Dämmerungsfarbe „Wolkenblau“
Am 11.9. um 19:53 MESZ (Sonnenuntergang um 19:46) war in der (beginnenden) Dämmerung ein äußerst intensives Blau über den tiefen Wolken zu sehen. Und zwar war es nicht der Himmelshintergrund, sondern im Wolkenbereich selbst. Es war wesentlich dunkler als ein "tiefblauer" Himmel. Eine Minute später (19:54) war die Intensität schon stark zurückgegangen und zwei weitere Minuten später (19:56) zeigte sich der bewölkte Himmel in seinen eher „natürlichen“ Farben.
Wie kommt dieses extreme Blau zustande? Hat es einen Namen? Da es kein Himmelsblau war, nenne ich es „Wolkenblau“. Die Intensität hat mich schwer beeindruckt!
Gruß aus HD,
Christoph
Dämmerungsfarbe „Wolkenblau“
- Christoph Gerber
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Re: Dämmerungsfarbe „Wolkenblau“
Hallo Christoph,
der Kontrast zu den pinken Wolken ist schon beachtlich. Das dahinter ist im unteren Bereich der grau-blaue Erdschatten, der für 2 Grad Sonnentiefe gut 3 Grad hoch reicht. Der Regen hat offenbar für so klare Luft gesorgt, daß sich der sonst darüber stehende Venusgürtel nicht ausbilden konnte. Im zweiten und dritten Bild sieht man ihn nur andeutungsweise.
Und heute fiel mir auch am Tageshimmel so ein "cremiges Wolkenblau" im Norden auf. Hängt vielleicht mit dem momentanen Polarlufteinbruch zusammen.
Gruß, Elmar
der Kontrast zu den pinken Wolken ist schon beachtlich. Das dahinter ist im unteren Bereich der grau-blaue Erdschatten, der für 2 Grad Sonnentiefe gut 3 Grad hoch reicht. Der Regen hat offenbar für so klare Luft gesorgt, daß sich der sonst darüber stehende Venusgürtel nicht ausbilden konnte. Im zweiten und dritten Bild sieht man ihn nur andeutungsweise.
Und heute fiel mir auch am Tageshimmel so ein "cremiges Wolkenblau" im Norden auf. Hängt vielleicht mit dem momentanen Polarlufteinbruch zusammen.
Gruß, Elmar
- Christoph Gerber
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Re: Dämmerungsfarbe „Wolkenblau“
Hallo Elmar,
mir war schon der Gedanke gekommen, dass diese Farbe irgendwie mit dem sog. Venusband bzw. den Erdschatten zu tun habe – allerdings nicht auf die ferne Atmosphäre, sondern eine viel näher liegende „Wolkenwand“ projiziert. Gestern (13.9.) konnte ich gegen Sonnenuntergang erneut diese Farbe bestaunen. Ich verfolgte einen von der Sonne angeschienenen Wolkenturm (Bild 1) und wie von seiner Basis her in die rötliche Dämmerungsfarben emporkletterten (Bild 2). Zu einer bestimmten Zeit erschien dieses Blau als schmaler, aber weiter Streifen rechts und links dieses Wolkenturmes (Bild 6). Dessen Breite (von OSO bis S) wies unzweideutig auf Venusband/Erdschatten hin. Das Blau liegt unterhalb des orange-purpurnen Venusgürtels und bildet den Erdschattenbogen. Dieser wird allgemein als „graublau“ beschrieben, was ich normalerweise auch so empfinde. Deshalb hat mich das tiefe, nahezu reine Blau so sehr überrascht. Ich vermute, dass hierbei die Entfernung eine entscheidende Rolle spielt. Normalerweise sieht man den Erdschattenbogen über dem Horizont aufsteigen. Es sind vom Beobachter weit entfernte Atmosphärenbereiche, die betroffen sind. Daher ist auch der Weg der blauen Strahlen zurück zum Beobachter sehr lang, wobei vermutlich das Blau weiter zerstreut und zum üblichen Blaugrau wird. Wenn nun dieses Blau auf eine viel näher liegende Projektionsfläche trifft wie eine (wie auch immer geartete) Wolkenbank, dann ist auch die Dispersion auf dem Rückweg viel geringer und es kommt dieses fast reine, tiefe Blau zustande. Das wäre meine Erklärung. Leider habe ich hierzu weiter nichts gefunden.
