NLC 2020-06-19/20

Forum für Leuchtende Nachtwolken (NLC)

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Horst Maurer
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Horst Maurer » 20. Jun 2020, 17:32

Claudia Hinz hat geschrieben:
20. Jun 2020, 12:30

P.S. Mal völlig Offtopic diese estnische Fischadlerfamilie: https://www.youtube.com/watch?reload=9&v=74skqI_waCc . Die haben jeden Abend die schönsten Sonnenuntergänge und ab und zu sogar NLC, aber keiner schaut hin ... ;-)
Da gibt's tatsächlich gerade Fisch!

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Dennis Hennig
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Dennis Hennig » 20. Jun 2020, 18:02

Thorsten Gaulke hat geschrieben:
20. Jun 2020, 12:08
OT
...

Meine Schwiegereltern haben 2 Raben groß gezogen... Und dann, als sie überlebensfähig waren, in die Natur entlassen. Die kommen immer noch jeden Tag zu Besuch und verlangen nach Nahrung....! Und das auch noch zur selben Uhrzeit...

Die beobachten seeehr genau...!
...
Ja, Rabenvögel fetzen! :)
Krähen lesen menschliche Mimik und Emotionen, stellen Werkzeuge her und nutzen sie, ja sie geben sogar Erfahrungen, welcher Mensch ihnen wohlgesonnen ist, oder pozenziell gefährlich ist, an die nächste Generation weiter. Vieles vom Vorgenannten trifft wahrscheinlich auf jedes höher entwickelte Tier zu. Konkret bei Krähen hat man o.a. Geistesleistungen halt schon wissenschaftlich nachgewiesen.
Zuletzt geändert von Dennis Hennig am 20. Jun 2020, 18:14, insgesamt 4-mal geändert.

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Dennis Hennig
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Dennis Hennig » 20. Jun 2020, 18:02

kerstin schulz hat geschrieben:
20. Jun 2020, 08:50
Bei mir in Frankreich heute Morgen etwa 20-30° hoch im Norden.
Ich bin auf 45,37°
...
Klasse! :wow:

Simon Herbst
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Simon Herbst » 20. Jun 2020, 18:45

OT zu den Rabenvögeln: Sie sind auch in der Lage, Menschen wiederzuerkennen. Und sie können sich nachgewiesenermaßen selbst wahrnehmen. Das können nur sehr wenige Tiere. Warum sollten Rabenvögel eigentlich nicht in der Lage sein, etwas Beobachtetes zu dokumentieren? Sie können ja, wie ja bereits gesagt wurde, auch andere Artgenossen anlernen. Das ist auch ziemlich komplex. Und ich glaub, sie machen das in Vergesellschaftungen sogar artübergreifend. Erstmal stellt sich ja die Frage nach der Form einer Dokumentation. Das muss ja nicht zwingend per Schrift erfolgen. Denn dafür fehlt es ihnen ja schon mal an den motorischen Fähigkeiten. Letztlich könnten sie ja auch Schnabel und Krallen benutzen, um beispielsweise einfache Muster in den Sand zu zeichnen, so wie sie auch in der Lage sind, andere Aufgaben mit diesen Werkzeugen zu lösen. Die Höhlenmalerei war ja auch nur eine Evolutionsstufe. Man müsste ihnen den Sinn vermitteln, das zu tun, beispielsweise um etwas Gewünschtes zu erreichen, so wie man Kindern ja auch den Sinn vermitteln sollte, Lesen, Schreiben und Rechnen zu erlernen. Und das funktioniert bei Rabenvögeln aber auch anderen Tieren wie Affen oder Hunden bekanntermaßen hervorragend über Belohnungseffekte. Ich glaube nicht, dass man die Intelligenz von Rabenvögeln ausgereizt hat. Soweit ich weiß, sind sie nach wie vor Gegenstand diverser Forschungen. Und dafür bedarf es auch sehr viel Zeit, Jahre, sich mit einem oder besser einer ganzen Gruppe an Rabenvögeln auseinanderzusetzen. Und wer macht das auf wissenschaftlicher Ebene bitteschön? Bei YouTube stößt man auf einige Hobbyornithologen, die die Rabenvögel immer wieder auf's Neue mit ihren Experimenten und Versuchsaufbauten herausfordern. Das ist schon ziemlich beeindruckend, was für komplexe Aufgaben da gelöst werden. Was man erreichen kann, wenn man das über einen sehr langen macht, sieht man ja beispielsweise an dem Graupapagei Alex. Am Ende besaß der Fähigkeiten, die man ihm zu Beginn nicht mal ansatzweise zugetraut hätte.

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Thorsten Gaulke
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Thorsten Gaulke » 20. Jun 2020, 19:35

Moin...

