Beobachtungen/Sichtungen 15./16.7.2012

Forum für Polarlichter, Spaceweather, Astronomie und Raumfahrt.

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Carsten Jonas
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Neuer Link

Beitrag von Carsten Jonas » 20. Jul 2012, 17:00

http://db.tt/fSa92kIv

Hallo,

Dieser Link soll jetzt auch für Nicht-Dropbox Benutzer funktionieren.

Gruß Carsten

Monika Jöns
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Beitrag von Monika Jöns » 21. Jul 2012, 16:39

Hallo,
ich bin noch ganz neu dabei mit der Polarlichtfotgrafie und habe ein Bild von meiner Serie raus gesuch, woch ich denke, dass dort ein schwaches Polarlicht zu erahnen ist.

Was meint ihr?

Bild
Eure Monika

Wolfgang Dzieran
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Herzlich Willkommen!

Beitrag von Wolfgang Dzieran » 21. Jul 2012, 21:48

Herzlich willkommen im Forum,Monika!

Wenn die EXIF-Daten in Deinem Foto stimmen, hast Du dieses Bild um kurz nach Mitternacht in der Nacht vom 14. zum 15. Juli aufgenommen. Da haben zwar viele geschaut, aber das PL war sehr, sehr schwach - wenn überhaupt.

Auch auf Deinem Bild ist die wohl gemeinte Aufhellung meines Erachtens nicht eindeutig auf Polarlicht zurück zu führen. Eine solche Aufhellung - zumindest wie sie sich auf meinem Monitor darstellt, kann viele Ursachen haben. Es könnte schlicht noch Dämmerungshelligkeit sein, oder aber Streulicht von anderen Lichtquellen, draußen auf der See.

Mit 1/5 Sekunde hast Du das Bild auch recht kurz belichtet, PL - gerade wenn es schwach ist - darf oder muss man ruhig länger belichten, 10 bis 20 Sekunden wären an dem Abend schon sinnvoll und möglich gewesen, sofern Dir nicht dann die Resthelligkeit Richtung Norden einen Streich spielt.

Von daher denke ich, bei diesem Versuch hast Du noch kein Glück gehabt.

Aber nicht aufgeben, es gibt sicherlich irgendwann eine neue, bessere Gelegenheit!

Viel Spaß weiterhin im Forum!

Wolfgang
aus Bad Lippspringe

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Marcus Speckmann
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Beitrag von Marcus Speckmann » 23. Jul 2012, 18:54

Mein erster Polarlicht was Ich fotograviert habe.
Fotograviert in Oldenburg in Niedersachsen

Bild

f/3,5
ISO: 1600
Belichtungszeit: 30 Sekunden
Uhrzeit: 1:43 Uhr MESZ

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Ulrich Rieth
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Beitrag von Ulrich Rieth » 24. Jul 2012, 21:16

Hallo!

Jetzt habe ich es endlich geschafft und auch mal meine Bilder (RAWs) entwickelt.
Aber viel war nicht rauszuholen.
Hier mal ein Beispiel.
Bild
Weitere gibt es noch hier:
http://www.ulrich-rieth.de/Aurora2012/20120715/
Für ein Video habe ich leider zu wenige, aber beim durchscrollen sieht man zumindest die Bewegung der Strahlen.
Gruß!

Ulrich

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Lutz Schenk
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Beitrag von Lutz Schenk » 24. Jul 2012, 21:40

Hi Ulrich,

der Beamer ist ja ansatzweise und auch schon deutlich zu erkennen.

PL zweifelsohne, aber so richtig befriedigend ist so ein Bild natürlich nicht wirklich, ich kenne das zur Genüge :-(

Aber immerhin.

Gruß Lutz

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Ulrich Rieth
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Beitrag von Ulrich Rieth » 25. Jul 2012, 07:52

Hi Lutz!

Naja, es ist halt mehr so ein Alibi-PL.
Aber das, was mich momentan am meisten frustriert ist die digitale Technik.
Bei PL auf Dia hatte man immer das, was man haben wollte.
Aber mit den Raws und der Bildentwicklung ist es echt nervig.
Man dreht hier und da und dann meint man, man hat was Gutes.
Das lässt man auf eine Serie los und schon sind die einen zu hell und die anderen zu dunkel.
Nun ja, ich will endlich helles PL an dunklem Himmel.
Und dann will ich auch endlich ein anständiges PL-Objektiv.
Auf der anderen Seite, zum Üben sind die Alibi-PL ganz nett, dann versaut man sich die wirklich guten nicht.
Und ganz so blöd sind die Digis dann auch nicht, denn man kann schöne Sequenzen machen.
Das war bei Dia nicht drin, es sei denn man hatte ne Filmfabrik in der Hinterhand und man machte es professionell, wie Jan Lameer.
Gruß!

