Meteoritenfallbeobachtung in Ostseenähe vor 1994

Forum zur Diskussion von Meteor- und Feuerkugelsichtungen, sowie zur Besprechung von Meteorströmen.

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Robert Klaus
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Meteoritenfallbeobachtung in Ostseenähe vor 1994

Beitrag von Robert Klaus » 8. Jun 2005, 13:18

Hallo liebe Beobachter. Ich habe dort vor langer Zeit einen Meteoriten gefunden. Es würde mich sehr interessieren ob jemand etwas beobachtet hat. Mein Stück wiegt ca. 370gr. Ist aber nur ein Bruchstück. Ich weiß ist schon ziemlich lange her! Aber vielleicht erinnert sich ja jemand daran. Ich freue mich sehr über kleinste Hinweise!!!

Viele Grüße

Robert

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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » 8. Jun 2005, 16:25

Herzlich willkommen im Forum !

Vielleicht kann ich dir hiermit weiterhelfen:
und auch ein berühmter Meteoritenfall aus dem Jahr 1990. Damals waren - wieder mal am 7. April - im niederländischen Glanerbrug jede Menge Meteoriten gefallen, doch mangels fotografischer Aufnahmen konnte die Bahn der Feuerkugel nur vage aus visuellen Beobachtungen rekonstruiert werden.
Quelle: http://www.astro.uni-bonn.de/~dfischer/news/670.html

Vielleicht hat sich ja ein Bruchstück bis an die Ostsee verirrt...



Aber hier (http://www.astronomie-heute.de/artikel/747853) ist ein Fall aus dem Ostseeumfeld beschrieben...
Ufos über der Ostsee

...Werner Walter schrieb damals von "UFOs" (24.08.1990)...Es gab wohl Sichtungen am 24.08.1990, die einem Meteoritenfall nahe kommen...Im Artikel bis auf die Seitenmitte scrollen...da beginnt der Bericht von "Astronomie-Heute"...

Ich hoffe, ich konnte weiterhelfen !
Gruß Thorsten
circa N51°39' E008°31'

Robert Klaus
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Beitrag von Robert Klaus » 8. Jun 2005, 17:46

Vielen, vielen Dank für die superschnelle Antwort.
Die Artikel sind interessant. Kann man an Hand der Farbe der "Leuchterscheinung" auf die Zusammensetzung des Gesteins schließen? Wäre ja toll, wenn man so den Ursprung des Meteoriten herausfände. Solche Geschichten machen diesen Stein so faszinierend.
Es kann nicht jeder damit angeben ein Stückchen "Ufo-Aussenwand" zu besitzen. :)
Dennoch glaube ich nicht wirklich daran den Meteoriten nachträglich einwandfrei Beobachtungen zuzuschreiben.
Dennoch bin ich für solche Hinweise äußerst dankbar!!

Nochmals vielen Dank und freundliche Grüße!!

Robert

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Ulrich Rieth
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Beitrag von Ulrich Rieth » 8. Jun 2005, 18:20

Hallo Robert!

Mal ne ganz banale Frage:
Woher weißt Du, dass es sich bei Deinem Fund um einen Meteoriten handelt?
Hast Du das Stück professionell charakterisieren lassen?
Kannst Du vielleicht mal Fotos von dem Teil zeigen?
Gruß

Ulrich

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Beitrag von Roland Harter » 8. Jun 2005, 19:10

Thorsten Gaulke hat geschrieben:
...Werner Walter schrieb damals von "UFOs" (24.08.1990)...Es gab wohl Sichtungen am 24.08.1990, die einem Meteoritenfall nahe kommen...Im Artikel bis auf die Seitenmitte scrollen...da beginnt der Bericht von "Astronomie-Heute"...
Nö, weder Ufo noch Meteorit. In dem Artikel steht auch gleich die Auflösung mit drin:
Und tatsächlich, Walter erhält daraufhin zahlreiche Meldungen, diesmal nicht von Touristen, sondern von Anwohnern. Als »Leuchtkugeln an Fallschirmen« werden die Lichter beschrieben. ........
........
Die Cenap-Mitglieder Hansjürgen Köh­ler und Rudolf Henke kontaktieren über das »Luftwaffen-Forum« den ehemaligen Pressesprecher der DDR-Luftwaffe, Franz-Lorenz Lill. Dieser weiß zusätzliche Details einzubringen und identifiziert das Sichtungsgebiet über der Ostsee als ehemalige Luftschießzone II des Warschauer Pakts. Nach einer Ufo-Sendung in der ARD am 24. Oktober 1994 bestätigt tags darauf auch ein Oberstleutnant der Luftwaffen-Pressestelle auf der Hardthöhe, dass die Objekte nichts weiter als Signalbomben waren (Fachjargon West: »Feuertöpfe«), die viele Minuten lang an Fallschirmen hängen und vor sich hinleuchten.
BTW: Es handelt sich nicht zufällig um eine Flintknolle? Die haben schliesslich auch manchmal seltsame Formen. Ein Foto wäre ganz nett.

