Ich habe es gesehen, das Ende des Regenbogens !!

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RolfK
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Ich habe es gesehen, das Ende des Regenbogens !!

Beitrag von RolfK » 12. Okt 2012, 14:31

Leider kein Foto -

Heute fuhr ich kurz in den Nachbarort. Die Strasse fürht durch ein Tal und ich sah zunächst einen dicken Interferenzregenbogen über den Bergen links und rechts. Irgendwie muss ich dann in einen günstigen Winkel gekommen sein und die Enden des Bogens wanderten immer weiter in Richtung Talmitte bzw. das Tal wurde breiter. Plötzlich konnte ich es sehen - noch nie zuvor beobachtet. Der Bogen ging von links unterhalb der Strasse bis rechts unterhalb der Strasse. Ein sehr seltsamer Anblick. Das Tal war vllt. nur 150m breit, die Enden des Bogens gingen links und rechts bis auf den Talboden, also unterhalb des Autos. Der Bogen füllte die ganze Windschutzscheibe aus und es schien als ob er viel mehr als einen Halbkreis beschrieb. Ich würde schätzen 220 Grad oder so. Jedenfalls eine ganz tolle Beobachtung, ich glaube jetzt die "wirkliche Entfernung " eines Bogens viel besser einschätzen zu können. Ich dachte fast der Bogen hätte grad mal einen Durchmesser von ein paat Metern vieleicht. Bisher schien es immer als ob so ein Bogen riesig sei und sich über viele huntert Meter über Berge und Täler hinweg erstreckte.

Viele Grüsse RolfK

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 13. Okt 2012, 11:56

Moin Rolf,
die größe des Regenbogens in Metern hängt m.E. davon ab, wie weit die erzeugenden Regentropfen entfernt sind.
Meist sind es mehrere 100 Meter Entfernung, dann ist der Bogen auch entsprechend Groß. Mit dem Gartenschlauch sind es dann nur evtl. nur 2m.

Gruß
Sven

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 15. Okt 2012, 08:44

Die Größe des Regenbogens ist eine scheinbare Größe. Tatsächlich besitzt der Regenbogen nur einen Winkeldurchmesser, nämlich 84°. Wir setzen den Durchmesser des Farbkreises dann in Relation zum Hintergrund und erhalten so im Kopf eine scheinbare geschätzte Größe. Ein entfernter Regenbogen erscheint daher riesig mit einer scheinbaren Basis von mehreren Kilometern, wenn er über entfernten Bergen steht. Ein Regenbogen in nahen Tropfen (Gartenschlauch oder Sprühnebel) kann dagegen winzig erscheinen.
So gab es im Sprühnebel an den Viktoriafällen am frühen Nachmittag Regenbögen, die kaum einen Meter hoch zu sein schienen. Einen davon hat Carola damals fotografiert, der ist auch hier im Bildarchiv:
http://www.meteoros.de/bildarchiv/image ... age_id=688

An einigen Stellen führte der Weg sogar durch so einen Regenbogen hindurch, ich habe dann schon Witze gemacht, daß wir gleich ein Stück kriechen müßten, um da noch durchzukommen :mrgreen:

Grüße
Peter

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 15. Okt 2012, 15:15

Moin Peter
Peter Krämer hat geschrieben:Die Größe des Regenbogens ist eine scheinbare Größe. Tatsächlich besitzt der Regenbogen nur einen Winkeldurchmesser, nämlich 84°.
Das kann ich jetzt so nicht stehen lassen ;-)
Betrachten wir die Füße des Regenbogens (Halbkreis oder Viertelkreis, egal), dann können die Tropfen, welche für die Lichtbrechung am rechten wie am linken Fuße verantwortlich sind, wenige Meter oder auch Kilometer weit auseinander sein. Das könnte man dann als tatsächliche Größe des Regenbogens nennen. Die maximal mögliche Breite bei Sonnenuntergang oder -Aufgang, also die Breite zwischen den Füßen entsprechen 84°.
Der Regenbogenwinkel von 42° um den Sonnengegenpunkt bleibt immer gleich, dass dürfte klar sein. Je weiter die Tropfen vom Beobachter entfernt sind, umso größer ist seine Ausdehnung in Metern.
Was Rolf vermutlich gesehen hat, war ein Regenbogen, hervorgerufen vom Spritzwasser seines Autos oder einem vorausfahrenden Auto. Dieser Bogen entstand also in direkte Nähe zum Beobachter, was dieser dann auch einschätzen konnte.
Wenn wir die Entfernung zu den Tropfen nicht einschätzen können, dann können wir dies auch nicht für die Größe des Bogens. Unser Hirn versucht ihn dennoch irgendwie einzuordnen, was zuweilen auch schon mal misslingt :lol:

Gruß
Sven

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Beitrag von Elmar Schmidt » 17. Okt 2012, 07:28

Hi Rolf,

sah es vielleicht so aus :-)

http://www.jldr.com/potatendofrainbow.shtml

Gruß, Elmar

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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 17. Okt 2012, 09:41

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob jeder Regenbogen in einer Latrine endet :roll:
„Ob Du denkst, Du kannst es, oder Du kannst es nicht :
Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ www.galerie-art21.de

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Peter Krämer
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Beitrag von Peter Krämer » 17. Okt 2012, 11:02

Jedenfalls befindet sich in diesem Topf höchstwahrscheinlich kein Gold :roll:

@Sven: Das mit der Regenbogenbasis von mehreren Kilometern Breite wird wohl stimmen. Man sieht ja auch manchmal in einem entfernten Schauer nur einen Fuß des Regenbogens. Bei einem vollständigen Regenbogen sind die erzeugenden Tropfen wohl wirklich über mehrere Kilometer verteilt.
Andererseits "schrumpft" der Regenbogen ja, je näher man diesem Schauer kommt, auch wenn er aus großer Nähe dann vollständig zu sehen sein dürfte.
Hängt wohl von der Entfernung der erzeugenden Tropfen ab, ob der Winkel von 84° noch ausgefüllt wird oder nicht.

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