellt, dass er eigentlich rot sein müsste ;-)

Viele Grüße,
Christoph

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