Hallo,
da es im Forum einige zu geben scheint, die sich für ältere Polarlichter interessieren, möchte ich auch mal meine Funde in der Chemnitzer/Karl-Marx-Städter Wetterbeobachtungsstatistik posten. Die Liste erhebt natürlich kein Anspruch auf Vollständigkeit aller in diesem Zeitraum sichtbaren Polarlichter, zumal im Mittelgebirgsvorland Staulagen und Nebel ziemlich häufig den Blick nach oben verdecken. Vielleicht haben ja auch andere Leute die Möglichkeit, in alten Archiven zu wühlen, so daß man die Sichtungen nach und nach vervollständigen kann.
Aber hier erst mal die Funde und Nichtfunde mit allen im Wettertagebuch gemachten Angaben:
1947, 1948 (ohne 03/04) kein PL
25./26.01.1949 Chemnitz
NW-NNE 2340-0250 MEZ
24.01.1950 Chemnitz
2050-2105 MEZ
20.02.1950 Chemnitz
1925-2220 MEZ
26.09.1951 Chemnitz
NNW 0120 MEZ (in Wolkenlücke)
28.10.1951 Chemnitz
2030-2110 NNW-NNE
1952, 1953, 1954, 1955, 1956 kein PL
(nur zur Info: Mai 1952: Umbenennung der Stadt von Chemnitz in Karl-Marx-Stadt, 1990 dann Rückbenennung)
21.01.1957 Karl-Marx-Stadt
NW 2050-2107, N 2116-2240
mäßig helles Polarlicht
05.09.1957 Karl-Marx-Stadt
NNW-NNE 0120-0332
Intensität der Strahlenbüchel sehr schwankend
Helligkeitsmaximum in 35-45° Höhe um 0245-0254
23.09.1957 Karl-Marx-Stadt
0015 MEZ Polarlicht (?)
starke grünliche Aufhellung im Norden
30.09.1957 Karl-Marx-Stadt
0118-0152 MEZ
11.02.1958 Karl-Marx-Stadt
NW-NE 0250-0510 MEZ
0315-0350 konstantes kräftiges rotes diffuses Aufleuchten
0315 und 0320 einzelne Strahlenbündel
0330-0340 einzelne Strahlen
Höhe max. 50-55°
5.09.1958 Karl-Marx-Stadt
50°-290° 2135-2248, max. Höhe: 70°
NE-WNW 2323-0015, max. Höhe: 50°
4.09.1959 Karl-Marx-Stadt
NNW-NNE 0040-0145 MEZ
schwaches strahlenförmiges weißes Leuchten bis max. 35°
NNE-NNW 0230-0320 MEZ
schwaches diffuses Leuchten mit kaum erkennbarer Strahlenbildung, Höhe max. 30°
07.10.1960 Karl-Marx-Stadt
0020-0140 MEZ
0020-0110 NNW-NNE gut sichtbar, Segment bis ca. 40° hochreichend
0010-0120 NW-NE als grauer Bogen ohne Strahlen, mal schwächer, mal stärker auftretend, NW-Hälfte stärker, Höhe ca. 30-40°
0120-0140 NW-NE, schwächer werdend, gegen Ende kaum noch erkennbar
ab 0210 keine Beobachtungsmöglichkeit mehr wg. aufziehendem Sc
12.11.1960 Karl-Marx-Stadt
2215-2215 MEZ
bis 2250 als leuchtend rote und weiße Strahlen
bis 2315 flächenhaftes, mäßig rotes Leuchten
Höhe max. etwa 40!
1961, 1962, 1963, 1964, 1965, 1966 kein PL
Viele Grüße
Claudia
Polarlichter in Chemnitz 1949-1960 *LINK*
-
Peter Kuklok
Re: Polarlichter in Chemnitz 1949-1960
Hallo Claudia,
tolle Zusammenstellung, vielen Dank! Das Posting ist schon auf meiner Festplatte gespeichert.
>23.09.1957 Karl-Marx-Stadt
>0015 MEZ Polarlicht (?)
>starke grünliche Aufhellung im Norden
Um diese Zeit gab es einen Kp-Index von 7, davor und danach teilweise sogar noch höhere Werte. Von daher dürfte es sich mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich um ein Polarlicht gehandelt haben. Alle anderen Aufzeichnungen decken sich ebenfalls sehr gut mit den damaligen Kp-Indices.
Unter http://www.magnetsturm.de/archiv.html (Baustelle), kann man sich die einzelnen Werte anschauen.
login: magnetic password: storm
Grüße
Peter
tolle Zusammenstellung, vielen Dank! Das Posting ist schon auf meiner Festplatte gespeichert.
