gestern gab es am Erzgebirgskamm wieder herrliche Eisnebelhalos. So richtig damit gerechnet habe ich nicht (auch, wenn man natürlich immer hofft und nun auch immer das Weitwinkel dabei hat). Aber Nordanströmung ans Erzgebirge ist nicht gerade eine eisnebelhaloaktive Wetterlage. Insofern bin ich auch in erster Linie hochgefahren, um eine herrliche Wanderung im sonnigen Schnee zu unternehmen. Aber ich kam nicht einmal mehr den Fichtelberg hoch, sondern an der Grenze war meine Fahrt beendet, als mir gegen 14.00 Uhr dort herrliche Halos entgegenlachten.
Über die Bergkuppen hatte sich eine Eiskappe gelegt und die höher gelegenen Wolken sanken auf etwa 1000 Meter ab. Auch musste der (kaum vorhandene) Wind auf Süd gedreht haben (automatische Windmessung seit Wochen defekt), denn vom inzwischen entstandenen Nebelmeer flossen die Wolken über die Grenze und zerfielen in Eiskristalle. Und so gab es in einem kleinen Gebiet zwischen Neklid und der Sachsenbaude die suchtstillenden Objekte mit herrlichen 3D-Effekten vor allem bei Untersonne und oberen Berührungsbogen.
Da ich inzwischen bei den sich ständig ändernden Grenzregeln nicht mehr durchblicke und zudem kein Impfnachweis dabei hatte, wollte ich kein Risiko eingehen. So stellte ich das Auto auf deutscher Seite ab und wechselte zu Fuß zwischen den verschiedenen Standorten hin und her. So hätte ich bei Grenzkontrollen auf die Wander"übergänge" ausweichen können

Die Halos selbst wechselten im Sekundentakt und waren oftmals schwer zu identifizieren, weil die Bögen nicht als Bögen erschienen, sondern dreidimensional im Raum aufblitzten. Erst die Fotos machten deshalb eine Zuordnung möglich. Insgesamt konnte ich folgende Halos eindeutig identifizieren:
- 22°-Ring, zum Teil sehr nah und "vor" dem Erdboden
- Nebensonnen, allerdings weder hell noch andauernd und nur auf wenigen Fotos erkennbar
- oberer und unterer Berührungsbogen, hatten die größte Nähe
- obere und untere Lichtsäule
- Horizontalkreis, nie vollständig aber bis Gegensonnenbereich
- linke 120°-Nebensonne, mehrmals kurz
- Gegensonne, oder Mittelpunkt der Gegensonnenbögen
- 46°-Ring und/oder Supralateralbogen
- Infralateralbogen. mehrfach kurz
- Parrybogen, konkav und konvex, nie beide
- Untersonne
- Sonnenbogen
- Wegeners Gegensonnenbogen
- Trickers Gegensonnenbogen
- Untergegensonnenbogen
- Tape's Bogen
- Moilanen (oder daVos-

Außer Moilanenbogen waren die seltenen nicht besonders hell oder ausgeprägt und meist auch nur kurz zu sehen, weshalb ich es zwar zu den wunderschönen, aber nicht größten Phänomenen zählen würde, die wir oben hatten.