Mars News

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Ulrich Rieth
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Mars News

Beitrag von Ulrich Rieth » 2. Apr 2004, 08:13

Hallo!

Hier ein kurzer Bericht der gestrigen JPL Pressekonferenz.
Beiden Rovern geht es nach wie vor gut.
Das schon öfter angekündigte Update für die Software der MER, wird jetzt wohl nächste Woche übertragen.
Hierfür setzt man jeweils 4 Tage an, an denen sonst nicht viel gemacht werden kann.
Nicht viel heißt aber immer noch, dass man ein Spektrometer laufen lassen kann.
Daher nutzt man wohl diese Zeit um extrem lange (48h) Integrationen mit dem Mössbauer und APXS zu machen.
Aber kurz zur vergangenen Woche.
Spirit saß immer noch auf dem Rand des Kraters Bonneville vor einem interessanten Stein namens "Mazatzal".
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Dieser "helle" Brocken wurde mehrfach mit dem RAT bearbeitet, teils nur um Staub abzubürsten, teils aber auch um mehrfach tiefer reinzubohren.
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Bei diesen Aktionen hat man verschiedene "Beläge" auf der Oberfläche feststellen können, die man mehreren Stadien der geochemischen Veränderung zuschreibt. Außerdem gibt es auch verändertes Material in kleinen Rissen im Gestein, dass hier evtl. abgelagert wurde.
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Aufgrund der mit dem APXS gefundenen Verhältnisse von Chlor zu Brom meint man, dass auch hier im Gusev Krater Wasser im Spiel gewesen sein muss.
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Erstmal spricht man aber nur von sehr geringen Menge, die für diese Veränderungen des Gesteins nötig sind. Es hat quasi ein paar mal jemand den Stein mit Salzlauge abgesprüht. Naja, das Szenario lief höchst wahrscheinlich unter der Marsoberfläche im Zusammenspiel von Gestein und Grundwasser ab.
Nachdem man vorgestern die Untersuchung von Mazatzal abgeschlossen hat, ging es dann endlich los mit der langen Fahrt zu den Columbia Hills.
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Opportunity hält sich zur Zeit immer noch in der unmittelbaren Umgebung vom Eagle Krater auf.
Letzte Woche hat man mal eben einen neuen Streckenrekord aufgestellt, als man an einem Tag 48.9m gefahren ist.
Im Moment untersucht man "Bounce Rock", den einzigen halbwegs großen Stein in der gesamten einsehbaren Umgebung.
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Interessanterweise hat Opportunity bei ihrer Landung nicht nur einen Krater voll getroffen, nein, sie hat auch genau diesen Stein mit den Airbags bearbeitet und möglicherweise auch zerbrochen, so dass frisches Material freigelegt wurde. Weiterhin interessant ist die teilweise glänzende Oberfläche des Steins.
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Als man noch im Krater saß, gingen verschiedene Wetten rund, ob es überhaupt ein Stein ist. Im Gespräch waren auch Teile der Sonde, sowie ein großer Meteorit. Mal sehen, was man herausfinden wird.
Gestern hat man bereits ein schönes Loch gefräst, dass jetzt mit den Spektrometern weiter untersucht wird.
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Wenn man dann, evtl. erst nach dem Software Update hier fertig ist, wird es wohl ganz schnell zu Endurance Krater gehen, denn es gibt irgendwie nichts in den Ebenen von Meridiani, dass irgendwie interessant aussieht.
Soviel für diese Woche vom Mars.
Gruß

Ulrich

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Ralf Pitscheneder
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Beitrag von Ralf Pitscheneder » 2. Apr 2004, 10:32

Hallo Ulrich,

vielen Dank für Deinen Bericht !

Kannst Du etwas zu der Nachricht sagen, wonach eine geringe Menge Methan in der Marsatmosphäre nachgewiesen worden sei und dieses wegen der kurzen "Haltbarkeit" von 300 Jahren ständig (evtl. durch Organismen ?) nachproduziert wird ?

http://news.independent.co.uk/world/sci ... ory=505454

Gruß
Ralf
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Ulrich Rieth
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Re: Methan

Beitrag von Ulrich Rieth » 2. Apr 2004, 11:53

Hallo Ralf!
Ralf Pitscheneder hat geschrieben: Kannst Du etwas zu der Nachricht sagen, wonach eine geringe Menge Methan in der Marsatmosphäre nachgewiesen worden sei und dieses wegen der kurzen "Haltbarkeit" von 300 Jahren ständig (evtl. durch Organismen ?) nachproduziert wird ?
Sagen wir mal so, ich könnte da sicher genauso spekulieren, wie jeder andere auch.
Aber vielleicht soviel.
Es gibt viele nicht belebte Quelle für Methan, sicher mehr als belebte.
Zum Beispiel Vulkanismus und der muss nichtmal furchtbar aktiv sein.
Es reicht, wenn es mal aktive Vulkan gab, das Gestein gibt über große Zeiträume dann immer noch gespeichertes Methan ab. Der Laacher See in der Eifel setzt Mengen von Methan frei. Dann gibt es in der Tiefsee große Mengen an Methan-Hydrat. Weiterhin kann man auch aus Kohlenstoff und Wasserstoof unter Zuhilfenahme von UV Strahlung Methan herstellen. Hierzu gab es mal ein "Ursuppe Experiment", mit dem man die Entstehung des Lebens testen wollte. Klappt alles prima und geht völlig ohne vorhandenes Leben vonstatten.
Naja, Es ist schön und gut, dass man von der Erde aus und wohl jetzt auch mit Mars Express das Methan gefunden hat. Aber Leben als Quelle für dieses Methan steht bei rationaler Betrachtung ganz unten auf der Liste. Natürlich lesen die Medien die Liste von unten nach oben und so wird dann eine Meldung draus.
Naja, mal sehen, was weiter draus wird.
Gruß

Ulrich

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