Mal ne Frage zur "Wolkenfotografie"

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RolfK
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Mal ne Frage zur "Wolkenfotografie"

Beitrag von RolfK » 28. Aug 2012, 21:15

Hallo zusammen, ich habe da ein paar Schwierigekeiten mit dem Fotografieren von Wolken. Ich beschreibe das Problem wie folgt:

Tagsüber bei normalen Licht und Dunstverhältnissen möchte ich mit dem Tele interessante Wolkenformationen aufnehmen.Ich stellte zunächst fest dass je grösser die Brennweite ist desto unschärfer die Bilder werden, selbst auch dann wenn das Motiv im Sucher scharf erscheint. Ich legte mir dann mal einen Polfilter zu um den Dunst rauszubekommen. Im Sucher kann ich eine deutliche Verbesserung erreichen, der Dunst wird weniger, die Wolken besser (schärfer) abgebildet. Das fertige Bild ist hinterher aber genauso eine Katastrophe, dort wo der Himmel eigentlich blau sein sollte ist immer noch zu viel Dunst, die Bilder wirken sehr verwaschen.
Ich bekomme den Himmel, so wie ich ihn durch den Sucher sehe einfach nicht hin. Je kleiner die Brennweite desto besser aber das Ergebnis. Abends Sonnenuntergänge sind kein Problem. ( 70-300 mm Tele).

Meinungen gerne gelesen.
Grüsse Rolf

MathiasFleischer
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Re: Mal ne Frage zur "Wolkenfotografie"

Beitrag von MathiasFleischer » 29. Aug 2012, 14:16

Hallo Rolf,
RolfK hat geschrieben:Hallo zusammen, ich habe da ein paar Schwierigekeiten mit dem Fotografieren von Wolken. Ich beschreibe das Problem wie folgt:

Tagsüber bei normalen Licht und Dunstverhältnissen möchte ich mit dem Tele interessante Wolkenformationen aufnehmen.Ich stellte zunächst fest dass je grösser die Brennweite ist desto unschärfer die Bilder werden, selbst auch dann wenn das Motiv im Sucher scharf erscheint.
Andere Fotos (Landschaft o.ae.) werden aber scharf?
D.h. Front-/Backfokus kann man ausschliessen?
Ich legte mir dann mal einen Polfilter zu um den Dunst rauszubekommen. Im Sucher kann ich eine deutliche Verbesserung erreichen, der Dunst wird weniger, die Wolken besser (schärfer) abgebildet. Das fertige Bild ist hinterher aber genauso eine Katastrophe, dort wo der Himmel eigentlich blau sein sollte ist immer noch zu viel Dunst, die Bilder wirken sehr verwaschen.
Benutzt du ein Stativ? (Verwacklungsunschaerfe durch Spiegelschlag?)

Ich bekomme den Himmel, so wie ich ihn durch den Sucher sehe einfach nicht hin. Je kleiner die Brennweite desto besser aber das Ergebnis. Abends Sonnenuntergänge sind kein Problem. ( 70-300 mm Tele).

Meinungen gerne gelesen.
Grüsse Rolf
Kannst du uns mal paar Beispiele zeigen mit der Unschaerfe,
ein Bild bei 70mm und 300mm, ein Bild mit kleiner Brennweite um sich ein Bild von den Bedingungen machen zu koennen.

In deiner "Mein Foto"-Galerie (siehe deiner Signatur) hast du auch Bilder mit
einer Lumix FZ100 drin, sofern du die noch hast, koenntest du die zwei ja man vergleichen ob man da grosse Unterschiede in diesen Punkten
sieht?

MfG
Mathias

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Sven Aulenberg
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Beitrag von Sven Aulenberg » 29. Aug 2012, 16:10

Moin Rolf,
Mathias hat ja bereits einige wichtige Fragen gestellt.
Bei 300mm (am Crop sind es dann auch schnell effektive 450mm oder soger mehr) ist Bewegungsunschärfe gerne ein Problem.
Um dem zu begegnen kann man mit der ISO hochgehen, damit die Verschlusszeit kurz bleibt. Wenn du Freihändig mit 300mm fotografierst könntest du es mal mit einer Verschlusszeit von 1/500 Sekunde versuchen oder noch kürzer. Feihandspezis reichen bei 300mm auch schon mal eine 1/200 Sekunde. Bei der Wolkenknipserei sollte man bedenken, dass die Wolken sich ja auch bewegen. Bei 300mm spielt das eine viel größere Rolle als bei 18mm ;-)
Damit du dir sicher sein kannst, dass es kein Problem mit deiner Ausrüstung gibt, solltest du ein Stativ verwenden. Wenn möglich die Spiegelvorauslösung nutzen. Dann würde ich auch Testbilder von nicht bewegten Objekten bei 300mm machen.
Ein Polfilter bringt keine Schärfe! Ein Polfilter erhöht den Kontrast (beim Himmel am stärksten bei 90° gegenüber der Sonne). Dies führt zu einem höheren Schärfeempfinden. (man darf mich einen Klugsch.....er nennen :lol: )
Da du nicht erst seit Gestern fotografierst, vermute ich das Problem wo anders. Wolken haben in der Regel keine "scharfen Kanten". Innerhalb eine Wolke findet man wenig Kontrast. Ein Bild mit 300mm wird auf dem Bildschirm deines Rechners wohl fast immer unschärfer aussehen als im Sucher bzw. Sucherbildschirm. Das hat vermutlich mit dem Auflösevermögen der Augen zu tun. Ein leicht unscharfes Bild sieht aus der Entfernung betrachtet nicht mehr unscharf aus. Wer sich in der Makrowelt bewegt, kann ein Lied davon singen. Auf dem Rechner sieht man erst, ob die Schärfeebene richtig liegt. Auf dem kleinen Kameramonitor sieht es sehr gut aus, daheim ist man dann enttäuscht.
Aber ich würde mir auf jeden Fall mal Gedanken über die Bewegungsunschärfe machen.

