Venustransit - Die Bilder

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Heiko Rothe
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Beitrag von Heiko Rothe » 9. Jun 2012, 08:51

Mahlzeit!

Beruflich bedingt war mein Fotostandort am Mittwoch ein paar Kilometer östlich von Berlin. Die Bedingungen waren zum Sonnenaufgang fast perfekt, ein paar Cirren gabs zu sehen. Ab etwa 6:00 Uhr war dann aber die Sonne völlig frei von störender Schleierbewölkung.

Kurz vor Sonnenaufgang gab es eine Lichtsäule und Wolkenschatten zu sehen.
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Und dann ging die Sonne hinter den Bäumen auf.
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War sehr beeindruckt und zugegebenermaßen bissel glücklich, daß bei dieser Wetterlage überhaupt was zu sehen war...

Es grüßt der Heiko!

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 9. Jun 2012, 14:46

Hallo Heiko,

darf ich fragen, was für eine Optik Du benutzt hast? Der Rand von Sonne und Venus sieht auf meinen Bildern mit der Russentonne nicht ganz so scharf aus. Nun hab ich aber auch mehr "nach Gefühl" fokussiert und auch die Spiegelvorauslösung nicht benutzt (naja... vergessen). Mich interessiert nun, obs daran lag oder ob Du da "eine Liga weiter oben" spielst.

Gruß,
Alex

Heiko Rothe
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Beitrag von Heiko Rothe » 10. Jun 2012, 08:15

Hallo Alex!

Die Optik ist ein normaler Maksutov-Newton (6", f/5, also rund 750 mm Brennweite).
Die Randschärfe kommt vermutlich von der Bildverkleinerung. In den Originalaufnahmen hat die Sonnenscheibe einen Durchmesser von etwa 1570 Pixeln (EOS 7D), das Bild hier ist insgesamt auf 800 Pixel Seitenlänge verkleinert worden. Das macht schon viel aus. Nach der Verkleinerung wird nochmal sanft drübergeschärft.

Die Spiegelvorauslösung ist bei den notwendigen Belichtungszeiten ohne Bedeutung. Ich mußte bei etwas höherem Sonnenstand mit 1/4000 oder 1/8000s fotografieren.
Interessant ist die SVA im Bereich von wenigen Sekunden bis etwa 1/100s. Bei 30 Sekunden spielt es auch keine Rolle mehr, ob man mit oder ohne SVA fotografiert.

So sieht es im Original aus:
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Es grüßt der Heiko!

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jens.hackmann
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Beitrag von jens.hackmann » 10. Jun 2012, 13:33

Hallo zusammen,

ich wartete bis zuletzt die Wetterentwicklung ab. Jedoch war schon einige Tage im Voraus klar, dass die Chancen für eine Venustransitbeobachtung vom Taubertal aus recht schlecht stehen würden. Also griff ich die Alternativpläne auf, die ich im Vorfeld schmiedete. Anfangs wollte ich den Westerheverleuchtturm vom Strand von St.-Peter-Ording aus als Vordergrund für die aufgehende Sonne verwenden. Aber auch für dort sollten die Wetterprogonosen nichts positives berichten. So wählte ich einfach mal die Insel Fehmarn als Ziel im Norden Deutschlands aus, die dortigen Wetterprognosen waren mit am besten.

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Ich fuhr am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr vom Taubertal los. Ich ließ es gemütlich angehen, denn das Ereignis sollte ja erst gut 12 Stunden später stattfinden. So machte ich einen längeren Zwischenstopp in Hannover, um deren tolles Rathaus in der Abenddämmerung vom Maschpark aus zu fotografieren:

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Nach knapp zwei Stunden (gegen 22 Uhr) fuhr ich weiter, ich hatte noch 300 Kilometer bis Fehmarn vor mir. Die A 7 war erstaunlich leer, ich ließ es dennoch sehr ruhig angehen, der Tempomat war auf 120 :)
Unterwegs linste ich immer wieder ins Internet, was das wetter macht. Da ergab sich, dass einige Hamburger Sternfreunde (Uli Rieth war es!!!) auch nach Fehmarn wollten. Er gab mir die Koordinaten durch und so beschloss ich endgültig, nach Fehmarn zu fahren.

Ich kam gegen 4 Uhr auf Fehmarn an. Die Dämmerung war schon sehr fortgeschritten. Ich nahm mir die verbliebene Zeit, ein paar Stimmungsaufnahmen zu machen.

