Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

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Wolfgang Dzieran
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Wolfgang Dzieran » 21. Jan 2019, 11:09

Ich hatte etwas mehr Glück und konnte die Mofi von Beginn bis zum Monduntergang verfolgen.

Hier mal zwei Bilder:

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Mehr Bilder in meinem Blog:
https://astroblog-lippspringe.blogspot. ... ernis.html

Als Zugabe gab es bei uns sogar noch einen Iridiumflare.

Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt!

CS
Wolfgang
aus Bad Lippspringe

Uwe Bachmann
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Uwe Bachmann » 21. Jan 2019, 11:15

Hallo zusammen,

hier ein paar Impressionen der Mondfinsternis bei perfekten aber a***hkalten Bedingungen am Nordrand des Odenwaldes in Raum Schaafheim/Babenhausen/Groß Umstadt. Aufgenommen mit EOS 6D und diversen Objektiven. Erstaunlich, wieviele Leute doch selbst zu dieser frühen Uhrzeit auf den örtlichen Äckern und Feldwegen mit ihren Kameras und Teleskopen unterwegs waren.

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Es soll ja Leute geben die sagen, "Kennst du eine Mondfinsternis, kennst du sie alle.", aber das stimmt aus meiner Sicht überhaupt nicht. Jede meiner bisher beobachteten Mondfinsternisse war auf ihre Art doch auch irgendwie immer einzigartig. So auch diese...

VG
Uwe Bachmann

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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Heiko Ulbricht » 21. Jan 2019, 14:19

Hallo,

ein Beitrag aus Radebeul von der Sternwarte…

Die Mondfinsternis kurz vor Totalitätsbeginn um 05:44 Uhr MEZ. Auch wir hatten mit Hochnebel zu kämpfen, der aber immer dünn genug blieb, dass der Blick (-kontakt) zum Mond nicht abriss…

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14-Zoll-MN, Canon EOS 6D, ISO 400, 10s, Heiko Ulbricht und Dirk Landrock
Viele Grüße,
Heiko

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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Andreas Möller » 21. Jan 2019, 15:11

Hallo zusammen und viele Grüße aus Mexiko.
Elmar und ich waren zusammen auf dem San Pedro Martir Observatorium beobachten. Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit, wie erhofft. Wir waren von einer hohen Cirrenschicht umhüllt, so dass der Mond mal gar nicht aber oft auch nur trüb und unscharf zu sehen war. Glücklicherweise verschwand die Cirrusschicht zur Totalität fast vollständig. 8)

PS: Die ganze Mondfinsternis über, konnten wir übrigens einen 22°-Halo beobachten. (Außer während der Totalität :) )
lunar-eclipse-1.jpg
lunar-eclipse-2.jpg
lunar-eclipse-3.jpg
lunar-eclipse-4.jpg
halo.jpg
Viele Grüße,
Andreas

Marcus Adlung
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Marcus Adlung » 21. Jan 2019, 16:03

Hallo,

Ich habe von 6: 10Uhr MEZ bis 7 :00 MEZ die Mondfinsternis beobachtet.

Hier ein paar Bilder

Viele Grüße
Marcus
Dateianhänge
DCS_0875_1.JPG
DCS_0874_1.JPG
DCS_0876.JPG
DCS_0873_1.JPG
Zuletzt geändert von Marcus Adlung am 26. Jan 2019, 08:51, insgesamt 1-mal geändert.
Viele Grüße aus Freiberg :D

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Marcus Speckmann
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Marcus Speckmann » 21. Jan 2019, 17:10

Bild

Das ist Mein beste Foto von den Blutmond.

Blutmond 21.1.2019 6:00 Uhr Morgens.

Das war eine Tolle Mondfinsternis. :wow:

Ich hatte von 4:30 Bis 6:30 beobachtet von Anfang bis zum Totaliatät und viele Fotos gemacht.

Mit den Teleskop konnte man die Mondfinsternis sehr gut beobachten.

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Thorsten Gaulke
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Thorsten Gaulke » 21. Jan 2019, 17:31

Moin mal wieder...

Ich biete dieses hier...