>23.09.1957 Karl-Marx-Stadt
>0015 MEZ Polarlicht (?)
>starke grünliche Aufhellung im Norden
Um diese Zeit gab es einen Kp-Index von 7, davor und danach teilweise sogar noch höhere Werte. Von daher dürfte es sich mit sehr, sehr großer Wahrscheinlichkeit tatsächlich um ein Polarlicht gehandelt haben. Alle anderen Aufzeichnungen decken sich ebenfalls sehr gut mit den damaligen Kp-Indices.
Unter http://www.magnetsturm.de/archiv.html (Baustelle), kann man sich die einzelnen Werte anschauen.
login: magnetic password: storm
Grüße
Peter
-
Thomas Sävert
Re: Polarlichter in Chemnitz 1949-1960 *LINK*
Hallo Claudia,
ich bin ja auch am sammeln von alte Sichtungen und Bildern. Die von Dir herausgesuchten Beobachtungen baue ich auch in den nächsten Tagen in die Bilder-Galerie ein, habs leider einfach noch nicht geschafft. Immerhin gibt es inzwischen Bilder aus dem ahre 1981.
Gruß und vielen Dank für die Mühe,
Thomas Sävert
: Hallo,
: da es im Forum einige zu geben scheint, die sich für ältere
: Polarlichter interessieren, möchte ich auch mal meine Funde in
: der Chemnitzer/Karl-Marx-Städter Wetterbeobachtungsstatistik
: posten. Die Liste erhebt natürlich kein Anspruch auf
: Vollständigkeit aller in diesem Zeitraum sichtbaren
: Polarlichter, zumal im Mittelgebirgsvorland Staulagen und Nebel
: ziemlich häufig den Blick nach oben verdecken. Vielleicht haben
: ja auch andere Leute die Möglichkeit, in alten Archiven zu
: wühlen, so daß man die Sichtungen nach und nach vervollständigen
: kann.
: Aber hier erst mal die Funde und Nichtfunde mit allen im
: Wettertagebuch gemachten Angaben: 1947, 1948 (ohne 03/04) kein
: PL
: 25./26.01.1949 Chemnitz
: NW-NNE 2340-0250 MEZ
: 24.01.1950 Chemnitz
: 2050-2105 MEZ
: 20.02.1950 Chemnitz
: 1925-2220 MEZ
: 26.09.1951 Chemnitz
: NNW 0120 MEZ (in Wolkenlücke)
: 28.10.1951 Chemnitz
: 2030-2110 NNW-NNE
: 1952, 1953, 1954, 1955, 1956 kein PL
: (nur zur Info: Mai 1952: Umbenennung der Stadt von Chemnitz in
: Karl-Marx-Stadt, 1990 dann Rückbenennung)
: 21.01.1957 Karl-Marx-Stadt
: NW 2050-2107, N 2116-2240
: mäßig helles Polarlicht
: 05.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: NNW-NNE 0120-0332
: Intensität der Strahlenbüchel sehr schwankend
: Helligkeitsmaximum in 35-45° Höhe um 0245-0254
: 23.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: 0015 MEZ Polarlicht (?)
: starke grünliche Aufhellung im Norden
: 30.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: 0118-0152 MEZ
: 11.02.1958 Karl-Marx-Stadt
: NW-NE 0250-0510 MEZ
: 0315-0350 konstantes kräftiges rotes diffuses Aufleuchten
: 0315 und 0320 einzelne Strahlenbündel
: 0330-0340 einzelne Strahlen
: Höhe max. 50-55°
: 5.09.1958 Karl-Marx-Stadt
: 50°-290° 2135-2248, max. Höhe: 70°
: NE-WNW 2323-0015, max. Höhe: 50°
: 4.09.1959 Karl-Marx-Stadt
: NNW-NNE 0040-0145 MEZ
: schwaches strahlenförmiges weißes Leuchten bis max. 35°
: NNE-NNW 0230-0320 MEZ
: schwaches diffuses Leuchten mit kaum erkennbarer Strahlenbildung,
: Höhe max. 30°
: 07.10.1960 Karl-Marx-Stadt
: 0020-0140 MEZ
: 0020-0110 NNW-NNE gut sichtbar, Segment bis ca. 40° hochreichend
: 0010-0120 NW-NE als grauer Bogen ohne Strahlen, mal schwächer, mal
: stärker auftretend, NW-Hälfte stärker, Höhe ca. 30-40°
: 0120-0140 NW-NE, schwächer werdend, gegen Ende kaum noch erkennbar
: ab 0210 keine Beobachtungsmöglichkeit mehr wg. aufziehendem Sc
: 12.11.1960 Karl-Marx-Stadt
: 2215-2215 MEZ
: bis 2250 als leuchtend rote und weiße Strahlen
: bis 2315 flächenhaftes, mäßig rotes Leuchten
: Höhe max. etwa 40!