Ulrich

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Torsten Serian Kallweit
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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 25. Jul 2012, 09:18

Da sagst Du was, Ulrich!
Ich als alter Dia-Freak bin wahrscheinlich so ziemlich der letzte, der nun auch auf digital umsteigt.
Habe mir gerade eine D700 nebst dem neuen 28mm 1:1,8 - Objektiv gekauft. Damit geht es dann im Herbst wieder drei Wochen nach Schweden.
Natürlich nehme ich meine alte Leica mit den Restbeständen an Provia 400X auch mit. Alleine schon, um bei der Nachbearbeitung der Bilder eine gewisse Orientierung zu haben.

Klar, auch Dias habe bereits mehr Farben "gesehen" als es das menschliche Auge tut. Aber die heutigen Digi-Kameras zaubern Farben in einer Intensität auf den Chip, die nun wirklich nichts mehr mit dem visuellen Eindruck "in natura" zu tun haben. Vor allem das Grün ist fast immer derart intensiv, wie man es in Wirklichkeit selbst bei hellen NLs nicht zu sehen bekommt. Der Chip kriegt den Farbton irgendwie nicht hin.

Ich habe mich über dieses Thema gerade mit Kerstin Langenberger etwas ausgetauscht.
Manche Nordlichtfotografen (auch vermeintliche Profis die im Norden leben), scheinen lieber künstlerisch farbenfrohe Bilder erzeugen zu wollen (um es mal wertfrei auszudrücken), als einen natürlichen Eindruck wiedergeben zu wollen.
Kerstin ist fast die einzige, die ihre Nordlichtbilder so bearbeitet, wie es ihrer Erinnerung nach visuell ausgesehen hat.
Andere Bilder wirken da aufgrund ihrer Farben natürlich spektakulärer, aber -wie gesagt- mit dem visuellen Eindruck hat das dann nichts mehr zu tun.

Ich muß immer schmunzeln, wenn in der fotocommunity.de dann auf solche peppigen Bilder Kommentare kommen wie :"Sowas würde ich auch gerne mal in natura sehen...".
Tja, man sollte diesen Leuten vielleicht sagen, dass solche giftgrünen Nordlichter in der Natur gar nicht vorkommen... (ich habe genug Nordlichter gesehen, um das beurteilen zu können und bin nicht farbenblind :wink: ).

Ich persönlich finde das sanfte Grün eines Polarlichtes, was eher an das Grün eines jungen Sprosses erinnert als an eine vom Sonnenschein beleuchtete Grasfläche, irgendwie erhabener und auch schöner.

Ich bin sehr, sehr gespannt, wie ich das mit der D700 hinbekomme und werde mich ausgiebig mit den Themen Weißabgleich, Feinabstimmung, Farbtuning, Farbdichte etc. auseinandersetzen.
Wohl ahnend, dass mir eine deutliche Nachbearbeitung der Bilder im Hinblick auf eine möglichst natürliche Farbstimmung nicht erspart bleibt.

Ich werde im Oktober hoffendlich mehr dazu berichten können :roll: .

Gruß Torsten
„Ob Du denkst, Du kannst es, oder Du kannst es nicht :
Du wirst auf jeden Fall recht behalten.“ www.galerie-art21.de

rainer kammerlochner
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bildbearbeitung

Beitrag von rainer kammerlochner » 26. Jul 2012, 00:29

moin moin
mit der bildbearbeitung gebe ich euch vollkommen recht (nicht nur bei Nordlicht) manche greifen da in den farbeimer das es schlimmer nicht geht (ist mir aber auch schon passiert)
lg. vom polarkreis

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Hermann Koberger
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Beitrag von Hermann Koberger » 26. Jul 2012, 06:31

Moin zusammen,

ein äusserst interessantes Thema, welches einen eigenen Thread wert wäre.

Da habt ihr schon Recht ...mit den Möglichkeiten der Bildnachbearbeitung ist man leicht mal verleitet, mehr als notwendig an den Reglern zu drehen.

Nun ist es bezüglich Farbe bei der Fotografie von Polarlichtern grundsätzlich das selbe wie in der Astrofotografie.
Das menschliche Auge ist bei zunehmender Dunkelheit nicht in der Lage, Farbe zu sehen. (der bekannte Spruch mit den Katzen in der Nacht hat schon seine Berechtigung)
Das Auge benötigt eine gewisse Helligkeit um Farben wahrzunehmen aber vor allem sehen wir nur den "Augenblick" und das Auge bzw. Hirn kann das einfallende Licht nicht speichern.
Ein Kamerachip kann dies eben schon und ist auch empfindlicher für Licht in anderen Wellenbereichen und darum kommen dann Farben hervor, welche wir so schlicht und einfach nicht sehen können.

