Thorsten Gaulke hat geschrieben: ↑19. Jun 2026, 20:39
Hallo zusammen.... Meteorologen anwesend...?
Kann mir das bitte jemand erklären...? Der "Schirm" dreht nach Durchzug der zerfledderten Böenfront einfach um...
Hallo Thorsten,
ich vermute, dass es sich hierbei um eine optische Täuschung handelt, da die Wolkenbasis (erst sehr hoch, übrigens schöne Mammaten!) mit Annäherung des Gewitters/Niederschlags (je nachdem was angekommen ist) immer weiter absinkt (also nach unten wandert) und somit den Eindruck erweckt, dass die Wolken umdrehen würden. Nach Durchzug der Böenfront kondensieren ja auch schon in der unteren Troposphäre erste Wolken.
Eine weitere Vermutung: Schauer und vor allem Gewitter saugen aus ihrer Umgebung die Luft regelrecht an (habe ich schon selbst so gesehen), vorhandene Wolken ziehen also in das Gewitter herein. Das ist übrigens auch der Grund, warum sich Wolken ohne Niederschlag wieder auflösen, da trockenere Umgebungsluft angesaugt und eingemischt wird und somit die Wolkentröpfchen wieder verdunsten.
In dem Fall gehe ich eher von ersteren Punkt aus, wobei man den zweiten auch nicht ausschließen kann.
Vom 17. Juni hätte ich noch irisierenden Ac aus Kirchhain:
Seit dem lagert über großen Teilen Deutschlands eine schwül-heiße Luft, die immer wieder Gewitter auslöst. Am 19.06. konnte ich einen Cb mit overshooting beobachten:
Und am 20.06. gab es in der Nacht ein Gewitter über Langen mit toller Blitzshow:
Hier eine mehrfache Entladung und mehreren Einschlägen:
Ich saß selbstverständlich im sicheren Auto, weil so etwas ist echt lebensgefährlich! Umso mehr wunderte ich mich, dass im benachbarten Ort bei einem Event einfach weiter gemacht wurde...
Moin Forum.
Gestern gelang mir zum 7. Mal in den letzten 5 Jahren Blitze zu fotografieren. Kleine Statistik am Rande: Es gab 70 Tage mit Gewitter, aber nur in 6 Nächten und einem Tageslicht Glückstreffer (29.05.) konnte ich die Blitze auch fotografisch festhalten. Im Gegensatz dazu konnte ich in 71 Nächten Polarlichter ablichten. 64 davon waren zumindest zeitweise auch visuell sichtbar. Manchmal sogar spektakulär! Somit war (in Helvesiek) in den letzten 5 Jahren die Wahrscheinlichkeit einer Polarlicht Sichtung 10 mal höher, als Nachts ein brauchbares Gewitter zu erwischen! Natürlich gab es mehr nächtliche Gewitter. Aber Starkregen, tief hängende Wolken und Dunst lassen die Blitze nur noch als plötzliche Himmelsaufhellung erscheinen. Fotografisch unbrauchbar!
Der Tageslicht Blitz wurde auf meinem Bauch abgestützt frei Hand geschossen. Dabei verwackelte die Kamera. Schaut man genauer hin, erkennt man 2 Blitze auf der selben Spur. Tatsächlich muss der Blitz mindestens 2 mal gezuckt haben, denn er ist scharf, während die Straßenlampe und der Baum verwackelt sind.
Aufnahmeort: Nahe Helvesiek (53,2N, 9,5E)
Kamera: Canon EOS 400D, mit ISO 400 und verschiedenen Belichtungszeiten sowie wechselnde Brennweiten (Zoom) Außerdem wurden alle Fotos beschnitten.
Dateianhänge
Belichtungszeit nur wenige Sekunden 20.06.2026
auch hier nur Sekunden belichtet 20.06.2026
Doppelter Blitz, ca. 1 Sekunde belichtet 29.05.2026
Thorsten Gaulke hat geschrieben: ↑19. Jun 2026, 20:39
Hallo zusammen.... Meteorologen anwesend...?
Kann mir das bitte jemand erklären...? Der "Schirm" dreht nach Durchzug der zerfledderten Böenfront einfach um...