OT auf

Zitat Simon: Denn dafür fehlt es ihnen ja schon mal an den motorischen Fähigkeiten. --> Eben!

Zitat Simon: Und das funktioniert bei Rabenvögeln aber auch anderen Tieren wie Affen oder Hunden bekanntermaßen hervorragend über Belohnungseffekte --> Pawlow lässt grüßen

Zitat Simon: Und wer macht das auf wissenschaftlicher Ebene bitteschön? --> https://www.mpg.de/4705021/Raben_Gesten --> Max-Planck-Institut (u.a.)

Zitat Focus: Der größte Unterschied zum Tier besteht jedoch in der Fähigkeit des menschlichen Geistes; der Mensch ist in der Lage, kausale Zusammenhänge zu erkennen, Werkzeuge zu erschaffen und nach ethisch-moralischen Prinzipien zu handeln. Selbstreflexion, Antizipation, Konzeptionen sowie vielfältige Kommunikation (auch Dokumentation) erlauben dem Menschen weit mehr als allen anderen Tieren die Selbststeuerung seines Schicksals und die rasche Änderung seiner Lebensweise. Der menschliche Geist ist das hauptsächliche Unterscheidungskriterium von den übrigen hoch entwickelten Tieren.

Und trotzdem sind Raben extrem coole Tiere...!!! Ich mag sie gern! Soll glaube ich jetzt auch reichen... OT zu

Ich mach mich jetzt NLC-fertig. Hoffentlich besetzen sie nicht meinen Spot heute Abend. Obwohl mir Raben viel lieber wären als das dummschwätzige, pobelnde, laut Musik hörende, mit sich selber nichts anzufangen wissende Jungvolk an meinem Top-Spot an den Zementwerken in Geseke... Das macht keinen Spaß, da bei MzMzMz Musik NLCs zu beobachten. Ich beneide jeden, der wirklich die Stille der Natur - mit oder ohne NLCs oder Polarlicht des Nachts - genießen kann und darf.

Viel Glück heute Abend!
Gruß Thorsten
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Simon Herbst
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Simon Herbst » 20. Jun 2020, 19:53

OT: Der Graupapagei Alex wurde 19 Jahre trainiert. Ich glaub, diesen Aufwand betreibt heute niemand mehr. Und wer soll das bezahlen? Ohne einen erkennbaren Nutzen für den Menschen, ist es heute verdammt schwer an die nötigen Fördermittel zu kommen. Einiges von dem, was der Focus genannt hat, können intelligente Vögel (und andere Tiere), entsprechend trainiert, auch, wie kausale Zusammenhänge erkennen, Werkzeuge erschaffen (das können sie beides schon mehr oder weniger von Natur aus), mit diesen Werkzeugen komplexe Aufgaben lösen, oder einige Vögel letztlich auch auf höherer Ebene kommunizieren, beispielsweise um ein Bedürfnis / Wunsch auszudrücken. Alex hat übrigens auch ein ziemlich bemerkenswertes Verständnis von Farben und Zahlen. Bei der Lesart vom Focus frage ich mich, für wie dumm man eigentlich Tiere, und für wie schlau im Sinne einer Überlegen- und Vollkommenheit man sich selbst hält.

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Dennis Hennig
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Dennis Hennig » 20. Jun 2020, 20:01

Simon Herbst hat geschrieben:
20. Jun 2020, 19:53
...
Bei der Lesart vom Focus frage ich mich, für wie dumm man eigentlich Tiere, und für wie schlau im Sinne einer Überlegen- und Vollkommenheit man sich selbst hält.
Und wo diese Hybris unseren Planeten hingebracht hat! :(

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Dennis Hennig
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Dennis Hennig » 20. Jun 2020, 20:01

Okay, aber wir sind wohl wirklich off topic im Sinne NLC 19./20.6.

Harald Fiedler
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von Harald Fiedler » 20. Jun 2020, 22:20

Grüße aus Kaiserslautern.
Ich hatte gestern Nacht beim sehr späten zu-Bett-gehen etwas helles am Horizont gesehen und bin dann schnellstens raus auf der Suche nach einem Standort mit Himmelsblick. Dort sah ich mein deutlichstes und hellstes NLC, welches ich in der Pfalz bis jetzt gesehen habe. (ich achte immer mal auf den Himmel, bin aber kein "NLC-Jäger"). Bin so begeistert, daß ich dachte ich zeige es hier auch mal.
Standort Kaiserslautern/ Bännjerrück, Uhrzeit 3:50 Uhr MESZ, Blick etwa NNO




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StefanK
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von StefanK » 22. Jun 2020, 00:01

Hallo zusammen,

mit etwas Verspätung nun ein paar Impressionen des großen Morgen-Displays aus Bonn.