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Dann wurde es immer heller. So sah dann mein Beobachtungsplätzchen aus:

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Mein mitgenommenes Kopfkissen erwies sich nciht nur im Auto zum Dösen erstklassig, sondern es erhöhte auch ungemein den Sitzkomfort auf der Bank :)

Die Jungs hinter mir hatten teilweise schweres Geschütz aufgefahren:

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Dann gings los... um 04:41 Uhr linste die Sonne mit einem grünen Blitz über den Horizont. Ich spekulierte darauf, dass horizontnaher Dunst eine Beobachtung ohne Filter in den ersten Minuten ermöglicht. So geschah es zum Glück dann auch, so dass ich Aufnahmen mit Vordergrund machen konnte...:

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Hier sieht man sehr schön, wie sich die venus aufgrund Totalreflexion in den Luftschichten über der Wasseroberfläche widerspiegelt.

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Nach der Venus wurden schließlich auch die Sonnenflecken totalreflektiert:

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Hier das Atmosphärenphänomen der etruskischen Vase:

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Wie ein aufsteigender Heißluftballon:

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Die Lichtsituation änderte sich sekündlich...:

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Und schließlich noch ein grüner Blitz...:

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Dann kam der Filter drauf. Auch da gabs "grüne" Blitze:

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Kurz einen Konverter reingeknört, dann sah das so aus:

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Ein Blick hinter die Kulissen:

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Auch die zweite Kamera machte Bilder. Diese setzte ich aber in erster Linie fürs Filmen ein. Die Filme allerdings schaue ich mir erst später an. Hier erst mal nur ein Bild:

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Und so sah der Blick in Richtung Sonnenaufgang aus bei höherem Sonnenstand:

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Als Aufnahmeequipment kam zum Einsatz:
Teleskopaufnahmen: EOS 5D Mark III (Der Gerät Mark III ;)) an Vixen 80M, f= 910 mm, f/11
"Übersichtsaufnahmen": EOS 1D Mark IV mit versch. Objektiven.

So... das wars erst mal von mir. Ich bin brotfertig. Ich hoffe, die Bilder gefallen euch.

Grüße,

Jens

Rico Hickmann
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Beitrag von Rico Hickmann » 10. Jun 2012, 17:14

Hallo zusammen,

erstmal Glückwunsch an Jens: Wahnsinnig stimmungsvolle Aufnahmen mit dem Sonnenaufgang am Meer. Und dann noch mit Schiff davor! Den Käptn habt ihr doch bezahlt, oder?

Ich habe von meinen Bilder nochmal eine Zusammenstellung des Sonnenaufgangs erstellt. Das kommt leider mit der geringen Auflösung und als JPG nicht ganz so doll rüber. Auf Wunsch hätte ich noch ein 8 MB tiff, was deutlich besser ist.

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Schöne Grüße,
Rico

Jost Jahn
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auch von mir noch..

Beitrag von Jost Jahn » 11. Jun 2012, 19:58

...ein Video.
Vielleicht schon einigen bekannt, den anderen zur Unterhaltung:
http://youtu.be/0VLTpOz3efE
Jost
Konfusisus sagt: "Gegen Astro helfen nur Wolken"

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Daniel Ricke
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Beitrag von Daniel Ricke » 11. Jun 2012, 21:08

Wow, Jens, echt tolle Bilder!
Am besten gefällt mir...unser Rathaus! :mrgreen: 8) :mrgreen:

Grüße
Daniel
ja, wir sind Klasse! ;-)

Alexander Haußmann
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Beitrag von Alexander Haußmann » 12. Jun 2012, 16:41

Hallo allerseits,

sehr schöne Bilder, die hier noch dazugekommen sind! Die etruskische Vase gefällt mir besonders.

Ich wollte aber auch nochmal den Dialog mit Heiko Rothe wiederaufnehmen, hier mal ein Bild von mir zum Vergleich:

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und das Ganze im Original:
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Die Sonnenscheibe hat bei mir ca. 1900 Pixel Durchmesser (MTO 11 CA, 1000 mm, f/10 an Pentax K5 mit Sonnenfilterfolie ND5, 1/125s bei ISO 200), aber wie man sieht nicht 100% scharf. Bei der Belichtungszeit wäre die Spiegelvorauslösung vielleicht doch schon sinnvoll gewesen. Die Farbränder sind aber ein Zeichen für "schlechtes Seeing" (obwohl uns das ja z.T. gerade interessiert...). Vielleicht wars aber auch ein Problem mit dem Fokus oder die Russentonne ist hier eben an ihrer Grenze.

Viele Grüße,
Alex

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Beitrag von Christian Fenn » 12. Jun 2012, 19:33

Hallo Jens, Hut ab! Ich habe jetzt vom Transit ja schon wirklich tolle Bilder gesehen, aber die mit den Schiffen während dem Aufgang! Absoluter Hammer!