Hallo Thorsten,
ich vermute, dass es sich hierbei um eine optische Täuschung handelt, da die Wolkenbasis (erst sehr hoch, übrigens schöne Mammaten!) mit Annäherung des Gewitters/Niederschlags (je nachdem was angekommen ist) immer weiter absinkt (also nach unten wandert) und somit den Eindruck erweckt, dass die Wolken umdrehen würden. Nach Durchzug der Böenfront kondensieren ja auch schon in der unteren Troposphäre erste Wolken.
Eine weitere Vermutung: Schauer und vor allem Gewitter saugen aus ihrer Umgebung die Luft regelrecht an (habe ich schon selbst so gesehen), vorhandene Wolken ziehen also in das Gewitter herein. Das ist übrigens auch der Grund, warum sich Wolken ohne Niederschlag wieder auflösen, da trockenere Umgebungsluft angesaugt und eingemischt wird und somit die Wolkentröpfchen wieder verdunsten.
In dem Fall gehe ich eher von ersteren Punkt aus, wobei man den zweiten auch nicht ausschließen kann.
Nun, in Laiensprech ausgedrückt, vermute ich eine Kombination von beidem.
Die hellen Strukturen zwischen den Einzelbusen (die übrigens mich durchaus an NLC-Strukturen erinnern ) dürften noch immer mit ihren Aufwinden die Luft von unten ansaugen (aufgrund der Gewitterzelle). Die Busen selber sind ja quasi Beutel, die schon stark von Tropfen durchsetzt sind, aber an ihren Rändern durch die angesaugte trockenere Luft wieder verdunsten, bevor sie zu Boden fallen könnten.
Mit Aufkommen der bodennahen Böenfront sieht man, dass die Beutel sich aber immer tiefer absenken, und sie nahezu ortsstabil anfangen, nach unten zu fallen. Zeitgleich zur Böenfront detektierte das Niederschlagsradar die ersten dort dargestellten Niederschlagstropfen bei Thorsten. Rein optisch wirken die sich absenkenden Beutel, als würden sie wieder dorthin abziehen, wo sie hergekommen sind. In Wirklichkeit ist das wohl nur eine perspektivische Verzerrung. Nebenbei sind die zu dieser Zeit aktiven lokalen Gewitterkernzellen einige Kilometer westlich von Thorsten und ziehen nördlich an ihm vorbei. Auch dadurch könnten stärkere Windrichtungsänderungen lokal bei Thorsten sich erklären, was ab spätestens Sekunde 36 sich auch bei den niedrigeren nun kondensierenden Wolken mit einer mindestens südlichen Komponente bemerkbar macht.
Recht erstaunlich finde ich, wie lange die sich absenkenden Mammaten vor Ort noch in der Luft halten, bis sie dann den Erdboden erreichen. Also scheinen da noch beträchtlich lange Aufwinde aktiv gewesen zu sein, die die Beutel lange Zeit noch in Schach halten konnten.
Nun, man sieht auch schön bei den Radar-Echos jenseits des landläufigen Niederschlagsradars (plusminus) am Erdboden,
dass da bereits gewaltige Tropfenmengen in größeren Höhen (so zwischen 3 und 7 km) vorhanden sind, lange bevor ein Tropfen am Erdboden an den Stellen ankommt. (Den Bereich bei Lippstadt / östlich Lippstadt ins Augenmerk nehmen.)
Wenn man sich dann durch die Abstrahlwinkel und durch die fraglichen Zeiten durchklickt, bekommt man einen gewissen Eindruck vom vertikalen Aufbau vor Ort:
Vom Hannover-Radar aus kann man auch in der Doppler-Darstellung schön sehen, dass die Gewitterfront zwar auf Hannover zuströmt, aber es auch bestimmte Bereiche gibt, besonders bodennah, die eine relative von Hannover abgewandte Windrichtung aufweisen.
Thorsten Gaulke hat geschrieben: ↑19. Jun 2026, 20:39
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Kann mir das bitte jemand erklären...? Der "Schirm" dreht nach Durchzug der zerfledderten Böenfront einfach um...
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Ich erlaube mir mal einen spaßigen Ausreißer am Rande.
