Springbrunnen aus rasendem Feuer
(ExpeditionZone) - Vom so genannten Lagrange-Punkt (L1) Punkt, der 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt ist, beobachtet SOHO (The Solar and Heliospheric Observatory) seit über 5 Jahren die Sonne, enträtselte schon viele Geheimnisse und versorgt die Astronomen mit Daten über Sonnenstürme und "Weltraumwetter".
Dank der europäisch-amerikanischen Sonde konnte nun unter Mithilfe des NASA Satelliten TRACE (Transition Region and Coronal Explorer) ein besonderes Phänomen innerhalb so genannter koronaler Schleifen - auch "Loops" genannt - beobachtet werden.
Die Korona ist die äußerste atmosphärische Schicht des Gasplaneten und koronale Schleifen sind ultraheiße Gasfontänen, die bei Sonneneruptionen oft hundertausende Kilometer hochgeschleudert werden und in einem Bogen wieder zurück kehren.
TRACE zeigte schon vor zwei Jahren, dass sowohl Hitzquelle als auch die größte Hitzeabgabe jeweils an der Basis der Schleifen - etwa 16.000 km über der Oberfläche ANZEIGE
- stattfinden und damit die Position des größtenteils noch rätselhaften "Atmosphären-Ofens" feststellen, der dafür sorgt, dass die Korona mit bis zu 1,7 Millionen Grad Celsius rund 300-fach heißer ist als die Oberfläche der Sonne.
Ein Astronomenteam des Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Massachusetts konnte nun unter Amy Winebarger und Werner Curdt vom Max-Planck-Institut für Aeronomie Mithilfe der beiden Teleskope Plasmaströme - genauer gesagt Gasblasen mit hoch-ionisierten Neonatomen - in zwei dieser koronalen Schleifen verfolgen und messen.
Das Ergebnis brachte Flussgeschwindigkeiten von bis zu 320.000 km/h zutage und zeigte, dass die koronalen Schleifen keineswegs - wie oft vermutet wurde - starre Strukturen entlang von Magnetfeldlinien sind, in denen Plasma wie in einem Schlauch fließt oder ein "Herunterfallen" zuvor emporschießender Gase durch die rund 28 mal höhere Schwerkraft als auf der Erde ausgelöst wird.
Vielmehr würden elektrisch geladene Gase so enorm beschleunigt, dass sie sich bei gleichbleibender Dichte und von der Schwerkraft unbehelligt einen Weg zwischen den Feldlinien suchen.
Dabei könnte es durchaus sein, dass der Fluss von einem heißen "Pol" zu einem Kälteren erfolgt, wie Leon Golub, Co-Autor der Studie, die in den Astrophysical Journal Letters veröffentlicht wurde, vermutet.
Ob diese Beschleunigung aber durch Wärmeaustausch unterschiedlicher Temperaturzonen zustande kommt oder ebenso wie das Magnetfeld von den gewaltigen Plasmaturbulenzen unter der Sonnenoberfläche ausgelöst wird, müssen weitere Untersuchungen klären.
Quelle: http://de.news.yahoo.com/020522/87/2ry2m.html
oder: http://www.expeditionzone.de/start_hi.htm und dann auf NEWS klicken!
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