Auffallend waren zum einen die schmalen, zeitweilig aber fast blendend hellen Bänder (Abb. 1, 3 % 5), welche aus dem übrigen Display deutlich hervorragten und erst um 04:48 MESZ (Sonnenstand -4.2°) verblassten. Zum anderen war die etwas "zerrupfte" Struktur (Abb. 2 & 5) bemerkenswert, welche sich in ungewöhnlichen Formen, aber auch in einem Zerfall in mehrere allenfalls durch sehr blasse, kaum wahrnehmbare Zwischenbereiche verbundene Teilbereiche manifestierte. Dies ist ebenfalls sowohl auf den französischen Webcams (Beispiel) als auch auf dem Foto von Wilfried Bongartz aus dem benachbarten Swisttal sichtbar. Auf Wilfrieds Foto fällt ferner ein faseriger NLC-Streifen ins Auge, welcher sich von links unten nach rechts oben erstreckt. Dieser Streifen führte an meinem 11 km weiter ENE gelegenen Standort in unserem Garten von NNW durch den Zenit nach SSE. Er wurde von mir zwar gesehen, aber zunächst als etwas seltsamer Zirrus eingestuft, da er völlig vom übrigen NLC-Feld gelöst erschien und zudem zwar hell war, aber den silbrigen Glanz vermissen ließ. Erst nachdem ich mich ausführlich mit dem im Osten stehenden und in schwachen Ausläufern bis etwa 50° Höhe (Abb. 4) reichenden Hauptfeld beschäftigt hatte, fiel mir auf, dass der faserige Streifen weitgehend verblasst war - Zirren hätten aber in der Morgendämmerung heller werden müssen. Nun kam mir der Verdacht, dass es sich auch dabei um NLCs handeln könnte. Da es jedoch zu mehr als einer schlechten Belegaufnahme (Abb. 6) nicht mehr reichte, blieb es zunächst bei dem Verdacht. Erst Wilfrieds Foto brachte dann die Erhellung. Vermutlich war "mein" schon in der Durchsicht optisch ziemlich dichter Streifen nicht anderes als ein weiterer jener Streifen, die im Kantenblick eine solch bemerkenswerte Helligkeit erreichten.

DSC09683k.jpg
Abb. 1: 03:49 MESZ; Sonne - 10.0°

DSC09695k.jpg
Abb. 2: 04:06 MESZ; Sonne -8.5°

DSC09698k.jpg
Abb. 3: 04:09 MESZ; Sonne -8.3°

DSC09706k.jpg
Abb. 4: 04:14 MESZ; Sonne -7.8°

DSC09709k.jpg
Abb. 5: 04:16 MESZ; Sonne -7.6°

DSC09720k.jpg
Abb. 6: 04:25 MESZ; Sonne - 6.7°

Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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StefanK
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Re: NLC 2020-06-19/20

Beitrag von StefanK » 22. Jun 2020, 22:05

Hallo zusammen,

wie so oft beschränkten sich auch in der Nacht 19./20.06.2020 NLC-Beobachtungen (Abb. 1) auf Gegenden, welche zumindest halbwegs frei von troposphärischen Wolken waren (Abb. 2). Der Abendsektor brachte lediglich ein wenig beachtliches Display, dessen Südrand sich nördlich der deutschen Grenze über Dänemark erstreckte (soweit die durch Wolken gestörten Beobachtungen diese Aussage erlauben - Punkte in Abb. 3). Wohl niemand hätte für den Morgen ein NLC-Feld erwartet, welches sich offenbar über einen großen Teil Europas erstreckte und von den Pyrenäen bis nach Griechenland sichtbar war. Ob dieses Feld von Osten herangezogen war oder aber sich durch Auskondensierung in situ entwickelt hatte, sei dahin gestellt. Anders als in Lübbecke und an der automatischen Cam in Swisttal konnte das Display in Bonn weitgehend überblickt werden, sieht man einmal davon ab, dass durch eine Häuserzeile der Blick zum Osthorizont verstellt war (über dem aber ohnehin eine Wolkenbank lungerte). In Abb. 3 ist die von meinem Standort aus sichtbare Ausdehnung des NLC-Feldes gegen etwa 4 Uhr MESZ umrandet.

200619.gif
Abb. 1: NLC-Beobachtungen in der Nacht 19./20.06.2020

202006200535_NOAA19_CE_b4.jpg
Abb. 2: Satellitenbild (Infrarot) von NOAA 19 vom 20.06.2020, 07.35 MESZ.
Bildquelle: Czech Hydrometeorological Institute, lizenziert unter https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/cz/deed.de

200619_auswertung.gif
Abb. 3: Ungefähre Position der beobachteten NLCs in der Nacht 19./20.06.2020 (Erläuterung siehe Text).
(Beobachtungsort = Bonn)

Viele Grüße aus Bonn,

Stefan

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