Refraktionshalo auf Eisdecke, 16.02.08

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Reinhard Nitze
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Refraktionshalo auf Eisdecke, 16.02.08

Beitrag von Reinhard Nitze » 16. Feb 2008, 16:56

Hal(l)o alle zusammen!

Bei einem Spaziergang konnte ich heute auf der Oberfläche einer gefrorenen
Pfütze ein seltsames farbiges Gleißen entdecken. Es erschien nur an Stellen, wo "weiße Luftblasen" unter der Eisdecke vorhanden waren. Beim näheren Betrachten dieser Stellen vielen mir sofort die typischen "Refraktionsfarben" auf. Diese Erscheinung hat nichts mit den Interferenzerscheinungen in Eisrissen zu tun, welche ich hier vor einiger Zeit eingestellt habe. Zum Teil konnte man richtige kleine Segmente beobachten, einem Taubogen im Spinnennetz nicht unähnlich. Eingestellt sind ein paar Fotos und ein kleines Video (Die Bewegung im Bild zeigt gut den Haloeffekt). Welcher Halo das ist, weiß ich nicht, den Winkel zu Sonne konnte ich nicht eindeutig festellen. Auch zu den Eiskristallen kann ich nichts sagen. Sie sind vermutlich horizontal orientiert. Man beachte:
Die einzelnen Kristalle sind unterhalb der Eisoberfläche in den Luftblasenhohlräumen. Ihre Orientierung folgt dabei den gröberen Eiskristallstrukturen an der Oberfläche, was sich an den Verzerrungen und den teilweisen Doppelfarbfolgen zeigt.

Bilder:

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Video:
http://www.meteoptix.de/Ehalo.avi

Viele Grüße, Reinhard

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Werner Krell
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Re: Refraktionshalo auf Eisdecke, 16.02.08

Beitrag von Werner Krell » 16. Feb 2008, 18:16

"Sie sind vermutlich horizontal orientiert. Man beachte:
die einzelnen Kristalle sind unterhalb der Eisoberfläche in den Luftblasenhohlräumen".

Es stellt sich mir halt nun die Frage, wie hast Du nun die Luftblasenhohlräumen untersucht um zu dieser Aussage zu kommen :roll: ?

Nix für ungut und eine schöne Fastenzeit...Werner
Gruß und bis später...

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 16. Feb 2008, 19:46

Hallo Werner!

Wie schon geschrieben: Es handelt sich um eine Vermutung. Du hast allerdings recht, da ist ein Fehler drin: das Wort horizontal ist bzw. kann falsch sein. Besser wäre, nur orientiert zu schreiben. Ich vermute das deswegen, da einige "Zufallstreffer" alleine nicht solche Farbflächen erzeugen könnten. Außerdem reagierten die Farbpunkte kollektiv(flächig- ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben kann) in ihrer Farbe auf Änderung desBetrachtungswinkels. Man kann das auf dem Video ein wenig erkennen.

Eine genauere Untersuchung war zeitlich nicht möglich. Mir blieb nur die "Brachialmethode" übrig und ich versuchte, einige Blasen einzuschlagen.
Die Scherben endeten im schmutzigen Wasser bzw. wurden völlig zertrümmert.

Wenn sich die Gelegenheit noch mal ergibt, versuche ich das nochmals zu prüfen. Wenn ich darüber nachdenke, ist es ohnehin seltsam, das da überhaupt sowas auftaucht. Die auslösenden Kristalle haften unterhalb einer glasigen Fläche und leiten trotzdem gebrochenes Licht an die Oberfläche. Schon irgendwie seltsam...

Viele Grüße, Reinhard

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 16. Feb 2008, 20:12

Hallo noch mal,

ich habe mir die Bilder nochmal angesehen. In dieser Ausschnittsvergrößerung gibt es meines Erachtens einen guten Hinweis auf eine Orientierung der unten anheftenden Eiskristalle:

Bild

Man erkennt sich wiederholende Farbsequenzen rot/blau,rot/blau...

Sie hängen offenbar mit der gerippten Eisblumenstruktur der Oberfläche zusammen, was bewirkt, das die Kristalle einen leicht abweichenden Betrachtungswinkel zum Auge einnehmen. Überhaupt waren diese Farberscheinungen auf einen ganz geringen Betrachtungswinkel beschränkt, was das fotografieren nicht ganz einfach machte.

Viele Grüße, Reinhard

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RolfK
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Beitrag von RolfK » 16. Feb 2008, 21:44

Leider habe ich keine Erklärung für die Bilder,
ABER was ich beispielhaft gut finde sind die Vorschaubilder
zum Draufklicken.

Grüsse RolfK

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 17. Feb 2008, 20:36

Hallo!

Zumindest die Verursacher sind identifiziert:

Bild

Es handelt sich um hexagonale Eisplättchen. Sie sind tatsächlich mit ihrer Basisfläche mehr oder weniger horizontal orientiert, da sie parallel zur Oberfläche der Eisdecke anhaften. Wie der Lichtweg allerdings ist, konnte ich so nicht feststellen.

Viele Grüße, Reinhard

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 19. Feb 2008, 16:23

Hallo Reinhard,

erstmal Glückwunsch zur Entdeckung des "Pfützenhalos" (vielleicht gibts auch noch schönere Namen dafür). Die weißen Stellen der Pfützen werden also durch neuentstandende kleine Eiskristalle verursacht, das war mir neu. Schade, daß es zum Ablenkwinkel keine Angaben gibt. Horizontal ausgerichtete Kristalle könnten ja Unternebensonnen oder einen Unterzirkumzenitalbogen bewirken, allerdings verzerrt durch die Störung der Orientierung infolge der "verwellten" Eisfläche. Wie groß sind denn die Kristalle auf dem letzten Bild in natura?

Viele Grüße, Alex

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Reinhard Nitze
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Beitrag von Reinhard Nitze » 21. Feb 2008, 18:53

Hallo Alexander,

Die meisten Kristalle waren bis zu 1mm groß, einige einzelne bis 3mm, aber das waren Ausnahmen.

Man vergleiche auch diese Meldung aus Finnland, Bericht ganz unten:

http://www.ursa.fi/blogit/haloreports/i ... =1&paged=5

Viele Grüße, Reinhard!

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