Hallo,
danke, Ulrich und Peter, für eure Reaktion. Offensichtlich beschäftigt ihr euch auch mit diesem Forschungsgebiet. Ich würde mich daher freuen, mehr von euren Informationen zu den Forbush-decreases zu erfahren.
Natürlich handelt es sich um einen eher subtilen und vor allem noch nicht vollständig verstandenen Prozess. Ich wollte euch auch bestimmt nicht den blauen Himmel versprechen - Lehre: vorsichtiger formulieren, tut mir leid, dass bei euch der Eindruck entstanden ist, es ginge "einfach".
Wichtig zum Zeitaspekt, Ulrich, ist, dass Forbush decreases aber wirklich plötzliche (Zeitbereich=Stunden!)Ereignisse sind, durch die von -1 bis +5 Tage lokal Wolkenanomalien auftreten. Dieser Kurzzeiteffekt hat nichts mit dem Langzeiteffekt zu tun, durch den Sonnenzyklen das Klima vermutlich beeinflussen (siehe dazu: Svensmark, H, Friis-Christensen, E., 1997. Variations of cosmic ray flux and global cloud coverage. A missing link in solar-climate relationships. Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics 59, 1225-1232.)
Bei längerer starker Sonnenaktivität, wie im Moment, bewirkt nicht unbedingt erst der CME die Forbush decreases, der letztlich evtl. das Polarlicht bringt. Interessant ist, dass Wolkenanomalien sogar bereits ab 1 Tag vor dem Event statistisch signifikant nachgewiesen werden können. Als Lektüre empfehle ich: Todd, M.C., Kniveton, D.R., 2001. Changes in cloud cover associated with Forbush decreases of galactic cosmic rays. J. Geophys. Res. 106 (D23), 32031-32042.
Wirklich einigermaßen deutliche Bewölkungsanomalien gibt es tatsächlich nur in den polaren Breiten >=60°N und wieder andere Muster zeigen sich in der Südhemisphäre. Ob und wie die uns bestimmenden Wettersysteme darauf reagieren, ist sicher nicht vorhersagbar, weil caotisch.
Fakt ist aber eben, das "die Karten neu gemischt werden" und, dass dies durchaus einen vor dem Event nicht prognostizierten Pluspunkt bedeuten k a n n. Es ist schon sicher besser, sich am Wetterbericht zu orientieren.
Schönes Wochenende,
Jens
Cosmic rays and clouds
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Ulrich Rieth
Re: Cosmic rays and clouds
Hallo Jens!
Danke für die weiteren Infos. Mal sehen, ob ich die Papers hier in der Uni auftreiben kann.
Wenn ich das irgendwann mal richtig aufgeschnappt habe, müssten die starken Forbush-decreases doch durch Protonen-Events ausgelöst werden.
Da wir aber bisher noch keinen stärkeren Protonen-Flare hatten (2 Mal unter der Ereignisschwelle), sollte der Effekt bisher nur minimal und damit tatsächlich auf polare Breiten begrenzt sein.
Zu den chaotischen Wettersystemen fügt man mit diesem Parameter wohl auch nur ein weiteres kleines Rädchen ein, bei dem ich mir fast sicher bin, das es NICHT von den Modellen berücksichtigt wird/werden kann.
Gruß
Ulrich
Danke für die weiteren Infos. Mal sehen, ob ich die Papers hier in der Uni auftreiben kann.
Wenn ich das irgendwann mal richtig aufgeschnappt habe, müssten die starken Forbush-decreases doch durch Protonen-Events ausgelöst werden.
Da wir aber bisher noch keinen stärkeren Protonen-Flare hatten (2 Mal unter der Ereignisschwelle), sollte der Effekt bisher nur minimal und damit tatsächlich auf polare Breiten begrenzt sein.
Zu den chaotischen Wettersystemen fügt man mit diesem Parameter wohl auch nur ein weiteres kleines Rädchen ein, bei dem ich mir fast sicher bin, das es NICHT von den Modellen berücksichtigt wird/werden kann.
Gruß
Ulrich
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