Wolfgang Speckert hat geschrieben: ↑22. Jun 2026, 11:19
...lange bevor ein Tropfen am Erdboden an den Stellen ankommt. (Den Bereich bei Lippstadt / östlich Lippstadt ins Augenmerk nehmen.)
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Nun ist mein Leben nicht mehr ganz so kurz,
aber ich erinnere mich nicht aktiv daran, dass Lippstadt jemals in meinem Leben irgendeine Rolle gespielt haben könnte...
Und just keine 6 Stunden nach meinen obigen Worten tritt Lippstadt leibhaftig in mein Leben:
EIn Vergnügungsstand bei mir hier in Mainz mit den Fliegenden Fröschen aus...
...Lippstadt!!!
Nachtrag :
Da der Link mit dem Zeitfenster und dem legendären Sonnenaufgang nicht mehr erreichbar ist, habe ich mal ein Foto von diesem Sonnenaufgang gemacht und stelle es im Nachhinein hier herein, es gehört zu einem früheren Zeitfenster von dem obigen Link.
Hallo zusammen.
Schon die dritte Nacht in diesem Jahr, in der ich nächtliche Gewitter fotografieren konnte. Das kommt nicht oft vor, weil normalerweise die "Action" mit dem Sonnenuntergang endet. Aber dieses Mal begann die Nacht mit Wetterleuchten. Nördlich von Bremen bis zur Wesermündung zuckten sekündlich Blitze. Die meisten beleuchteten nur die Wolken von innen. Später zogen Gewitter auch über Helvesiek. Aber nichts mit Starkregen und Katastrophe. Nur 3mm Niederschlag. Andere Orte (auch in Niedersachsen) hat es schlimmer getroffen.
Aufnahmeort: Nahe Helvesiek (53,2N, 9,5E)
Kamera: Canon EOS 400D, wechselnde Brennweiten (Zoom) bei ISO 1600 und ISO 800 für das Wetterleuchten und ISO 100 bis 400 für die Gewitterblitze. Bei Wetterleuchten mit offener Blende, sonst bis Blende 8 und 30 Sekunden Belichtungszeit. Später wurde es hell. Dann mit höheren ISO Werte in Verbindung mit kurzer Belichtungszeit (3 Sek.) für mehr Blitz und weniger Umgebungshelligkeit. Es macht einen deutlichen Unterschied, ob man Dämmerungsblitze mit ISO 100 und 20 Sekunden aufnimmt, oder mit ISO 400 und 5 Sekunden. Die Wolken sind gleich hell, aber die Blitze bei der Kurzzeit Aufnahme und hoher ISO Zahl sind deutlich heller.
Gruß Heino.
Schnappschuss mit dem Handy von gestern Abend, 28.06.2026, 22:47 Uhr, als die Gewitterfront zwar noch andauerte,
sich aber Wolkenlücken auftaten und der fast volle Mond zum Vorschein kam. Bei strömenden Regen, Blitz und
Donner den Vollmond zu fotografieren war speziell, gesehen in Niederbayern;
Moin Forum.
Vorgestern, (28.) zum Ende eines überraschend über Helvesiek gezogenen Gewitters, fand die Abendsonne noch ein winziges Loch in der fast geschlossenen Wolkendecke und leuchtete einige Cumuli für wenige Minuten hellrot an. Kurz nach der Aufnahme war es damit vorbei.
Außerdem ging mir, neben NLC, am 29. noch der "Erdbeermond" ins Netz.
Aufnahmeort: Nahe Helvesiek (53,2N, 9,5E)
Kamera: Canon EOS 400D, wechselnde Brennweiten (Zoom) bei ISO 100 bis 400. Der Erdbeermond ist ein Komposit aus 1/60 bis 30 Sekunden mit ISO 100 und 800. Weil: Sonst bekommt man nicht den Mond und den Vordergrund vernünftig aufs Bild.
Gruß Heino.
Am 27.6. Abends im Kurzurlaub in Reith/Alpbachtal- Österreich angekommen und ein Restaurant besucht. Im Biergarten sah man dann gegen 21 Uhr schöne Schattenstrahlen, 10 Minuten später einige Mamatuswolken und gegen 21:20 diese schöne, vom Sonnenuntergang angestrahlte Wolke. Leider nur ein Samsung Handy dabei gehabt.