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Aufnahmeort: Lippstadt...
Gruß Thorsten

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Sabine Wächter
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Sabine Wächter » 21. Jan 2019, 20:21

Hallo Sternfreunde,

da in Radebeul die Nebelschwaden aus Norden kurz vorm Beginn der Finsternis sich bemerkbar machten, haben wir eine kurze Flucht auf die andere Elbseite in die Nähe von Scharfenberg unternommen. Die dort vorgefundenen guten Bedingungen wurde aber dann auch schnell schlechter und mit der rasch fortscheitenden Verfinsterung fanden wir eine neue Standortsuche für nicht sinnvoll.
Trotzdem sind ein paar Aufnahmen gelungen.

Bild

Die Aureole zeigt die sich verschlechtenden Bedingungen an.
Aufgenommen mit einer Nikon 7500 und einem 1,8/35 Nikkor- Objektiv ; 05.38 MEZ

Bild

Der Mond kommt aus dem Kernschatten.
Aufgenommen mit einem Vixen- Refraktor ED 81/625 und einer Nikon D500; Zeit: 06.47 MEZ

Bild

Bei dieser Aufnahme um 06.51 Uhr MEZ ist am linken oberen Mondrand ein weisser Punkt zu sehen, obwohl um diese Zeit laut Stellarium kein Stern bedeckt wurde.
Hat jemand eine Ahnung, was dieses sein könnte. Auf der vorherigen Aufnahme ist kein Stern zu sehen. Ein Defekt des Pixels wird ausgeschlossen, da sich der Lichtpunkt über mehrere Pixel erstreckt und in allen Farbkanälen sichtbar ist. Am hellsten im Rotkanal.

Bild

Um 7.19 MEZ hatte der Nebel sich ins Elbtal abgesenkt. Der Mond ist schon weit aus dem Kernschatten herausgetreten. Die Temperatur war auf -11°C gesunken.

Viele Grüße senden Frank und Sabine
Zuletzt geändert von Sabine Wächter am 26. Jan 2019, 09:29, insgesamt 3-mal geändert.

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Tobias F.
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Tobias F. » 22. Jan 2019, 06:25

Hallo Sabine,

Vielleicht hilft dir dieser Link weiter....
https://amp.reddit.com/r/space/comments ... ssion=true


..
es grüßt
Tobias ;-)
Bild

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Sabine Wächter
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Sabine Wächter » 22. Jan 2019, 08:17

Hallo Tobias,

danke für den Hinweis.
Wir hatten gestern Abend nicht mehr die Online-Fachpresse durchrecherchiert.
Die Vermutung eines Meteoriteneinschlages auf dem Mond war da.
Die Zeiteinstellung auf der Kamera müssen wir mal überprüfen.

Wäre die Registrierung von Meteoriteneinschlägen auf dem Mond nicht auch ein Themengebiet für den Arbeitskreis,
wenn wenig Meteore in der Erdatmosphäre zu beobachten sind ?

:D :D :D

Viele Grüße Sabine

Uwe Ramsberg
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Uwe Ramsberg » 22. Jan 2019, 15:41

Ein paar Bilder aus der Nacht. Kalt war es ja wohl überall. Aber der Moment entschädigt mit schönen Bildern.
Dateianhänge
DSC_0291.01.jpg
DSC_0226.12.jpg
DSC_0239.05.jpg
0199.05.jpg

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Elmar Schmidt
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Totale Mondfinsternis 21.1.2019: Minimumhelligkeit

Beitrag von Elmar Schmidt » 22. Jan 2019, 22:34

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Ihr Helden der eisigen Mondfinsternis,

wie Andreas Möller schrieb, hatten wir in Mexiko, nämlich in der Sternwarte von San Pedro Mártir, Baja California (2690 m) zur Finsternis genau "passend" eine schlechte Nacht mit hohen Wolken, die aber meist "nur" um 30-100% (0,28 bis 0,75 mag) abschwächten. Die Temperaturen lagen übrigens bei "angenehmen" 1-5 Grad plus, und auch der die 150 m höher gelegenen Teleskopkuppeln umstürmende Wind blieb uns erspart.

Weil dort im Niemandsland die Wolken von unten aber nicht angestrahlt werden (Leuchtdichte unter 0,002 cd/m^2!), konnten wir die Finsternis an sich fast komplett "erleben", inkl. Farbeindrücken des Mondes. In der Totalität stand die Wintermilchstraße gut sichtbar neben Orion; zu Hause völlig undenkbar unter einer solchen Cirrenschicht. Auch die Sichtbarkeit eines 22-Grad-Halos bis 9 min vor Beginn bzw. 8 min nach Ende der Totalität war bemerkenswert, und wurde zusätzlich von Andreas auf einem Video aus Einzelbildern nachgewiesen.