Um 19:42 MESZ (Bilder 3 und 4) bemerkte ich zum ersten Mal diesen intensiven Blauton, also genau zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges (lt. stellarium), rechts des Wolkenturmes. Um 19:45 spannte er sich von OSO bis nach S (Bild 6). Dank der Fotoserie, die ich geschossen habe, ist nun klar, dass es ein ausgeprägter Schatteneffekt ist – und zwar gegen das sog. Abendrot. Rechts im Bild 6 ist sehr deutlich die Schattenobergrenze zu sehen, und auch links des Wolkenturmes ist der Schatten noch zu erkennen (s. auch Bild 5). Und es fällt auf, dass zumindest auf den Bildern die Intensität des Blau zum Sonnengegenpunkt hin zuzunehmen scheint. Ich tue mich schwer, in dieser scharfen Schattengrenze den Erdschatten zu erkennen. Oder liegt das einfach daran, dass hier der Erdschatten viel näher liegt und daher schärfer begrenzt erscheint?
Gruß aus HD,
Christoph
mir war schon der Gedanke gekommen, dass diese Farbe irgendwie mit dem sog. Venusband bzw. den Erdschatten zu tun habe – allerdings nicht auf die ferne Atmosphäre, sondern eine viel näher liegende „Wolkenwand“ projiziert. Gestern (13.9.) konnte ich gegen Sonnenuntergang erneut diese Farbe bestaunen. Ich verfolgte einen von der Sonne angeschienenen Wolkenturm (Bild 1) und wie von seiner Basis her in die rötliche Dämmerungsfarben emporkletterten (Bild 2). Zu einer bestimmten Zeit erschien dieses Blau als schmaler, aber weiter Streifen rechts und links dieses Wolkenturmes (Bild 6). Dessen Breite (von OSO bis S) wies unzweideutig auf Venusband/Erdschatten hin. Das Blau liegt unterhalb des orange-purpurnen Venusgürtels und bildet den Erdschattenbogen. Dieser wird allgemein als „graublau“ beschrieben, was ich normalerweise auch so empfinde. Deshalb hat mich das tiefe, nahezu reine Blau so sehr überrascht. Ich vermute, dass hierbei die Entfernung eine entscheidende Rolle spielt. Normalerweise sieht man den Erdschattenbogen über dem Horizont aufsteigen. Es sind vom Beobachter weit entfernte Atmosphärenbereiche, die betroffen sind. Daher ist auch der Weg der blauen Strahlen zurück zum Beobachter sehr lang, wobei vermutlich das Blau weiter zerstreut und zum üblichen Blaugrau wird. Wenn nun dieses Blau auf eine viel näher liegende Projektionsfläche trifft wie eine (wie auch immer geartete) Wolkenbank, dann ist auch die Dispersion auf dem Rückweg viel geringer und es kommt dieses fast reine, tiefe Blau zustande. Das wäre meine Erklärung. Leider habe ich hierzu weiter nichts gefunden.
Um 19:42 MESZ (Bilder 3 und 4) bemerkte ich zum ersten Mal diesen intensiven Blauton, also genau zum Zeitpunkt des Sonnenunterganges (lt. stellarium), rechts des Wolkenturmes. Um 19:45 spannte er sich von OSO bis nach S (Bild 6). Dank der Fotoserie, die ich geschossen habe, ist nun klar, dass es ein ausgeprägter Schatteneffekt ist – und zwar gegen das sog. Abendrot. Rechts im Bild 6 ist sehr deutlich die Schattenobergrenze zu sehen, und auch links des Wolkenturmes ist der Schatten noch zu erkennen (s. auch Bild 5). Und es fällt auf, dass zumindest auf den Bildern die Intensität des Blau zum Sonnengegenpunkt hin zuzunehmen scheint. Ich tue mich schwer, in dieser scharfen Schattengrenze den Erdschatten zu erkennen. Oder liegt das einfach daran, dass hier der Erdschatten viel näher liegt und daher schärfer begrenzt erscheint?
Gruß aus HD,
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