"2 Sonnen"

Forum für Halo-Erscheinungen, Regenbögen, Blitze und alle anderen Lichterscheinungen, die neben Polarlichtern in der Erdatmosphäre auftreten.

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Thorsten Gaulke
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Beitrag von Thorsten Gaulke » 6. Feb 2011, 10:21

Moin,

wie bei einigen Fotos hier im Thread auch kann man die Spiegelung in einer Glasscheibe noch einfacher feststellen: Das Spiegelbild (besser: die Reflexion) bildet natürlich das selbe Objekt 1 zu 1 ab... Schaut euch mal das Bild aus dem Südkurier an: In der Reflexion ist ganz schwach der Kondensstreifen zu sehen...als etwas dunklerer Strich in exakt der selben Stelle wie im "Original". Warum "dunkler Strich" ? Der Kondensstreifen, auch wenn er so hell wie die Sonne erscheint (im Original) ist trotzdem dunkler als die Sonne, deswegen ist er als dunkler Strich zu erkennen...genau wie bei Claudias Fotos auf der ersten Seite dieses Threads)...

Entlarvt :-)
Gruß Thorsten
circa N51°39' E008°31'

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Werner Krell
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Zustimmung....

Beitrag von Werner Krell » 6. Feb 2011, 15:29

Hallo Thorsten, genau das ist’s was ich mir auch zusammengedacht habe, habe es aber für mich behalten, war mir da etwas zu unsicher. Du hast es meiner Meinung nach auf den Punkt gebracht, denke ich zumindest… :roll:
Gruß...Werner
Gruß und bis später...

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 6. Feb 2011, 15:33

Moin Thorsten,

Du hast es mir aus der Feder - äh Tastatur genommen. :-)) Genau das wollte ich nämlich in Ergänzung zu gestrig Geschriebenem auch noch nachtragen. Nu brauch ich das nich mehr - auch gut.

Der Kondensstreifen in der vermeintlich "oberen Sonne" (oder vlt. isses ja auch nur eine halb aufgelöste Wolke) befindet sich in der Tat exakt dort, wo auch durch die scheinbar "untere Sonne" ein solcher Streifen hindurch führt. Deckungsgleich.

Aber was mich doch wirklich erschreckt, ist der Umstand, dass eben solche Bilder bar jeder kritischen Analyse heute einfach den raschen Weg in die Zeitung finden. Dazu noch mit einer knalligen Headline, die ja auch nicht geprüft worden zu sein scheint.

Schlimme Entwicklung!

VG, Bernt

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 6. Feb 2011, 16:40

Warum eigentlich immer nur doppelte Sonnen ... ist doch auf die Dauer langweilig. Doppelte Alpen und doppeltes Morgenrot sind doch viel schöner, wie ich heut morgen feststellen konnte.

Bild

Bild

Ach ja, ich habe es auch so mit blosem Auge gesehen und die Bilder sind NICHT durch eine Scheibe gemacht, das schwöre ich hoch und heilig bei meiner geliebten 60D ....
sondern gegen ein leider ungeputztes Fenster

LG Claudia

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 6. Feb 2011, 16:51

Tja, da kann man's mal wieder sehen: DOPPELT hält eben alles besser. Und so nimmt es nicht weiter Wunder, dass auch das doppelte Lottchen in Sachen schöner Wetterbilder fast schon doppelt schön ist. :-))

Ist doch klar, liebe Claudia, dass ausgerechnet DU ganz bestimmt keine miesen Tricks anwendest, um uns hier irgendwie auf die falsche Fährte zu locken ...


:lol: VG, Bernt

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Christian Fenn
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Beitrag von Christian Fenn » 7. Feb 2011, 06:16

Man Claudia, da hast Du ja ein extrem seltenes Wetterphänomen aufgenommen. :P

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 7. Feb 2011, 14:07

Ja, gell? Eine absolute Sensation!!! Überlege schon die ganze Zeit, ob das nicht eine Erstbeobachtung sein und das ganze in Zukunft meinen Namen tragen könnte ... vielleicht "Hinz'sche Zweitalpen" oder so :wink: :wink: :wink:

Grüßle
Claudia

Michael Großmann

Beitrag von Michael Großmann » 7. Feb 2011, 19:01

;) ...oder "doppelter Alpenkamm". Absolute Sensation Claudi, ich hoffe Du berichtest aufm Treffendarüber ;)

LG Micha

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Christian Fenn
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Beitrag von Christian Fenn » 8. Feb 2011, 08:31

Ich hatte zwischenzeitlich mit dem zuständigen Redakteur bezüglich des eigentlich hier zu diskutierenden Bildes Kontakt, der wiederum nahm erneut mit dem Fotografen Kontakt auf. Dieser behauptet felsenfest, dass er nicht durch das Fenster fotografiert hatte. Es wäre offen gewesen. Er schreibt aber auch, dass er dann eine andere Optik holen wollte und schlagartig war das Phänomen weg.