Natürlich gelang mir unter den genannten Bedingungen seit acht Jahren erstmals keine gesamte Helligkeitskurve vom Vollmondniveau runter. Da es aber um und in der Totalität eine Ausdünnung in der Wolkendecke gab, konnte ich doch immerhin acht Meßpunkte setzen, die ich durch Parallelmessungen an Sirius (welchen ich in den Vorbereitungsnächten zur Kontrolle unter Idealbedingungen gemessen hatte) extinktionskorrigierte, was natürlich die Fehlerschwankungen deutlich vergrößerte.

Insgesamt erhielt ich aber damit einen plausiblen Helligkeitsverlauf in der Totalität mit einem Minimum bei (- 2,00 +/- 0,25) mag. Dies bestätigt den Eindruck auch anderer Beobachter, daß diese Finsternis deutlich dunkler war, als zu erwarten stand, nämlich kaum heller als die viel tiefere vom 27. Juli 2018.

Beste Grüße

Elmar

PS: Frank Killich hat in Göttingen bei wohl -10 Grad mit einem ähnlichen Photometer gemessen, ich hoffe dadurch die Messungen zu einer fast vollständigen Verlaufskurve verschmelzen zu können, aber das wird viel Zeit und Arbeit erfordern.

PPS: So sah es einen Abend vorher aus, arrgh... :-( [Dank an Kevin Förster für die Bildbearbeitung)

Bild
Zuletzt geändert von Elmar Schmidt am 24. Jan 2019, 21:55, insgesamt 5-mal geändert.

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René Pelzer
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von René Pelzer » 23. Jan 2019, 10:56

Moin zusammen,

hier ist mein Beitrag zur Beobachtung der Mondfinsternis:

Am frühen Morgen vom 21. Januar gab es eine totale Mondfinsternis, und das nur ein halbes Jahr nach der vorigen im letzten Juli. Die jetzige Mondfinsternis war allerdings viel besser zu beobachten, weil Hoch Brigida quer über Deutschland lag und alle Wolken in der Region vertrieben hat. Nur die Lichtverschmutzung von den belgischen Autobahnbeleuchtungen konnte einem noch in die Suppe spucken. Die Beobachtung war diesmal allerdings eine Prüfung für Mensch und Ausrüstung, denn an meinem Beobachtungsort bei Kalterherberg war es -13 °C kalt. Für die Fotos ist die Kälte sogar besser, denn durch die natürliche Kühlung arbeitet der Bildsensor etwas rauschärmer.

Nach etwas Anlaufschwierigkeiten wegen der Kälte habe ich mich kurz vor 5 auf die Socken gemacht und bin nach Kalterherberg gefahren. Dort habe ich um 5.19 Uhr angefangen, da befand sich der Mond schon im Halbschatten der Erde und strahlte noch mit einiger Kraft:
Bild
Schon in diesem Foto sieht man die besagte Lichtverschmutzung, die von unseren belgischen Freunden stammt.

So sah der Mond mit dem Tele um 5.29 aus - es dauerte nur noch 11 Minuten bis zum Beginn der Totalität:
Bild

Das nächste Foto habe ich um 6.10 Uhr bei maximaler Verfinsterung gemacht. Weil die Finsternis nicht zentral ist, sieht man trotzdem oben rechts einen hellen Schein aus dem Halbschatten:
Bild

Am Weitwinkelfoto um 6.20 sieht man auch deutlich, dass der Mond gerade nicht normal scheint, dadurch wird auch die Lichtverschmutzung betont:
Bild

Hier tritt der Mond um 6.40 allmählich aus dem Kernschatten aus:
Bild

Nur 18 Minuten später strahlt der wieder angeleuchtete Teil vom Mond wieder kräftig:
Bild

Und um 7.06 Uhr sah es fast so aus, als wenn der Mond gar nicht mehr verfinstert gewesen wäre, aber man sieht noch eine orange Ecke, wenn man genau hinsieht:
Bild
An diesem Foto sieht man auch, dass sich mit der blauen Stunde schon die Morgendämmerung anmeldete, denn 1:20 Stunden später ging die Sonne über der wunderschön verschneiten Landschaft auf.

