Sonnensturm sorgt für Polarlichter und Ufo-Meldung

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Sven Lüke

Sonnensturm sorgt für Polarlichter und Ufo-Meldung

Beitrag von Sven Lüke » 30. Okt 2003, 19:14

Quelle: Yahoo/dpa

Im Bericht wird auch Herr Jansen erwähnt, die Weltraumwetterwarte ist also noch nicht auf dem Abstellgleis, wie es aussieht.

cu, Sven

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Sonnensturm sorgt für Polarlichter und Ufo-Meldungen

Greifswald/Potsdam (dpa) - Nachdem der schwere Sonnensturm für atemberaubende Polarlichter und eine Welle von Ufo-Meldungen gesorgt hat, zieht schon die nächste kosmische Sturmwolke auf.

Spätestens am Freitag soll eine neue, allerdings deutlich kleinere elektrisch geladene Teilchenwolke von der Sonne die Erde erreichen, berichtete Prof. Hermann Lühr vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ). «Es geht also stürmisch weiter», sagte der Wissenschaftler. Nennenswerte Schäden wurden nicht gemeldet.

Die Polarlichter waren in der Nacht zum Donnerstag unter anderem als schlierenartige, grüne Lichter am Nordhimmel über Rügen und Usedom sichtbar, sagte Frank Jansen, Leiter der Weltraumwetterwarte in Greifswald. Besorgte Nordlicht-Beobachter meldeten «seltsame, breit ausgefächerte Himmelsgebilde» aus dem ganzen Bundesgebiet beim Mannheimer Ufo-Telefon des Centralen Erforschungs-Netzes außergewöhnlicher Himmelsphänomene. Das Himmelsleuchten trat demnach weit verbreitet zwischen Rügen und Anzeige

dem Schwarzwald sowie Dresden und Westfalen auf. In den USA leuchteten Polarlichter über Kalifornien.

Für Menschen auf dem Erdboden bleiben die Sonnenstürme weiter ungefährlich. «Es gibt Menschen, die sich ernsthaft sorgen, aber das ist völlig unbegründet», sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Prof. Claus Piekarski, in einem dpa-Gespräch in Köln. Das Phänomen sei für die menschliche Biologie unschädlich: «Es hat schon so machen Sonnensturm gegeben in der menschlichen Geschichte - vielleicht auch weitaus heftigere - und es hat uns nicht geschadet.»

Die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS mussten sich allerdings vorsorglich im russischen Servicemodul vor der erhöhten solaren kosmischen Strahlung in Sicherheit bringen, dem am stärksten abgeschirmten Teil der ISS. «Und wer im Flugzeug auf der Polroute nach Amerika unterwegs war, hat schätzungsweise eine zusätzliche Strahlendosis wie bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs abbekommen», berichtete Lühr.

Weder dem GFZ noch beim Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt lagen größere Schadensmeldungen vor. Viele Satelliten-Instrumente seien vorsorglich abgeschaltet worden. Dadurch hätten diese Satelliten einige Stunden keine Daten senden können, berichtete Walter Flury vom ESOC. Möglicherweise sei ein japanischer Erdbeobachtungssatellit in Mitleidenschaft gezogen worden, allerdings habe der Satellit bereits am vergangenen Wochenende Probleme gehabt. Die Marsmissionen der Amerikaner und Europäer seien nicht beeinträchtigt.

Der Sonnensturm war Jansen zufolge der drittstärkste seit 1976. Die Wolke elektrisch geladener Teilchen war mit einer extrem hohen Geschwindigkeit von 2000 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zugerast und hat in einer Höhe von 70 bis 100 Kilometern über der Erde durch den Zusammenstoß mit Stickstoff- und Sauerstoffmolekülen die Polarlichter ausgelöst. Nach den Worten von Lühr legte die Teilchenwolke die Strecke von der Sonne zur Erde in nur 17 Stunden zurück und war damit die zweitschnellste jemals beobachtete.

Ursache für die Sonnenstürme sind nach Angaben der Physiker zwei gigantische Sonnenflecken mit bis zu zehnfachem Erddurchmesser. «Dort hat sich einige Energie aufgestaut», erläuterte Lühr. In den Flecken hindern starke Magnetfelder das heiße Gas der äußeren Sonnenschichten aufzusteigen. Dadurch wachse der Druck unterhalb des Flecks, bis es zu einer Eruption komme. «Mit dem Ausbruch vom Dienstag hat sich viel Energie abgebaut, aber es wird vermutlich weitere Eruptionen geben», erläuterte Lühr. Diese werden jedoch die Erde nicht mehr treffen, weil sich der Sonnenfleck mit der Sonne aus der Zielrichtung dreht und auf der Rückseite unseres Tagesgestirns verschwindet.


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