Die bunten Aufnahmen in der Astrofotografie von DeepSky Objekten kommen nur durch Langzeitbelichtung teils über viele Stunden zustande.
Im Teleskop sieht man visuell diese Farben nicht.

Das gleiche gilt dann auch bei Polarlichtern, dass auf Grund der nicht ausreichenden Helligkeit das Auge bei schwächeren PL nur eine weisse Aufhellung wahr nimmt, aber bei Langzeitbelichtung die Kamera die Farbgebung schon speichern kann.
Klar, von daher ist eben eine Langzeitbelichtung ab einer gewissen Dunkelheit nicht vergleichbar mit dem visuellen Eindruck.

Viele Grüsse
Hermann

Pauzi
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Beitrag von Pauzi » 26. Jul 2012, 13:17

Servus

das mit den Farben bei den Nordlichtern, ist schwierig.
Mir gefällt es schon, wenn das Nordlicht "mehr"Farbe zeigt, als ich es in der Nacht sehen kann.
Aber für Jemanden, der noch nie solch einen "Polarlichtzauber" live gesehen hat, der könnte enttäuscht sein .(Wo sind die ganzen Farben?)

Als meine Frau Ihr erstes Polarlicht in Norwegen gesehen hat, da war sie weg vom "Hocker". (und das nur mit Cremeweiß)
Als ich Ihr letztes Jahr das Polarlicht in Bayern zeigte (mit Beamern)
war sie sehr enttäuscht.
Ich natürlich nicht, und das fertige Bild mit dem rot und den Beamern hat mir sehr gut gefallen. Ihr nicht.

Ach ja und beim Airglow hat sie mich nur mitleidig angesehen.


:wink:

Was mir aber ein Anreiz sein wird, vom Torsten und der Kerstin,
ein Bild so aufzunehmen wie man es live Nachts gesehen hat.

Grüße Pauzi

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Ulrich Rieth
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Beitrag von Ulrich Rieth » 26. Jul 2012, 20:29

Moin Hermann!

Das mit den Langzeitbelichtungen muss man aber schon etwas spezifizieren.
Auch die Astro-Objekte haben ihre physikalisch gegebenen "Farben".
Wenn Du da lange drauf hälst und evtl. noch "passende" Filter nimmst, müsstest Du eigentlich einen realen Farbeindruck hinbekommen können.
Aber vielen machen dann aus den "richtigen" Infos mit "falschen Farben" eben Falschfarbaufnahmen wie beim Hubble Teleskop. Das sind die die berühmten "pretty pictures".
Beim Polarlicht geht es im Prinzip ähnlich.
Es gibt nur wenige Übergangslinien im sichtbaren Licht.
Diese haben eben ihre Farben im roten, grünen und violetten.
Wenn dann noch Sonnen- oder Mondlicht im Polarlichtbereich hinzu kommt, gibt es noch blau und ein etwas anderes violett.
Hinzu kommen noch Überlagerungen von ganz kräftigen Farben, aber was es sicher nicht gibt, ist z.B. giftgrün oder Himbeerfarben.
Hier liegt einfach die grausame (meine Meinung) Übertreibung viele Fotografen.
Leider springen aber Bildverlage gerade auf solche "Falschfarben-PL" besonders an, wahrscheinlich wegen ihrer "Dramatik".
Nun ja, wem es gefällt. Aber dann sollen sich die Leute hinterher nicht beschweren, wenn kein Mensch bisher solche PL GESEHEN hat.
Gruß!

Ulrich

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Hermann Koberger
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Beitrag von Hermann Koberger » 26. Jul 2012, 22:38

Hallo Ulrich,

ja, da hast Du recht und ist alles absolut richtig.
Ich wollte auch nur grob zusätzlich verdeutlichen, warum ein länger belichtetes Bild halt nicht dem visuellen Eindruck entspricht.

