passend zum meteorologischen Sommerbeginn war der Himmel heute endlich einmal wieder wolkenlos und wie geputzt. Habe das kurz nach dem Sonnenhöchststand für eine Leuchtdichtemessung alle 5 Grad längs des Sonnenmeridians verwendet und teile das Ergebnis nun hier mit Euch. Die Winkelskala in Radiant (1,57 rad sind 90 Grad) beginnt im Zenit, ist positiv nach Norden und negativ nach Süden, wo die Sonne in 27,5 Grad (-0,48 rad) Zenitdistanz stand. Der Meßmeridian verfehlte die Sonne seitlich um etwa 5 Grad. Mit Absicht; denn ihre Leuchtdichte ist noch 100 Tsd. mal höher als das Maximum der Skala meiner Messung und würde den Sensor zerstören. Die Blendgrenze fürs Auge liegt bei 10000 cd/m^2 und wird erst nahe der Sonne erreicht.

Was sieht man nun in der Meßreihe? Nun, zunächst den Helligkeitsabfall des Himmels abseits der "Sonnensingularität" ähnlich zu meinen Messungen im März, die indessen ungefähr in gleichbleibender Höhe der Sonne gemacht wurden, vgl.
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Ab einem bestimmten Sonnenabstand in der Meridianmessung kehrt allerdings der Kurvenverlauf um. Das ist die wohlbekannte Horizontaufhellung der Blauhimmelshelligkeit, welche mit der größeren Luftmasse längs flacherer Sehstrahlen und der erhöhten Streuung vom Aerosol zu tun hat. Wegen der Sonnenposition südlich vom Zenit ist dabei die N-S-Symmetrie aufgehoben. Muß sehen, wie ich DAS modellieren kann
Hier ein eine Stunde später aufgenommenes Bild (Sonne noch 58,6 Grad hoch), das meinen Blauhimmel von der Messung im Süden zeigt. Etwas uniform und langweilig, aber auch mal ganz nett. Dicht um die Sonne gab es einen im Radius etwa 2 Grad großen Hof, evtl. Pollen.

Gruß, Elmar
