APOD, rotierende Schnuppe?

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Till Credner
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APOD, rotierende Schnuppe?

Beitrag von Till Credner » 2. Feb 2005, 12:44

Hallo Meteorbeobachter,

auf dem heutigen APOD (2.2.05) gibt es eine angebliche Leuchtspur
einer rotierenden Sternschnuppe zu sehen:
http://antwrp.gsfc.nasa.gov/apod/ap050202.html

Die Leuchtspur ist auf dem Foto in der Tat leicht gewellt. Aber auffällig
sind auch die zu leichten Strichen verzogenen Sterne. Und diese Striche
haben die selbe Größenordnung wie die Amplitude der Wellenlinie.
Daher meine Vermutung, dass die Schnuppen- oder Satellitenspur
in Wirklichkeit geradlinig war, aber durch ein Wackeln des Teleskops
zur Wellenlinie wurde. Beobachter kennen ja das Vibrieren eines
Telekops durch einen Windstoß. Das Wackeln wäre also sowohl für
die Wellenlinie als auch für die Sternstriche verantwortlich.

Ich habe halt schon mal eine etwas ähnliche Aufnahme gemacht, bei der
eine Flugzeugspur im Bild zu einer verrückten Zickzack-Linie geworden ist
(allerdings aufgrund eines spinnenden Deklinationsmotors).

Was meint Ihr dazu? Was spricht in der Aufnahme überhaupt für einen
Meteor? Nichts, oder?

Grüße,

Till

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Jan Hattenbach
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Beitrag von Jan Hattenbach » 2. Feb 2005, 13:27

hmm,

die Sternspuren scheinen eher reine Strichspuren zu sein, hervorgerufen durch eine schlecht justierte Nachfuehrung, wenn ueberhaupt nachgefuehrt wurde. Von solchen "gewellten" Spuren hab ich bisher noch nie was gehoert. Ich kenne nur die Verzerrung von Nachleuchtspuren sehr heller Meteore, hervorgerufen durch Hoehenwinde. Die spielen sich aber auf Zeitskalen mehrerer Minuten bis zu einer halben Stunde ab.

Gruss,

Jan

Mark Vornhusen
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ist ein Satellit

Beitrag von Mark Vornhusen » 2. Feb 2005, 14:16

Hallo,
das ist eine Satellitenspur. Ich habe seit einiger Zeit ein Watec mit 10s Belichtungszeit. Zusammen mit einem 1.8/160mm Objektiv habe ich schon mehrere solcher "gewellten" Satellitenspuren aufgenommen.

Nachtrag:
Ich hab die Einzelbilder der letzten Aufnahmenacht durchgesehen, dort war keine von den gewellten Spuren dabei. Ich muss mir noch die anderen Nächte vornehmen, davon habe ich allerdings nur noch DIVX-Zeitraffer Videos. Jedenfalls bin ich mir sicher, dass ich sowas schon mal aufgenommen habe. Egal ob Meteor oder Satellit, merkwürdig ist das Schlingern schon. Es könnte sich um relativ lange Satellitenteile handeln, die rotieren und bei 160mm Brennweite und 1/2" CCD schon eine merkliche Ausdehnung zeigen.

Grüße,
Mark
Zuletzt geändert von Mark Vornhusen am 3. Feb 2005, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.

Thorsten Falke, Helgoland
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Wenn.....

Beitrag von Thorsten Falke, Helgoland » 2. Feb 2005, 14:27

Hallo!
Sollte es sich bei der Abbildung tatsächlich um einen Meteor handeln, ist von einer Höhe des Objektes in ca. 70 Km auszugehen. Bei einer typischen "Erscheinungszeit" von vielleicht 3 Sekunden, wäre dieser Meteor in Sekundenbruchteilen um mehrere hundert Meter "getorkelt". Das halte ich erst einmal "unwissenschaftlich" für unwahrscheinlich und stimme mit dir überein, dass wahrscheinlich ein Wackeln des Fotoapparates dieses Wellenmuster verursacht hat.
Aber wie ist "das Obkekt" dann geflogen? Von links nach rechts?

Wie in dem Artikel durch weiterführende Links zu erfahren, sind Meteore "nicht spärisch" und ein Torkeln damit wahrscheinlich. Dieses Torkeln dürfte sich bei den Geschwindigkeiten (>100.000 km/h) aber im Zentimeterbereich, wenn überhaupt, abspielen.
Grüße
Thorsten

Mark Vornhusen
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Bild gefunden

Beitrag von Mark Vornhusen » 5. Feb 2005, 16:45

Hallo,
ich habe jetzt in einem der DivX-Zeitraffer Videos von der Watec Kamera einen "schlingernden" Satelliten gefunden. Hier drei Bilder, die so nacheinander folgen und jeweils mit 64-Frames Integration entstanden sind:

Bild
Bild
Bild

Das Schlingern ist nur auf dem ersten Bild sichtbar. Die Sterne sehen eigentlich relativ scharf aus. Trotzdem werd ich den Verdacht nicht los, dass da jemand am Stativ gewackelt haben könnte. Vielleicht war es auch ein starker Windstoß oder ein Erdbeben. Die Kamera stand im Zimmer und filmte durch das offene Fenster. Da die Bilder aus einem DivX-Video stammen, ist die Qualität nicht besonders gut. Objektiv war ein 1.8/160mm Fujinon.

Grüße,
Mark


Nachträglich editiert:
Wenn man die Bahnlänge von Bild 2 nimmt, dann fand das Schlingern im ersten Bild über mehr als 1/3 der Belichtungszeit statt. Dies müsste zu unscharfen Sternen im ersten Bild führen. Ich kann aber nicht sehen, dass die Sterne im ersten Bild unschärfer sind als im zweiten Bild. Fazit: Ich halte das Phänomen für real, hab aber bisher keine Erklärung dafür.

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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » 5. Feb 2005, 19:50

Moin...


...wenn ich mir die Sterne auf Bild 1 und Bild 2 mal anschaue, erscheinen die auf Bild 1 schon eeetwas länglicher (Richtung 11 bzw 5 Uhr)...Vielleicht doch Wind...oder hast du einen alten Holzboden ?
Gruß Thorsten

Mark Vornhusen
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Holzboden

Beitrag von Mark Vornhusen » 5. Feb 2005, 20:30

Hallo,
ja, ich habe einen alten Holzboden. Ist für Schwingungen anfällig.

Grüße,
Mark

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