Während der Beobachtung habe ich zwei Sternschnuppen gesehen, darunter eine ziemlich helle, die um 5.51 Uhr unterhalb vom Mond verglühte.

Bis zur nächsten totalen Mondfinsternis in Europa müssen wir uns leider noch über 3 Jahre gedulden, diese wird nämlich erst am 16. Mai 2022 in der Morgendämmerung sein. Dafür ist sie allerdings zentral, also wird man den Mond als kompletten Blutmond ohne hellen Rand sehen können.

Gruß René
Bild

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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von wolf-peter hartmann » 24. Jan 2019, 09:16

hallo rené,
die vom 16.05.22 wird zum beginn der totalität seeeehr niedrig sein - noch niedriger als das ende der totalität diesmal. zumindest für regensburg keine optimale bedingung und auch sonst im deutschen sprachraum nicht gerade günstig.
ich fürchte, da muss ich noch ein wenig mehr warten...
mstfrg

wolf

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Elmar Schmidt
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Elmar Schmidt » 24. Jan 2019, 10:22

Hallo René und Wolf-Peter,

bringt mich nicht auf Ideen ;-) Die tiefe Finsternis 2022 ist ein klarer Fall für Chile, wo der Mond zur Mitte im Zenit stehen wird.

Gruß, Elmar

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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Marcus Adlung » 24. Jan 2019, 18:13

Noch ein kleines Zeitraffervideo

https://youtu.be/a4q0696YRfs

Viele Grüße
Marcus
Viele Grüße aus Freiberg :D

Matthias Schmidt
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Matthias Schmidt » 25. Jan 2019, 22:37

Die Mondfinsternis habe ich in Hannover fotografiert. Hier sind 3 Bilder aus dem Zeitraum zwischen Totalität und Monduntergang. Die Finsternis habe ich auch durchgehend mit langer Brennweite fotografiert (der dicke Nebel verzog sich eine halbe Stunde bevor es los ging), aber die Bilder habe ich noch nicht gesichtet. Ich war mehr darauf aus, Stadtlandschaft mit ins Bild zu bringen. Der Nebel hat etwas Raureif hinterlassen.

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Zuletzt geändert von Matthias Schmidt am 12. Feb 2019, 20:51, insgesamt 1-mal geändert.

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Christoph Gerber
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Christoph Gerber » 26. Jan 2019, 21:32

Hier noch mein Beobachtungsbericht – ohne Bilder!

Bericht Mondfinsternis 21.01.2019

Die Nacht der totalen Mondfinsternis war eine der sehr wenigen klaren Nächte der vergangenen Monate, so dass die Beobachtung der ToMoFi ein „muss“ für das Herzen des Astronomen in mir war. Während der partiellen Phase machte ich mich auf den Weg zu meinem Beobachtungsplatz auf der Büchsenacker-Höhe. Dort angelangt war der Mond schon mehr als halb verfinstert, der verfinsterte Teil deutlich sichtbar – was auf einen recht hellen Kernschatten schließen ließ.
Beim Eintritt in die Totalität (05:41 MEZ) war der Mond sehr interessant anzusehen: links von der Stelle, an der der Halbschatten den Mond verlassen hatte, war der Rand noch auffällig hell. Der obere Teil des Mondes war gelblich, der untere blass-rötlich, und in der Mitte überwog bei weitem das farblose Grau der „Meere“. Der Anblick war weit von einem „roten“ Mond („Blutmond“) entfernt!
Zur Finsternismitte (06:12 MEZ) hin war er dann doch deutlich blasser und dunkler geworden. Mit 12x60 wirkte er besonders blass und strukturlos. Der Unterschied zur zentralen Verfinsterung im Juli wurde noch einmal sehr deutlich: heute war der untere Rand des Mondes deutlich dunkler als der obere, da der untere der Kernschattenmitte viel näher war. Der helle „Ring“ von der Juli-Finsternis kam nicht ansatzweise zustande. Außerdem war der Mondrand oben links (wo der Oceanum Procellarum bis an den Mondrand reicht) grau-„dunkel“ und der ansonsten durch Hochebenen gebildete und helle Mondrand hier tatsächlich unterbrochen.
Unmittelbar nach Ende der Totalität (06:43 MEZ) –der Halbschatten kam am oberen Mondrand zurück– zeigte sich der beleuchtete Teil des Mondes extrem gelb (insbesondere im Fernglas 12x60) – an solch ein intensives gelb kann ich mich bei bisherigen Finsternissen nicht erinnern.
Während der partiellen Phase dann wieder den Heimweg angetreten.