: 1961, 1962, 1963, 1964, 1965, 1966 kein PL
: Viele Grüße
: Claudia
ich bin ja auch am sammeln von alte Sichtungen und Bildern. Die von Dir herausgesuchten Beobachtungen baue ich auch in den nächsten Tagen in die Bilder-Galerie ein, habs leider einfach noch nicht geschafft. Immerhin gibt es inzwischen Bilder aus dem ahre 1981.
Gruß und vielen Dank für die Mühe,
Thomas Sävert
: Hallo,
: da es im Forum einige zu geben scheint, die sich für ältere
: Polarlichter interessieren, möchte ich auch mal meine Funde in
: der Chemnitzer/Karl-Marx-Städter Wetterbeobachtungsstatistik
: posten. Die Liste erhebt natürlich kein Anspruch auf
: Vollständigkeit aller in diesem Zeitraum sichtbaren
: Polarlichter, zumal im Mittelgebirgsvorland Staulagen und Nebel
: ziemlich häufig den Blick nach oben verdecken. Vielleicht haben
: ja auch andere Leute die Möglichkeit, in alten Archiven zu
: wühlen, so daß man die Sichtungen nach und nach vervollständigen
: kann.
: Aber hier erst mal die Funde und Nichtfunde mit allen im
: Wettertagebuch gemachten Angaben: 1947, 1948 (ohne 03/04) kein
: PL
: 25./26.01.1949 Chemnitz
: NW-NNE 2340-0250 MEZ
: 24.01.1950 Chemnitz
: 2050-2105 MEZ
: 20.02.1950 Chemnitz
: 1925-2220 MEZ
: 26.09.1951 Chemnitz
: NNW 0120 MEZ (in Wolkenlücke)
: 28.10.1951 Chemnitz
: 2030-2110 NNW-NNE
: 1952, 1953, 1954, 1955, 1956 kein PL
: (nur zur Info: Mai 1952: Umbenennung der Stadt von Chemnitz in
: Karl-Marx-Stadt, 1990 dann Rückbenennung)
: 21.01.1957 Karl-Marx-Stadt
: NW 2050-2107, N 2116-2240
: mäßig helles Polarlicht
: 05.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: NNW-NNE 0120-0332
: Intensität der Strahlenbüchel sehr schwankend
: Helligkeitsmaximum in 35-45° Höhe um 0245-0254
: 23.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: 0015 MEZ Polarlicht (?)
: starke grünliche Aufhellung im Norden
: 30.09.1957 Karl-Marx-Stadt
: 0118-0152 MEZ
: 11.02.1958 Karl-Marx-Stadt
: NW-NE 0250-0510 MEZ
: 0315-0350 konstantes kräftiges rotes diffuses Aufleuchten
: 0315 und 0320 einzelne Strahlenbündel
: 0330-0340 einzelne Strahlen
: Höhe max. 50-55°
: 5.09.1958 Karl-Marx-Stadt
: 50°-290° 2135-2248, max. Höhe: 70°
: NE-WNW 2323-0015, max. Höhe: 50°
: 4.09.1959 Karl-Marx-Stadt
: NNW-NNE 0040-0145 MEZ
: schwaches strahlenförmiges weißes Leuchten bis max. 35°
: NNE-NNW 0230-0320 MEZ
: schwaches diffuses Leuchten mit kaum erkennbarer Strahlenbildung,
: Höhe max. 30°
: 07.10.1960 Karl-Marx-Stadt
: 0020-0140 MEZ
: 0020-0110 NNW-NNE gut sichtbar, Segment bis ca. 40° hochreichend
: 0010-0120 NW-NE als grauer Bogen ohne Strahlen, mal schwächer, mal
: stärker auftretend, NW-Hälfte stärker, Höhe ca. 30-40°
: 0120-0140 NW-NE, schwächer werdend, gegen Ende kaum noch erkennbar
: ab 0210 keine Beobachtungsmöglichkeit mehr wg. aufziehendem Sc
: 12.11.1960 Karl-Marx-Stadt
: 2215-2215 MEZ
: bis 2250 als leuchtend rote und weiße Strahlen
: bis 2315 flächenhaftes, mäßig rotes Leuchten
: Höhe max. etwa 40!