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Beitrag von Thorsten Gaulke » 9. Jun 2005, 00:16

ups...man sollte die Berichte, die man postet, auch GANZ lesen...sorry Roland...
Gruß Thorsten
circa N51°39' E008°31'

Robert Klaus
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Beitrag von Robert Klaus » 9. Jun 2005, 12:43

Ich muss ja jetzt wohl auch zugeben, dass ich den Artikel nicht ganz gelesen habe.

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Beitrag von Robert Klaus » 9. Jun 2005, 12:49

Zur Zeit befindet sich ein Abschnitt in Aachen zur Untersuchung. Bisher sind die Ergebnisse positiv. Ich habe allerdings noch keines schriftlich vor mir liegen. Doch ist es nunmehr fast ausgeschlossen, dass es kein Meteorit ist. Ich habe Bilder, welche allerdings sehr groß sind. Ich weiß nicht genau wie ich die hier reinstellen kann.[/img]

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Beitrag von André.Müller » 9. Jun 2005, 13:14

Hi
Robert hat geschrieben:Ich habe Bilder, welche allerdings sehr groß sind. Ich weiß nicht genau wie ich die hier reinstellen kann.
Am bester verkleinerst du die Bilder mit einem kostenlosen Programm. Das Programm meines Vertrauens ist dabei IrfanView:http://www.irfanview.de/. Einfach die größere Seite auf etwa 800px skalieren und dann als JPG mit so um die 70% Qualität speichern.
Wie du dieses Bild hochlädst findest du hier: ...viewtopic.php?t=2132... bzw direkt hier: http://www.teundem.de/test/test.php.
Dann das ganze einfach über die [img] Tags einfügen.

André

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Beitrag von Robert Klaus » 9. Jun 2005, 14:23

So.
Ich bin auch überzeugter IrfanView-Nutzer.

Hier ist das Bild. Hoffentlich klappts.


Bild

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Beitrag von Ulrich Rieth » 10. Jun 2005, 21:47

Mhh, hast Du vielleicht noch Bilder der anderen Seiten?
Irgendwie bin ich noch nicht so überzeugt.
und vielleicht das Bild noch etwas kleiner.
Gruß

U.

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Beitrag von Robert Klaus » 11. Jun 2005, 09:57

Nun. Ich habe noch mehr Bilder. Doch diese sind auch nicht viel aussagekräftiger. Diese Seite zeigt die Schmelzkruste. Die Farbe im Innern unterscheidet sich allerdings nicht von der außen. Vielleicht beschreibe ich den Stein etwas: Er ist furchtbar hart, schwer. Ein leichter Magnetismus läßt sich feststellen. Die Struktur ist eher kristalin. Anhand von Fotos läßt sich ja auch nicht feststellen, ob es sich um einen Meteoriten handelt. Daher folgen ja auch Untersuchungen wie unter dem Elektronenmikroskop. Diese sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Ich besitze diesen Stein jetzt auch schon 13 Jahre. Ich wunderte mich immer über ihn. Ich habe nirgendwo etwas Vergleichbares gefunden und konnte nicht bestimmen, worum es sich handelt. Mit der Zeit kam mir die Idee mit dem Meteoriten, welche nun höchst wahrscheinlich ist. Aber selbst für einen Meteoriten ist dieser Stein ungewöhnlich, wenn man sich Vergleichsbilder im Internet ansieht. Wenn mir die entgültigen Untersuchungsergebnisse vorliegen werde ich sie hier veröffntlichen.

Viele Grüße

Robert

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Beitrag von Robert Klaus » 11. Jun 2005, 10:25

Die Bilder möchte ich trotzdem Niemandem vorenthalten!
Bild
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Beitrag von Ulrich Rieth » 11. Jun 2005, 11:13

Hi!