Mit dem Fotografieren hatte ich keinen Erfolg: die Batterien litten ebenso unter der Kälte wie die Finger, außerdem kam meine Kamera nicht mit der „Lichtlosigkeit“ der Finsternis zurecht: sie fokussierte nicht mehr. Aber die Fotos sind ja nicht der Grund für die Beobachtung – davon werden genug geschossen und ins Internet gestellt. Auffällig ist vielmehr, wie unterschiedlich Auge und Kamera (ggfs. mit Teleskop kombiniert) das Phänomen erfassen. Mein Interesse gilt v.a. der Frage: Wie sieht die Totalität aus und wie dunkel/hell ist der Mond. Da der Kernschattenverfinsterte Bereich schon recht „früh“ in der partiellen Phase zu erkennen war, schloss ich auf einen recht hellen Kernschatten. Das änderte sich auch nicht nach Beginn der Totalität. Aber meine Helligkeitsschätzungen weisen jedoch auf eine recht geringe Helligkeit hin. Verglichen habe ich den Mond mit den hellen Sternen Wega, Arktur, Capella und der Venus, und zwar so, dass der Mond in einem Augenwinkel stand, der Vergleichsstern im anderen (bei Wega und Venus waren beide jeweils nahe an den Augenwinkeln aufgrund der weiten Entfernung zwischen beiden (Mond–Wega: 118°, Mond–Venus: 135°), bei Arktur und Capella war die Entfernung nicht so groß (Mond–Arktur: 85°, Mond–Capella: 43°). Geschätzt habe ich zu Beginn der Totalität und zur Zeit der Finsternismitte. Und zwar zunächst habe ich jeweils „in die Mitte“ geschaut und beide Vergleichsobjekte gleichzeitig im Sichtfeld verglichen, dann die Augen abwechselnd nach rechts und links gewendet, um die einzelnen Objekte nacheinander miteinander zu vergleichen.
Venus (-4.4mag) war allemal deutlich heller, Capella blieb immer schwächer als der Mond. Dagegen waren Wega und Arktur zu Beginn der Totalität etwa so hell wie der Mond, während sie zur Finsternismitte hin knapp heller erschienen. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Extinktion (nach stellarium) und der Farbkorrektur komme ich auf Helligkeiten von +0.1mag zu Beginn und von +0.2mag zur Mitte der Totalität (ohne Farbkorrektur für den Mond, da mir seine B-V nicht bekannt ist). Dies ist wesentlich schwächer als die -2mag vom Juli 2018 (Mars mit -3mag schien damals etwas heller). Allerdings waren die Vergleichsmöglichkeiten damals mit dem roten Mars "daneben" ganz anders und ein direkter Vergleich der Ergebnisse erscheint mir daher nicht unproblematisch. Zur Finsternismitte hatte ich schon den Eindruck, dass der Mond sehr blass und recht dunkel sei. Vielleicht war er tatsächlich dunkler als im Juli, auch wenn – oder gerade weil? – er der Erde diesmal besonders nahe stand (Perigäums-Vollmond, Erdnähe am 21.01. um 21 MEZ, also 15 Stunden später; im Juli war es ein Apogäum-Vollmond, Erdferne am 27.07. um 08 MEZ, also 15 Stunden vor der Finsternis).

Die Beobachtung der Finsternis war mit einigen besonderen Zugaben garniert:
+ tief im Südosten stand die Venus (2.7°) direkt über dem Jupiter – Konjunktion am folgenden Morgen mit kaum kleinerem Abstand
+ um 06:36 leuchtete ein Iridium-Flare rechts von Jupiter und Venus – und knapp rechts von Beta Sco – auf. Der Flare war kurz und flach, mit etwa -3.5mag (wie in heavens-above.de prognostiziert) lag die Helligkeit zwischen denen von Jupiter und Venus.
+ In der Beobachtungszeit konnte ich vier Meteore sehen – einer davon eine Feuerkugel von etwa Venushelligkeit. Das Besondere daran war die Nachleuchtspur, die während der etwa 10 sek Nachleuchtdauer eine deutliche Verformung – vom gerade Strich (Länge: ) zum Halbkreis – durchmachte, bis sie dann zu schwach wurde und verschwand. Es war das erste Mal, dass ich mit bloßem Auge die Verwehung einer Nachleuchtspur verfolgen konnte.