Ich denke, wir kennen diese Situation. Im ersten Moment (da man noch nicht weiß, was man da beobachtet und wie lange es anhalten wird) fotografiert man sofort (viel Adrenalin dabei). Dann holt man eine andere Optik und schafft bessere Bedingungen (Fenster auf) und plötzlich ist das Phänomen weg. Klar, nicht wegen der veränderten Wetterlage, sondern wegen des offenen Fensters. Im Nachhinein bekommt man dann oft den zeitlichen Ablauf von Fenster auf, Fenster zu, Fotografieren, Optik holen nicht mehr ganz aus der Erinnerung zurechtgerückt.

Dass es sich um eine doppelt verglaste Scheibe handelt, das ist eindeutig belegbar. Wir können sogar die Ausrichtung des Fensters nahezu auf das Grad genau bestimmen. Ohne dem Fotografen etwas unterstellen zu wollen, müssen wir wohl davon ausgehen, dass die Reihenfolge der Ereignisse in der Erinnerung durcheinander gekommen sind.

Grüße, christian

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Claudia Hinz
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Beitrag von Claudia Hinz » 8. Feb 2011, 09:09

... oder er hats gegen die Scheibe des offenen Fensters als doppeltes Spiegelbild gesehen und fotografiert. Wie gesagt, funzt genauso.

LG Claudia

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 10. Feb 2011, 10:52

@Christian:

Das hast Du jetzt aber wirklich SEHR DIPLOMATISCH ausgedrückt. Wohlwollender kann man dem alten Herrn (Fotografen) wohl nicht entgegnen. :-)

Ich teile Deine These (Aufregung im "Eifer des Gefechts") voll und ganz. Nicht ganz unbeachtet bleiben sollte dabei auch das doch mutmaßlich schon recht hohe Alter des Fotografen.

Der SK-Artikel beginnt mit den Worten "'So was habe ich in 79 Jahren noch nie gesehen', sagt Schwer (...) "

Das impliziert, dass der gute Mann doch mindestens Mitte achtzig sein muss ... und da ist es umso verständlicher, wenn nach der ersten Aufregung die Beobachtungsreihenfolge durch einander geraten wäre.

VG, Bernt

Ulrich_Beinert
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Beitrag von Ulrich_Beinert » 13. Feb 2011, 10:47

Christian, ich habe auch an die Zeitung geschrieben, habe mich aber wohl nicht ganz so diplomatisch ausgedrückt. Jedenfalls habe ich keine Antwort erhalten. Es kann nicht sein, dass wir die einzigen sind, die das Bild kommentiert haben, dennoch ist die Seite wie am ersten Tag noch im Netz - kein Kommentar der Redakteure dass man sich evtl. irren kann. Schade, dass wir uns mit schlechtem Sensationsjournalismus doch so auf Trab halten lassen. :oops:

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Rolf Besseler
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Beitrag von Rolf Besseler » 13. Feb 2011, 14:10

Hallo Ulrich,
Ihr seit auch nicht die einzigsten.
Schau z. B. hier: http://www.astrotreff.de/topic.asp?TOPIC_ID=113437
und hier: http://www.wzforum.de/forum2/read.php?7,2104279
Besonders die letzten Anmerkungen im wzforum sind sehr interessant.
Grundsätzlich sagen aber alle, das es ein Fake ist.
Gruß Rolf

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Christian Fenn
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Beitrag von Christian Fenn » 13. Feb 2011, 21:17

Hallo Rolf, danke für die Links. Im wzforum schreibt einer, dass es sich um eine absichtliche Fälschung handelt. Er führt dabei an, dass die doppelte Sonne via Grafikprogramm ins Bild kopiert wurde und begründet es damit, dass die Schnittkante unten sauber ist. Auf den ersten Blick will man ihm Recht geben. Aber er täuscht sich trotzdem. Die scheinbare "Schnittkante" hat nichts mit einem Schnitt zu tun, sondern ist ein jpg-Artefakt, dass aufgrund der hohen Komprimierung entstanden ist. Das ist ganz klar zu erkennen.