Man könnte natürlich das alles noch viel mehr spezifizieren.
Das mit den Filtern ist auch richtig, daher werden auch DSLR Kameras zu sogenannten modifizierten Astrokameras umgebaut, in dem die Tageslichtfilter ausgetauscht oder entfernt werden um z.B. die Kamera empfindlicher für das Rot von Wasserstoffnebeln zu machen.
Das dann im Amatuerbereich viele Bilder aber nicht der realen Farbe entsprechen, hat dann eigentlich auch viele Ursachen ( noch unerfahren mit der Bildbearbeitung, schlecht eingestellter Monitor, kein vernünftiges Referenzbild, und eben bewusst oder unbewusst hochgedrehte Farben, Verlusst des richtigen Farbe sehen bei längerer Bildbearbeitung usw. )

Das mit der bewussten Falschfarbendarstellung hat eigentlich ursprünglich den Hintergrund um dadurch Details und Strukturen besser sichtbar zu machen.
Das natürlich Bildverlage dann bezügl. Dramatik lieber so was verwenden als ein farbloseres Bild ist auch klar.

Da gäbe es sicherlich noch genug Diskussionsstoff.

Letztendlich ist es halt dem Fotografen überlassen, was er aus seinen Bildern macht.
Das richtige Mittelding in der Farbgebung zu finden ist auch eigentlich gar nicht so einfach und da überdrehen halt auch einige.
Es wird aber auch kaum jemand geben, der ein farbiges PL Bild, so wie es aus der Kamera kommt auf eine weisse Abbildung runterdreht, weil es visuell so sichtbar war.

Nun, die Sache wird man nicht so einfach unter einen Hut bringen und PL Reisende, welche mit der Materie des fotografierens nicht so vertraut sind wird es immer geben, die möglicherweise enttäuscht sind, weil Bilder und visueller Eindruck eben nicht das selbe sind.

Viele Grüsse
Hermann

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Torsten Serian Kallweit
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Beitrag von Torsten Serian Kallweit » 27. Jul 2012, 06:02

Mir ging es in meinem Beitrag auch um folgendes:

Wenn Leute bewusst Farben in den Bildern hochdrehen, ist das eine Sache.
Warum in heutigen Nordlichtbildern die NLs sehr häufig viel zu grün erscheinen, liegt glaube ich eher an der Natur der Farbaufzeichnungen der digi-Chips.
Zur Zeiten der Dia-Filme gab es diese massive Grünübertreibung eher selten (und dann meist absichtlich erzeugt durch den Fotografen bei der Bildnachbearbeitung).

Klar, auch die Filme haben mehr Farben "gesehen" als es das menschliche Auge tut, aber diese Farben waren irgendwie immer recht natürlich und entsprachen ungefähr dem (wenigstens beim Provia 400f) wie ein intensives, sehr helles Nordlicht durchaus auch visuell gesehen werden kann, wenn es nur hell genug ist. Das heißt die Farben der Filme waren zwar verstärkt, aber eben relativ natürlich.

Mit einem digi-Chip ist das nicht so, besonders was das Grün angeht.
Hier MUSS der Fotograf nachregeln, wenn er einigermaßen natürliche Farben auf den Fotos haben möchte.
Da muss man dann schon selektiv an die Grün- und evt. auch Gelb und Cyan- Töne heran und mit Intensität und Labhelligkeit und ähnlichem nachkorrigieren.
Das machen nur die wenigsten.

Ich möchte das eigentlich auch gar nicht bewerten, nur sollte dem Fotografen diese Problematik bewusst sein.

Wenn er dann die Betrachter seiner Bilder auch noch aufklärt ("So hat meine Kamera die Nordlichter gesehen; in natura sehen Nordlichter visuell etwas anders aus"), prima.
Wenn er das nicht tut, bleiben Enttäuschungen oder wenigstens eine Verwunderung nicht aus, wenn Menschen zum ersten mal in den Norden fahren, in der Erinnerung oft gesehene knatschgrüne Nordlichtbilder und dort dann ihr erstes Polarlicht sehen.

Schön finde ich es, dieses Thema hier mal konstruktiv zu betrachten. Und unendlich gespannt bin ich auf meinen ersten digitalen Schweden-Herbst....

LG Torsten
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Maximilian Wellington
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Beitrag von Maximilian Wellington » 27. Jul 2012, 09:34

Torsten spricht den richtigen Punkt an, es ist die technische Limitierung, die eine natürliche Farbwiedergabe verhindern. Das Problem ist doch, dass Polarlichter Spektralfarben aussenden, also Licht genau einer Wellenlänge. Allerdings kann kein Monitor Spektralfarben darstellen, sondern stets nur Mischfarben. Daher ist ein Bild eines Polarlichts auf dem Monitor technisch bedingt eh schon eine Falschfarbenaufnahme. Für Ausdrucke gilt dasselbe.