Dann bin ich mal auf die Analyse gespannt.
Aber von den gesamten Bildern her, erinnert das Stück doch einigermaßen stark an die diversen NWA Meteorite.
Gruß

U.

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Beitrag von Robert Klaus » 11. Jun 2005, 12:53

Die NWA-Meteoriten haben schon eine gewisse farbliche Ähnlichkeit auf den Bildern. Nur dieses fast reine schwarz bei der Größe kann ich nicht entdecken. Ich weiß nicht genau woher die ganzen NWA-Meteoriten kommen (Nordwest-Afrika ist mir schon klar :) ). Sind die hauptsächlich alle von einer Mutter? Oder aus den unterschiedlichsten Zeiten, unterschiedlichster Fälle? (wahrscheinlich)

Noch etwas: Wenn die Ergebnisse da sind, bräuchte ich jemanden, der Zugriff auf eine Datenbank von Meteoritenanalyseergebnissen hat. Wäre sehr toll wenn sich so jemand melden könnte.

Viele Grüße

Robert

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Erste Analyseergebnisse

Beitrag von Robert Klaus » 21. Jul 2005, 15:20

Ich möchte jetzt mal meine ersten Ergebnisse präsentieren.
Elementaranalyse mittels Elektronenmikroskop hat folgendes ergeben:

Zusammenfassung aller Spektren in die totale prozentuale Häufigkeit der Elemente:

Fe: 44,92%
Si: 20,96%
O : 18,69%
Al: 6,61%
Ca: 5,22%
Na: 1,97%
S : 0,95%
Ti: 0,69%

Ich bin mir jetzt nicht mehr besonders sicher, ob es nun ein Meteorit ist oder nicht.

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Ulrich Rieth
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Beitrag von Ulrich Rieth » 21. Jul 2005, 16:04

Hallo Robert!

Ich bin zwar kein Meteoriten Experte, aber ich frage mich, warum man da eine Elementaranalyse gemacht hat.
Da es sich sowohl bei Meteoriten, als auch bei irdischem Gestein um "normale Steine" handelt, sollten sich die elementaren Häufigkeiten nicht wirklich unterscheiden.
Wichtig ist für Meteoriten doch eher die mineralogische Analyse bzw. die Einordnung in das bekannte petrologische Klassifikationsschema.
Bekommst Du noch mehr Infos oder war das bereits alles?
Gruß

U.

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Beitrag von Robert Klaus » 21. Jul 2005, 16:58

Ich glaube da hast du vollkommen recht! Ich war auch erstaunt darüber, wie wenig ich doch mit der Analyse anfangen kann.
Das abgeschnittene Stückchen soll jetzt noch angeätzt werden. Ich glaube dann könnte man eventuell die widmannstätschen(?) Figuren erkennen. Ich bin leider auch kein Fachmann. Mein Bruder hat die Möglichkeit diese Untersuchungen kostenlos durchführen zu lassen oder selber zu machen. Er ist allerdings Metallurge und kein Mineraloge.

Viele Grüße

Robert

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Beitrag von Ulrich Rieth » 21. Jul 2005, 17:39

Hallo!

Ne, Anätzen kannst Du total vergessen.
Es handelt sich ja, wenn überhaupt, um einen Steinmeteoriten.
Mit dem Anätzen würdest Du bestenfalls die Struktur zerstören.
Informationen wirst Du darüber keine bekommen.
Wenn Du wirklich wissen willst, ob es ein Meteorit ist, solltest Du Dich zumindest mal an einen Sammler wenden. Adressen gibts im Internet.
Gruß

U.

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Beitrag von Robert Klaus » 21. Jul 2005, 17:52

Dies war aber meine einzige Idee da weiterzukommen.
Bin irgendwie entaüscht durch meine Ratlosigkeit.
Was für Untersuchungsmethoden gibt es denn noch?
Was unterscheidet einen Meteoriten von Erdengestein?
Ich dachte die Zusammensetzung und die Gefügestruktur.
Letztere wollte ich mit dem Anätzen an den Tag legen.
Aber ich glaube das mal, dass das nichts bringt und suche nach Fachmännern/frauen.

Danke für den Tipp(Rechtschreibreform: Oder wird das jetzt wieder Tip geschrieben?!)

Viele Grüße

Robert

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