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Stefan Schwager
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Beitrag von Stefan Schwager » 13. Jun 2012, 14:00

Hi Leute,

Respekt Jens, geile Bilder sind das.

Hier ein paar Bilder aus Australien, wo der Transit im Outback hervorragend zu sehen war.

Unser Beobachtungspunkt wurde 6 Uhr Ortszeit bezogen, 300km nördlich von Alice Springs:

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Das war ein Teil der Fotoausrüstung, welche geradeso ins Handgepäck passte/ passen musste :wink:

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und hier das erste Bild, ohne jede Bearbeitung mit der Russentonne (später mehr Fotos mit PST, DBK etc)

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In Riesa war auch beste Sicht und mit 90 Gästen am frühen Morgen Hochbetrieb auf der Sternwarte. In der Nacht wurde alles startklar gemacht:


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Erster Blick im Telementor bei Sonnenaufgang:

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Ein Bild von unserer jüngsten im Verein:

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und noch ein Bild mit der Firewire Kamera am 12"er

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Glückwunsch an alle erfolgreichen Beobachter in der Heimat und überall auf der Welt.

Viele Grüße aus Sydney

Stefan :P

Torsten Lohf
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Beitrag von Torsten Lohf » 15. Jun 2012, 17:19

Moin moin,

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die Lübecker hatten schon lange die Beobachtung des Venustransits auf der Hermannshöhe am Brodtener Steilufer geplant. Ein Teil traf sich bereits in der Nacht um 01:00 Uhr in der Sternwarte, um ggf. bei schlechter Witterung den Wolken zu entfliehen. Für mich gab's arbeitstechnisch keine Möglichkeit einer Reise und so war ich "erst" um 04:30 Uhr auf der Hermannshöhe. Wir hatten in der Presse und auf unserer Homepage die Beobachtungsmöglichkeit angekündigt, und so war es nicht verwunderlich, dass ca. 100 Leute anwesend waren. Auch eine Gruppe niederländischer Astronomen hatte sich dort eingefunden.
Im Vorfeld hatten wir angefragt, ob die dort ansässige Gaststätte öffnen würde. So konnte man frisch gebrühten Kaffee und Croissants und Brezel bekommen ... hmmm .... lecker. :D Pünktlich um 04:49 Uhr ließ sich der erste Sonnenstrahl direkt über der Wasseroberfläche blicken. Das Bild waberte, die Luftunruhe war enorm. Kurze Zeit später war auch schon die Venus als dunkler Klecks vor der Sonnenscheibe zu sehen.

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Das dunkle Dreieck auf dem Wasser rechts unterhalb der Sonne ist keine Haifischflosse, sondern ein Segelboot. Die Sonne stieg höher, wurde deutlich heller und auch die größten Sonnenflecken zeigten sich.

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Es war ein richtiger Bilderbuchsonnenaufgang.

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Später zogen Wolkenschleier vorbei, die der Sonne etwas dramatisches gaben.

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Weitere Aufnahmen vom Transitverlauf schenke ich mir, da es davon schon tausende andere Bilder gibt. Bald zeigten sich beidseits der Sonne zwei Nebensonnen und über der Sonne eine Vertikalsäule. Das werde ich während eines Venustransits nie wieder erleben.

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Die rechte Nebensonne wurde immer heller, farbenfroher und war richtig auffällig.

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Am späten Vormittag zog es zu, und es fing an zu regnen. Wir hatten diesmal richtig viel Glück gehabt!

Viele Grüße
Torsten

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Stephan Heinsius
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Venustransit aus Göhren/Rügen

Beitrag von Stephan Heinsius » 15. Jun 2012, 19:13

Hallo zusammen,

hier ein paar Impressionen aus Göhren auf Rügen. Sonnenaufgang 4:33, ca. 2:20 Transit sichtbar.

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Mehr auf www.eclipseland.com und www.astronation.net

Viele Grüße,
Stephan Heinsius.

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Torsten Menz
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Venustransit in der Sternwarte Schwerin

Beitrag von Torsten Menz » 17. Jun 2012, 09:52

Auch wir hatten zum Besuch in der Sternwarte Schwerin eingeladen, was auch rege genutzt wurde. Nebenbei sollten aber auch ein paar Fotos im Weißlicht wie auch H-Alpha gemacht werden. Da H-Alpha nun nicht gerade die Königsdisziplin bei so tiefstehender Sonne und Schleierwolken ist, war ich natürlich gerade auf diese Bilder gespannt. Hier ein paar Eindrücke aus Schwerin:

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