Gruß
Sven

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RolfK
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Beitrag von RolfK » 30. Aug 2012, 09:18

Danke für die Antworten.

Die Fragen sind schnell beantwortet. Bei anderen Aufnahmen zB Makro entsteht die Unschärfe nicht. Eine Lumix FZ100 habe ich nicht Missverständnis?. Vergleichsfoto habe ich leider nicht zur Hand.

Das Argument mit der Wolkenbewegung finde ich interessant, vieleicht ist hier der Wurm begraben, daran hatte ich bis jetzt nicht gedacht.

Grüsse Rolf

MathiasFleischer
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Beitrag von MathiasFleischer » 30. Aug 2012, 14:00

Hallo Rolf,
RolfK hat geschrieben:Danke für die Antworten.

Die Fragen sind schnell beantwortet. Bei anderen Aufnahmen zB Makro entsteht die Unschärfe nicht. Eine Lumix FZ100 habe ich nicht Missverständnis?. Vergleichsfoto habe ich leider nicht zur Hand.
Da hab ich wohl falsch geschaut :)
Ich hatte auf den Link in deiner Signatur geklickt und angenommen das waeren deine Bilder(muss ich das naechstemal genauer guggen :)
Das Argument mit der Wolkenbewegung finde ich interessant, vieleicht ist hier der Wurm begraben, daran hatte ich bis jetzt nicht gedacht.

Grüsse Rolf
Das fertige Bild ist hinterher aber genauso eine Katastrophe, dort wo der Himmel eigentlich blau sein sollte ist immer noch zu viel Dunst, die Bilder wirken sehr verwaschen.
Struktur ist in den verwaschenen bzw unscharfen Bereichen aber noch zu erkennen?
Ich koennte mir auch gut vorstellen das wenn du im Telebereich bei 300mm fast nur die Wolke(n) auf dem Bild haettest, das die Belichtungsmessung an ihr Limit kommen koennte.
D.h. es koennte sein das es kein Dunst zeigt, sondern vllt. Ausgebrannte Flaechen. Mach vllt. mal ein Bild mit einer Belichtungskorrektur von -1EV und -2EV?

Sonst wuerde mir nur noch einfallen mal mit Manuellen Fokus zu probiern, vllt. findet der AF nix richtiges... obwohl im Sucher wars ja soweit als scharf zu erkennen,oder?

Aber ich denk je nach Luftfeuchte/Dunst und Entfernung zur Wolke, wird sich da nicht mehr viel machen lassen ausser in der EBV hinterher.

MfG
Mathias

wolfgang hamburg
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Beitrag von wolfgang hamburg » 30. Aug 2012, 14:10

Moin moin,

kann es sein, das "Wolkenränder" nie wirklich randscharf sind. Es sind ja windbewegte Haufen von Wassertröpfchen und es wird da einen mehr oder weniger fließenden Übergang geben. Bei Weit- oder Normalwinkel fällt das nicht auf, mit Teleobjektiven schon.

Grüße wolfgang

MathiasFleischer
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Beitrag von MathiasFleischer » 31. Aug 2012, 18:21

wolfgang hamburg hat geschrieben:Moin moin,

kann es sein, das "Wolkenränder" nie wirklich randscharf sind. Es sind ja windbewegte Haufen von Wassertröpfchen und es wird da einen mehr oder weniger fließenden Übergang geben. Bei Weit- oder Normalwinkel fällt das nicht auf, mit Teleobjektiven schon.

Grüße wolfgang
Ich wuerde meinen es kommt auf die Wolke bzw. den Bereich an.
Der untere Rand, so seh ich grad bei meinen Wolkenbilder die ich noch
in meiner Dropbox* liegen hab, ist fast immer unschaerfer
(durch den Dunst denk ich mal).

Dagegen die Bereiche in denen es frisch nach oben quillt, sind recht scharf begrenzt.

*
https://www.dropbox.com/sh/7yb3dva8kmvojto/p6lLF-bxza
(die Bilder mit Wolken drauf ;)
ich hoffe das funktioniert ohne sich anmelden zu muessen)

IMG07787.jpg und IMG07793.jpg sind mit einem 80-200mm M42
Objektiv bei 200mm an einer Sigma SD10 entstanden und sind
Bestandteil der Wolke in IMG07778.jpg

MfG
Fleischer

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