Bericht aus Heidelberg

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Bernhard Dorner

Bericht aus Heidelberg

Beitrag von Bernhard Dorner » 21. Nov 2003, 22:05

Hallo,

falls es noch jemand lesen will, hier nun mein Bericht zum gestrigen PL aus Heidelberg:

Am Vormittag bekam ich noch das Eintreffen der Schockfront mit, aber so richtig blieb ich nicht am Ball wie sich der Sturm weiter entwickelte. Insbesondere die Anmerkung in der Warning "THIS LINE IS VALID *ONLY* IF FAVORABLE STORM CONDITIONS OCCUR" (Dank übrigens an Günther Strauch für das posten) machte mich doch skeptisch, wie oft hatten wir unter den ungünstigen Bedingungen zu leiden... Nun, nachmittags war wieder Uni angesagt und die letzte Vorlesung dauerte bis 18:45. PL hatte ich inzwischen vollkommen vergessen, Handy war aus und so ging ich heim, am Himmel war in dem Lichtermeer außer Mars eh nichts zu erkennen.

Als ich beim Abendessen dann ins Forum schaute fiel mir fast der Bissen aus dem Mund und ich wusste nicht, was ich zuerst machen sollte. Nach gehöriger Verwirrung, Datencheck und einem verzweifelten Blick aus dem Fenster in den fürchterlich verseuchten Himmel, der aber schon irgendwie zu hell war, schnappte ich mir nur Handschuhe und die Taschenlampe und ging zu meinem Beobachtungsplatz, etwas verwundert dass es keine Warnung über die Liste gegeben hatte (und nein, hatte nie vor das per Handy zu machen). Kaum etwas aus der Lichtsuppe geflüchtet empfing mich gegen 19:35 auch der grüne Bogen im Norden so etwa 20°-30° hoch. Leider hatte ich mit widrigen Umständen zu kämpfen; es war sehr dunstig in der Rhein/Neckarebene und die umliegenden Ortschaften/Städte taten ein übriges. Zudem waren in der Nähe auch noch Sportplatzbeleuchtungen an... schrecklich. Insofern war es relativ schwierig das PL auszumachen und Strukturen zu erkennen, besonders mit der Stadt im Süden wo es gerade interessant war. Die Angaben somit auch unter Vorbehalt:

19:35-45 ein rotes Band im Süden auf 70°? Wanderte langsam nördlich und war jedenfalls danach plötzlich weg.

20:10 wieder mehr Aktivität, aber kaum was rotes auszumachen. Im Westen stand aber so ne rote Fläche in der Landschaft rum.

20:35-45 Unglaublich, der grüne Bogen im Zenit und irre hell! Roter Rand dran, südlich von Pegasus/Widder eine Korona mit Beamern. Überwältigend! 50° über dem Horizont (im Süden wohlgemerkt)... Zum Schluss nochmal extrem hell im Schwan, ein grüner Batzen räkelte sich da.

Der "langweilige Standardbogen" zog sich wieder auf 30° zurück, war aber immer noch sehr prominent, im Vordergrund hoben sich ständig die Kondensstreifen als Schatten ab. Auch konnte man wunderbar die untere Grenze sehen.

Gegen 21:05 verließ ich den Platz Richtung zuhause, mein Nacken tat weh und es wurde langsam kalt, die obligatorischen Freudentänze hielten nicht mehr genug warm. Am Telefon und per WAP erfuhr ich dass Bz immer weiter kletterte.
Auf dem Heimweg kam ich an der Mensa vorbei, da war gerade Sportlerparty bei lauter Musik und bunter Beleuchtung - ob die wissen was sie da verpasst haben? Zuhause war erst mal Aufarbeiten des Forums dran, da mir der Weg zum Beobachten zu lang war blieb ich dort und schaute mir den auftretenden starken Ausbruch aus dem Treppenhaus an - unheimlich mies zu sehen, aber immerhin. Meinem Mitbewohner konnte ich auch zum ersten Mal PL zeigen, der dürfte so langsam infiziert sein. ;-)

Fazit: Es war nicht so hell und "erschlagend" wie vor drei Wochen (hoppla, da wollt ich doch mal noch nen Bericht schreiben...), mitunter wohl durch die miesen Bedingungen hier, aber insgesamt beeindruckender in der Formenvielfalt, Ausdauer und Variation. Insbesondere dass es so weit im Süden auftrat war unheimlich ... ja, ähm, unheimlich halt. ;-) (mir fällt nix ein) Fotos gabs keine, sondern Schauspiel pur. Hat sich am 30.10. schon (unfreiwillig) bewährt.

Grüße
Bernhard


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