: 1961, 1962, 1963, 1964, 1965, 1966 kein PL
: Viele Grüße
: Claudia
-
Gerti
Re: Kostprobe PL Wien 25.01.1938
: Hallo,
: .. Vielleicht haben
: ja auch andere Leute die Möglichkeit, in alten Archiven zu
: wühlen ...
: Claudia
Hallo Claudia und alle im Forum,
ich wühle ja schon in den Archiven!
Hier eine Kostprobe vom 25.01.1938, spontan herausgefischt aus dem Ergebnis von über 50 Tageszeitungen. Viel Spass beim Lesen wünscht allen - Gerti
Der "Wiener Tag" brachte am 26. Jänner auf der Titelseite die folgende Meldung (hier gekürzt):
Polarlicht über Mitteleuropa! Ein Naturphänomen, wie es seit Dezennien in unseren Breitegraden nicht beobachtet werden konnte, war gestern abends durch mehr als zwei Stunden nahezu über ganz Österreich, der Tschechoslowakei, Ungarn, der Schweiz und großen Teilen Deutschlands zu sehen:
Gegen 8 Uhr abends es war sternenklarer Himmel tauchte plötzlich auf dem Firmament ein blutrotes Licht auf, das bald einen großen Teil des Himmels bedeckte und in seiner Farbenintensität wiederholt wechselte.
Während man in den einzelnen Ortschaften, in denen das ganz seltsame Phänomen beobachtet wurde, zunächst an einen Riesenbrand dachte, stellte sich, als ein förmlicher Radioalarm in ganz Mitteleuropa von der mysteriösen Himmelserscheinung Meldung gab, nach den Feststellungen der Meteorologischen Stationen heraus, daß es sich um ein in unseren Zonen überaus selten zu beobachtendes Nordpolarlicht handle.
Über Wien selbst war das blutigrote Licht ganz besonders deutlich zu beobachten, am intensivsten strahlte es aus der Gegend des Hermannskogels und des Kahlenberges; dort schien es, als stünde der Wienerwald in Flammen. Die Kunde von der geheimnisvollen Erscheinung hatte sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt verbreitet, die Leute standen in dichten Gruppen auf den Straßen und bestaunten, zum Teil sehr erregt, das ungewohnte Phänomen. ...
Mehr als zwei Stunden war auf dem Firmament die Erscheinung zu beobachten, erst gegen ½11 Uhr abends bekam der Himmel wieder seine normale Färbung. ...
: .. Vielleicht haben
: ja auch andere Leute die Möglichkeit, in alten Archiven zu
: wühlen ...
: Claudia
Hallo Claudia und alle im Forum,
ich wühle ja schon in den Archiven!
Hier eine Kostprobe vom 25.01.1938, spontan herausgefischt aus dem Ergebnis von über 50 Tageszeitungen. Viel Spass beim Lesen wünscht allen - Gerti
Der "Wiener Tag" brachte am 26. Jänner auf der Titelseite die folgende Meldung (hier gekürzt):
Polarlicht über Mitteleuropa! Ein Naturphänomen, wie es seit Dezennien in unseren Breitegraden nicht beobachtet werden konnte, war gestern abends durch mehr als zwei Stunden nahezu über ganz Österreich, der Tschechoslowakei, Ungarn, der Schweiz und großen Teilen Deutschlands zu sehen:
Gegen 8 Uhr abends es war sternenklarer Himmel tauchte plötzlich auf dem Firmament ein blutrotes Licht auf, das bald einen großen Teil des Himmels bedeckte und in seiner Farbenintensität wiederholt wechselte.
Während man in den einzelnen Ortschaften, in denen das ganz seltsame Phänomen beobachtet wurde, zunächst an einen Riesenbrand dachte, stellte sich, als ein förmlicher Radioalarm in ganz Mitteleuropa von der mysteriösen Himmelserscheinung Meldung gab, nach den Feststellungen der Meteorologischen Stationen heraus, daß es sich um ein in unseren Zonen überaus selten zu beobachtendes Nordpolarlicht handle.
Über Wien selbst war das blutigrote Licht ganz besonders deutlich zu beobachten, am intensivsten strahlte es aus der Gegend des Hermannskogels und des Kahlenberges; dort schien es, als stünde der Wienerwald in Flammen. Die Kunde von der geheimnisvollen Erscheinung hatte sich wie ein Lauffeuer durch die Stadt verbreitet, die Leute standen in dichten Gruppen auf den Straßen und bestaunten, zum Teil sehr erregt, das ungewohnte Phänomen. ...
Mehr als zwei Stunden war auf dem Firmament die Erscheinung zu beobachten, erst gegen ½11 Uhr abends bekam der Himmel wieder seine normale Färbung. ...
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