Bremen - Bericht. Welch bezaubernde Show!

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Jens (Bremen)

Bremen - Bericht. Welch bezaubernde Show!

Beitrag von Jens (Bremen) » 31. Okt 2003, 16:54

Hallo,

ich muss auch kurz vom Ereignis gestern erzählen. Hier in Bremen sah es zunächst nach der klassischen grauen Wolkensuppe aus, die normalerweise hier immer dichter wird. Das Erlebnis beschränkte sich für uns daher erstmal auf gigantische Magnetometerausschläge - tolles Mäusekino!

Um 22.00 MEZ erblickte ich dann auf meinem Kontrollgang das grünblaue Leuchten hinter den Wolken, diese lösten sich gerade auf. Dann ging alles zu schnell. Innerhalb von Minuten klarte es völlig auf während eine tief-rote, eher diffuse Korona (bemerkenswerter Farbton) erstrahlte und Strahlen im SW extrem intensiv wurden - davor waberte der Rest der Hochnebelwand, weiss angestrahlt von der Stadt (bin gespannt auf´s Foto) und immer drohend, wieder zuzuziehen. Das Leuchten im Norden durch die Wölkchenlücken machte den Eindruck dieser genialen türkisenen Himmels-Tönung z.B. nach Sonnenuntergang.

Nun ja, schnell entstand eine kleine Polarlichtparty, mit Glühwein.

Von 22.00 an blieb es bis 3.00 sternenklar, ich glaubs immernoch kaum. Der Substorm gegen 0.00 war sehr fein strukturiert aber nicht so knallig.

Der Substorm ab etwa 1.30 war für uns eindeutig der Hit, besonders wegen des farbenprächtigen Korona-Fächers, der sich rasch veränderte, mit hellen Bändern verschlung und ständig wieder Nachschub von neuen Strahlen bekam. Und wieder dieser herrliche Effekt beim Polarlichtgucken: in Sekundenschnelle entwickelt sich´s und nimmt einen den Atem (na ja, samt jeglicher Kontrolle über´s Fotografieren...).

Allerdings, im Vergleich, konnten auch all diese erstaunlichen Erscheinungen die Intensität eines der Substorms vom 6./7.4.2000 (gleicher Beobachtungsort) nicht toppen. Damals waren die Strahlen vor allem viel schärfer abgegrenzt und noch heller mit gelben Elementen.

Ein erhebliches Problem für das Fotografieren war die feuchte Luft, durch die die Linse ständig (anfangs leider unbemerkt) beschlug.

Ich bin beeindruckt und glücklich, das ist schon ein unbeschreibliches Gefühl, wenn man sich quasi mit den Wolken abgefunden hat und plötzlich klappt es doch noch, und wie...!!!

Jens

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