Christoph

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Elmar Schmidt
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Elmar Schmidt » 27. Jan 2019, 01:27

Hallo Christoph,

danke für den schönen Bericht. Nur zu Deiner Helligkeitsschätzung muß ich einsprechen, eine selbst nur geringe positive Magnitude ist völlig auszuschließen. Andreas Möller wies mich gerade auf Schätzungen der erfahrenen US-Beobachter John Bortle u.a. hin, die -1,82 mag betrugen. Oder schau Dir oben die Fotos des verfinsterten Mondes vom 21. Jan. mit Castor und Pollux nahebei an. Die sind zwar nur +1,1 mag hell, aber gegen sie erscheint der Mond doch nicht nur um 1 mag heller.

Ich selber habe sieben Mondfinsternisse unter Idealbedingungen photometriert, und noch nicht mal die tiefste der letzten Jahrzehnte (Kernschattenmagnitude 1,7) am 15. Juni 2011 in Namibia hatte mit -0,47 mag eine positive Helligkeitsmagnitude.

Bei der eben gelaufenen Mondfinsternis war der Mond selbst unter den nicht so optimalen Bedingungen in Mexiko nahe der Totalitätsmitte gut 60% heller als Sirius, und zwar gemessen, nämlich die oben berichteten -2,0 mag. Dasselbe Meßinstrument bestimmte den Sirius zuvor unter Idealbedingungen absolut bis auf 0,1 mag bei seinem Katalogwert. Es arbeitet mit der Tageslicht-Augenkurve als Filter, was durch den Erhalt des Farbensehens bei fast allen Mondfinsternissen der letzten Jahre auch angebracht ist und keinen nennenswerten Fehler einführt.

Beste Grüße

Elmar

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Christoph Gerber
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Re: Totale Mondfinsternis über Deutschland 20.1.2019/21.1.2019

Beitrag von Christoph Gerber » 29. Jan 2019, 10:00

Hallo Elmar,

meine Helligkeitsschätzung möchte ich weder überbewerten noch als Maßstab ansehen. Es ist nicht mehr als ein Eindruck, bzw. mein Eindruck, von der Helligkeit des Mondes. Natürlich ist eine „Augenwinkel-Beobachtung“ nicht belastbar und schon gar nicht mit Meßwerten zu vergleichen. Aber eine andere Möglichkeit der Schätzung mit bloßem Auge bot sich mir nicht – Jupiter war zu nahe an der hellen Venus, um von dieser nicht beeinflußt zu werden. Während Capella etwa gleichhoch wie der Mond stand, waren Wega und Arktur deutlich höher, und Venus deutlich tiefer und im horizontnahen Dunst. Als Extinktion habe ich die *standardisierten* Angaben von stellarium verwendet, da sie zumindest eine gewisse Einheitlichkeit schaffen, die aber nicht mit der tatsächlichen übereinstimmen wird. Wie John Bortle, den ich von der Veränderlichenbeobachtung her kenne und schätze, ohne weitere Hilfsmittel(?) auf eine Helligkeit von -1,82 mag kommt, kann ich nicht nachvollziehen – bei einer Genauigkeit von 0,01 mag muss sicherlich eine Messung zugrundeliegen.

Ich finde es letzten Endes schade, dass heute die Bilder das A und O (nicht nur) der Finsternisse zu sein scheinen, und visuelle Beobachtungen weitgehend als überflüssig angesehen werden. Deshalb poste ich meinen Erfahrungsbericht hier im Forum. Wie schön wäre es, wenn fünf oder sechs Beobachter ebenfalls Helligkeitsschätzungen gemacht hätten. Dann könnte ich meine Schätzung auch besser einordnen. Was nützt mir zu wissen, dass die Mondhelligkeit -1,82 mag betrug, wenn meine persönliche Erfahrung unter den lokalen Bedingungen einen anderen Eindruck hinterlassen hat? Für mich steht das Erlebnis der Finsternis im Vordergrund, nicht das Schießen bleibenden Bilder, die nur einen aktuellen „technischen Stand“ wiedergeben und gleichsam einfrieren. Das ist vielleicht eine sehr altmodische Einstellung, aber die Technik beraubt uns doch letztendlich unserer menschlichen Qualitäten.

Herzliche Grüße
Christoph

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