heute wurde auf der Paderborner Lokalseite der „Neuen Westfälischen Zeitung“ ein Foto des verfinsterten Mondes von mir veröffentlicht.
Das streichelt natürlich meine Eitelkeit, doch andererseits muss ich bei diesem Foto auch ganz schön schmunzeln. Denn wenn man ehrlich bleibt, es gibt doch viele viel bessere Fotos des verfinsterten Mondes.
Deshalb hier ein wenig zum Hintergrund dieser Veröffentlichung. Von unser Paderborner Sternwarte aus gesehen, stand der Mond zur Zeit der Finsternis genau über dem hiesigen angeleuchteten Schloss. Davon hatte ich ein paar Fotos gemacht und eins ja gestern hier auch gepostet.
Am nächsten Morgen dachte ich mir, dass ein solches Bild eigentlich etwas „Lokalkolorit“ hat, es könnte auch für Leute interessant sein, die sich sonst gar nicht für Astronomie interessieren. Und da Fragen ja erstmal nichts kostet, habe ich mit der Zeitungsredaktion Kontakt aufgenommen. Allerdings war ich doch sehr skeptisch, ob man so etwas drucken könne, schließlich ist auf den Bildern ja doch mehr „schwarze Nacht“ zu sehen als sonst etwas. Dort fragte man mich aber gleich, ob ich nur eins oder mehrere Bilder hatte, ob ich die Ihnen per Email zuschicken kann und wie denn meine Kontonummer lautet
Dank Digitaltechnik war das Verschicken kein Problem. Ich wählte fünf Bilder aus, die ich inzwischen auch auf meiner Webseite veröffentlicht habe (http://www.dzieran.de/mofi-2004-05-04) Dazu schrieb ich dann noch: „Eigentlich soll man bei Bildern ja nicht schummeln, aber da der Mond über dem Schloß doch recht klein ist, hätte ich durchaus Verständnis, wenn sie den Mond aus dem einen „herangezoomten“ Bild ausschneiden und in ein Schlossbild hinein montieren“. Sicherlich kann man über ein solches Vorgehen geteilter Meinung sein, aber ich wollte ja gar nicht unbedingt ein „Dokumentarfoto“ veröffentlichen, sondern eher ein lokales Stimmungsbild.
Kurze Zeit nach der Mail kam ein Anruf aus der Redaktion: Man hätte sich für den „großen“ Mond entschieden. („Aha“, dachte ich mir, „schummeln ist also erlaubt“.) Ich wurde noch gefragt, wie alt ich bin, was ich eigentlich sonst so mache, warum der Mond so rot sei, wie der Abend auf der Sternwarte war und noch ein paar andere Sachen, die sich jetzt ansatzweise im Text unter dem Bild wieder finden.
Als ich heute morgen die Zeitung aufschlug, war ich dann doch überrascht. Nein, unsere Lokalredaktion schummelt offensichtlich nicht. Aber den „großen“ Mond haben sie offenbar noch viel größer gemacht, damit er praktisch das ganze Foto füllt. Das entspricht jetzt vielleicht schon fast einem fünfzigfach-Digizoom. Das man darauf natürlich nichts an Einzelheiten erkennen kann und der Mond eher wie eine nicht ganz saubere Tomate aussieht, ist Kennern natürlich klar. Und ich werde der Redaktion beim nächsten mal wohl doch lieber ein richtiges Bild mit „Fernrohrzoom“ anbieten.
Doch meine Frau fand das Bild „schön“ und verzieh mir meine späte Heimkehr in der Nacht zuvor. So hatte das Bild dann doch noch etwas positive lokale Wirkung. Was will man mehr?
Wolfgang
aus Bad Lippspringe
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