Wir sollten dem 79jähren Herrn (er ist genau so alt) nichts falsches unterstellen. Ich denke, dass meine oben beschriebene Situation die Sache doch genau trifft.

Grüße an alle.

Bernt Hoffmann
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Beitrag von Bernt Hoffmann » 13. Feb 2011, 22:02

@Christian:

Abermals bin ich ganz Deiner Meinung. Und ich danke Dir auch ganz ausdrücklich für die differenzierte Darstellung Deiner Sichtweise (weiter oben).

(@ all:)
Zugleich muss ich mir selbst eingestehen, in diesem Thread nicht nur "dienliche" Infos verfasst zu haben. Vor allem die "Medienschelte" hätte ich mir sparen können. Weder der "Südkurier" noch der Fotograf werden ihren Lesern absichtlich irgendwelche Fälschungen untergejubelt haben. Diesbezüglich bin ich auch komplett anderer Meinung als es in einigen WZ-Postings zu lesen ist.

Dass ich zu dem Allgemeinthema (weiter oben) etwas übergekocht war, hing mit aktuellen ("heimischen") Problemen zusammen, die vergleichbar gelagert waren, in der Sache jedoch nichts mit einander zu tun hatten.

Allgemein gesehen gefällt mir der METEOROS-Thread zu dem Thema am besten. Ich habe auch in den beiden anderen Foren (WZ + Astrotreff) gelesen, doch die mutmaßlich sachlichsten und auch die interessantesten Meinungen finde ich eindeutig HIER.
:-)

Schöne Grüße @all, Bernt

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Elmar Schmidt
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Beitrag von Elmar Schmidt » 16. Feb 2011, 14:25

Hallo,

ich finde, hier hat sich keiner vergaloppiert. Die ganze Sache ist doch lächerlich, und wenn es sich denn halt nicht um eine Fälschung handelte, dann ist es doch oberpeinlich, daß gerade ein "älterer Herr" nicht selber auf diese Täuschung kommen kann oder will.

Erinnert mich daran, daß mir einmal meine 5-Jährige Tochter begeistert zurief und nach oben deutete, wo sie das erste Mal den Dreiviertelmond am hellen Taghimmel entdeckt hatte. Ein Mann in den mittleren Jahren folgte ihrem Fingerzeig und gab uns zurück: "Oh ja! Tatsächlich!" Ich bin dem nicht weiter nachgegangen, aber so, wie es sich anhörte, könnte es für ihn gut und gern auch die erste solche Sichtung (oder Bewußtwerdung) gewesen sein.

Wir wissen selber, daß bei vielen Halos gerade die erste Sichtung schwer fallen kann, von daher ging es ja auch weniger um Häme gegenüber einem Laienhimmelsbeobachter, sondern darum, ihn vor einer Blamage zu schützen.

Schlimmer noch, was den Medien hier wieder durchging, auch wenn es "nur" ein Provinzblatt war, gefolgt von deren Unbelehrbarkeit durch Fachleute. Das könnte dem einen oder anderen deutlich machen, wie häufig man von denen auch sonst belogen wird - und ob aus Oberflächlichkeit oder mit Absicht, spielt da in der Wirkung genauso wenig eine Rolle wie bei der Doppelsonne.

Gruß Elmar

Ulrich_Beinert
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Beitrag von Ulrich_Beinert » 21. Feb 2011, 22:52

Elmar, das was du zuletzt sagst irritiert mich am meisten: Viele Redakteure sind unbelehrbar, wollen es vielleicht gar nicht wissen, weil dann die Story nicht mehr so faszinierend wäre (und Fehler eingestehen ist auch nicht jedermanns Stärke). Ich glaube kaum noch etwas, was ich in den Nachrichten sehe, weil ich weiß, wie oft es falsch ist bei Themen, bei denen ich mich auskenne.

Schön auch, dass man bei Astrotreff (vereinzelt) der Meinung ist, dass sich die User bei AKM nicht wirklich auskennen. Wenn nicht wir - also einige von uns - wer dann?

Ulrich

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RolfK
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Beitrag von RolfK » 10. Apr 2011, 20:49

Hallo, ich hatte grad neulich das Vergnügen durch mehrere Scheiben einen SU zu beobachten. Ich stellte fest je mehr Scheiben hintereinander waren desto mehr Sonnen kamen zum Vorschein.
Gruss RolfK

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