Für den Fotographen sollte das aber kein Hindernis darstellen, da man mit einem Bild doch eher einen Eindruck vermitteln will, weniger die Realität exakt beschreiben. Und mit den technischen Limitierung bedeutet das, dass man eben an den Reglern etwas spielen muss um ein Bild zu erhalten, dass seinem eigenen Eindruck der Polarlichter entspricht. Und das ist die zweite Komponente.

Die technische Limitierung geht sogar noch weiter, da in nicht kalibrierten Monitoren (was 99% aller Benutzer verwenden) die Farbwiedergabe von Gerät zu Gerät unterschiedlich ist. Die eh schon nicht naturgetreue Farbwiedergabe sieht also auch von Monitor zu Monitor verschieden aus. Und an welchem Monitor der Hobbyfotograph sein Bild bearbeitet hat, ist ja nicht bekannt.

Und diese zwei Komponenten, eben der zwangsläufig subjektive Sinneseindruck des Fotographen sowie die technik-bedingte uneinheitliche Farbdarstellung bedeuten, dass man die Fotos von Hobbyfotographen nur in sehr engen Grenzen vergleichen kann. Und deswegen tu ich mich auch schwer damit, Leute zu kritisieren, welche die Regler voll aufdrehen. Ein konsequentes Farbmanagement kann man nicht voraussetzen, alleine schon weil es ein kompliziertes Gebiet ist und man für die Umsetzung auch viel Geld für gute Technik ausgeben muss.

Mir selbst gefallen Fotos mit den gelb-grünen Bögen auch nicht sonderlich, aber sie vermitteln zumindest den subjektiv richtigen Eindruck, dass Polarlichter sehr hell und auffällig sein können.

Für die Grünübertreibung habe ich außerdem noch eine technische Erklärung, von der ich allerdings nicht weiß ob sie zutrifft. Es könnte an einer Umwandlung vom AdobeRGB-Farbraum in den sRGB-Farbraum liegen. Die beiden Räume unterscheiden sich hauptsächlich in der Menge der Grüntöne, so dass ein Vermischen der beiden vor allem im grünen Bereich sichtbar wird.

Grüße,
Maximilian

JoachimSaul
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Beitrag von JoachimSaul » 29. Jul 2012, 11:34

Dass manche Fotografen die Sättigung hochdrehen, um mit quietschbunten Bildern mehr Aufmerksamkeit zu erregen, ist unbestritten. Das ist nicht auf Polarlicht-Fotografie beschränkt.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann, dass auch bei nicht extra verfälschten Bildern insbesondere die Gründarstellung unnatürlich sein soll. Man würde dann auch einen Grünstich bei normalen Motiven erwarten, was aber offensichtlich nicht der Fall ist. Warum also ausgerechnet beim Grün der Polarlichter? Dass dieses visuell oft grau erscheint, ist bekannt. Dennoch ist die Farbe dieses Lichtes entsprechend seiner Wellenlänge tatsächlich ein leicht ins gelbliche gehendes, sattes Grün. Sofern keine Überlagerung mit rotem PL erfolgt, sollte man meinen, dass dieses Licht auch ohne weiteres vom Sensor als grün wahrgenommen wird.

Wenn es einzig darum geht, den visuellen Eindruck zu dokumentieren, müsste man solche Fotos eigentlich entsättigen. Das würde dann aber auch für Deep-Sky-Objekte gelten wie z.B. dem Nordamerikanebel, den man zwar unter sehr gutem Himmel sogar mit bloßem Auge wahrnehmen kann, den aber m.W. selbst mit lichtstarken Feldstechern noch niemand farbig gesehen hat. Von Strukturen ganz zu schweigen.

Ich halte grün dargestellte Polarlichter für absolut legitim.

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Ivan Prakapiuk
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Beitrag von Ivan Prakapiuk » 1. Aug 2012, 18:17

Maskovichi,
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Autor: Victor Malyschits

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Marcus Speckmann
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Beitrag von Marcus Speckmann » 1. Aug 2012, 18:32

Hallo Ivan Prakapiuk

Sehr schöne Bilder

Mit welchen ISO und Belichtungzeit wurden die Bilder gemacht?

wolfgang hamburg
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Beitrag von wolfgang hamburg » 1. Aug 2012, 18:55

Moin moin,

@Ivan: schöne natürlich aussehende Bilder, Danke fürs Zeigen.

@Marcus: Da hängen valide EXIF Daten dran, mit dem Exif Viewer Addon für den Mozilla kann die leicht sehen.
F2.8 5s 16mm ISO640 Canon EOS 5D Mark II mit Objektiv EF16-35mm f/2.8L II USM

Grüße wolfgang

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Ivan Prakapiuk
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Beitrag von Ivan Prakapiuk » 1. Aug 2012, 20:26


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